Klavierkauf: Ist es sinnvoll ein Instrument zu finanzieren und in welcher Form wäre es realistisch?

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Christoph9875

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Hallo allerseits!
Ich habe vor ein paar Monaten im Forum schon einmal versucht eine Lösung für mein Klavierproblem zu finden. Mittlerweile ist mir das viel durch den Kopf gegangen und ich bin glaube ich bereit den nächsten Schritt zu gehen.

Ich habe in der letzten Zeit viele Instrumente ausprobiert und gespielt. Ich bin eigentlich schnell zu dem Entschluss gekommen, dass ich einen Flügel haben möchte. Klaviere gefallen mir klanglich und von der Spielart her einfach nicht. Ich habe ein Steinway Model K gespielt, das war das einzige Klavier, dass ich wirklich gut fand. Ich hatte auch die Chance neue Steinway Flügel auszuprobieren und war ziemlich beeindruckt vom Klang und der Spielart. Himmlisch! Schnell musste ich aber feststellen wie teuer diese Instrumente eigentlich sind. Über 100.000€ für einen neuen Steinway Flügel. Puh... Ich habe mich danach nach vielen günstigeren Optionen umgesehen. Ich habe auch zwischenzeitlich mal hin und wieder Klaviere gespielt, aber leider hat es mich einfach nicht überzeugen können. Ich bin also dazu gekommen, dass es ein Flügel sein muss!

Meine eigentliche Frage ist, wie ich das ganze nun angehen soll. Ich frage mich, ob es eine gute Idee ist einen Flügel über den Händler zu finanzieren und was ich beachten müsste. Ich habe keine großen Ersparnisse und denke daher über eine Finanzierung nach. Ich bin mir auch sicher, dass ich mit der Musik bis zu meinem Lebensende weitermachen werde. Das Klavier ist mir mittlerweile furchtbar ans Herz gewachsen, der Wunsch nach einem neuen Instrument ist enorm.

Was ist eure Meinung dazu?
 
Hallo Christoph!

an Deiner Stelle würde ich zunächst noch Flügel weiterer Marken anspielen. Es muss kein Steinway sein. Andere Marken klingen auch hervorragend und spielen sich m.E. teilweise sogar besser und angenehmer als die Steinways. Vor allem sind sie teilweise erheblich günstiger. Ideal wäre es, wenn Du ein Instrument einer anderen Marke findest, das gebraucht, aber noch jung ist. Dann hättest Du ein fast neues Instrument zu einem deutlich günstigeren Preis.
 
Ich frage mich, ob es eine gute Idee ist einen Flügel über den Händler zu finanzieren und was ich beachten müsste.
Nun, es gibt die selben "Probleme" wie bei jedem anderen Leasing. Du verschuldest dich über Jahre und solltest dir sicher sein, dass du die Raten langfristig bezahlen kannst. Im Fall eines Jobverlusts kann das unangenehm sein, auch wegen:
Wie groß dein Sicherheitspolster ist, kann dir hier niemand sagen - das musst du selber entscheiden.
Zusätzlich zu den Raten hast du noch ein paar hundert Euro Wartungskosten pro Jahr - je nachdem, wie oft du stimmen lässt.

Aber wenn du dich dafür entscheidest, hast du ein gutes Instrument schon sehr bald bei dir zuhause stehen.

So eine Finanzierung geht übrigens normalerweise auch bei gebrauchten Instrumenten.

Ich persönlich hätte lieber einen Steingraeber oder Bösendorfer als einen Steinway, aber das kommt auf die Musik an, die du spielst und natürlich auf den individuellen Geschmack. Es zahlt sich jedenfalls aus, mehrere Instrumente mehrerer Marken auszuprobieren. Bei einigen zahlt man auch ganz schön nur für den Namen mit.
 
Meine eigentliche Frage ist, wie ich das ganze nun angehen soll. Ich frage mich, ob es eine gute Idee ist einen Flügel über den Händler zu finanzieren und was ich beachten müsste.
Ich gehöre nicht zu denen die sagen: Nur keine Schulden machen. Ich finde man kann durchaus etwas finanzieren und hat es dann sofort statt ewig drauf zu sparen. Vor allem wenn man, wie zur Zeit gerade noch, die Finanzierung zu Zinsen bekommt die unter der Inflationsrate sind.

Aber, und wie immer gibt es sogar mehrere Aber:

1. Bist du sicher, dass du die Raten über die lange Zeit aufbringen kannst? Kein Jobverlust möglich?
2. Wie ist deine Wohnsituation? Eigenes Häuschen? Was ist wenn Reparaturen nötig sind. Oder Mietwohnung? Was ist wenn du umziehen musst aber wegen der Finanzierung keine Mittel übrig hast.
3. Hast du ein Auto? Dann denke dran, dass Auto mit "Au" anfängt und ab und zu möglicherweise Reparaturen braucht. Hast du kein Auto dann brauchst du vielleicht im Lauf der Jahre eines.

Und sicher kannst du dir noch mehr häßliche Sachen ausdenken die passieren können.
 
Darf ich mal fragen, wie alt Du bist? Ich hatte mal eine Eigentumswohnung gekauft, als ich 31 war. Damals hatte ich einen gutbezahlten festen Job, aber die Hypothek hat trotzdem schwer auf mir gelastet. Zwar hatte ich die Wohnung einige Jahre, aber ich war dann wirklich froh, als ich sie wieder verkauft hatte und die Hypothek los war. Man kann sich das oft nicht vorstellen, wie belastend so etwas sein kann. Also ich würde nach einem guten gebrauchten Flügel schauen, den Du innerhalb einer überschaubaren Zeit bezahlen kannst. Es gibt so viele. Da lässt sich doch bestimmt etwas finden.
 
Probiere mal Shigeru (!) Kawai -Flügel aus. Gibt es auch gebraucht (wenn auch selten). Hervorragende Instrumente.
Wesentlich billiger wäre ein Feurich 218, der zwar aus China kommt, aber trotzdem gut ist.
 
zu dem Entschluss gekommen, dass ich einen Flügel haben möchte.

dazu gekommen, dass es ein Flügel sein muss!
Wer zwingt Dich dazu - ausser Du Dich selbst? Es ist kein Aussenstehender daran beteiligt, der Dich zu etwas zwingt. Den wird es nur dann geben, wenn der Kreditgeber monatlich sein Geld puenktlich zurueckhaben will.
Also erst freiwillig monatlich Geld ansparen, dann kaufen.
 
Also erst freiwillig monatlich Geld ansparen, dann kaufen.
Hmm... Ich denke, dass das für mich nicht in Frage kommt. Ich möchte ja jetzt Klavier spielen und nicht irgendwann in der Zukunft. Wirtschaftlich gesehen ist es vielleicht auch nicht das beste darauf hin zu sparen.

Den wird es nur dann geben, wenn der Kreditgeber monatlich sein Geld puenktlich zurueckhaben will.
Das wäre überhaupt kein Problem, da ich genug Geld im Monat übrig habe ohne unter einer Finanzierung leiden zu müssen.
 
Also erst freiwillig monatlich Geld ansparen, dann kaufen.
Das ist nicht unbedingt das Beste.
Wenn man zB einen Flügel um 100.000 kaufen will und jedes Jahr 10.000 spart, hat man den Flügel nicht sofort, sondern in 10 Jahren - AUSSER wenn der Hersteller jedes Jahr den Preis um 5% erhöht. Dann kostet er nämlich nach 10 Jahren schon 163.000 und man hat nach 10 Jahren immer noch 63.000 zu wenig.
 
AUSSER wenn der Hersteller jedes Jahr den Preis um 5% erhöht. Dann kostet er nämlich nach 10 Jahren schon 163.000 und man hat nach 10 Jahren immer noch 63.000 zu wenig.
Bei so einem Sparziel legt man die Kohle aber auch nicht auf ein Festgeldkonto sondern legt es vernünftig an. Das bringt auch heute eine Rendite in Höhe der Inflationsrate.
 

Selbst ich - ein Verfechter des "Weitestgehend-Ansparens" rate zu Kreditkauf, wenn Du Hersteller wählst, die Ihre Preise maximal erhöhen. Der Psycho-Effekt ist nicht zu unterschätzen und selbst wirtschaftlich ist das sinnvoll, weil z.B. Steinway in Schritten erhöht, die kontinuierlich kaum mit einer Finanzanlage zu erzielen sind (d.h. Du hechelst selbst bei guter Anlage deinem Ziel hinterher, weil sich auch die Gebrauchten am AKTUELLEN NP orientieren)
 
Zuletzt bearbeitet:
Ganz ehrlich? Du brauchst keinen Flügel für 100.000 Euro.
Ich muss sagen ich habe einen ziemlich hohen Anspruch was den Klang angeht. Recht hast du aber trotzdem, denn sicherlich gibt es auch Flügel die weniger kosten und mich trotzdem genauso beeindrucken. Ich habe ein paar neue Schimmel Flügel bei einem anderen Händler gespielt und ich fand sie auch unfassbar schön. Die kosten je nach Model auch nur die Hälfte, oder sogar noch weniger.
 
Wie sagt der Volksmund so treffend: „Andere Mütter haben auch schöne Töchter.“ Aber ein Steinway macht halt was her, das Fabrikat kennt jeder, auch wer ansonsten keine Ahnung von Klavieren hat. Wenn es nun wirklich etwas Exquisites sein soll, dann würde ich eher zu einem Steingräber, Fazioli oder Borgato raten. Daran erkennt man den Connaisseur. Sagenhaftes hört man auch von Stuart & Sons, einem australischen Flügelbauer. Wenn man soviel Geld ausgeben will, dann ist auch noch ein Flugticket nach Brisbane drin. Andererseits: Für 100.000 Euro bekommt man in der Liga auch nur einen Kleinflügel.
 

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