Elfenbeintastatur mit (Bleistift-)Strich?


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MuseQ
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Hallo werte Community

Ich bin neu hier im Forum, lese aber schon seit geraumer Zeit sehr interessiert mit. Ich stehe mitten in der Evaluation zu einem Flügelkauf und bin über die fachlich sehr fundierten, auch für den Laien nachvollziehbaren Informationen sehr begeistert.

Ich kann mir ein (anständiges) Neuinstrument nicht leisten und halte auch antike Schätzchen für einiges charmanter. Deshalb schaue ich mich auf dem Gebrauchtmarkt um und habe auch schon den einen oder anderen Flügel probespielen können.

Dabei bin ich nun auf ein Instrument gestossen, das mir preislich wie auch klanglich sehr gut zusagt. Der Flügel (ein deutsches Markenprodukt) ist fast 100jährig, wurde von einem Klavierbauer generalüberholt und komplett neu lackiert. Das Instrument bietet also auch optisch einiges und steht bei mir in der engsten Wahl. Allerdings weist die Elfenbeintastatur einen (optischen) Mangel auf, den ich mir nicht erklären kann. Es handelt sich um einen grauen Strich auf den weissen Tasten, der quer über die ganze Tastatur reicht. Der Strich befindet sich genau dort, wo die schwarzen Tasten enden und die weissen Tasten breiter werden. Er teilt somit die weissen Tasten in zwei Hälften, wobei die obere Hälfte ca. 2/3, die untere (also zum Spieler hingerichtete) Hälfte ca. 1/3 des sichtbaren Teils der Taste ausmachen. Es sieht praktisch so aus, als hätte jemand ein Lineal auf die Tastatur gelegt und mit einem Bleistift einen Strich von links nach rechts gezogen. Fährt man mit dem Finger über die Tasten, spürt man nichts, offenbar handelt es sich also nur um eine Verfärbung.

Kann sich jemand erklären, was das ist und ob es eine Möglichkeit gibt, die Verfärbung loszuwerden?

Herzlichen Dank im Voraus für Eure Antworten!

MuseQ
 
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Klavierbaumeister
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Das ist kein Strich und eigentlich auch kein Mangel:
An dieser Stelle sind Vorder- und Hinterplatte gestoßen, der E-Belag ist also nicht durchgängig sondern zweigeteilt (es gibt aber auch einteilige Beläge).
Da gibt es kaum Chancen, das wegzubekommen.

Für wen das ein "...optischer Mangel..." ist, der dürfte mit Kunsttoffbelag besser bedient sein. :rolleyes:
 
K
Klavierspieler1
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ich würde auch mal auf geteilte Beläge tippen. dann gehen diese striche nich weg...habe ich auch auf meinem knake und stört mich nicht. hab sogar 2 neu geklebt.....sind genauso wie vorher
 
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MuseQ
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Das ging ja flott, besten Dank für die Antworten! Die Erklärung mit dem zweiteiligen Belag macht Sinn. Gemäss Klavierbauer handelt es sich um relativ massive Elfenbeinbeläge, welche "damals noch verbaut worden" seien. Einteilige Beläge wären bei diesem kostbaren Material wohl einfach zu teuer gewesen. Jetzt da ich weiss, was es mit dem "Strich" für eine Bewandtnis hat, kann ich damit gut leben.

Nochmals besten Dank für die raschen Antworten!

MuseQ
 
Klimperer
Klimperer
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Für wen das ein "...optischer Mangel..." ist, der dürfte mit Kunsttoffbelag besser bedient sein. :rolleyes:

... oder er weiß es schlicht nicht besser. Aber deswegen hat er noch lange keine sarkastische Randbemerkung bedient. Angefangen haben wir alle mal irgendwo.

Schade, deine Antwort hätte ohne diesen letzten Satz so perfekt dagestanden...

In diesem Sinne, Gruß vom Kunststoffbelagspieler
Mark
 
klavierrestaurator
klavierrestaurator
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es muss aber nicht unbedingt elfenbein sein... man hat auch zelluloid- und "topfen"beläge aus zwei teilen gemacht, daß sie als ein (schlecht(er) gefugter) elfenbeinbelas aussehen.... die sind aber nicht oft zu treffen...

anekdote: meine cousine hat ein altes klavier wo die tastenbeläge erneuert wurden (mit plastik, natürlich). sie sagte immer, daß sie den "elfenbeinstrich" so schön findet, und daß es schade ist, daß ihre klaviatur keinen hat. und da entstand meine großartige idee; einen riß durchzuziehen. 2 verrückte menschen = gleich gescheneh! mit einem lineal und einer nadel... dann mit dem dreckigen finger drüberreiben und gleich hat sie einen "elfenbeinstrich" hgehabt... ;)

lg
emmenuel
 
 

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