Klingt plausibel, oder ist das zu schön, um wahr zu sein?
Ist plausibel und die 40% Alkohol im Vodka zerstören auch nicht das Lanolin.
Ich glaube dennoch (Aber wie jeder weiß, bin ich kein Klavierbauer), dass man mit Nadeln ein deutlich besseres Gespür für die Substanz, Struktur und Dichte eines Hammerkopfes entwickeln kann und das konsistent bei jedem Klavier, das man bearbeitet, anwenden kann.
Ich zweifle daran, dass die Vodka-Methode so nachhaltig ist wie ein wirklich gut durchgearbeiteter Hammerkopf, der dann über Monate bis Jahre seine Elastizität behält und dann nur noch regelmäßig gewartet werden muss. Allerdings trauen sich die wenigsten, die Nadeln wirklich so tief zu stechen, wie es notwendig ist. Ein namhafter
Steinway*-Techniker hat mal beklagt, "dass man heute nur an der Oberfläche sticht und das Ergebnis dadurch auch nur oberflächlich und nicht nachhaltig ist."
Mit sind auch Zweifel gekommen, ob mein aktueller Techniker wirklich die beste Wahl war, weil er so massiv die Hammerköpfe bearbeitet hat, dass ich wirklich Angst bekam und kurz davor war laut "Stop!" zu rufen.
Es hat sich aber gelohnt, denn dieser Stechvorgang war im Dezember 2020 und seitdem hat der alte B nur noch Routinewartung bekommen, also leicht abgezogen, einige Töne nachgestochen und una corda separat abgeglichen. Ich glaube nicht, dass die Vodka-Methode derartig nachhaltig ist.