erwachsene Musik von jungen Genies

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Yannick

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Erst lürzlich spielte eine freundin von mir im konzert mit ihrer schwester das doppelkonzert von mendelssohn. es war fantastisch, wirklich ein unglaublich schönes konzert! nun, mendelssohn schrieb es mit 12(!!!!!) Jahren!

manchmal frage ich mich, wie sehr wohl die jeweiligen Eltern oder instrumental und musik pädagogen dem werk des schößlings auf die sprünge geholfen haben. Oft scheint mir diese Musik so reif für einen 12 jährigen. Weiß jemand mehr darüber, wie lehrer und eltern in die werker ihrer kleinen genies eingriffen, oder wie es ein so kleines kind schafft die größten aller emotionen zu hervorrzurufen und in musik zu binden. Oder sind vielleicht gerade diese großen gefühle kindlich und natürlich, so dass es gerade in diesem alter funktioniert, frei von verfälschenden gesellschaftlichen emotionshinderern?

alles nicht bedingt meine meinung, nur als anstoß gedacht....

grüße
 
rolf

rolf

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Oft scheint mir diese Musik so reif für einen 12 jährigen. Weiß jemand mehr darüber, wie lehrer und eltern in die werker ihrer kleinen genies eingriffen, oder wie es ein so kleines kind schafft die größten aller emotionen zu hervorrzurufen und in musik zu binden. Oder sind vielleicht gerade diese großen gefühle kindlich und natürlich, so dass es gerade in diesem alter funktioniert, frei von verfälschenden gesellschaftlichen emotionshinderern?

Chopin
soweit man weiß, haben weder Eltern noch Lehrer den kleinen Chopin gedrängt oder gedrillt - im Gegenteil, man ließ ihm alle Freiheiten und förderte das etwas kränkelnde Kind so gut es ging (herrlich ist der "Kurier aus Szafarnia", den der 14jährige Chopin schribe, aus der Sommerfrische an seine Eltern als eine Art Parodie auf den "Warschauer Kurier"), auch wurde er nicht als Wunderkind auf Reisen geschickt.

mit 12 komponierte Chopin eine Polonaise in gis-Moll:
http://imslp.org/wiki/Polonaise_in_G-sharp_minor,_B.6_(Chopin,_Frédéric)

diese ist keineswegs frei von den Einflüssen der in Mode gekommenen Klavierkompositionen nach Beethoven und Weber - aber sie hat schon einen individuellen "Chopinschen" Tonfall und zeigt ein immenses pianistisches Geschick.

Liszt
dem erging es weniger erfreulich: man vermarktete das Kind - und klein Liszt erkrankte mehrfach schwer, da die Last, die Familie zu "ernähren" ihn oft niederdrückte (aufschlussreich ist der Aufsatz "Franz Liszts Kindheit - Versuch eines biographischen Grundrisses" von Gerhard J. Winkler ist wahrhaft erschütternd: das Projekt Adam Liszts, im teuren Wien den Artikel "Wunderkind Franz" zu vermarkten...)
1822 Variation über einen Diabelli Walzer
1824/25 die Oper "Don Sanchez" [sic]
1824 Variations brillantes sur de Themes de Rossini
1826 die erste Fassung der 12 Etüden
 
ubik

ubik

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Hallo Yannick,

du kannst dir mal das Buch "... ganz verrückt nach Musik" von Ulrich Rühle vom dtv-Junior Verlag kaufen. Dort steht in unterhaltsamer Weise, wie die Komponisten als Kinder waren.

Leider ist Mendelssohn nicht drin. Aber wenn du über einen anderen Komponisten etwas erfahren möchtest, dann kann ich mal nachlesen und dir etwas erzählen. :)
 
Y

Yannick

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Chopin
soweit man weiß, haben weder Eltern noch Lehrer den kleinen Chopin gedrängt oder gedrillt - im Gegenteil, man ließ ihm alle Freiheiten und förderte das etwas kränkelnde Kind so gut es ging (herrlich ist der "Kurier aus Szafarnia", den der 14jährige Chopin schribe, aus der Sommerfrische an seine Eltern als eine Art Parodie auf den "Warschauer Kurier"), auch wurde er nicht als Wunderkind auf Reisen geschickt.


ein vorzügliches zeichen, für freie entwicklung, sehe ich genauso. seine biographie ist sowieso sehr schön zu lesen.

mir fiel gerade mozart ein, dem griff doch sein vater bei den ersten kompositionen ständig unter die arme nicht?

ohne die beiträge lenken zu wollen, wäre es mir doch ganz lieb, wenn ihr , ob fachlich fundiertoder nicht, darauf eingehen könntet, woran es liegt , dass ein so kleiner mensch so große musik zu stande bringt!

da fällt mir spontan die anekdote vom jungen liszt ein, der (frei aus dem gedächnis) in paris(?) ein konzert halten soll und kurz vorher mekrt, der flügel wäre um einen halbton falsch gestimmt und im alter von 12(war es glaube ich ) das ganze stück spontan transponiert um einen halbton nach oben ....

geht sowas? :D



grüße !
 
DonBos

DonBos

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Mir fiele zu diesem Thread noch Erich Wolfgang Korngold ein.

Hier ein Link zu seiner ersten Sonate:
http://www.youtube.com/watch?v=eLn71WIbJsM
Nachdem Korngold 1897 geboren wurde, war er erst so 11-13 Jahre alt als er diese Sonate geschrieben hat.
Recht interessant liest sich hierzu auch der längere (englische) Beschreibungstext des Youtube-Videos.
 
ubik

ubik

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Was meint ihr, wenn wir als Kind statt vor einem Fernseher oder Computer den ganzen Tag an einem Klavier verbringen würden. Macht sogar mehr Spaß als Computerspielen. Ich musste erst erwachsen werden, um meinen Eltern zu sagen, dass ich nicht vor dem Fernseher sitzen will... Grrrr!!!! :D
 
 

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