Klavierstimmung steigt von 442 Hz auf 447 Hz

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Hallo zusammen.
Im Februar 2009 kaufte ich mir ein neues Klavier Marke Ibach. Das war auch neu gestimmt auf 442 Hz. Wegen der Garantie sollte das Klavier innerhalb von 3 Monaten wieder neu gestimmt werden, was auch am 23.04.09 geschah. Es kam an diesem Tag eine sehr nette junge Dame vorbei und fing nach einem von mir geführten Vorgespräch das Klavier zu stimmen. Vor dem Stimmen stellte sie fest, dass meine Klavier in dieser kurzen Zeit von 442 Hz auf 447 Hz gestiegen war. Meine Wohnräume haben auch im Winter mindestens 45 bis 50 % Luftfeuchtigkeit. Sie sagte, dass es durch die unterschiedlichen Räume (Verkaufsraum - Wohnung von mir) kommen kann. Wäre aber doch sehr enorm.
Meine Frage: Hat noch jemand so etwas erlebt, ist das schlimm oder auch nicht? Was sagen die Spezialisten + Provis der Klaviertechnik dazu?
Übrigens das Klavier wurde auf 442 Hz heruntergestimmt. :confused:
LG Jörg
 
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So extrem habe ich es noch nicht erlebt. Normalerweise ist bei neuen Klavieren oft das umgekehrte Phänomen zu beobachten, nämlich dass die Stimmung absinkt und man herauf ziehen muss. Das ist den Steckungsprozessen der Saiten geschuldet, falls das Klavier nicht schon eine Weile beim Händler gestanden hat.

Der Fall von 442 auf 447 ist schon etwas extrem. Da müsste es beim Händler sehr trocken gestanden haben und dann auch schon kurz nach dem Transport bei Dir gestimmt worden sein, ohne sich vorher an die neue Umgebung gewöhnt zu haben. Möglich ist auch, dass das Klavier viel zu hoch zum Händler kam, dort nur fix herunter gestimmt wurde und die Stimmung sich nicht auf diesem Niveau stabilisiert hat.

Grund zur Sorge ist das allerdings nicht. Schäden können in so kurzer Zeit nicht entstehen und die Saiten halten eine so hohe Stimmung auch aus, da sie in der Fabrik oft auf 445 bis 447 überzogen werden um die Streckung der Saiten zu beschleunigen. Neue Klaviere brauchen eine Weile, bis sie völlig stabil die Stimmung halten. Deshalb empfiehlt es sich ja auch, das Klavier im ersten Jahr 2-3 mal stimmen zu lassen. Danach sollte es dann stabil die Stimmung halten, abhängig von den Umgebungsbedingungen (so gleichmäßig wie möglich).

Noch ein Hinweis (vielleicht mal zur Beobachtung): Beim Stimmen kann man gute Ergebnisse nur erzielen, wenn die Stimmung schon relativ dicht bei den Sollwerten ist. Tritt nun der Fall ein, dass man ein Klavier mehrere Hertz verstimmen möchte (muss), so führt dies dazu, dass man beim a' = 442 (oder was gewünscht wird) anfängt, und wenn man so durch die Oktaven geht, muss man (beim Herablassen der Stimmung) überall die Spannung reduzieren. Das führt dazu, dass die Stimmung in den schon gestimmten Saiten wieder ansteigt. Kontrolliert man dann am Ende das a', so wird dies nicht mehr 442 haben, sondern höher liegen (443 oder gar 444). Es ist auf diese Weise sehr schwer, ein Klavier sauber zu stimmen, bzw. man endet oft mit einem Instrument, was immer noch zu hoch ist. So ist es also gut möglich, dass das Klavier (bei der ersten Stimmung) gar nicht auf 442 herunter gestimmt wurde (obwohl dies beabsichtigt war), sondern auf 443 oder 444 gelandet ist, denn ich gehe davon aus, dass es etwas zu hoch von der Fabrik ankam.

Hat die Klavierstimmerin eine Vorstimmung durchgeführt? Dies ist ein erster "Schnelldurchlauf", bei dem man das Klavier in die Nähe der Zielstimmung bringt, ohne zu viel Wert auf Genauigkeit zu legen. Wenn man sieht, dass ein Klavierstimmer diese Vorstimmung durchführt, dann gibt es große Abweichungen von der Solltonhöhe.
 
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Also das Klavier wurde kurz bevor es zu mir kam laut Klavierstimmer auf 442 Hz gestimmt.
Das war im Februar 09, also vor knapp 3 Monaten.
Das Klavier stand auch bestimmt einige Zeit beim Händler. Es kostet 16.500,00 € Die werden nicht so oft verkauft. Er verkäuft ca. 100 bis 120 Klaviere im Jahr und ist aus dem Raum Limburg. Mehr darf ich hier doch öffentlich auch nicht sagen wegen Schleichwerbung u.s.w.
Die Klavierstimmerin hat es auch 2 x gestimmt.
Grüße Jörg
 
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So ungewöhnlich finde ich das gar nicht. Ich hatte mal so einen Extremfall, wo das Klavier regelmäßig um einen Viertelton!!! (kein Witz) im Sommer gestiegen ist, also bei der Herbststimmung fürchterlich zum runterstimmen war, um dann im Frühjahr, als es einen Viertelton tiefer stand, wieder nach oben gestimmt zu werden. Das Problem löste sich tatsächlich erst damit....
http://liveforpiano.blogspot.com/2008/05/dampp-chaser.html

LG
Klaviermacher
 
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Letzten September/Oktober musste ich ca. 90 % aller Instrumente im Außendienst herunterstimmen. Viele auch um bis zu 7 Hz, allerdings nicht gleichmäßig. Die meisten lagen um 1-7 Hz zu hoch. Den Rekord schaffte ein altes Klavier aus den dreißigern: im September um 7 Hz runtergestimmt, jetzt im April um 7 Hz wieder hoch :?

In solchen Fällen stimme ich immer zwei mal. Und da ich mit Gerät stimme, fange ich bei Taste 1 an und stimme chromatisch hoch bis Taste 88. Hält dann ganz gut.
 
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Habe so etwas in der Art auch schon erlebt. Würde erst einmal abwarten wie die nächsten Stimmungen so halten.
 
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Ich warte ab!
Hatte sowieso vor, im Herbst nochmals das Klavier stimmen zu lassen und dann im Mai 2010. Die Klavierstimmerin fing auch ganz unten an und hörte mit der obersten letzten Taste = Ton dann wieder auf. Sie sagte, dass diese 5 Hz Differenz gleichmäßig über alle Töne wäre. Ich entnehmen Euren Antworten, dass es wohl nicht so schlimm ist, und ein gutes Klavier dies ohne Probleme verkraftet.
Vielen Dank für Eure nette Beteiligung.
Grüße Jörg
 
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Als sinnvolles Zubehör zu Deinem Klavier empfehle ich Dir noch ein Hygrometer, um die Luftfeuchtigkeit überwachen zu können. Mach' Dir dazu ein paar Notizen. Wenn die Luftfeuchte etwa zwischen 40 und 60% schwankt, halten sich die Verstimmungen ziemlich in Grenzen, wenn das Instrument sich stabilisiert hat. Sind die Schwankungen größer, muss man ggfs. weitere Maßnahmen in Betracht ziehen.
 
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Hallo jensen1, Dir und den Anderen vielen Dank für div. Tipps.
Seit geraumer Zeit, also ca. 3-4 Jahren habe ich sogar 2 Hygrometer, damit der eine den anderen überwacht. Jedesmal wenn ich zum Klavier gehe, werden die Hygrometer von mir betrachtet, was nun der Stand der Luftfeuchtigkeit ist. Deine angegebenen 40 bis 60 % sind auch bei mir durchweg standard zur Zeit also gestern 58 %.
Letztes Jahr war ja ein hoch feuchter Sommer, wo wir bis zu knapp 80 % in der Wohnung trotz Lüftung hatten. Im Gegenteil beim Lüften stieg die Luftfeuchtigkeit noch höher als vor dem Lüften. Ich kann nur sagen, das war schon recht extrem, nur hatte ich da ja das "alte Klavier" noch. Im Herbst haben wir uns auch noch einen Luftentfeuchter zugelegt.
LG Jörg
 
 

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