Klavierstimmung als Laie überprüfen

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proton

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25. Aug. 2018
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Guten Morgen!

Mein Klavier ist neu, also 3 Wochen alt und wird jeden Tag mehrere Stunden von der Familie gequält - wir 3 sind alle Anfänger.
Der Klavierstimmer kommt in ca. 6 Monaten das erste Mal vorbei.

Mich interessiert nun, wie sich die Stimmung über die Zeit verändert - und mir fehlt ganz schlicht und einfach die Fähigkeit das selbst herauszuhören bzw. auch nur ein einfaches Stück zu spielen um eine tonliche Abweichung festzustellen.

Gibt es hier eine einfache und kostengünstige Möglichkeit die Stimmung mittels eines Stimmgerätes oder einer Handyapp zu überprüfen?
Interessant wäre eben, wie stark sich das Klavier über die Zeit verändert, wann man den Stimmer bestellten sollte und ev. sogar wie sich Jahreszeit und Luftfeuchtigkeit auswirken.

Vielen Dank,

Florian
 
Guten Morgen Proton,
man kann nicht beschreiben wie sich die Stimmung über die Zeit verändert, wen sie sich überhaupt verändert. Wenn das Klavier wirklich neu ist wird die Stimmung sich nach dem Transport und der Aufstellung an einem anderen Ort ( jetzt: bei dir ) auf jeden Fall verändern. Ich gehe aber davon aus das das Klavier schon etwas älter ist ( ein paar Monate vielleich ), beim Händler stand und dort gestimmt wurde. Wenn es bei ähnlichen Temperaturen und Luftfeuchtigkeit jetzt bei dir steht wird sich an der Stimmung auch nicht viel verändern, der Klavierstimmer wird dann in 6 Monaten nicht viel zu stimmen haben sondern eher einen optimalen Klang stimmen.
Als Anfänger wird man verstimmungen auch nicht so schnell bemerken ausser man hat eine Vergleichsmöglichkeit. Und wenn man nicht Konzertpianist ist merkten auch erfahrene Spieler oftmals die schleichenden Verstimmungen nicht.
Natürlich kann man mit Stimmgeräten und Handyapp Verstimmungen und Abweichungen messen, allerdings sind vom Klavierstimmer immer leichte Abweichungen vorgesehen, weil das den Klang gegenüber den rechnerischen Frequenzen verbessert.
Die Jahreszeit ist dem Klavier egal, Einfluss auf Klang und Stimmung haben Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Solange die sich nicht sehr stark ändern, ändert sich die Stimmung auch nicht besonders..
Hier schreibt aber ein einfacher Klavierspieler, ein Konzertpianist oder ein Klavierbauer sehen das wahrscheinlich ganz anders.
Natürlich kannst du jeden Tag mehrmals jede Taste mit einem Stimmgerät überpüfen, ich schlage vor das ihr auf dem Klvier spielt bis der Klavierstimmer kommt. Und dann alle mal das Ergebniss vorher und nachher hört.
Grüsse, Fendare
 
Interessant wäre eben, wie stark sich das Klavier über die Zeit verändert, wann man den Stimmer bestellten sollte und ev. sogar wie sich Jahreszeit und Luftfeuchtigkeit auswirken.

Wenn du's nicht hörst, welchen Nutzen hat die Stimmung dann für dich?

Da eine Stimmung Hand- und Ohrwerk ist, ist die Nutzung eines Stimmgeräts zur Überprüfung nicht sehr zielführend.
 
Üblich ist eine Stimmung ca. 2 Monate nach Transport.

Es gibt viele gratis Stimm-Apps. Wenn du die Veränderung beobachten(!) möchtest, kannst du ja ein paar ausgewählte Töne wöchentlich messen und die Messwerte notieren.

Ob es gut(!) klingt, können aber nur deine Ohren sagen.

Wenn sich einzelne Töne deutlich (und deutlich anders als die anderen) verstimmen, solltest du den Verkäufer informieren.
 
Wenn überhaupt, dann würde ich die blanken Stahlseiten links von der Mitte messen. Also wo der Übergang von umsponnenen Bass-Saiten hin zu den blanken Stahlsaiten ist. Denn diese Blanksaiten an der Stelle verstimmen sich am ehesten.
 
Weißt du was "Schwebungen" sind?
 
Lieber @proton , im Moment hört Ihr es noch nicht. Lasst Euer Instrument regelmäßig warten, dass es in einem guten Zustand bleibt und nach einiger Zeit (kann ein paar Jahre dauern) nehmt Ihr plötzlich wahr, wenn sich signifikant etwas in der Stimmung ändert. Instrumente sind Lebewesen. Sie versehen ihren Dienst oft monatelang unauffällig, klingen schön und plötzlich schmieren sie ab. Da spielt - wie schon gesagt - die Umgebung eine Rolle. Und manchmal werden sie auch wieder besser.
Irgendwann merkt Ihr das.
Ein regelmässig gestimmtes Instrument ist ein glückliches!
Wenn ich mal eine Weile kein Cello spiele, dankt es mir das damit, dass alle Saiten runterrutschen.
Spiele ich es täglich und stimme es nur minimal nach, behält es seine Spannung.
 
HIer kannst du es hören und sehen @proton.

Unsere Instrumente sind "gleichschwebend" gestimmt. Ganz "Schwebungsfrei" (wie die zwei identischen Stimmgabeln im Video) sind in unserem System also nur sehr wenige Intervalle. Aber die Prime (zwei oder mehr Saiten auf gleicher Frequenz) ist in jedem Fall dabei.
Hat eine einzeln angeschlagene Taste also Schwebungen, dann ist dieser Ton (bzw. mind. eine der angeschlagenen Saiten) verstimmt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mein Instrument ist (wirklich wahr) 2021 das letzte Mal gestimmt worden. Klingt immer noch wunderbar. Ist halt zum einen erst knappe 14 Jahre alt, zum anderen halte ich die Luftfeuchtigkeit sehr konstant.
 

Bei mir ist die letzte Stimmung kaum 6 Monate her, und ich könnte den Stimmer schon wieder herbestellen.
Vielleicht wurde es aber auch zu knapp nach dem Transport gestimmt (da waren nur ein paar Wochen dazwischen) ... und davor ca. 15 Jahre garnicht.
Ich habe mir gedacht, dass das in dem Fall wohl mit "einmal durchstimmen" einfach nicht getan ist.
 
@proton

Mach Dir keinen Kopf! Es gibt prinzipiell zwei Arten des Verstimmens:

- Gleichmäßig. Hier „rutscht“ das gesamte Instrument relativ homogen mit allen Tönen tiefer. Das merken nur Leute mit absolutem Gehör oder es fällt auf, wenn man gemeinsam mit anderen (gestimmten) Instrumenten spielt

– Ungleichmäßig - der Normalfall. Hier rutschen einzelne Töne nach unten. Geschieht das relativ schnell, wirst auch Du das merken. Passiert es aber sehr langsam, kann es passieren, dass sich das Gehör darauf einstellt und die Verstimmung als (noch) normal empfunden wird.

Was Du aber nicht machen solltest: 6 Monate bis zur ersten Stimmung warten. 2-3 Monate sind völlig ausreichend. Sparen tust Du Dir ohnehin nichts - bei sehr starken Verstimmungen können auch zwei Stimmungen notwendig werden!
 
Als Einsteiger sollte man dem regelmäßigen Besuch eines Profis vertrauen: Weil man einerseits selber die Lage noch nicht gut einschätzen kann und andererseits sein Gehör an einem richtig gestimmten Instrument bilden sollte.

Der Klavierstimmer wird einem sicher sagen können "wieviel zu tun war" und das kann ja als Basis für die Einschätzung der sinnvollen Zeitspanne bis zum nächsten Besuch dienen.
 
Danke euch!

Mein Problem ist eben auch der Aufstellort im Wohnzimmer:
wir heizen immer auf ca. 23-24 Grad mittels Bodenheizung. Im Sommer wird es durch die Ostseite Lage aber auch gerne mal knapp 30 Grad warm, in solchen Extremfällen steuern wir mit der mobilen Klimaanlage dagegen.
Und auch die Luftfeuchtigkeit schwankt, dementsprechend - rund um einen sehr niedrigen Wert.
Wir hatten hier parallel dieses Jahr einen Luftbefeuchter laufen - mussten den aber stilllegen, weil wir aufgrund der Vernebler-Technik auf allen Flächen bald einen weißen Belag hatten (die Vernebler vernebeln auch den Kalk im Wasser, sprich der schlägt sich dann überall nieder...).

Im Zulauf befindet sich nun eine Luftbefeuchter auf Verdunsten-Basis, das sollte mir die LF auf einen erträglichen Wert erhöhen.
Was tut man nicht Alles, damit sich das Klavier wohlfühlt.

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Und genau deshalb auch die Frage nach der Stimmung..ich habe halt über das Jahr sehr große Schwankungen im Raum und befürchte, dass öfters mal gestimmt werden muß.
 
wir heizen immer auf ca. 23-24 Grad mittels Bodenheizung.
Und auch die Luftfeuchtigkeit schwankt, dementsprechend - rund um einen sehr niedrigen Wert.
Wir hatten hier parallel dieses Jahr einen Luftbefeuchter laufen - mussten den aber stilllegen, weil wir aufgrund der Vernebler-Technik auf allen Flächen bald einen weißen Belag hatten (die Vernebler vernebeln auch den Kalk im Wasser, sprich der schlägt sich dann überall nieder...).
Im Zulauf befindet sich nun eine Luftbefeuchter auf Verdunsten-Basis, das sollte mir die LF auf einen erträglichen Wert erhöhen.
Was tut man nicht Alles, damit sich das Klavier wohlfühlt.
Ich hoffe, der Verdunster verdunstet ausreichend viel Wasser.
Ihr könntet auch destilliertes Wasser im Vernebler verwenden. Das ist wahrscheinlich für den Verdunster auch sinnvoll, weil sich sonst der Kalk dort absetzt. Irgendwo muss er ja hin, wenn sich das Wasser verflüchtigt. Oder hat der einen Entkalker eingebaut?

24° sind schon sehr warm. Etwas kühler und schon steigt die relative Luftfeuchtigkeit. Die Heizkosten werden nebenbei auch niedriger.

Im Sommer wird es durch die Ostseite Lage aber auch gerne mal knapp 30 Grad warm, in solchen Extremfällen steuern wir mit der mobilen Klimaanlage dagegen.
Die mobilen Klimageräte haben üblicherweise auch eine Entfeuchtungsfunktion. Ich weiß nicht, ob sie bei dir leistungsfähig genug ist, aber von den 70% solltet ihr damit schon wegkommen können.
 
Verwende die Zeit in der Du Dir Gedanken machst zum üben.
Was man nicht hört - das auch nicht stört.
Lass das Klavier regelmässig von einem Fachmann warten (einmal pro Jahr für den Anfang) und gut ists ... das mit der Raumtemperatur/Feuchtigkeit wird - gerade bei modernen Instrumenten - masslos übertrieben. Hab Jahre in Singapur gewohnt (mal schwülwarm in der Wohnung, dann dank Klimaanlage kühl und extrem trocken) ... hat dem Yamaha Flügel nichts ausgemacht.

Dampp Chaser ist Mist und rausgeschmissenes Geld. Da ist ein Venta Luftbefeuchter wesentlich besser ....
 

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