Kennt Ihr Benny Green? Und was haltet Ihr von ihm??

Dieses Thema im Forum "Klavier und Jazz" wurde erstellt von James P. Johnson, 7. Jan. 2007.

  1. James P. Johnson
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    James P. Johnson Guest

  2. Wu Wei
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    Wu Wei

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    Ich hätte bei dem zweiten Titel auf Ragtime getippt. Woran erkennt man, dass es Stride ist?
     
  3. Don_Tommi
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    Don_Tommi

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    irgendwie geht bei mir kein link... :evil:
     
  4. James P. Johnson
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    James P. Johnson Guest

    Eine wirklich gute Frage!!!

    Ich versuchs zu erklären. Ist aber für mich als Theoriequereinsteiger nicht so leicht. :oops: Ich fange ja quasi bei 0 an.

    Ragtime ist geschichtlich gesehen, der Vorläufer des Harlem Stride. Da sie sowohl zeitlich, als auch stilistisch nahe beieinander liegen, werden diese immer wieder gerne verwechselt.

    Ragtime: ca. ~1890 - 1917
    Die linke Hand hüpft zwischen 1 und 1 1/2 Oktaven und spielt in den Tiefen einfache Bassnoten oder auch Oktaven, und in den Mitten einen Akkord. Im Ragtime ist die Melodie der rechten Hand, wie auch die im Stride, stark synkopiert, im wesentlichen aber schlichter gehalten.
    Man spielt meist in einem Tempo durch.
    Ragtime

    Harlem Stride: 1917 ~ 1940
    Bei Stride ist das anders. Die linke Hand beginnt nun viel weiter zu springen (bis zu 3 Oktaven),
    und bei der 1 & 3 Zählzeit kommen nicht nur ein einzelner Ton oder eine Oktave vor, sondern auch bis zu 4-stimmige Dezim-Akkorde.
    Das kann mit einer "starren" Spielart geschehen, oder mit diversen rythmischen Unterbrechungen. Die rechte Hand spielt die oft aus Quarten und Terzen aufgebauten polyrhythmischen Figuren gegen den Bass, der gleichzeitig, wie auch im Ragtime, den Takt vorgibt...

    Harlem Stride

    Vereinfacht kann man also sagen, dass Ragtime nach Noten gespielt wird.
    Harlem Stride wird improvisiert und hat Swing-, und Blues-Elemente eingebaut. Er weist dadurch eine wesentlich flexiblere Rhythmik auf. Man kann also auch mit dem Tempo variieren. Im Harlem Stride sind beide Hände virtuoser am Werk als im Ragtime.

    Und man darf nicht vergessen, dass es sich bei dieser Hörprobe ja um keine "ursprüngliche" Harlem Stride Interpretation handelt. Man hört deutlich modernere Einflüsse von Bud Powell, Erroll Garner und ich glaub auch von Teddy Wilson, und sogar Thelonious Monk raus. Der eigentümliche "Stride" im Bass in dieser modernen Version ist aber unverkennbar, und beweist, dass dieser die Grundlage für alle Jazz-Piano Stile bildete, die folgen sollten.

    EDIT: Noch was, das ich sagen wollte. Benny Green spielt guten Stride. Er hat sich aber nicht darauf spezialisiert und ist somit kein "richtiger" Stride-Pianist!!! Die spielen anders ;)
     
  5. James P. Johnson
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    James P. Johnson Guest

    Hallo pianomobile!

    Freut mich voll, dass er Dir gefällt!! :P

    Aber meinst damit, dass er sich von den "alten" entfernen müsse, um zu den großen zeitgenössischen aufrücken zu können? An sowas hab ich noch nie gedacht... o.O
    Das ist eine ganz interessante Sichtweise, die Du da hast...oder versteh ich das jetzt irgendwie falsch?

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    Sonst traut sich hier niemand was zu sagen? *traurigschau*
    Keine Angst... Ich kenn mich eh nicht aus ;)