Gibt es Tricks um die richtigen Notenwerte raus zu hören?

mos

mos

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Ich arbeite momentan an einer ziemlichen Baustelle.

1. Ich soll z.B. die Melodie oder die Sololinien aus einem Stück raushören und aufschreiben. Das ist kein Problem für mich. Raushören kann ich sehr gut und recht schnell.

aber 2. macht mir Probleme.

Ich habe die größten Probleme damit, für diese Töne in die korrekten Notenwerte aufzuschreiben. Ich kann sie spielen, aber nicht den Rhythmus aufschreiben.

Wenn ich ein Stück höre, dann habe ich schon Probleme damit, heraus zu bekommen, ob der Grundbeat jetzt in Vierteln oder Achteln ist. Selbst, wenn ich das weiß, fällt es mir unwahrscheinlich schwer, den Noten die richtigen Zählzeiten zu zu ordnen.

Gibt es da irgendwelche Tricks?

Wenn ich es dann aufschreibe, bin ich mir auch nicht sicher, welche Vorzeichen ich wählen muss. Es kann ja z.B. ein Fis oder ein Gb sein.
 
D

DoctorGradus

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Wenn ich es dann aufschreibe, bin ich mir auch nicht sicher, welche Vorzeichen ich wählen muss. Es kann ja z.B. ein Fis oder ein Gb sein.
Zum Rhythmus hab ich zwar kein Patentrezept, aber bei den Vorzeichen vielleicht so n bisschen nen Ansatz.

Im ersten Schritt würde ich mich nicht unbedingt daran stören ob es ein Fis oder Ges ist. Es geht ja um das Hören. In einem folgenden Schritt kann man dann das Stück genauer analysieren und die Vorzeichen besser zuordnen. Etwas abkürzen kann man das Ganze denke ich, wenn man sich am Anfang die Tonart klar macht (Quintenzirkel und Grundton leisten gute Dienste). Gibts Noten die nicht in der Tonart enthalten sind? Dann muss man genauer hinschauen. Bei manchen Tonleitern werden bestimmte Töne erniedrigt oder erhöht, z.B. bei harmonisch Moll wird z.B. die 7. Stufe erhöht, es wäre nicht sinnvoll den Ton durch eine Erniedrigung des Grundtons darzustellen (z.B. A Moll, Gis statt As). Das wäre verwirrend und man müsste relativ häufig wieder ein Auflösungszeichen setzen damit man wieder den Grundton schreiben kann.

Es hilft auch die Harmonik zu betrachten, oft bedienen sich die Musiker auch aus dem Tonvorrat eines Akkords (oder der zugehörigen Kirchentonleiter im Jazz). Aber auf dem Gebiet verlässt mich mein (Halb)wissen.

Ich hoffe ich hab mit dem Text nicht verwirrt :-) und ich hoffe dass es auch soweit stimmt, sonst hab ich was falsch verstanden und bitte um korrektur :-)
 
P

pianomobile

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Ich habe die größten Probleme damit, für diese Töne in die korrekten Notenwerte aufzuschreiben. Ich kann sie spielen, aber nicht den Rhythmus aufschreiben.
Wie sieht denn der umgekehrte Weg aus? Hast Du auch Probleme, kompliziertere
Rhythmen in ansprechendem Tempo vom Blatt zu lesen (klatschen, klopfen, singen...)?
 
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.marcus.

.marcus.

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Was mir bei Rhythmusdiktaten sehr hilft, ist einfach den Beat mitzuklopfen. Dadurch merkt man ja von ganz allein, wie die Notenwerte sein müssen. Jedenfalls wenn sie nicht allzu komplex sind.

lg marcus
 
M

MaBa

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So ähnlich wie Marcus mache ich das auch, wenn ich kompliziertere Solos aufschreiben will. Beim Klopfen verteile ich die einzelnen Schläge eines Taktes (Beats) dabei auf verschiedene Finger (z.B. 4/4 Takt => Finger 1 2 3 4 oder 6/8 Takt => Finger 1 2 3 4 3 2). Durch Beobachten der Finger läßt sich gut erkennen, auf oder zwischen welchen Schlägen die Noten zu hören sind.

Vor dem Aufschreiben bereite ich immer das Notenblatt vor. Ich Teile das Notenblatt in genügend gleichgroße Takte auf. In den einzelnen Takten kennzeichne ich durch kleine Striche (Hochkomma) auch noch die Positionen der einzelnen Schläge. So habe ich den Puls als Raster vor Augen.

Beim Aufschreiben reicht es dann, statt der Noten erst einmal nur kleine Punkte an ihrer zeitlichen Position einzutragen. Durch die Abstände der Punkte kann ich schon sehen, ob der Rhythmus stimmt.
Ein Vorteil bei dieser Methode ist, daß die Reihenfolge, in der ich die Noten eintrage, egal ist. Ich fange einfach da an, wo ich ganz sicher bin. Und wenn ich wirklich etwas korrigieren muß, brauche ich auch nur einzelne Punkte wegzuradieren.

Die eigentlichen Noten mit den richtigen Notenköpfen, Notenhälsen und Balken male ich erst dann ein, wenn ich sicher bin, daß Melodie und Rhythmus stimmen.

Gruß
 
Guendola

Guendola

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Das ist vor allem Erfahrungssache. Mitzählen ist ja klar, und dann muß man einfach etwas aufschreiben, wovon man glaubt, daß es ungefähr richtig ist. Dann neu hören, vergleichen etc. Absolut unabdinglich ist natürlich, daß man weiß, wo die 1 ist und in welcher Taktart man sich befindet.

Soli sind natürlich häufig hingeworfene Riffs, die frei über dem Metrum schweben. Da kann man halt nur ungefähr aufschreiben, wie das zu spielen ist. Derjenige, der es spielen will, muß am es besten selbst nochmal mit der Aufnahme vergleichen.

Wenn man sich ansieht, wie z.b. in der romantischen Musik notiert wird und wie es dann gespielt wird, sieht man den gleichen Effekt, da steht z.B. eine Septole und gespielt werden dann z.B. eine Quartole und eine Triole (oder auch nicht, aber das war ja nur ein Beispiel). Es gibt ja sogar 17tolen und mehr, da kann keiner behaupten, daß die mit dem perfekten mathematischen Timing gespielt werden sollen (vielleicht gelegentlich in moderner Musik aber selbst das bezweifle ich, wenn es nicht elektronische Musik ist).

Man darf beim Heraushören von Stücken nicht vergessen, daß Notenschrift zwar exakte Angaben macht, daß die aber of genauer bzw. ein kleines bischen anders sind, als es gemeint ist.
 
rolf

rolf

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hallo,

bzgl rhythmischer Notation: ob man bei einem Diktat Achtel oder Viertel oder Halbe als Puls wählt, ist völlig egal -Hauptsache innerhalb der eigenen Notation stimmen dann die rhythmische Proprortionen). Auch "Tintenverbrauchsgründen" rate ich allerdings davon ab, Achtel als Puls anzunehmen (es könnten ja dann viele 1/26 oder 1/32 enthalten sein)

Gruß, Rolf
 
D

Debbie digitalis

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Gibt es Tricks um die richtigen Notenwerte rauszuhören

Hallo mos,

ich weiß ja nicht, zu welchem Genre das Stück gehört, das du da gerade heraushören möchtest, aber ich nehme in deinem Fall mal an, dass es so in Richtung Swing oder Jazz geht.

Wenn das der Fall ist, dann gestaltet sich das Heraushören der einzelnen Notenwerte (aus meiner Sicht, mache so was sehr selten) insbesondere dadurch schwierig, dass du wahrscheinlich sehr viele Synkopen und Triolen in dem Stück haben wirst:D.

Zum Vorgehen im einzelnen hast du ja schon zahlreiche Tipps bekommen. Ich würde mir auch zunächst über Beginn und Ende der einzelnen Takte Klarheit verschaffen (wenn in der Aufnahme ein Rhytmusinstrument zu hören ist, düfte das ja nicht so schwer sein) und dann versuchen zu sortieren, was in den einzelnen Takten rhytmisch los ist:rolleyes:.

Hilfreich ist dabei möglicherweise, dass sich in einem Stück bestimmte Rhytmusmuster häufig mehrmals wiederholen. Das heißt, wenn du einmal eine rhytmische Phrase herausgefunden hast, dann achte mal darauf - bestimmt kommt sie im weiteren Verlauf des Stückes noch mehrmals vor, wenn auch mit etvl. anderen Tönen.:)

Noch viel Erfolge beim Raushören:)

Liebe Grüße

Debbie digitalis
 
Fips7

Fips7

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Was mir hilft, ist, wenn ich die Melodie mit meiner Stimme mitsumme bzw. den Rhythmus auf "da-da-da" o.ä. mitmache. Ich höre mir dann die fragliche Passage oft hintereinander an und summe mit, bis ich das Gefühl habe, ich hab das so "drin", dass ich es auch auswendig nachsummen bzw. den Rhythmus auf "da-da-da" nachmachen kann. Wenn ich es dann in Noten übertragen will, mache ich es so, wie von .marcus. und MaBa beschrieben. Den Grundbeat mitklopfen, Melodie/Rhythmus drüberlegen und dabei darauf achten, wo welche Note hinfällt. Der Vorteil des auswendigen Summen-könnens ist, dass ich das Ganze auch stark verlangsamen kann, um besser zu erkennen, auf welche Zählzeit die Noten wirklich fallen. Entscheidend ist dabei aber auch, dass ich den Grundbeat ebenfalls in der Passage gut mitfühlen kann, um ihn dann mitklopfen zu können.

Das Vorgehen wäre also das folgende:
  • Die eigentliche Melodie bzw. den Rhythmus, die/den man aufschreiben will, mitfühlen und auswendig nachsummen können. Dies am besten so, dass man erstmal nur mit der Musik mitsingt und das oft wiederholt, bis man es "drin" hat. Dann allein singen, ohne die Musik mitzuhören.
  • Den Grundbeat immer mitfühlen und mitklopfen. Zuerst zur Musik mit Mitsingen, dann nur zum auswendig Gesungenen.
  • Das Ganze in Zeitlupe machen und darauf achten, auf welche Zählzeit und Nebenzählzeit die Melodietöne bzw. Rhythmusnoten fallen.
    Wenn die aufzuschreibende Passage sehr kompliziert ist, kann man zwei Dinge tun. Entweder den Grundbeat verdoppeln, also z.B. keine Viertel, sondern Achtel klopfen. Das kann helfen, die Noten wirklich den richtigen Nebenzählzeiten zuzuordnen. Oder den Grundbeat halbieren, also z.B. keine Viertel, sondern Halbe klopfen. Das kann bei komplizierten X-Tolen-Rhythmen helfen, die über mehr als eine Zählzeit reichen.
Aber am entscheidendsten ist, dass man Melodie/Rhythmus und den Grundbeat mitfühlt und "drin" hat, um beides gegeneinander abgleichen zu können.

Grüße von
Fips


PS: Mit welchen Notenwerten der Grundbeat gezählt wird, ist zweitrangig. Ich zähle grundsätzlich zuerst mal in Vierteln. Worauf es ankommt, sind die richtigen Proportionen, - wie Rolf geschrieben hat. Wenn später nur Ganze und Halbe auf dem Papier stehen, kann man immer noch alles halbieren und lesbare Notenwerte daraus machen.
 
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F

Fred

Guest
Hi Mos,

jetzt wurde ja schon so viel gesagt, und da waren auch gute Tipps dabei und trotzdem möchte ich noch etwas hinzufügen.

Ich schränke ein und gehe davon aus, dass es sich um Swing, Rock, Pop oder Latin handelt.
Alle diese Stile haben ihren Schwerpunkt auf den Beats 2 und 4. Dort findest Du meist die Charlston (=Hi-Hat), Snare oder auch die Conga ( Slap auf 2 und offen auf 4).
Das realisierst Du zuerst. Nun findest Du zwischen diesen Schwerpunkten die Beats 1 und 3. Wenn Du nur diese mitzählst, hast Du ein Halftime-feel. Das kann von Vorteil sein, aber auch nicht.
Wenn das Tempo medium ist, versuche nun mit dem Fuß die Viertel (= Puls) mit zu zählen.
Das ist wichtig, denn egal welchen Rhythmus Du nun dazu klopfst, Du musst immer einen Bezugspunkt haben. Der Fuß ist nun Dein Metrum, Puls und Timekeeper zur gleichen Zeit. Er läuft IMMER durch. Auch wenn die rauszuhörende Rhythmik Pause hat.

Nun zur Technik Rhythmen zu artikulieren, bzw. zu notieren.
So wie Du zu anfangs den Pulse, mit Hilfe der Akzentuierungen auf 2 und 4, gefunden hast, musst Du nun die kleinste in der Rhythmik vorkommende Einheit finden.
Im Jazz und Latin (Bossa, Samba, Cha Cha) sind das in der Regel die Achtel. Im Funk und Rock sind es oft Sechzehntel.
Wir beschränken uns auf Ersteres, da es empfehlenswert ist nicht gleich mit dem Schwierigsten zu beginnen.

Der Fuß markiert also die Viertel und singen tust Du dazu Achtel.
Wie tust Du die singen? Na ja, man sucht sich eine Silbe die man angenehm findet und die sich auch leicht repetieren lässt. Vielleich "ta", da das "t" eine Attack hat und somit rhythmisch gut artikuliert werden kann.

Zunächst singst Du ALLE Achtel mit, ohne Rücksicht auf die Rhythmik der herauszuhörenden Melodie. Also singst Du auch die Pausen. Jawohl, der größte Fehler den die meisten dabei machen ist, dass sie die Länge der Pausen nicht spüren. Da wir nun konstant Achtelbewegung durch singen, spüren wir auch die Länge der Pausen, was immens wichtig ist.
Nun wäre es gut, zunächst nur einen Abschnitt, sagen wir mal 4 Takte, des Stückes zu üben und dazu immerzu zu wiederholen.
Versuche nun nach und nach die Ta`s die mit der Rhythmik der Melodie zusammenfallen, dynamisch hervor zuheben. Achtel, die Pausen darstellen, kannst Du nun vielleicht mit einer anderen Silbe wiedergeben, z.B. nur mit einem "m". Aber aufgepasst! Eine Viertel Note wird nun somit als Ta m gesungen, also als 2 Achtel.
Wir haben also verbal durchgehend Achtel laufen(die kleinste Einheit), während wir mit dem Fuß den Puls (= Viertel) markieren.
In dieser Weise ist es nun ratsam, bevor man Stücke raushört, mal das ganze Realbook durchzuarbeiten um Routine zu bekommen. Aber langsames Tempo bitte!
Du wirst sehen, dass nun vor allem auch lange Noten und Synkopen genau gefühlt werden können.
Ich denke dass Dir als Saxophonistin diese Methode leicht fallen wird.

Wenn Du das hast, ist die Zuordnung auf`s Notenpapier einfach, da alles ja schon punktgenau abgezählt ist.

Achte auch auf Swingphrasierung.

Autumn Leaves könnte so aussehen:
ta m ta m ta ta || m m m m m m m m | m m ta m ta m ta ta | m m m m etc.
 
mos

mos

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Super vielen Dank für die zahlreichen Tipps. Im Prinzip mache ich es ja auch so. Ich nehme mir das Stück phasenweise vor und klopfe den Grundbeat mit. Dann spiele ich die Sequenz auf dem Klavier und versuche eben die richtigen Notenwerte aufzuschreiben.
Das finde ich aber super schwer. Ich habe große Probleme zu klopen und gleichzeitig zu hören, ob es jetzt auf der 1, der + usw. ist. Es wird vermutlich eine Übungssache sein, je öfter man es macht, desto mehr Routine bekommt man darin.
 

Fips7

Fips7

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Super vielen Dank für die zahlreichen Tipps. Im Prinzip mache ich es ja auch so. Ich nehme mir das Stück phasenweise vor und klopfe den Grundbeat mit. Dann spiele ich die Sequenz auf dem Klavier und versuche eben die richtigen Notenwerte aufzuschreiben.
Das finde ich aber super schwer. Ich habe große Probleme zu klopen und gleichzeitig zu hören, ob es jetzt auf der 1, der + usw. ist. Es wird vermutlich eine Übungssache sein, je öfter man es macht, desto mehr Routine bekommt man darin.
Bei Noten, die nicht auf einen Grundschlag fallen, sondern irgendwo auf eine Nebenzählzeit, achte ich nicht nur darauf, wann nach einem Grundschlag eine Note kommt, sondern auch an welcher Stelle zwischen zwei Grundschlägen sie kommt. Ich orientiere mich also an beiden Grundschlägen, zwischen die die Noten fällt. Im Zweifelsfall mehrere Versionen ausprobieren und mit dem Original vergleichen.

Grüße von
Fips
 
 

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