Klavierlehrer mit altem E Piano

Dieses Thema im Forum "Klavierlehrer-Forum" wurde erstellt von Arya, 20. Sep. 2019.

  1. Klavirus
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    Klavirus

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    Zufriedenheit ist kein Kriterium für guten Unterricht.
    Klassenvorspiele anhören könnte erhellend wirken.
     
  2. Marlene
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    Marlene

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    :konfus: :denken:

    Sie soll doch keinen Bösendorfer Imperial kaufen.
    ;-)
     
  3. Livia
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    Livia

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    Es gibt unterschiedliche musikbezogene Studiengänge. Als Musikpädagogen werden zurzeit die bezeichnet, die Musik auf Lehramt / Schulmusik (also für das Unterrichten von Musik an Gymnasien etc.) studiert haben. Es gibt aber auch das Instrumentalpädagogik-Studium oder die künstlerische Ausbildung.
     
  4. playitagain
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    playitagain gesperrter Benutzer

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    Auf Dauer finde ich das problematisch mit dem E-Piano.
    Würde sagen ab mittlerem Schwierigkeitsniveau der Stücke (Hennenstufe 4) ist es nicht mehr optimal. Das ist in etwa in 3-4 Jahren.
     
  5. sweetchocolate
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    sweetchocolate

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    Eine Klavierlehrerin ohne Platz für ein Klavier
    Finde den Fehler
     
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  6. Arya
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    Arya

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    Hallo mal wieder :)
    Ich möchte nur berichten, dass ich meine KL jetzt gewechselt habe. Es hat sich jetzt so ergeben, da sie nicht mehr so viel Zeit hat.
    Habe jetzt eine neue Lehrerin, sie ist erstmal ganz anders-hat aber ein richtiges Klavier *freu* :)
    Da ich erst 2 Stunden hatte kann ich noch nicht viel sagen, habe aber ein gutes Gefühl.
    Sie unterrichtet auch noch an der Musikschule.
    Mal sehen wie es wird :) ich bin jedenfalls hochmotiviert :)
    LG Arya
     
  7. Arya
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    Arya

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    Und was ich jetzt erst merke ist, dass mich der Umstand mit dem alten Epiano doch demotiviert hat. Irgendwie dachte ich beim Üben immer was es eigentlich bringt wenn ich es ihr eigentlich in der Stunde nicht wirklich demonstrieren kann weil man es nicht richtig hören kann.
    Das merk ich jetzt erst. Jetzt geh ich ganz anders und viel motivierter an die Sache ran. Ist ein schönes Gefühl :)
     
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  8. GeneralBass
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    GeneralBass

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    Ich hatte auch mal eine Lehrerin die mit einem 90er Digi unterrichtet hat, weiß nicht, das war schon eine ziemliche Zumutung wenn man Unterricht auf einem Digi bekommt, was auch noch um einiges schlechter ist als das eigene zuhause... Ich glaube aber wenn der Lehrer in dem Falle wirklich gut wäre, dann könnte man vielleicht noch drüber wegsehen, zumindest fürs erste, bei mir gabs aber noch viele andere eher weniger gute Eindrücke (z.b. zwanghaft wieder mit ner Kinderklavierschule beginnen zu müssen, obwohl ich schon 3 Jahre vorher mit dem Klavierspielen angefangen habe ect). Kann ja schon sein dass es einige wirklich arme, aber gute Pädagogen gibt, die sich einfach nicht mehr leisten können, aber meistens sieht man glaub ich schon an so billigen Instrumenten, dass die Lehrer wohl nicht so viel taugen bzw. dass sie da nicht besonders viel Herzblut reinstecken, denn sonst hätten sie vermutlich ein besseres Instrument.

    Ich würde aber Lehrer die nur ein Digi haben nicht generell ausschließen, gerade auf den neueren, etwas teureren ist der Unterschied jetzt nicht mehr so wahnsinnig groß, aber dann muss der Unterricht einfach besonders gut sein, weil ein Digi schon irgendwie ein negativer Punkt ist. Ansonsten denke ich auch, dass man im Unterricht zumindest auf einem akustischen Instrument (bestenfalls ein Flügel) spielen sollte, gerade wenn man selbst nur ein Digi zuhause hat.

    Tut mir leid, das ist irgendwie automatisch kursiv geworden lol
     
  9. hasenbein
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    hasenbein

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    Das ist leider eine erschreckend häufig zu beobachtende Haltung bei KL: diese "ist doch egal"-Haltung.

    Ist doch egal ob E-Piano oder richtiges Klavier, die Anfänger spüren es doch eh noch nicht so.

    Ist doch egal, ob gestimmt, die Kinder hören das doch eh nicht.

    Ist doch egal, welche Literatur, ich mache einfach diese Schule hier durch.

    Ist doch egal, ob die korrekte Technik lernen oder audiomotorisch spielen, die wollen doch eh nur ein bisschen Spaß haben und keine Konzertpianisten werden.

    Ist doch egal, ob die ein ernstzunehmendes musikalisch-technisches Fundament auf dem Instrument bekommen, Hauptsache die fühlen sich bei mir wohl und kommen gerne.

    Undsoweiter.

    Es ist sehr traurig.

    Ich bin mir auch SICHER, dass die meisten KL, die studiert haben, eigentlich wissen, dass sie mit den meisten ihrer erteilten Stunden mit Schimpf und Schande bei der Didaktiklehrprobe durchfallen würden.

    Aber "man hat ja zu viel zu tun, da kann man nicht jeden Unterricht sooo toll gestalten", und außerdem ist es bei den meisten Schülern "doch eh egal".
     
  10. Tastatula
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    und das Dumme @hasenbein ist, daß es tatsächlich Schüler gibt, denen alles egal ist, denen das Leben von den eigenen Eltern blankgeputzt wird, bei denen die Eltern die schlimmsten Komplizen sind, wenn es darum geht, wieviel "Arbeit" man in das Erlernen eines Instrumentes stecken muß.
    Es gibt junge Menschen, die allen Ernstes glauben, daß man eine Fähigkeit dadurch gewinnt, daß man sie sich als App aus dem Internet lädt und dann ist man Profi...
    Daß das Gehirn Zeit braucht, ist vollkommen unmodern. Üben ist out, das Wort alleine schon ein Fremdwort (nicht für alle, aber in Teilen findet sich diese Einstellung bei sehr vielen).
    Da kann man - muß man aber nicht - als Lehrer die Motivation verlieren. Menschen, die vielleicht erkannt haben, daß es besser wäre, mit einer anderen Arbeit das Geld zu verdienen, bleiben Klavierlehrer, weil sie nichts anderes können, weil sie nur das - und damals mit Begeisterung - gelernt haben.
    Die Ausbildung - auch die pädagogische - hat das "Downloadüben" noch nicht auf dem Schirm.
    Wir kennen es alle: Hat ein Schüler sich gut auf die Stunde vorbereitet, vergeht sie wie im Flug, Lehrer und Schüler sitzen mit voller Energie bei der Sache.
    Wenn der Schüler mit gekrümmten Rücken schlabberig am Piano sitzt und als erstes sagt: "Ich konnte nicht üben, weil..." und dich aus pubertären Augen schlafmützig anschaut...
    dann denkst Du darüber nach, daß ein Spaziergang durch den schönen Herbstwald auch eine schöne Sache ist...:004:
     
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  11. GeneralBass
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    GeneralBass

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    Viele werden halt leider einfach irgendwann bequem, und den meisten Schülern fällt das nicht auf, dass der Lehrer ne ruhige Kugel schiebt, weil sie ja auch keine Ahnung haben wie guter Unterricht aussieht, gerade Eltern die ihre Kinder einfach zum Unterricht abschieben weil das ja so angesagt ist (Helikoptereltern ect.) und dann mehr Zeit für sich haben, und sich kaum dafür interessieren was die Kinder eigentlich lernen sind da wohl die Hauptzielgruppe für solche Klavierlehrer. Ich denke auch dass gerade viele "Hobby-nebenberufliche" Lehrer so drauf sind, die zwängen wahrscheinlich den Heumann und die Klavierschulen für Kinder nur auf, weil sie selbst nichts besseres spielen können.

    Aber das was @Tastatula sagt stimmt auch wirklich, viele Leute haben irgendwie nicht genug Interesse, sind aber dennoch irgendwie in den Klavierunterricht gekommen, zugegeben wars bei mir am Anfang sehr ähnlich, ich wollte es gerne lernen, aber ich hatte einfach keinen Bock drauf xD Das hat sich erst geändert als ich einen neuen Lehrer bekam, der immer mit mir zusammen die Stücke ausgewählt hat, an meinen Schwächen arbeiten wollte, und richtig auf mich eingegangen ist.

    Das Downloadüben muss ja nicht grundsätzlich schlecht sein, ich habe damals fast jede Woche Stücke aus der freien Noten-Library ausgedruckt und meinem Lehrer gezeigt, ob das machbar wäre oder so :D Das Internet hat schon seine guten Seiten, aber die negative Seite, die du meinst, muss wahrscheinlich ziemlich ätzend für KL sein.
     
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  12. chiarina
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    chiarina

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    Mich betrübt das ebenso sehr! Ob diese Einstellung aber bei KL weit verbreitet ist, weiß ich nicht. Möglich ist es schon, aber hier im Forum liest man immer wieder von KL, die ihren Schülern ein akustisches Instrument empfehlen, die sehr unzufrieden mit den äußeren Umständen ihrer Arbeit sind.

    Die KL, die ich kenne, sind schon an ihren Schülern interessiert und wollen einen erfolgreichen und lebendigen Unterricht erteilen. Sie haben aber teils aufgegeben, weil sie

    a) an Musikschulen:
    • viele halbe Stunden erteilen müssen an Musikschulen und an einem Nachmittag dann bis zu 12 Schüler haben - Vor- und Nachbereiten kann man solch einen Unterricht kaum.
    • Sie bekommen für diese für das Fortkommen der Schüler völlig unzureichende Unterrichtszeit als Honorarkraft auch noch sehr wenig Geld und sind trotz Anstellung nicht abgesichert - ich habe Verständnis für diejenigen, die dann nur noch wenig Engagement aufbringen, zumal sich niemand beschwert und Musikschulleitung, Eltern und Schüler sogar zufrieden mit dem Arrangement erscheinen.
    b) privat:
    • viele Privatlehrer können nicht zu Hause unterrichten, weil sie oft in Mietshäusern wohnen (Lärmbelästigung). Wenn sie sich keinen "Raum" mieten können, müssen sie zu Hause bei den Schülern unterrichten und meist unbezahlte Fahrzeiten in Kauf nehmen. Grundsätzlich ist es für die pädagogische Arbeit eher schlecht, wenn der Unterricht zu Hause bei den Schülern stattfindet und der KL wird schnell gleichgesetzt mit anderen Dienstleistern, die nicht pädagogisch unterwegs sind.
    • Privatlehrer haben grundsätzlich den riesigen Vorteil, dass sie selbst bestimmen können, welchen Preis und welche Unterrichtszeit sie für einen Schüler veranschlagen. Aber sie sind dadurch auch an den freien Markt gekoppelt und die Preise sind insgesamt niedrig (meine persönliche Erfahrung ist es z.B. , dass Eltern, die meine Preisliste zugeschickt bekommen, sich zu 98% nicht wieder melden). Eltern wollen bzw. können oft nicht viel bezahlen und im Vergleich zu subventionierten Musikschulen sind Privatmusiklehrer oft deutlich teurer.
    • Man ist als KL oft gezwungen, EINE Schule zu Anfang zu nehmen, weil man nicht kopieren darf und die Literaturauswahl dementsprechend einseitig ist. Gespräche über Vorschläge einer Art Kopierpauschale mit der VG.Musikedition etc. haben für Privatmusiklehrer nichts gebracht.
    Dies alles demotiviert. Ich höre da viel Resignation. Gleichzeitig sorgen die Ganztagsschule, der Umgang mit digitalen Medien, die Berufstätigkeit beider Eltern etc. für weniger Zeit zum häuslichen Klavierüben und -spielen. Folge: das Breitenniveau sinkt. Zudem ist der Beruf des Klavierlehrers nicht geschützt und ein Diplom-Instrumentallehrer ist mit den vielen NICHT-Diplom-Instrumentallehrern in Konkurrenz. Deren Arbeit ist oft für Eltern nicht zu beurteilen und so konzentrieren sich Eltern verständlicherweise darauf, wie gern Kinder zum Unterricht gehen, ob sie einigermaßen üben etc..

    Für Eltern wiederum sieht die Sicht nochmal anders aus. Für sie ist das Klavierspiel meist (nur) ein Hobby. Die von dir genannten Punkte kenne ich gerade auch aus Elternsicht.

    Das Ganze ist aus meiner Sicht totaler Mist. Erfreulich finde ich, dass fast allen Klavierlehrern ihre Schüler am Herzen liegen. Sie wollen sich aber nicht mehr vorbereiten auf den Unterricht und haben keine Lust, sich für das wenige Geld, das sie bekommen, sämtliche Beine auszureißen. Fachlich sind viele immer noch "mechanistisch" geprägt und wählen keine audiomotorische Herangehensweise, weil sie selbst es nicht so gelernt haben. Übrigens gibt es in den letzten Jahren kaum noch klavierdidaktische Fortbildungen - ein Trauerspiel aus meiner Sicht!

    Man kann aus dem Teufelskreis herauskommen, wenn man Glück hat, wenn man sich selbst vermarkten kann, an Musikschulen eine der seltenen TVöD-Stellen bekommt und gute Arbeit leistet (erfolgreiche, gute Schüler, Schülerkonzerte ....). Aber die Gesamtsituation ist äußerst ungünstig, demotivierend und man kann es keineswegs nur dem KL anlasten, wenn er aus der Situation das für ihn Beste und Einfachste macht.

    Liebe Grüße

    chiarina
     
  13. Tastatula
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    Tastatula Super-Moderator Mod

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    @GeneralBass , das "Downloadüben" meinte ich anders, mehr übertragen:
    Der Schüler (oder die Schülerin, wir wollen da korrekt bleiben...) sitzt im Unterricht und die Lehrerin (der Lehrer...s.o.) erklärt, wie man eine bstimmte Stelle übt. Erstaunliche Erfolge sind innerhalb weniger Minuten zu erkennen.
    Dann vergeht eine Woche ohne Betreuen und Üben...
    Ich meine damit, daß das Erforschende des Übens, des Wiederholens, Überlegens, wie kann ich es besser hinbekommen, das Knobeln, Grübeln... vielen Menschen abhanden gekommen ist.
    Wir haben gelernt, daß wir über das Internet sehr viel Unterstützung bekommen. Fahren wir irgendwo hin, schalten wir das Navi ein und los geht´s, kein umständliches auf der Karte nachschauen, wo liegt mein Ziel, wie komme ich am Besten dorthin.
    So ist auch das Üben eines Instrumentes zunehmend uncool. Können? ja, aber üben? Nee, lieber nicht.
    Meine Schüler bejahen mit einem Lächeln grundsätzlich, wenn ich sie amüsiert frage, ob sie gerne einen Chip eingebaut hätten mit einer "Klavierkönnapp"...
    Also, ich meinte es im übertragenen Sinne.
    Tutorials im Internet finde ich oft sehr hilfreich!
     
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  14. Therese
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    Therese

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    Dem Beitrag von @chiarina kann ich zu 100 % zustimmen. Ich arbeite an einer Musikschule in der Provinz und habe 25(!) Minuten Einheiten. Oder Bläserklassengruppen: 4-6 Schüler in 45 Minuten.
    Man gewöhnt sich an alles, aber ich habe immer wieder Phasen da fände ich einen 8 -16 Uhr Bürojob attraktiver.
    Mir erscheinen meine Alternativen sehr begrenzt: hier in der Pampa haben die meisten Eltern keine Ahnung was guten Unterricht ausmacht, bzw. dass man das überhaupt studieren kann. Die Konkurrenz an „Hausfrauen“ ist groß, sodass ich privat nicht soviel Geld verlangen könnte, wie ich bräuchte um finanziell über die Runden zu kommen. Den langen Atem, mir einen guten Ruf aufzubauen um dann mehr Honorar verlangen zu können habe ich nicht. Ich bin nicht besonders gut im „sich-selbst-vermarkten“: das Angebot der TVÖD-Stelle war verführerisch, ich brauche mich um den Schüler-Nachschub nicht zu kümmern.

    Der Nachteil ist, dass ich ziemlich viel „zuarbeiten“ muss: die Bläserklassenlehrer der Gymnasien geben das Tempo des Unterrichts vor und zum Teil auch die Inhalte.
    „Herr P. hat gesagt, die Instrumentallehrer sollen mit uns Nr. 27 üben !“. Dass ich Nr 27 zu diesem Zeitpunkt gänzlich unpassend finde spielt keine Rolle.

    Ich gebe mir viel Mühe beim Unterrichten, bereite vor, arrangiere, bilde mich weiter, ( Die Idee wieder Klavierunterricht zu nehmen entsprang dem Wunsch, meine Schüler mehr im Unterricht begleiten zu können ). Ich probiere neue Herangehensweisen aus und bin immer noch auf der Suche nach der „effektivsten“ Unterrichtsmethode für 25-Minuten-Einheiten.
    Aber eine so kurze Einheit oder auch Gruppenunterricht ist keine Wollmilchsau. Ich muss Abstriche machen.
    Und wenn dann meine Erfahrung über die Jahre ist, dass sich die Schüler für Musiktheorie nicht erwärmen können, dann steht das einfach nur noch sehr rudimentär auf meinem Lehrplan, ist nicht mehr auf meinem Schirm. Wer das lernen möchte, kann mich darauf ansprechen.
    Letzte Woche in einer neuen Gruppe, als ich die Kinder auf die Notwendigkeit häuslichen Übens ansprach: „Hä ?! Wann soll ich denn das noch machen ?!“
    Da verliert man schon mal die Lust am Unterrichten.
    Manchmal habe ich keinen Bock mehr.
     
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  15. Demian
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    Demian

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    Warum ist das so? Was hat sich verändert?

    Aber umso wichtiger ist es, dass es dieses Forum gibt!
     
  16. Demian
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    Demian

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    Übrigens gelten die genannten Missstände für den Musikunterricht an Schulen in teilweise ähnlicher, teilweise auch anderer Weise. Wichtig finde ich, trotz widriger Umstände aus allem immer zu versuchen, das Beste zu machen. Wenn man sich sagt: „Es ist, wie es ist“, und gleichzeitig weiß, dass man selbst alles für einen selbst mögliche getan hat, kann man seinem Frieden mit der Situation zumindest etwas näher kommen.

    Wichtig ist außerdem, so weit es möglich ist, für seine Sache einzutreten und Werbung zu machen für die Vorteile, die eine Umsetzung der eigenen Vorstellungen für alle Seiten mit sich bringt.
     
  17. Barratt
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    Barratt Lernend

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    Unterrichtseinheiten von 25 Minuten sind pädagogischer Schwachsinn. Ich weiß, Du kannst nichts dafür.

    :020: Es ist einfach nur traurig. Wie wohl die gesellschaftliche Zukunft aussieht, wenn kaum noch jemand Zeit / Kraft / Lust hat, Dingen auf den Grund zu gehen?

    Was man sich nicht mit Geduld und Beharrlichkeit selbst erarbeitet, ist "leer". Es ist nicht angefüllt mit dem Gegenwert von Arbeit, Disziplin und Fleiß.

    Präzise letzteres ist aber die Grundlagen für begründbaren Stolz und Selbstbewusstsein.

    Denn das betrifft ja nicht nur das Klavierspiel. Wenn es nur das wäre, wäre es gesellschaftlich verkraftbar. Ich glaube, solche wichtigen charakterlichen Fertigkeiten wie "Belohnungsaufschub" werden nicht mehr erlernt. Wie lange hat man früher gespart, um sich einen Wunsch zu erfüllen? Heute, im Ultrawohlstand, wird es einfach gekauft, und gerade deshalb hat sogar die Erfüllung so eines Wunsches weniger "inneren Wert".
     
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  18. Ralph_hh
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    Ralph_hh

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    Das Zitat sagt eine Menge über die Ursache der Misere. Da ist offenbar kein Kind, das ein Instrument lernen WILL und dann selbstverständlich auch fleißig übt sondern offenbar ein Kind, dass von den Eltern oder der Schule dazu angehalten wird, zu spielen, aber hinsichtlich der Freizeitplanung dann allein gelassen wird. Dass da auch die Lehrer die Lust verlieren ist nur logisch.

    Aber da gibt es auch kein Patentrezept. Ich habe meinen Kindern den Unterricht ermöglicht und sie ein halbes Jahr zum üben getriezt. Bei meinem Sohn waren die Fortschritte (E-Gitarre) deutlich, dennoch hatte er keine Lust, weiter zu machen, zu viel Mühe. Meine Tochter hat nie so richtig Freude am Klavier entwickelt. Ich denke, da muß man dann weder Kind noch Lehrer weiter quälen. Ich selber spiel aus eigenem Antrieb und die Frage, wann ich denn üben soll, bekomme ich immer zufriedenstellend beantwortet. Wer will, findet Zeit. Ich zahl dann auch gerne für 45min Unterricht.
     
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  19. Therese
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    Therese

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    Das war eine neue Bläserklassengruppe. Die verpflichten sich für zwei Jahre, das ist dann ein Schulfach und leider kann ich solche Schüler nicht „rausschmeißen“.
    Ich frage mich nur was für eine Werbung dieses Gymnasium macht um die Klassen voll zu kriegen. Das man nix tun muss und trotzdem in einer tollen „Schülerband“ mitspielen kann ? 5 Minuten täglich reichen ? :dizzy:

    Es ist nicht an allen Gymnasien gleich. Das steht und fällt mit den Lehrern die die Bläserklassen leiten. Leider sind die überwiegend schlecht.
     
  20. schmickus
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    schmickus

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    Macht euch doch bitte klar, dass "Klavierspielen auf hohem Niveau" zu allen Zeiten eine absolute Seltenheit gewesen ist. Es war schon immer zeitaufwendig und teuer (jedenfalls im Westen, die beträchtlichen Verdienste des real existierenden Sozialismus auf dem Gebiet der Kunst sind ein Thema für sich...) und elitär. Seit einigen Jahrzehnten ist die Gesellschaft zunehmend sozialdemokratisiert worden, und plötzlich glaubt man, dass alle Kinder sich irgendwie ganz doll mit Musikinstrumenten beschäftigen sollen, statt zu toben oder zu bolzen. Leute, die meisten Kinder haben dazu aber einfach keine Lust! Dummerweise gibt es aber Heerscharen von Klavierlehrern ("... ich will beruflich später was mit Musik machen!"), die, falls sie nicht reich heiraten, leider Schüler brauchen, die eigentlich keinen Bock haben. Tja, dumm gelaufen.