Erfahrungen mit Flügel Koch und Korselt?

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juergens

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Hallo,
demnächst bekomme ich einen Koch und Korselt Flügel, Baujahr um 1910 (170cm).
Über die Firma konnte ich im Netz wenig in Erfahrung bringen. Anscheinend belieferte sie auch den kaiserlichen Hof im schönen Austria.
Nach laienhafter Begutachtung ist der mechanische Zustand mehr als gut, das ausgiebige Probespiel zeigte einen klaren, sauberen Diskant. Der Flügel wurde allerdings im Vorfeld mehrfach transportiert und gelagert, sodass ich die teilweise etwas unsaubere Stimmung im Bass dadurch entschuldigen würde.

Kennt jemand Instrumente dieses Fabrikanten oder gibt es für mich wichtige Informationen?
 
D

Dieter

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Hallo Jürgens,
Die Pianofabrik „Koch & Korselt“ bestand in Reichenberg in Böhmen, (heute Liberec, Tschechien.) In die Pianofabrik von Eduard Koch trat 1891 Robert Korselt als Teilhaber ein und firmierte unter „Koch & Korselt“. Ed. Koch starb am 23. April 1904 in Leipzig.
Die Klavierfabrik durfte die Auszeichnung, den „kaiserlichen Adler in Schild und Siegel“ führen (1904.) Ein Jahr später erhielt die Firma den Titel des „erzherzoglichen Kammerlieferant“ von „Sr. Kais. und Kgl. Hoheit dem Erzherzog Eugen“.
Mechaniken und Klaviaturen wurde in der eignen Firma hergestellt.
Auf der „deutsch-böhmischen Ausstellung“ 1905 in Reichenberg stellte die Klavierfabrik fünf Flügel und fünf „Pianinos“ aus. Die Prämierung fiel nicht besonders aus, die Firma erhielt den dritten Preis, den „Bronzenen Staatspreis“.
Die Firma bestand bis 1938. Findest Du eine Seriennummer im Flügel?
Mit freundlichen Grüßen
www.dieter-gocht.de
 
J

juergens

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Hallo Dieter,
vielen Dank für Deine Antwort! Die Seriennummer ist 11883, die Mechanik scheint keine Wiener Mechanik mehr zu sein, die Saiten sind kreuzverspannt.
Die Bronzemedaille haben sich die Jungs verkniffen, und mal lieber eine Goldmedaille unter die Haube geschrieben und ein Ehrendiplom sowie eine Inschrift "prämiert Paris 1900". Passend zu dieser Prämie war auch der Kaufpreis 1900 EUR.
Rentiert hat sich der Kauf schon mehr als genug, da meine 12 Jährige Tochter am Wochenende Ihre Initialzündung hinsichtlich Klavierspielen hatte, die sich am Digitalpiano nicht so recht einstellen wollte. Klanglich bin ich, abgesehen von einigen noch nötigen Regulierungsarbeiten, mit dem Instrument sehr zufrieden.

Gruss
Matthias
 
klaviermacher

klaviermacher

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Hallo Matthias,

Der Flügel wurde 1914 hergestellt. Interessant was Dieter zur Firma alles herausgefunden hat. Der Standort in Reichenberg war übrigens Karlsgasse 11 und Franz-Liebig-Platz 7.

LG
Klaviermacher
 
 

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