Entscheidungshilfe für Klavier / D-Piano gesucht


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Daenzer
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Hallo allerseits :)

Erstmal möchte ich mich kurz vorstellen: Ich bin Sebastian, 23 Jahre alt (jung ;)) und hab am Freitag meine erste Klavierstunde. Ich habe mich selbst immer für äußerst unmusikalisch gehalten, unter anderem auch deshalb, weil ich absolut nicht singen kann und den Musikunterricht in der Schule immer verabscheut habe. Nun hat mich meine Freundin (musikalisch erzogen und aufgewachsen) aber vor einem Jahr schon auf den Geschmack gebracht und ich habe mit E-Gitarre angefangen. Mein Lehrer meinte, dass er nicht oft einen so schnell lernenden Schüler hat - gut, nachdem mir das mehrere Leute sagten, bin ich von meinem Standpunkt unmusikalisch zu sein, wieder etwas abgerückt :D Da ich mein Abitur derzeit nachhole und dadurch relativ viel Freizeit habe, bin ich zu dem Schluss gekommen noch ein Instrument lernen zu wollen: Klavier. Als Kind wollte ich schon immer, aber meine Eltern waren nie davon begeistert.

Nun steh ich aber vor der Entscheidung, bei dessen Frage die meisten Forenveteranen mit den Augen rollen werden, da schon 1000 mal gestellt: Was soll ich kaufen? Ich lese seit etwa 2 Wochen hier die alten Beiträge durch, bin aber für meine spezielle Situation immer noch nicht ganz sicher, was es denn nun werden soll. Erstmal etwas zu meinen Gegebenheiten und Vorstellungen:

Ich wohne in der zweiten Etage meines Elternhauses. Dieses Haus steht allein auf weiter Flur, wir haben keine Nachbarn, die ich stören könnte. Meine Eltern sind zwar von E-Gitarre schon traktiert genug, aber ich denke für 1-2 Stunden täglich könnte ich auch laut üben. Nur ab etwa 22 Uhr geht's nicht mehr, da mein Wohnzimmer über dem Schlafzimmer meiner Eltern ist. Die Decke ist zwar gedämmt, aber so sehr auch wieder nicht.

Der Platz wäre nicht das Problem bei meiner Instrumentenwahl, ich hätte für alles Platz, bloß beim Flügel wär's etwas eng :D Ich fände es trotzdem toll, wenn ich auch mal später am Abend noch etwas üben könnte, wenn mir danach ist.

Vom preislichen her ist meine oberste Schmerzgrenze 3000€. Mehr geht auf gar keinen Fall. Nun hab ich den Salat. Für 3000€ krieg ich zwar ein hervorragendes D-Piano, aber ein akkustisches würde mich natürlich mehr reizen. Da kriege ich allerdings kein neues, und ein Silent natürlich erst recht nicht. Allerdings kommt noch hinzu, dass ich in etwa 2,5 Jahren mit meinem Abitur nachholen fertig bin und danach noch studieren werde. Mit einem Akkustikklavier in eine Wohnung, die ich dann wohl beziehen werde, ist natürlich auch wieder so eine Sache.

Deshalb meine Frage an euch: Was würdet ihr in meiner Situation tun? Ich wohne leider auch in einer äußerst ungünsten Gegend, wo es in der Nähe kein Pianohaus gibt und keinen Klavierbauer, bei dem ich nach Instrumenten schauen könnte. Ich bin in 3 Wochen in Karlsruhe und würde im dortigen Rockshop einige D-Pianos ausprobieren, wobei meine Wahl derzeit stark in Richtung Kawai CA 18, 51 oder 71 tendiert.

Oder doch lieber Akustik? Da gibts bei http://www.musikhaus-boessmann.de im Moment auf der Startseite das Angebot für ein Euterpe EU.112 für exakt 3000€. Ist das was? Allerdings käme da noch Transport nach Eisenach (Westthüringen) dazu, usw...

Schonmal vielen Dank für eure Ratschläge
 
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Nicola
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Hallo Daenzer,

Die Vor- und Nachteile von Digitalpiano und Klavier hast Du ja sicher schon aus den vielen alten Beiträgen herausgelesen.
Ich kann Dir nur von meiner Erfahrung erzählen, da ich als Kind auf einem akustischen gelernt habe, dann als Volljährige ein Digitalpiano gekauft, wieder verkauft, viele Jahre später wieder eins gekauft und nun vor 14 Tagen verkauft habe, da ich nun wieder ein akustisches habe (nach 25 Jahren).

Wenn ich ehrlich bin, war das Kopfhörer-Spielen in vielen Situationen angenehmer. Da hilft auch der Moderator nicht, wenn im Wohnzimmer gleichzeitig Ferngesehen wird. Oder wenn ich, wenn die Kinder im Bett sind, unglaublich Lust habe, ein neues Stück einfach weiterzuüben. Ab 20 Uhr ist hier Schluß, und eigentlich hätte ich gerade da Zeit und Muse.
Trotzdem bin ich froh, daß sowohl meiner als auch der Anschlag meines Sohnes (10) nicht durch ein Digitalpiano völlig "versaut" wird. Der Unterschied ist unglaublich, obwohl ich auch kein ausgesprochenes Billigpiano hatte (ein Kawai)
Ich möchte mir später nicht vorwerfen, daß der Klavierunterricht stagniert, weil wir kein richtiges Klavier haben.

Mein Argument ist immer: eine Trompete, ein Flöte, ein Saxophon gibt’s auch nicht digital (oder doch...?). Da muß man durch.

ABER: wenn ich das Geld hätte, würde ich in unser Schimmel sofort ein Silent System einbauen lassen!
Ich möchte kein Digitalpiano mehr, auf keinen Fall, da nehme ich lieber die Unbequemlichkeit des lauten Spiels in Kauf.
Aber es häufen sich die Momente, wo ich gerne einen Kopfhörer hätte.

Habe schon in der Bucht geschaut, weil ich überlege unser wunderschönes Schimmel gegen ein Silent Yamaha o.ä. "einzutauschen".
Aber da halten mich alle für durchgeknallt.
Erst verkauft sie das Digitale, kauft ein Schimmel, verkauft alles wieder um sich ein Silent hinzustellen....
Klingt für Außenstehende absolut nicht nachvollziehbar. Daher muß ich nun erstmal einen Gang zurückschalten.

Lange Rede kurzer Sinn ;-)
Wenn es Dir irgendwie möglich ist, ein gebrauchtes Silent Klavier zu ergattern (mal bei Quoka.de gucken? Oder bei ebay?), dann wäre das die optimale Lösung.

Wenn es übers Budget geht, würde ich mich wohl trotzdem für ein akustisches entscheiden.
 
Altistin
Altistin
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Hallo Sebastian!

Wofür doch so eine Freundin manchmal gut sein kann! :p Schön, dass Du so zum Musizieren und ins Forum gefunden hast.

Also, ob nun Klavier oder Digi – diese Entscheidung wird Dir wohl niemand abnehmen können, aber dabei helfen können wir Dir ganz sicher ein bisschen.

Es ist wohl so, dass jeder, der ernsthaft Klavierspielen möchte, früher oder später ohnehin bei einem echten Klavier landet. Das Digi wäre also eine Übergangslösung für den Anfang oder später eine zusätzliche Ausweichmöglichkeit (wenn man beides hat).

Ich habe vor ein paar Wochen genau wie Du hin- und herüberlegt und mich dann erst mal für ein Digi entschieden, zu dem sich aber eines schönen Tages auf jeden Fall ein Klavier gesellen soll. Die Gründe für meine Entscheidung waren folgende:

Ein gutes Digitalpiano kostet weniger als ein gutes Klavier. Wenn ich mir später ein Klavier kaufe, dann soll es ein richtig gutes sein, mit dem ich für den Rest meiner Tage glücklich und zufrieden bin. Bis es soweit ist, muß ich erstens noch tüchtig sparen und will mir zweitens das für die Auswahl eines solchen Instruments nötige Wissen und Können aneignen. Ich glaube, bei der Auswahl eines Klavieres kann man gerade als Anfänger sehr viel mehr falsch machen als beim Kauf eines Digitalpianos – da hält man sich an die gängigen Marken und ein gewisses Mindestbudget, probiert dann vor dem Kauf ein paar Kandidaten aus und entscheidet sich für einen.

Was in meinem Fall weiterhin für ein Digi gesprochen hat, war die Tatsache, dass ich nicht alleine im Haus wohne und meine werte Nachbarschaft anfangs erst mal nicht mit Anfängergeklimpere nerven will. Zudem kann ich so natürlich zu jeder beliebigen Tag und Nachtzeit spielen. Das sind auch die Gründe dafür, dass ich vorhabe, mein Digi später auf jeden Fall zu behalten, wenn ein Klavier da ist. Außerdem macht es natürlich auch Spaß, wenn man zwischendurch mal auf Orgel oder Cembalo umschalten kann oder wenn man sein Spiel schnell mal aufnehmen und kontrollieren kann.

Was die Umstellung von Digitalpiano auf Klavier angeht, kann ich Dir leider noch nicht allzuviel sagen. Ich habe heute selber erst meine zweite Klavierstunde. Die Tasten des Klavieres haben sich natürlich anderst angefühlt als meine, aber große Probleme hatte ich erst mal nicht – dafür bin ich wohl noch viel zu sehr damit beschäftigt, überhaupt die richtigen Tasten zu finden. :D

Du hast also zwei Möglichkeiten: Für den Anfang erst mal nur ein Digi kaufen und das restliche Geld gleich ins Klaviersparschwein stecken; das Digi kannst Du dann später für Nacht- und Nervübesessions behalten oder auch wieder verkaufen, wenn ein akustisches Instrument her soll.

Oder Du machst Dich auf die Suche nach einem richtigen Klavier. Es muß ja nicht das letzte in Deinem noch so jungen Leben sein. :D Für ein Klavier mit Silenteinrichtung reicht möglicherweise Dein Budget nicht ganz, aber mal hören, was die Fachmänner und –frauen dazu sagen.

Wünche Dir auf jeden Fall ganz viel Spaß bei der ersten Klavierstunde morgen und gutes Gelingen bei Deiner Entscheidung!

LG

Evi

PS. Daß der Umzug in die Studentenbude mit einem Digi einfacher ist als mit einem Klavier, ist sicher auch noch ein wichtiges Argument.
 
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fisherman
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Hallo Sebastian, Altistin hat Dir schon ein sehr fundiertes Entscheidungsgerüst genannt. Ich würde Dir definitiv zu einem vernünftigen Mittelklasse-Digi (CA-51) raten, obwohl ich auch ganz klar sage: Nichts geht über ein "echtes".

Gründe:
1. Zukunftssituation / Umzug / Platzbedarf / Gewicht
2. (Noch) Erfahrungsmangel für Kauf Piano
3. (Noch) enges Budget
4. (Noch) keine Idealvorstellung bezüglich Spielbarkeit und Klang

Der letzte Punkt scheint mir der wichtigste. Nutze die Zeit, um möglichst viel auf verschiedenen Pianos (Schule/Musikhäuser/Hotels, etc) zu spielen. Ich bin überzeugt, dass Du von dem Wunsch nach einem neuen (billigen) Piano abrücken wirst und Dir lieber ein gutes Gebrauchtes kaufen wirst. Wenn Di natürlich jetzt ein Schnäppchen über den Weg läuft, in das Du Dich wirklich (sicher!!!!) verliebst, dann spricht nur noch Punkt 1 gegen ein richtiges Piano. Aber wenn nach dem Abi nun das Studium folgt, würde ich doch sagen, dass ein richtiges Piano Dich bei der Wohnungssuche, beim Umzug und bei den laufenden Kosten ziemlich behindern wird. Außerdem wäre das dann auch die richtige Zeit (weil vermutlich im städtischen Umfeld), um sich intensiver auf die Suche zu machen.
 
W
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Hallo Sebastian,
ich weiß, wie schwer die Entscheidung fällt, aber aus meiner Erfahrung kann ich nur sagen, dass du das richtige Klavierspielen nur auf einem richtigen Klavier lernen kannst.

Ich habe mir nach über 40 Jahren Pause erstmal ein Digi (Yamaha CLP-F01) gekauft, wobei ich bereits nach ca. einem Jahr Unterricht wußte, dass ich damit nicht mehr weiter komme. Die Nuancen vom Anschlag und auch von der Dynamik her kannst du bei einem digitalen Piano nicht so herausarbeiten, wie bei einem richtigen Klavier. Ich habe mir deshalb vor ca. 6 Wochen ein richtiges Klavier gekauft, das digitale Klavier jedoch zusätzlich behalten, um auch jederzeit üben zu können und besonders auch neue Stücke grob einzulernen, ohne meine Nachbarn zu nerven. Wenn's an die Feinarbeit geht, dann spiele ich auf dem Klavier.

Dass es einen Unterschied macht, worauf man spielt, hat sich auch durch die Bemerkung meines Klavierlehrers bestätigt, dass man "jetzt schon merkt, dass ich auf einem guten Klavier spiele".

Ich wünsche dir, dass du deine Entscheidung so trifft, dass du damit auf lange Sicht glücklich wirst.
 
M
Martin Major
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@sebastian

hast du schon das roland hp 207e ausprobiert? ich habs seit ende letzten jahres, beim dreimaligen testen hat es mit großem vorsprung vor dem yamaha clp 370 und einem günstigeren kawai (ich glaube 31) gewonnen (der händler hatte leider das 51er nicht).
 
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Hallo,

und hier noch eine Meinung. Wenn das Budget limitiert ist, dann finde ich, dass man ein Digitalpiano keineswegs verteufeln sollte. Ich finde nicht, dass ein gutes DP den "Anschlag versaut"; das war vielleicht früher einmal so. Für bis zu 3000 Euro bekommst du ein sehr hochwertiges DP (ohne Schnickschnack reichen auch um die 2000 Euro - wichtig ist die Tastatur), und ein billiges Akustikklavier ist da nicht unbedingt die bessere Wahl. Die üblichen Kandidaten dürften dann die Kawai CA-Serie, Roland HP-20x und Yamaha CLP-3xx sein - Geschmackssache. Mir gefällt am DP zur Zeit besonders die Möglichkeit, je nach Stück und Laune zwischen verschiedenen Klaviersamples auswählen zu können.

Gruß,
Pigpen
 
Fips7
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Ich habe mich gerade gefragt, ob es einen Unterschied macht, am Digitalpiano bzw. an einem echten Klavier pianistisch "sozialisiert" zu werden. Das heißt, ob man sich am Anfang andere - und womöglich später störende - Dinge angewöhnt, wenn man zu Beginn seiner Klavierlaufbahn, wo alle Bewegungen usw. erstmals gelernt werden, hauptsächlich auf einem Digi spielt. Würde mich nicht wundern, wenn das der Fall ist.

Ich habe an einem echten Klavier gelernt und erst viel später ein Digitalpiano gekauft, weil das zu der Zeit (Auszug zu Hause) sehr praktisch war. Und obwohl ich heute kein Freund mehr davon bin, hatte es damals Vorteile. Das, was fisherman gesagt hat, war eine große Erleichterung: die bessere Möglichkeit, mit dem Digitalpiano umzuziehen. Wenn ich überlege, wie oft ich seit damals umgezogen bin (während des Studiums), dann wäre das mit einem echten Klavier schwieriger gewesen. Aber irgendwie sollte das doch trotzdem nicht der Hauptgrund sein, warum man sich ein Digi kauft.

Das Spielen mit Kopfhörer ist ein Vorteil, der sich allerdings auch wieder relativiert, wenn man bedenkt, wie laut allein schon das Tastengeräusch bei etwas lauteren Stücken ist. Ich hab in einer Studentenbude mal spät nachts mit Kopfhörer gespielt und irgendwann stand der Nachbar in der Tür, völlig verschlafen, um sich über das Klopfen zu beschweren. Also, für die Nachbarn, die unter einem Wohnen, kann das ziemlich störend sein.

Grüße von
Fips
 
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Chris
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[...]
Deshalb meine Frage an euch: Was würdet ihr in meiner Situation tun? Ich wohne leider auch in einer äußerst ungünsten Gegend, wo es in der Nähe kein Pianohaus gibt und keinen Klavierbauer, bei dem ich nach Instrumenten schauen könnte. Ich bin in 3 Wochen in Karlsruhe und würde im dortigen Rockshop einige D-Pianos ausprobieren, wobei meine Wahl derzeit stark in Richtung Kawai CA 18, 51 oder 71 tendiert.
[...]

Wenn du eh in Karlsruhe bist würde nicht nur in den Rockshop gehen sondern noch zum Musik-Schlaile in die Innenstadt fahren.

Die haben ebenfalls sehr viele Klaviere+Flügel zum anspielen bereit. Als auch Digitalpianos. Was ich allerdings entäuschend fand, ist das dort kaum bis keine Kawai Digis ausgestellt waren. Anscheinend sind die auf Yamaha und Roland festgefahren :(

Gruß
Chris
 
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Daenzer
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Ich danke euch erstmal für eure hilfreichen Meinungen zu meinem Problem.

Ich habe eine weitere Möglichkeit komplett vergessen: Ein Bekannter von mir studiert Klavier an der Liszt-Universität in Weimar, und spielt auch schon seit seinem 5. Lebensjahr Klavier und stammt aus einer Musikerfamilie. Ihn werde ich auch nochmal fragen, ob er nicht selbst noch ein Klavier hat, was er abzugeben hätte, bzw. jemanden kennt bei dem das so wäre.

Ein weiterer Vorteil ist natürlich bei einem gebrauchten Klavier, dass ich bis zum Studium mir eins holen könnte, und es dann praktisch ohne Verlust wieder verkaufen kann. Der Wertverlust bei einem D-Piano ist ja leider ungleich höher, sodass diese faktisch Geldvernichter sind.

Ist denn bei den Holztastaturen von Kawai z.B. der Unterschied zu einem akustischen Instrument immer noch so groß? Ich hatte gedacht, dass das mittlerweile zu vernachlässigen wäre...

Bei www.pianelli.de habe ich gerade noch gesehen, dass z.B. das Kawai K-15 E und das Yamaha B1 für 3000€ neu zu haben sind. "Taugen" diese beiden Pianos was, oder ist man mit einem 30 Jahre alten für das gleiche Geld besser bedient?
 
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DoctorGradus
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Das Hauptproblem besteht nicht im Tastenmaterial sondern an der Hammermechanik, mit der im akustischen Klavier der Klang erzeugt wird. An einem echten Klavier drückt man eben ein echtes Hämmerchen über die Hebel und bekommt beim Runterdrücken der Taste eine entsprechende "Druckkurve"/Rückmeldung/Wiederstand.

Im Digitalpiano wird das nur unzureichend nachtgeahmt. (auch wenn die Werbung das anders verspricht).

Dennoch finde ich E-Piano Tastaturen durchaus akzeptabel. Es ist vermutlich auch zum gewissen grad eine Einstellungssache. Man kann wunderbar auf E-Pianos musizieren, wenn man sich nicht damit aufhält nur auf die Unzulänglichkeiten zu achten. Ich spiele gerne auf meinem E-Piano und bin sehr zufrieden.

Ein echtes Klavier muss gepflegt werden, muss vom Profi gestimmt werden. Und die Mechanik die das schöne Spielgefühl schafft, kann auch mal probleme bereiten.
 

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DoctorGradus
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Noch was: Kawai bekommt im Internet relativ viel Lob für ihre Klaviaturen bei E-Pianos, ich fand dass die Tasten etwas zäher/weicher gingen, aber nicht "realistischer". Empfindet das jemand ähnlich?
 
fisherman
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Hallo Daenzer;

ich bin mir ziemlich sicher, dass Du, wenn Du Dir als unbeleckter Anfänger ein Klavier kaufst, irgendwann ein anderes haben willst, weil sich Dein "Geschmack" erst herausbilden wird.

Ist denn bei den Holztastaturen von Kawai z.B. der Unterschied zu einem akustischen Instrument immer noch so groß? Ich hatte gedacht, dass das mittlerweile zu vernachlässigen wäre...
Der Unterschied ist immer noch immens, wenngleich Doc recht hat :
Dennoch finde ich E-Piano Tastaturen durchaus akzeptabel. Es ist vermutlich auch zum gewissen grad eine Einstellungssache. Man kann wunderbar auf E-Pianos musizieren, wenn man sich nicht damit aufhält nur auf die Unzulänglichkeiten zu achten. Ich spiele gerne auf meinem E-Piano und bin sehr zufrieden.
oder ist man mit einem 30 Jahre alten für das gleiche Geld besser bedient?
M.E. auf jeden Fall! Und mit etwas Glück findest Du auch unter den 80 Jahre alten Klavieren Exemplare, für die manch einer :D sein neues Steinway (fast) hergeben würde ...
Immer das höherwertige, gebrauchte - sofern es technisch ok ist.
 
Fips7
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Ist denn bei den Holztastaturen von Kawai z.B. der Unterschied zu einem akustischen Instrument immer noch so groß? Ich hatte gedacht, dass das mittlerweile zu vernachlässigen wäre...
Auch bei noch so guter Klaviatur mit allem möglichen Schnickschnack fehlen die schwingenden Saiten und die Hämmer, die tatsächlich auf diese Saiten draufhauen. Daran kann auch die beste Klaviatur eines Digitalpianos nichts ändern. Im Spielgefühl macht das auf jeden Fall einen großen Unterschied, egal wie gut das Digi ist (für mich jedenfalls)

Grüße von
Fips


EDIT:
Ups, hab gar nicht gesehen, das DoctorGradus das alles schon geschrieben hat... :)
 
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fisherman
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Noch was: Kawai bekommt im Internet relativ viel Lob für ihre Klaviaturen bei E-Pianos, ich fand dass die Tasten etwas zäher/weicher gingen, aber nicht "realistischer". Empfindet das jemand ähnlich?
Mit Zitat antworten
Jou, ich! Trotzdem schätze ich mein Kawai (noch) sehr, ganz einfach, weil mir der Wettbewerb noch viel weniger gefällt.
 
Nicola
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Sagen wir mal so, wenn man den Vergleich Digitalpiano/Klavier nicht hat, dann vermißt man auch nicht unbedingt etwas.
Ich habe ja nun einige Zeit auf einem Kawai CN 290 gespielt und empfand das Spiel- und Hörgefühl durchaus als realistisch.
Ich erinnere mich daß ich ganz verwundert und positiv überrascht war, als ich auf dem Klavier einer Bekannten (ein nagelneues Yamaha) kurz probegespielt hatte - da dachte ich mir, so unähnlich sind sich mein Digi und dieses Klavier gar nicht. Der Anschlag auf dem Klavier war ähnlich leicht und nicht zu vergleichen mit vielen alten Klavieren, die viel zäher zu spielen sind. Auch der Klang war m.E. genauso klar und brillant wie mein Digi.

Seit aber unser Schimmel hier steht und ich etwas länger auf dem Klavier gespielt habe, ist der Unterschied so richtig krass aufgefallen. Mochte gar nicht mehr ans Digitalpiano gehen, weil es mir so künstlich vorkam. Da fehlt einfach die "Power".

Zu Kawai kann ich nur sagen, daß es mir von allen Digitalpianos am ehesten zugesagt hat - da geht es mir wie fisherman.

Das erwähnte 3000-Euro-Yamaha ist sicher kein schlechtes Instrument und würde ich durchaus in Erwägung ziehen!
 
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Daenzer
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Nunja, ich werde ja den direkten Vergleich haben, mein Übungsinstrument ist ein Steinway Konzertflügel...

Ich bin irgendwie genauso weit wie vorher :( Ich habe meinen Bekannten beauftragt sich mal umzuhören, ob er irgendwo jemanden weiß, der ein vernünftiges Klavier verkauft. Sollte sich da nichts ergeben, muss ich mir eben überlegen, ob ich 3000€ für ein akustisches Klavier investiere. So wie ich das bei euch jetzt rausgelesen habe, ist es dann aber sinnvoller 3000 für ein sehr gutes gebrauchtes auszugeben, da diese wohl, trotz teilweise 20-30 Jahre alt, höherwertiger sind als ein K15 von Kawai, oder Yamaha B1 in neu.

Beim akustischen habe ich halt meine Bauchschmerzen wegen meinem Umzug in knapp 3 Jahren, aber der geringe Wertverlust macht das ja eigentlich auch wieder wett.

Was mich bei den Kawai Modellen CA 18 und 51 noch stört, ist die relativ niedrige Polyphony von 92. Komm ich da ziemlich schnell an die Grenzen, wie ich im Kawai Forum mal gelesen habe, sodass es bessere wäre auf das 71er auszuweichen, was 192 bietet? Oder ist das eher zu vernachlässigen?

Weiterhin in Betracht kommt ja dann auch noch das MP5 oder MP8 II, jeweils Stagepianos. Ich habe eine sehr gute Stereoanlage mit wirklich hervorragenden B&W Lautsprechern, allerdings kompakte, die ungünstigerweise ach rechts, schräg hinter mir stehen würden, so wie ich das Klavier, bzw. D-Piano dann aufstellen möchte.... Ach, alles doof, ich glaub ich spiel lieber Blockflöte, da ist alles einfacher :D

Achja, meine erste Klavierstunde muss leider auf nächste Woche verschoben werden, meine Lehrerin hat Samstag weiter weg noch ein Konzert, für dass sie noch üben musste, das wäre sonst zeitlich alles etwas knapp für sie geworden.
 
fisherman
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Hallo Daenzer;

Was Nicola beschreibt, ist eine "Erstreaktion". Hätte sie Ihr Digi noch, so käme ganz bestimmt irgendwann der Punkt, wo man sich an den Soundmöglichkeiten etc. wieder erfreuen kann.

Polyphonie 96? Ich glaube nicht, dass Du im Hausgebrauch und in den ersten Jahren den Unterschied erspielen kannst. Die seltenen Ausnahmen fallen nicht ins Gewicht. Eher würde ich mir Gedanken zur Wattleistung des CA-18 machen.

Wenn Du soviel Gewicht auf den Werterhalt legst, muss man doch das Piano favorisieren. Das kann ja im worst case bei Muttern bleiben und Du kaufst Dir für die Studi-Bude ein 700,- Euro-Digi. Mutter wird sich freuen, den Sohn so oft zu sehen:D.

Bei 3000,- Euro würde ich zu einem Yamaha U1 aus den 70/80ern raten. Das ist gut wiederverkäuflich, weil fast schon ein Standard für ordentliche Mittelklasse-Klaviere und wird solventen Anfängern gerne empfohlen. Voraussetzung: Man muss den Yamaha Sound mögen, der beim B1 übrigens noch stärker (nerviger?) in Erscheinung tritt. Bei gebrauchten immer vom Fachmann technisch checken lassen! Kawai sagt mir persönlich nicht zu. Daneben gibt es eine Vielzahl toller alter Klaviere, die aber Erfahrung und Klarheit bezüglich des Klangwunsches voraussetzen. Jedes Klavier ist ein Unikat. Ein U1 kann ein Traum, aber auch ein Monster sein...

Übrigens sind die Japaner klanglich relativ homogen, während die anderen Marken teilweise eine gewaltige Streubreite haben. Ist wohl wie mit den Autos...

Schlaile in Karlsruhe wird wohl viel zum Ausprobieren bieten - nur eben keine Digis von Roland & Kawai.
 
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Chris
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Schlaile in Karlsruhe wird wohl viel zum Ausprobieren bieten - nur eben keine Digis von Roland & Kawai.

Das ist so nicht ganz richtig, Roland sind durchaus auch einige zum antesten vorhanden, nur eben keine Kawai. Da ich aber eh ein "normals" Klavier suchte habe ich es leider versäumt den Verkäufer darauf anzusprechen was die Gründe dafür sind.

Insgesamt hat mich aber die "Digi-Abteilung" dort nicht so überzeugt, deren "normale " Klavier/Flügel-Abteilung dagegen schon wesentlich mehr ;-)
 
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Daenzer
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Ich schau auf jeden Fall mal bei Schlaile vorbei, wenn ich demnächst in Karlsruhe bin. Die D-Piano Abteilung im Rockshop wird dafür auch etwas größer sein, zumal ich da eh hin muss, weil sich meine bessere Hälfte eine neue Westerngitarre kaufen will.

Zusammenfassend stört mich nur noch am akustischen Klavier der elende Aufwand beim Transport, die eingeschränkten Möglichkeiten beim Üben (wenn mich nachts die Lust überkommt geht das halt nicht) und die quasi Wertlosigkeit, wenn ich zum Studieren in ein Gebäude ziehe, wo mehrere Parteien hausen.

Jetzt mal ganz frech gefragt: Ich bin jetzt schon mehrfach über gebrauchte Silent-Pianos gestoßen, die etwa so um die 3000€ kosten sollen. Ist das was vernünftiges, oder sollte man die Finger davon lassen? Anders gefragt: Was muss man für so eine tolle Errungenschaft an Finanzmitteln einplanen?
 
 

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