Klavierkonzerte

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Hallo alle miteinander,

welche Rolle spielen bei Euch die Klavierkonzerte?
Habt Ihr mal eine Solostimme gelernt?

Sollte man von jedem Komponisten mindestens eins mal gelernt haben, unabhängig davon, ob man es jemals mit Orchester spielen kann?

Oder ist es völlig unnötig, sich als Einzelspieler damit auseinanderzusetzen?

Was sagen unsere Klavierlehrer dazu – ist es für den Amateurpianisten ohne Orchester wichtig oder eher unwichtig?

Ich hatte nur einmal die Gelegenheit, vom Konzert c-moll von Bach für zwei
Klaviere und Orchester den ersten Satz mit dem ersten Cembalo zu spielen – so richtig mit zweitem Cembalo und Orchester. Hat tierisch Spaß gemacht.

Walter
 
Nun, ich fürchte, von jedem (bekannten) Komponisten ein Klavierkonzert zu lernen wird für den Nicht-Profi nicht ganz einfach. :wink:
Bei Mozart und Bach mag das noch gehen, aber wenn du jeweils ein Chopin-, Schumann-, Liszt- und Brahms-Klavierkonzert einstudiert hast, hast du meinen vollen Respekt! :)
 
Natürlich ist es reizvoll (und für die Kenntnis der Klavierliteratur sinnvoll), zu erfahren, wie Klavierkonzerte "funktionieren". (Ich finde z.B. die Klavierkonzerte für Mozarts Klavierstil aufschlußreicher als seine Sonaten.)

Aber es ist auch wiederum frustrierend: Wann hat man schon mal als "mittelmäßiger" Klavierspieler die Möglichkeit, ein Mozart-Konzert (oder Beethovens B-Dur-Konzert, selbst Schumann ist ja noch einigermaßen machbar) mit Orchester zu Gehör zu bringen. Und selbst, wenn zwei Klaviere zur Verfügung stehen: welcher Klavierspieler ist schon in der Lage und willens, den Orchesterpart einzuüben?

Also bleibt das Erarbeitete immer nur Fragment. Wenn man allerdings die Konzertliteratur akzeptiert als Erweiterung der eher spärlichen Literatur für zwei Klaviere, kann es eine reizvolle Beschäftigung sein. Nur - in welchem Haushalt stehen schon zwei Instrumente (in einem Raum)?
 
Klavierkonzerte sind für mich der Inbegriff guter Klaviermusik, sowas wie die Verbindung von Symphonie und Klaviersonate...

Ich interessiere mich besonders für die Beethoven'schen Klavierkonzerte und habe mir auch schon ein paar Klavierauszüge über das Digitale Beethovenhaus in Bonn besorgt. Leider ist für einen Hobby Pianisten wie mich die spieltechnische Gestaltung noch viel zu schwierig, es macht aber trotzdem Spaß, sich langsam "durchzutasten".
 
War neulich in einem Konzert, in dem ein 16-Jähriger das Grieg Klavierkonzert gespielt hat. Kennt ihr das? Sehr schöne Musik, finde ich. War echt beeindruckt von der Leistung... Hab noch nie ein Klavierkonzert gespielt, war dafür aber das 2. (manchmal auch 1., je nachdem) Klavier beim Karneval der Tiere von Saint-Saens.
Das hat viel Spaß gemacht und lässt sich natürlich nicht wirklich mit einem Klavierkonzert vergleichen, aber war doch auch viel Arbeit (14 Stücke insgesamt), dafür aber viel zu schnell vorbei, in 20 min oder so. :(
Meine Klavierlehrerin wollte noch mehr Aufführungen mit einem besseren Orchester. Das Schulorchester mit dem zusammengespielt habenm hatte einige Stücke wirklich schlecht geübt und es gab auch einmal eine wunderschöne Panne mit den Klarinetten bei der Nummer "Der Kuckuck in der Tiefe des Waldes":
Für das Stück hatten sie sich hinter dem Vorhang versteckt, damit die Zuschauer sich wundern sollten, woher dieser Kuckucksruf kommt. Na ja, aber sie die ganze erste Hälfte des Stücks diese zwei Töne (as-f) nicht sauber hingekriegt und waren viiel zu tief. Oh, das war so peinlich... :rolleyes:
Leider können wir das Projekt nicht noch mal mit einem besseren Orchester machen, weil der andere Solist (auch Schüler meiner Klavierlehrerin) bald ein Auslandsjahr in Amerika macht.

Ich glaub, dass es auch viel schwerer ist ein ganzes Klavierkonzert bzw. auch eine Sonate komplett zu spielen als ein von verschiedenen Komponisten bunt gemischtes Programm der gleichen Länge.
Hab vorgestern im Klassenvorspiel zum ersten Mal die ganze Sturmsonate gespielt und es lief gar nicht gut. Fands so anstrengend, die Fehler, die ich gemacht habe, zu ignorieren und weiterzuspielen und zu wissen: Da kommen noch 2 Sätze! Durchhalten, Tempi halten, endlich beim dritten Satz ankommen (der lief dann im Vergleich zu den andern noch am besten).
 
Wikipedia zählt in einer Liste der Klavier (und Cembalo-)Konzerte von Barock bis zum 20. Jh. 162 Klavierkonzerte... :shock: O mein Gott... Also, wenn man überlegt, sich an eins zu machen, hat man groooße Auswahl! :p
 
Ich denke wichtig fürs eigene Klavierspiel ist es sicherlich nicht ein Klavierkonzert mal gespielt zu haben, aber wenn man Freude daran hat eins zu spielen warum denn nicht, muss ja nicht immer ein Orchester dabei sein. Ich persönlich kann mich nur mühsam für die Soloklavier Literatur begeistern...wenn ich für mich übe/spiele, sind es immer Klavierkonzerte bei denen ich die für mich schönsten Stellen im Stück zu spielen versuche.
Ich finde viele Klavierkonzerte kann man auch ohne Orchester spielen und sie klingen wunderschön. Wenn man sich beispielsweise unter folgendem Link das Rachmaninov Klavierkonzert NR 3 ohne Orchester gespielt anhört finde ich es klingt doch auch so schon wunderschön!
http://youtube.com/watch?v=CnyvFpP30bs
Ausserdem gibt es ja noch die MUSIC MINUS ONE Cd' zu kaufen auf deren die Orchesterparts aufgenommen wurden und man den Soloistenpart selber spielen kann. Sicherlich nicht das Selbe wie mit einem richtigen Orchester aber trotzdem ganz ok.
 
Hallo Walter,
ich würde sehr gerne mal eines üben, aber mangels Orchester macht das kaum Spaß. Auch diese "Music minus one" sind keine Lösung.
Aber ich durfte früher mal den Klavierpart in Beethovens Chorfantaise spielen -- das was einer der geilsten (Entschuldigung...) Abend meines Lebens.
Gruß - Andreas
 
Ich habe das Anhören von Klavierkonzerten bisher gemieden, hab mich jetzt jedoch dazu entschlossen, mir alle der Reihe nach anzuhören, weil vermutlich doch eine viel größere Musik dahintersteckt, als ich es im Moment erahnen kann.
Besonders faszinieren mich dabei bisher der 1.Satz von Tschaikowsky's 1.Klavierkonzert und der 2.Satz aus Beethoven's 5.Klavierkonzert.

Eine Frage habe ich aber:
Gibt es nicht auch Transkriptionen für Klavier, wo man den ganz normalen Klavierpart hat UND die Orchesternoten für Klavier transkripiert? Dann hätte man ja ein komplettes Stück für Klavier.
 
Klavierauszüge zum Solopart gibts, wir hatten früher einige. Von Mozart d-moll zum Beispiel...
 

Ich habe das Anhören von Klavierkonzerten bisher gemieden, hab mich jetzt jedoch dazu entschlossen, mir alle der Reihe nach anzuhören, weil vermutlich doch eine viel größere Musik dahintersteckt, als ich es im Moment erahnen kann.
Besonders faszinieren mich dabei bisher der 1.Satz von Tschaikowsky's 1.Klavierkonzert und der 2.Satz aus Beethoven's 5.Klavierkonzert.

Eine Frage habe ich aber:
Gibt es nicht auch Transkriptionen für Klavier, wo man den ganz normalen Klavierpart hat UND die Orchesternoten für Klavier transkripiert? Dann hätte man ja ein komplettes Stück für Klavier.

Klavierkonzerte, mit Solo-Stimme original, und Orchsterstimme für Klavier gibt es von jedem der bekannten Klavierkonzerte. Das Problem: Du brauchst ein zweites Klavier, und jemanden der diesen Part spielt...

Gruß - Andreas
 
Ich finde Beethovens 5. Klavierkonzert unheimlich gewaltig (im positiven Sinne). Vom 1. bis zum 3. Satz ist jede Note spannend. Vor allem der 3. Satz ist für mich mit seinem Hauptthema sehr beeindruckend. Ich wage einfach mal zu sagen, wenn man das Stück spielen kann, kann man alles spielen =D
Das Stück ist für mich sozusagen das Endziel des Klavierspielens, das ich unbedingt einmal in Zukunft spielen möchte. Naja ich halte dies im Moment natürlich für einer der besten Stücke überhaupt, wobei ich die Klavierkonzerte von zB. Rachmaninoff nicht kenne, deshalb möchte ich noch nicht groß reden. Mozarts 22. und 21. Klavierkonzert sollte man auch nicht außer Acht nehmen, die sind nähmlich mehr als wunderschön, vor allem der 3. Satz des 22. Klavierkonzerts.

lg
 

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