Hofmann Mini Flügel Scheunenfund ??

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altfluegelist
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Hallo!

Mir wurde heute ein Scheunenfund - Flügel angeboten.
Marke: Hofmann - laut Seriennummer scheint er von 1995 zu sein. Laut Wikipedia gabs da die Firma Hofmann nicht mehr ...

Auch ansonsten ein spezielles Instrument. Scheint wenig gespielt / abgenutzt aber stark gealtert (viele Jahre in der Scheune ...) und hat einige Dinge die mir erstaunlich vorkommen: Er hat maximal 2 Saiten pro Taste, auch in der Mitte. Die Mechanik ist halbenglisch oder englisch. (Ohne Werkzeug kommt man nicht ran, selbst der Tastaturdeckel ist verschraubt). Er ist ziemlich klein, die Saitenlänge bringt man sicher auch in einem Pianino unter. Die Hammerköpfe kommen mir beledert vor (aber wie gesagt keine Wiener Mechanik. Optisch sieht er irgendwie nach 70er Jahre oder 80er Jahre Design aus.

Ich hab ihn nicht googeln können und keine Modelbezeichnug gefunden.

Kennt jemand so ein Instrument oder hat vielleicht Informationen?

Danke,

Boris
 
Stilblüte
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Was heißt "angeboten" ? Und was heißt "Scheunenfund" ? War er der Witterung bzw. Klima (Luftfeuchtigkeit, Temperatur...) Sommers wie Winters quasi schutzlos ausgeliefert? Dann stehen die Chancen gut, dass er komplett hinüber ist. Oder war das eine einigermaßen wettergeschützte, gar mäßig temperierte Halle, wo er in irgendeiner Ecke stand? Kannst du das Ding ggf. selbst reparieren? Ich wäre vorsichtig - am Ende hast du eine halbe Tonne Schrott in der Wohnung, die du wieder loswerden musst.
 
Walter
Walter
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... aber, aber, was heißt hier "eine halbe Tonne Schrott" ... ??

Nimm einfach die Anregungen von Bernhard Balas (Wien) und mache mit dem Material weiter ... :-)
Es war einfach schön in Wien! - Nochmals vielen Dank an Fips für das Organisieren damals und natürlich an Bernhard. (Wo steckt Fips eigentlich?)
Grüßle

Walter
 

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brennbaer
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Sind das Bilder aus einer Werkstatt oder aus einer Wohnung?
 
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Flieger
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und von wann?
 
Tastenscherge
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... aber, aber, was heißt hier "eine halbe Tonne Schrott" ... ??

Nimm einfach die Anregungen von Bernhard Balas (Wien) und mache mit dem Material weiter ... :-)
Klar, reparieren kann man (fast) alles. Wenn man den genug Geld in die Hand nimmt. Also 7.000 bis 12.000 Euro, je nach Umfang so einer Generalüberholung.

Das Lexikon Deutscher Klavierbauer kennt 17 verschiedene Hoffmann und nur 2 Hofmann. Wobei der eine Hofmann nur einen Eintrag von 1779 hat, der wird es wohl nicht sein. Aber nur 2 Saiten pro Taste und belederte Hämmer klingt nach Asbach Uralt. Und dass das Design jünger aussieht könnte daran liegen, dass das Instrument mal "modernisiert" wurde. Vielleicht hat aber auch jemand von 3 auf 2-Choirig umgebaut, weil ihm das zu viel Spannung für das Instrument schien. Auch nicht vertrauenserweckend.

Ich würde eher vermuten, dass es wirklich entweder eine halbe Tonne Schrott ist oder ein Groschengrab. Ich würde auf jeden Fall aber einen Fachmann drüber schauen lassen, bevor ich es nehmen würde.
 
A
altfluegelist
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Sorry, war ein paar Tage nicht online ...

Fotos hab ich leider keine brauchbaren, mach ich aber vielleicht noch.
Die Lagerung war sicher nicht toll, ich hab zwar auf den ersten blick keine Risse im Resonanzboden gefunden, würde mir aber auch nichts erwarten... Mit Sicherheit ein Bastelobjekt ...

Darum gehts mir aber auch gar nicht! Ich habe so ein Instrument einfach noch nie gesehen. Ich bin recht sicher, dass er original 2 Chörig ist (ausser jemand hat den Stimmstock fachmännisch gewechselt ...). Ich glaub auch nicht, dass er modernisiert ist. Und von 1779 ist er sicher nicht. Die Materialien, das Design der Aufbau ... Ich hab jetzt 2 ca. 120 Jahre alte Flügel mit Wiener Mechanik hergerichtet, das ist was anderes. Ich geb dem Ding keine 50 Jahre... Mechanik, Besaiting, Hämmer ... passt für mich alles nicht ganz zusammen, scheint aber original zu sein.

Wozu hat man sowas gebaut? Aus einem Pianino kann man bei weniger Platzbedarf einen volleren Klang herausholen, als aus so einem 2-Chörigen Mini Flügel. Und er ist definitiv kleiner als die österreichischen Hofmann Mignon Flügel die man im Internet findet.

Wer hat sowas warum und wann gebaut? Oder ist es einfach ein schräges Einzelstück?
 
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altfluegelist
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Tastenscherge
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Das ist wirklich interessant. Scheint original 2-choirig zu sein. Und ein Einzelstück wird es wohl auch nicht gewesen sein, da alleine die Produktion der Gussplatte ziemlicher Aufwand ist. Wenn man die Gussform schon hat, kann man ja gleich mehrere Platten gießen. Zumal es ja tatsächlich eine richtige Klavierfabrik gewesen sein dürfte, die das gebaut hat. Wie gesagt, das Lexikon kennt 17 verschiedene Hofmann. Hofmann & Czerny würde ich allerdings ausschließen, denn die hatten beide Namen im Emblem.
 

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Stefan379
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Hofmann & Czerny würde ich allerdings ausschließen, denn die hatten beide Namen im Emblem.
Es gibt solche und solche:

833_270793915.jpg


11554.jpg


Hier, bei einem Harmonium, sogar dasselbe Emblem wie im oben gezeigten Foto:

334_865467163.jpg
 
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altfluegelist
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OK. Danke! Also ich glaub von Hofmann und Czerny oder einem Lizenznehmer können wir ausgehen. Dann müsste es spätestens 1963 produziert worden sein. Ich find das Design des Gussrahmens ja auch recht markant.

Aber warum baut man einen 2 chörigen Flügel?
 
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Flieger
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SternimMeer
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Diese offenporige chwarze Eiche in Verbindung mit dem grob gearbeiteten Gussrahmen und der geradkantigen Gestaltung des Notenbretts würde ich ebenfalls auf ca. 1930 schätzen.
 
 

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