Klaviermusik aufnehmen - wie wird es professionell?


asmis
asmis
Dabei seit
4. Okt. 2007
Beiträge
107
Reaktionen
1
Ich weiß, um das ging's schonmal in einem anderen Themenbereich, aber da waren Digital-Pianos gefragt, und ich meine einen ganz echten mechanischen B-Flügel, Marke Yamaha (kein besonders guter!)

Mein Problem ist, wie ich einigermaßen professionell meine Klavierstücke damit aufnehmen kann, um sie anschließend auf einer CD zusammenzustellen.
Ganz toll wird's natürlich mit einem Tonstudio, die dann die entsprechenden Apparaturen dazu haben, und das habe ich auch schonmal gemacht, nur leider kostet der Spaß ziemlich viel pro Stunde, und bei den Stücken bräuchte ich jede Menge Stunden, bis sie "fehlerfrei" eingespielt sind.
Im Konzertsaal klappt das Aufnehmen wunderbar mit einem MP3-Player, nur liegt darunter immer das typische blöde Rauschen, das ich mit meinem Schneideprogramm nicht wegbekomme. Das hat auch eine Aufnahmefunktion, und mit der klappt es einigermaßen, nur wirken irgendwie die Höhe verzerrt.
Ich weiß, es gibt eine Software, die man zum Aufnehmen gut verwenden kann, da kann man hinterher auch einzelne Stimmen und Frequenzen nachbearbeiten, aber ich finde sie nicht.

Hat jemand eine Idee, wie man preisgünstig und ohne sehr viel Aufwand, denn der Konzertsaal ist leider in einem öffentlichen Gebäude, eine gute Aufnahme hinbekommt?
Wäre toll, DANKE!
 
Geli
Geli
Dabei seit
18. Sep. 2006
Beiträge
557
Reaktionen
2
Genau das würde mich auch interessieren, vielen Dank für die so treffend formulierte Frage!
Geli
 
Guendola
Guendola
Dabei seit
27. Juli 2007
Beiträge
4.408
Reaktionen
10
Viele Audioprogramme haben einen Filter, mit dem man gleichmäßiges Rauschen löschen kann. Das Problem ist natürlich, daß dabei auch ein wenig von den gewünschten Klängen verloren geht, die Ergebnisse sind aber meistens recht beeindruckend, wenn man sich genügend Zeit nimmt, etwas zu experimentieren. Voraussetzung ist aber, daß man in der Aufnahme ein paar Sekunden nur das Rauschen hat. Mein Favorit unter diesen Audioprogrammen ist CoolEdit. Der Preis ist moderat, wenn ich mich richtig erinnere.

Verzerrte Höhen und seltsame "Klangartefakte" haben zwei Ursprünge: Schlechte Mikrophone (z.B. das integrierte Mikrophon vom MP3-Player) und schlechte Aussteuerung. Bei digitalen Aufnahmen muß man unter dem maximalen Pegel bleiben, sonst gibt es seltsame Ergebnisse, die meistens wesentlich unangenehmer sind das, was bei einer leicht übersteuerten analogen Aufnahme entsteht (die Verzerrung). Nicht umsonst gibt es für das Tontechnikstudium anspruchsvolle Aufnahmeprüfungen (nein, ich habe es nicht studiert).

Filter und Equaliser braucht man eigentlich eher, um die Raumakkustik auszugleichen. Dafür muß man auch lernen, die Fehler überhaupt zu erkennen.

Ich glaube, im E-H-B-Cis Komponierspiel hat Ingrid2000 ihre Ausrüstung aufgelistet. Das ist ein guter Anfang. Für alle Teile gibt es natürlich 1000 Alternativen. Man braucht jedoch mindestens gute Mikrophone, gute Kabel, ein gutes Aufnahmegerät und etwas Erfahrung, wie und wo man die Mikrophone am besten positioniert.

Ich würde empfehlen, ein sogenanntes USB-Audiointerface zu kaufen und zwei Mikrophone, die für die Aufnahme von Klavier und Flügel geeignet sind. Dazu Mikrophonständer und gute Kabel. Das Audiointerface kann man an einen Laptop anschließen und dort mit so ziemlich jedem Programm aufnehmen. Die rohe Aufnahme an sich wird durch kein Programm besser oder schlechter. Abspeichern unkomprimiert in CD-Qualität und danach kann man in Ruhe zuhause weiter machen.

Ich könnte noch auf ein anderes Forum verweisen, wo Aufnahmetechnik generell auf hohem Niveau diskutiert wird. Es würde schon viel bringen, einfach dort zu lesen. Aber ich bin nicht sicher, was die Forenregeln dazu sagen.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
thepianist73
thepianist73
Dabei seit
19. Juli 2007
Beiträge
1.183
Reaktionen
700
Ich möchte darauf aufmerksam machen, dass viele Fragen (auch in anderen Posts) sich immer auf die Software und/oder das Aufnahmegerät beziehen.

Meines Erachtens ist die wichtigste Komponente beim Aufnehmen (ob Laie oder Profi) das Mikrophon.

Ich habe viele CD-Live-Aufnahmen mit einem pupsnormalen Minidisc-Recorder gemacht. Allerdings hatte ich ein Profi-Stereomikrophon (also eigentlich 2 Mics im Abstand ca 20 cm, mit Trennscheibe, inkl. Zwischenverstärker), das ein Vielfaches des MD-Gerätes gekostet hat.

Danach musste die Minidisc nur noch auf CD umgewandelt und ein Glassmaster gemacht werden. Praktisch keine Nachbereitung (ausser natürlich auspegeln der Applause, zu lange Pausen weg etc).

Natürlich macht super tolle Technik und Software absolut Sinn, aber diese nützt rein gar nix, wenn ich ein Aldi-Mikrophon für 10 Euro habe.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Peter
Peter
Bechsteinfan
Mod
Dabei seit
19. März 2006
Beiträge
22.858
Reaktionen
22.344
asmis
asmis
Dabei seit
4. Okt. 2007
Beiträge
107
Reaktionen
1
Hey danke, alle, für die vielen Hinweise!!!
Ist wirklich hilfreich, mal mehreres zu hören und dann auszuprobieren. :D

Das mit dem Mikro stimmt natürlich schon, und ich habe auch schon mehrere ausprobiert, nur irgendwie keines gefunden, das tatsächlich (auch wenn als solches angepriesen) wirklich toll war zum Aufnehmen.
Gibt's da denn eins SPEZIELL für Klaviermusik?
Die, die ich probiert habe, haben hervorragend den Ton meiner Spielpartnerin (Violine) aufgenommen, nicht aber dazu das Klavier, und für das SOlo-Spiel hat es dann überhaupt nicht gereicht, da war das mit dem MP3-Player und Audio-Smart-Steuerung fast noch besser.
 
Stilblüte
Stilblüte
Super-Moderator
Mod
Dabei seit
21. Jan. 2007
Beiträge
10.760
Reaktionen
14.935
Wie wäre es, gewisse Themen, so wie dieses hier, die immer wieder auftauchen, in einem Wiki festzuhalten?
Ein festgelegter Ort, bei dem alles, was bisher kam festgehalten wird und bei neuen Fragen ergänzt wird.
Übersichtlich, ohne "nutzlose" Zwischenkommentare.
Das findet man sicher nicht bei Wikipedia, und wäre ein guter Kompromiss.
 
S
splinetime
Dabei seit
14. Nov. 2006
Beiträge
64
Reaktionen
0
Die Ansprüche an eine 'selbstgemachte' Klavieraufnahme sind natürlich sehr unterschiedlich...ich kann nur kurz meine Ausrüstung angeben. Ich selbst finde das Preis-Leistungsverhältnis sehr gut und für den privaten Bereich absolut ok.

Ich habe eine M-Audio Delta Soundkarte im PC mit einem Paar Behringer C-2 Kondensatormikrophone (69,-) angeschlossen über ein kleines Behringer Mischpult (ca. 70€). Mit der Position der Mikros muß man etwas herumspielen; das Ergebnis finde ich gut.
 
Geli
Geli
Dabei seit
18. Sep. 2006
Beiträge
557
Reaktionen
2
Hallo Splinetime,
das hört sich nachvollziehbar an, kannst Du mal eine Hörprobe geben?
LG
Geli
 
Mindenblues
Mindenblues
Dabei seit
25. Juni 2007
Beiträge
2.595
Reaktionen
106
Ich finde wie andere hier auch 2 Kondensator-Großmembran-Mikros als gute Wahl für Klavierabnahmen. Habe ein Pärchen TBone SC450 (Preis 179,- Euro zusammen incl. Spinnen und solidem Case), und bin soweit zufrieden. Durch den großen Pegel sind die Aufnahmen sehr rauscharm. Hörproben sind unter meiner Homepage zu finden.

Das Problem bei Kondensatormikros ist jedoch, dass sie Phantomspeisung brauchen. Folgende Variante habe ich nicht ausprobiert, halte sie aber für eine preisgünstige Möglichkeit, qualitativ gute Aufnahmen hinzubekommen:

2 x TBone SC450 USB (Preis zusammen 198,- Euro). Es gibt noch billigere USB-Mikros, aber da kenne ich nicht die Charakteristik. Das bestechende daran ist, man braucht keinerlei Vorverstärker oder Soundkarte, die Mikros werden direkt an 2 USB-Ports des PCs oder Notebooks angeschlossen. Halte das für sehr handlich. Als Samplingraten muß man sich mit 48kHz / 16 Bit zufriedengeben. Aber man muss ja eh noch downsamplen, um auf 44kHz/16 Bit für CD-Qualität zu kommen.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
S
splinetime
Dabei seit
14. Nov. 2006
Beiträge
64
Reaktionen
0
Hallo geli,
ich habe eben eine kleine Probe aufgenommen. Die Mircos ca. in einer Höhe von 1.70m, 1m vor dem Klavier (als hinter meinem Rücken). Aufnahme ist 1:1 aus der Software, nur in eine 186kbit (VBR) mp3 Dateium gewandelt. Anfangs ein paar Höhen, dann Tiefen. Eventuell läßt sich durch Unterschiede Micor-Position nicht etwas optimieren, aber ich bin auch so zu frieden.

Nur nicht am meinem 'Vortrag' herummeckern - hatte nie Unterricht, klimpere nur für mich so hin... ;-)

http://www.pallalino.de/music/micro_test.mp3 (1.6MB)

viele Grüße
Carsten
 

Stuemperle
Stuemperle
Dabei seit
5. Dez. 2006
Beiträge
1.084
Reaktionen
22
Hi ihr,
vor ein paar Monaten gab's das Thema schon mal hier, mit Hardware-Empfehlungen von Bernd Muc (Tontechniker, glaube ich) der Equipment für unterschiedliche Level empfahl:
https://www.clavio.de/forum/klavierspielen-klavierueben/1890-aufnehmen-jetzt-mal-richtig.html
Viel Erfahrung habe ich mit meinem noch nicht (die Anwendung ist ungeübt doch ziemlich aufwendig und mein Klavierspiel speziell unter Stress lohnt ihn selten, für Notizen ohne Qualitätsanspruch reicht der MP3-Player).

Was Guendala bzgl. des Übersteuerns digitaler Aufnahmen schrieb kann ich nur bestätigen: ist um ein _vielfaches_ häßlicher als bei analogen Aufnahmen! Aus diesem Grund empfiehlt sich auch eine Auflösung mit 24 statt 16 Bit: damit kann man einen größeren Sicherheitsabstand zu diesem Qualitätskiller einhalten und hat trotzdem eine gute Auflösung.

Mikrophone sind oft spezialisiert, bei Thoman gibt's einen ausführlichen Artikel zu Mics. Meine, von Bernd unter "günstig, akzeptable Qualität" empfohlenen z.B. für Klavier (und Schlagzeug, glaube ich).

LG, Manfred
 
Geli
Geli
Dabei seit
18. Sep. 2006
Beiträge
557
Reaktionen
2
Hallo Splinetime,
kann erst jetzt antworten, da ich ein paar Tage weg war. Ich finde die Aufnahme gar nicht schlecht, werde mir das mit den Mikros mal überlegen.
Für einen Autodidakt spielst Du ganz schön gut, man kann sich eben auch selbst eine ganze Menge beibringen. Danke für die Probe:)
LG
Geli
 
B
Bernd_MUC
Dabei seit
14. März 2007
Beiträge
93
Reaktionen
5
Hallo Zusammen,

der alte Thread zum Thema Aufnehmen ist ja schon verlinkt und passt nach wie vor. Bei einer guten Aufnahme ist jedoch nicht nur die Qualität der Komponenten entscheidend sondern auch der Umgang mit Ihnen. Jedes Wohn- Klavier oder wie auch immer Zimmer bei euch daheim wird mehr oder weniger akustisch ungünstig sein.
Ein Flügel/Klavier lebt von seiner Raumakustik. Je näher die Mikrofone am Instrument sind um so mehr verliert sich diese Räumlichkeit. Je weiter die Mikrofone vom Instrument weg sind erhöht sich die Gefahr von Nebengeräuschen und zu hoher Aussteuerung mit zu leisen Signal = rauschen.

Die Räumlichkeit lässt sich nach der trockenen Aufnahme mit Software/Effektgeräten wieder aufbauen, ist aber immer ein Kompromiss. Nebengeräusche lassen sich mit einem so genannten „Gate“ (Effektgerät), Übersteuern mit den so genannten „Kompressoren und Limittern“ (Effektgerät) in den Griff bekommen. Digitale Aufnahmetechnik hat leider keinen „Headroom“ (aus der guten alten analogen Zeit bekannt) für Übersteuerungen.

Ein Aufnahmegerät hat diese Effekte bereits mit an Bord, das Mackie Spike XD-2. Sehr zu empfehlen, die Effekte sind für die erzielbaren Ergebnisse brauchbar. Wie man diese Effekte einsetzt, und wie man die Mikrofone positioniert ist eine Wissenschaft für sich aber erlernbar.

Ich hatte Fabian im Rahmen des jetzt bevorstehenden Forum-Treffen einen Workshop zu diesem Thema angeboten, dies ließ sich aber in der Kürze der Zeit nicht realisieren. Wir sind damit für die Planung zum darauf folgenden Treffen verblieben, vielleicht sogar im Süden der Nation. Ich bin gerne bereit mein Wissen zu teilen und einen solchen Workshop zu organisieren, den Bedarf scheint es ja zu geben.

Zum Titel diese Threads: Klaviermusik aufnehmen - wie wird es professionell? Im Studio, dafür gab und gibt es Diese. Daheim kann man mit guter Planung und Einarbeiten sehr nah dran kommen.

Gruß Bernd
 
 

Top Bottom