Klavierverkauf: Schlechte Manieren der Interessenten

C

Curby

Guest
Um konkret zu werden, sie tauchen nie wieder auf. Ich versuche ja gerade einen Flügel zu verkaufen und es kamen schon mehrere Interessenten. Scheinbar sind sie erstmal durchaus bereit den Preis zu zahlen, sonst würde man doch auch nicht zum Anschauen vorbei kommen.

Sie wirkten immer auch recht angetan vom Instrument, mal mehr, mal weniger. Und nach dem Besuch jedes mal: Funktstille. "Ich melde mich wieder".

Auf Nachrichten wird nicht reagiert (erneute Nachfrage erst nach einigen Tagen). Wenn man anruft geht keiner ran oder wenn (nach langem Klingeln), dann wird deutlich gesagt man habe kein Interesse mehr.

Ist es denn so schwer mal nein zu sagen, mal Abzusagen? Erlebt ihr auch sowas? Das Gleiche bei allen bisherigen Interessenten. Als Sie hier waren hat man mit ihnen nett geredet etc., ein Spiegelbild der heutigen Gesellschaft?

Ich mache auch kein Druck und frage erstmal vorsichtig nach, ob noch Interesse besteht. Wenn jemand sagt ich melde mich nächste Woche wieder, dann erst nach einer Woche. Wenn man sich morgen wieder melden möchte, dann frage ich nach zwei Tagen vorsichtig nach.

Ich finde das einfach traurig und musste hier mal Luft lassen. Ist natürlich nicht nur bei Flügeln so, eigentlich bei sämtlichen Artikeln.
 
Peter

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Bechsteinfan
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Über die Jahre immer wieder, und zwar bei den Arschlochkunden. Man fährt hin, berät, misst alles aus, macht ein Angebot, investiert nen halben Tag Arbeit und ..... nix.
Kürzlich einen ganzen Tag! für so ne Schnepfe (Chefin einer Hausverwaltung) unterwegs gewesen, ihre privaten Gebäude mitten im Nix angeschaut, 1,5 Tage Arbeit und keine Rückmeldung.
Heute wegen ner 6 Wochen alten Rechnung angerufen....noch nicht mal ein "Tschuldige, vergessen". Nix, nur ein knappes "ich kümmer mich". Für die werde ich nie wieder Zeit haben. Kundenpack, damisches! So, auch mal Luft gelassen. :-)
Aber sind nicht alle so, eher die wenigsten. Ein anderer Chef einer Hausverwaltung hat sich entschuldigt, weil er die Rechnung (gemailt am Sonntag) erst am Dienstag überweisen konnte.

Aber Ebay-Kleinanzeigen ist eh so ein Sonderfall. Da muss man anders kommunizieren. Geht schon am Telefon los. "ist der Flügel noch da?". Ein klares Ja gibt es bei mir da nie. :-)
Auf der anderen Seite ist es eigentlich Unsinn, einem Interessenten hinterher zu telefonieren, gerade wenn er gemeint hat, er meldet sich. Wenn er sich nicht meldet ist der Fall doch erledigt.
 
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Tastensucher

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Umgekehrt ist es aber auch nicht anders. Heizungsmonteur kommt, sieht die Therme durch, stellt fest, dass ein Teil defekt ist. Es tritt Gas aus. Welches, hat er nicht gesagt, es kann Stadtgas oder auch Abgas sein. Er will das Teil besorgen, und nächste Woche einbauen. Nach 3 Wochen ohne Regung die Nachfrage, wann denn mit der Reparatur zu rechnen sei. Antwort: das wird wohl untergegangen sein, der Chef meldet sich. Das ist nun wieder 14 Tage her. Da kann ich nur sagen: Ein Hoch auf das deutsche Fachhandwerk.
Nachtrag: Meine Rechnungen zahle ich immer fristgemäß, ich feilsche nicht um den Preis und der Handwerker bekommt auch immer einen Kaffee angeboten. Rosenblätter streue ich aber nicht aus.
 
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UpRightPiano

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Ja, die Erfahrung habe ich auch gemacht. Ein Flügelverkauf erfordert viel Geduld, vor allem wenn man einen angemessen Preis erzielen möchte. Und dann waren auch noch zwei offensichtliche Betrugsversuche dabei.
Ist auf Dauer anstrengend, wenn man ausführlichst etliche Fragen beantwortet und dann nichts mehr kommt.
 
Tastatula

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Im Grunde genommen geht der Kunde in´s Geschäft (Dein Haus) und betrachtet die Ware (Deinen Flügel), läßt sich beraten, tatscht alles an, verlässt das Geschäft und geht Fritten essen.
So wie wir, wenn wir im Städtchen bummeln gehen...
Der denkt sich nix dabei, das ist normal.
Dem Käufer ist das wurscht, ob Du ein Angestellter vom Kaufhof oder eine Privatperson bist.
Ignoranz ist eine sehr verbreitete Eigenschaft...
 
playitagain

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Würde nicht anrufen, das signalisiert Schwäche. Der potentielle Käufer merkt du willst das unbedingt verkaufen bist vlt darauf angewiesen. Ein cleverer Käufer drückt dich gleich im Preis so schnell kannst gar nicht schauen. Du begibst dich in eine schwächere Verhandlungsposition.
Wenn einer den Flügel will meldet er sich schon ...
 
cwtoons

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Der Käufer ist halt im Vorteil. Er hat das, worauf der Verkäufer scharf ist: Kohle.

CW
 
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reymund

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Es gibt aber auch haufenweise den Umgekehrten Fall, das du anrufst und die Sachen schon lange verkauft sind, nur die Anzeigen sind noch da.
Übrigens das beste was man als Käufer machen kann ist, ein Koffer voller Bargeld , ich mal mit meinem damaligen Chef Gebrauchtwagen gekauft, wir hatten immer einem Koffer Bares dabei, wenn die Leute Bares sehen gehen die Preis sofort runter ;).
 
Ellizza

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Sie wirkten immer auch recht angetan vom Instrument, mal mehr, mal weniger. Und nach dem Besuch jedes mal: Funktstille. "Ich melde mich wieder".
Beim Hausverkauf ähnliches erlebt. Allerdings hatten wir Rückmeldungen per email erbeten, was immerhin eine Rückmeldung von 50% brachte. No Show gab es auch.

Allerdings war mir durch die Gespräche klar, dass die Interessenten mehrere Häuser sich anguckten and sogar durcheinanderkamen mit zuzuordnenden Besitzern.

Ende vom Lied war Makler. Dito bei zu veräußerndem Klavier. Trotz ungerechtfertigtem Billigangebot auf ebay Kleinanzeigen kaum Reaktion. Zum Schluss an Händler gegen symbolischen Preis abgegeben und wir waren noch froh, die Transportkosten gespart zu haben.

Nur Auto geht schnell ......Anzeige und nächster Tag verkauft...

Privatverkäufe nein danke seitdem.

Ich selbst würde ebenfalls ungern von privat kaufen....
 
Stilblüte

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Ist doch ganz eindeutig. Der Händlerpreis ist höher, weil der die nervige Zeit vorher für mich investiert hat. Zeit ist Geld. Ich kann mir genau überlegen, welches der beiden ich investieren möchte.
 

Ellizza

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Flügelmakler wär doch mal eine Geschäftsidee....:coolguy:
 
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dilettant

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Also ich weiß nicht. Bei meinem Bootsverkauf hatte ich nicht solche Erlebnisse. Jedenfalls nicht so gravierend, dass es sich eingeprägt hätte. Und auch bei ebay-Kleinanzeigen und selbst beim BSR-Verschenkportal hat immer alles prima geklappt.
 
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Klaus6

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Auf Nachrichten wird nicht reagiert (erneute Nachfrage erst nach einigen Tagen). Wenn man anruft geht keiner ran oder wenn (nach langem Klingeln), dann wird deutlich gesagt man habe kein Interesse mehr.
Aber wieso rufst du Interessenten nach der Besichtigung an? Auf die Idee käme ich überhaupt nicht. Es ist doch ganz klar, dass der Interessent sich meldet sofern er Interesse hat. Ist also aus meiner Sicht überflüssig bzw. sogar schädlich in so einer Situation nachzufragen.
 
hasenbein

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Wo ist das Problem?

Einfach stets dem Kunden sagen, dass es noch andere Interessenten gibt (egal ob das wirklich der Fall ist oder nicht) und dass "wer zuerst kommt, mahlt zuerst".

Ich sehe keinerlei Notwendigkeit, irgendeinem Kunden hinterherzutelefonieren. Es sei denn, der Kunde hatte schon eine mündliche Zusage gegeben, dass er das Instrument sehr wahrscheinlich haben will.

"Ich melde mich wieder" ist eine völlig unverbindliche Äußerung, das sollte doch nun wirklich jedem bekannt sein. Selber Schuld, wenn man das als etwas Verbindlicheres auffasst.
 
cwtoons

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Die entscheidende Frage ist doch: wer ist hier im Vorteil, der Käufer oder der Verkäufer? Gibt es auf dem Markt mehr Flügel oder gibt es mehr Interessenten?

Die Antwort ist einfach und klar: es gibt massenweise Flügel in jeder Größen-, Qualitäts- und Preiskategorie, viel, viel mehr, als es Käufer gibt. Das, wovon es eine große Menge gibt, ist nicht viel wert und das, was rar ist, ist kostbar. Also sind Käufer heiß begehrt und können sich ziemlich viel erlauben. Das geht bis zur groben Unhöflichkeit.

Wer verkaufen will, muss also seinen Dutzendflügel irgendwie selten machen. Dazu reicht manchmal schon eine Aussage ohne wirklichen Wert wie "einer von nur zehn Instrumenten aus der berühmten Berliner Schule" - was immer das auch heißen mag. Es wird sich einer finden, dem das imponiert und der wird das Teil kaufen.

Wer verkaufen will, muss halt auch genug Zeit haben.

CW
 
cwtoons

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Vielleicht war der Arzt ein Studienkollege von H. Grönemeyers Bruder. Dann ist die hässliche Nussbaumkiste schon so gut wie verkauft.

CW
 
 

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