Eine verrückte Idee zum Thema Üben, ohne Nachbarn zu stören

  • Ersteller des Themas MatheCello
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:idee: Nach nunmehr fast vier Seiten, sollte man einfach mal den Titel des Fadens wörtlich nehmen.
 

Kann man den Ton des „eingepackten“ Flügels über ein Mikrophon so abnehmen, dass er dem Ton des uneingepackten Flügels nahekommt?

- Du brauchst ein Profil des Raumes mit geöffneten Flügel
- Du brauchst ein Profil dessen was man an der Spielerposition tatsächlich hört
- Du brauchst das Delta zu den im verpackten Zustand durch das Mikrofon erhaltenen Informationen
- Du brauchst einen Großrechner um aus der Datenmenge die Ablage für jede erdenkliche Situation in ein Rechenprofil zu übersetzen
- Du brauchst Rechenpower um dies Live ohne Latenz umzurechnen
- Du brauchst im Kopfhörer einen Gyro, damit die Software die Position deines Kopfes im Raum kennt (drehst du ihn, ändert sich der Klang)
- Du brauchst erneut Rechenpower, um die Kopfposition auf das Signal wirken zu lassen

Und da käme noch ne Liste hinzu ... !!!

Ich denke nicht, dass dieses Gedankenexperiment zum Erfolg führen kann ... selbst wenn wir das Thema Dämmung und Entkopplung der Schallquelle zur Gebäudestruktur weg lassen.

P.S. der oben von dir erwähnte schalltote Raum ist nicht erstrebenswert um darin Klavier zu spielen. Ich habe es mit der Gitarre bereits probiert. Abgesehen davon reden wir da "Wandstärken der 1,5 m Klasse" und der Boden ist ein Netz um Trittschall zu verhindern.

full


So sieht der Boden bei Beyerdynamic im schalltoten Raum aus. Wie man erkennen kann, geht es unter dem Netz in den "Diffusor" ... und dann kommt ein massives Fundament ...

Gruß
Martin
 
Ok. Das ist energetisch allerdings noch schlechter als hohe Vorlauftemperaturen.

Nein, das ist nur optional z.B. für Zeiten, in denen die Therme im Sommerbetrieb ist. Natürlich sind Küche und Bad auch mit regulären Heizkörpern ausgestattet. Der Heizkörper im Bad hat auch noch zusätzlich einen Stromanschluss für den Sommerbetrieb, wenn man Handtücher trocknen möchte. Es ist keine schnell zusammengenagelte Billigsanierung - die sich in Sachen Klavier eben für uns als Glücksfall herausgestellt hat, weil ich tatsächlich jederzeit üben kann. Es gibt genau einen Nachbarn direkt unter uns, der von von den Klavieren etwas hört und er findet's schön und wir trinken ab und zu einmal ein Glas Wein zusammen.
 
Nein, das ist nur optional z.B. für Zeiten, in denen die Therme im Sommerbetrieb ist.

Da wäre es doch sinnvoller, wenn man das Wohnzimmer separat heizen könnte anstelle von Küche und Bad. So scheint es nur eine Schimmelvermeidungs-Heizung zu sein - und das wiederum lässt nicht gerade auf ein durchdachtes Konzept schließen.

Ich beschäftige mich gerade selbst mit diesen Fragen, weil wir demnächst unser Haus in der Jachenau komplett sanieren wollen bzw. müssen. Es wird darauf hinauslaufen, überall Fußboden- bzw. Wandheizungen zu installieren. Alles andere wären nach Ansicht unseres Energieberaters Kompromisse, die in den nächsten 10-15 Jahren (je nach Entwicklung der Energiepreise) weitere Investitionen nach sich ziehen würden. Dann lieber einmal gescheit und Ruhe ist...
 
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Zum Thema: wird nicht funktionieren, höchstwahrscheinlich optisch unschön aussehen, ich rate zu einem Silentsystem.
 
Da wäre es doch sinnvoller, wenn man das Wohnzimmer separat heizen könnte anstelle von Küche und Bad. So scheint es nur eine Schimmelvermeidungs-Heizung zu sein - und das wiederum lässt nicht gerade auf ein durchdachtes Konzept schließen.
Selbstverständlich kann ich jeden Heizkörper in jedem Raum separat oder zusammen mit anderen regeln. Dafür sind die Thermostate an den Heizkörpern da und und als General in der Steuerung das entsprechende Gerät im Wohnzimmer.
 
Da wäre ich schon froh, wenn ich bis 20 Uhr ohne ständig schlechtes Gewissen spielen könnte.

Das müsstest Du doch nicht haben, weil es erlaubt ist, außerhalb der Ruhezeiten zu spielen.

Du hast Dir eine Alterswohnung gekauft, bist demnach Rentner und kannst am Tag Klavier spielen. Dann sind berufstätige Nachbarn nicht zuhause und Schulkinder auch nicht.

Das Problem verstehe ich nicht.
:konfus:
 
Das müsstest Du doch nicht haben, weil es erlaubt ist, außerhalb der Ruhezeiten zu spielen.
Grundsätzlich ja, aber in gewissem Ausmaß (regional unterschiedlich). Nicht durchgehend, sondern einige Stunden pro Tag.
Dann sind berufstätige Nachbarn nicht zuhause
HomeOffice...

Das schlechte Gewissen entsteht wohl dadurch, dass er das Gefühl hat, den Nachbarn unangenehm zu sein. Das kommt hin und wieder auch dann vor, wenn man im Recht ist.
 
Das hätte man doch bei der Wohnungssuche durch Gespräche mit den potentiellen Nachbarn klären können. Vielleicht fühlen sie sich gar nicht gestört. Es gibt doch auch KL, die in Wohnungen unterrichten.
So eine Klärung gilt allerdings auch nur momentan. Für den aktuellen Nachbarn im aktuellen Gemütszustand. Sollte ein neuer Nachbar einziehen oder dem alten ein halbes Jahr Burgmüller Etüden auf die Nerven gehen ist man wieder am Anfang.
 

Selbstverständlich kann ich jeden Heizkörper in jedem Raum separat oder zusammen mit anderen regeln. Dafür sind die Thermostate an den Heizkörpern da und und als General in der Steuerung das entsprechende Gerät im Wohnzimmer.

Das ist schon klar. Aber warum sollte man in der Übergangszeit, in der die Zentralheizung noch im Sommerbetrieb ist, ausgerechnet die Küche heizen können und das Wohnzimmer nicht?
 
Das müsstest Du doch nicht haben, weil es erlaubt ist, außerhalb der Ruhezeiten zu spielen.

Du hast Dir eine Alterswohnung gekauft, bist demnach Rentner und kannst am Tag Klavier spielen. Dann sind berufstätige Nachbarn nicht zuhause und Schulkinder auch nicht.

Das Problem verstehe ich nicht.
:konfus:
Man kann auch das Pech haben, dass aussenherum nur Rentner und ältere kranke Menschen wohnen die stark ruhebedürftig sind, oder eben auch Familienmitglieder.
 
Hast Du jemals in einem Mehrfamilienhaus gewohnt?

Ja, aber das war vor meiner pianistischen Zeit. Das Haus in Köln hat zwei Wohnungen und im EG befindet sich ein Restaurant. Dort konnten die Gäste das Klavierspiel hören, aber nur ganz dezent. Die Flügel standen im Dachgeschoss, darunter befanden sich mein Schlafzimmer und das Büro. Dort konnte man auch die Übertragung der Tastenanschläge des Digitalklaviers sehr deutlich hören. Allerdings standen dieses und der Bechstein auf einem nicht ausgeschäumten großen Podest (der gesamte Boden wurde in diesem Bereich wegen Unebenheiten erhöht).

Meine Nachbarn im Nebenhaus haben sich nie beschwert, die Mauern dieser beiden alten Häuser sind anscheinend dick genug. Sie haben sich auch nicht beklagt, als @Debösi vor einigen Jahren gegen ein Uhr in der Früh Debussys Kathedrale gespielt hat.

Aber ich hatte KL erwähnt, die in Mehrfamilienhäusern unterrichten. Also gibt es durchaus Menschen, die sich mit dem Geräuschpegel arrangieren können.
 
Auch wenn es noch nicht sehr aussagekräftig ist, hier die Ergebnisse eines ersten Experiments.

Ich habe meinen perfekt restaurierten 165 cm Blüthnerflügel, der bei mir im Einfamilienhaus steht, als Testflügel genommen. Gemessen habe ich mit einer App auf dem handy. Nun werden einige schon aufschreien, nicht kalibriert, unzuverlässig. Alles wahr, aber dass es nichts aussagt, glaube ich nicht.

Was die Kalibrierung betrifft, ich habe ihn im fortissimo offen in 3 m Entfernung gemessen (natürlich öfters), der Durchschnittswert war 95 db. Ich habe gelesen, dass ein Konzertflügel bei 1m Abstand deutlich über 100 db annehmen kann. Da scheinen mir die 95 db nicht absurd. Es geht aber sowieso nicht um den absoluten Schalldruck, sondern um die Veränderung bei Dämmung des Instruments.

Nun habe ich den Flügel geschlossen und der durchschnittliche Schalldruck lag bei 91 db. Das ist beträchtlich weniger, aber immer noch ziemlich laut.

Nun habe ich in dem benachbarten Zimmer gemessen. Das ist durch eine tragende Stein auf Stein Innenmauer getrennt. Die Türen gehen in den Flur. Zunächst mal ist die Dämpfung durch die Wand bzw. Türen beträchtlich. Der Unterschied zwischen offenem und geschlossenem Flügel ist kleiner, was vermutlich daran liegt, dass das Handy im Wohnzimmer so lag, dass der Schall bei offenem Flügel direkt aufs Handy geleitet wird.

Beim offenen Flügel war der Durchschnitt 57,3, beim geschlossenen 55,6. Dann habe ich meine Bettdecke so in den Flügel gelegt, dass die Saiten noch freie schwingen konnten. Man konnte den Flügel gut spielen, der Klang hörte also nicht sofort auf. Der Unterschied zum geschlossenen Flügel war etwa 1/2 Dezibel, das bringt also fast nichts.

Ich muss dazu sagen, dass der Flügel auf einem harten Parkett auf Rädern zum Verschieben steht und unter dem Flügel ein harter Läufer wie ein Teppichboden, also nicht stark dämpfend, steht.

Für mich stellt sich folgende Frage. Lohnt sich ein Versuch, Geld in die Hand zu nehmen und den Flügel „einzupacken“ oder nicht? Im Moment tendiere ist zu „nicht“. Sobald der andere 191 Flügel im Hochhaus steht, werde ich dort das gleiche Experiment mit der danebenliegenden Wohnung machen. Dann frage ich auch den Nachbarn, wie sehr ihn das Spielen stört. Und dann entscheide ich. Vielleicht finde ich einen Händler, der mir das Dämmaterial probeweise zur Verfügung stellt (könnte ja auch für den interessant sein). Dann würde ich es auf jeden Fall machen.
 
Nein. So funktioniert das nicht.

Es fehlt die Aufeinanderfolge von Masse und Dämmung. Die Dämmung erschwert es den "Schallwellen" sich fortzupflanzen, die dahinterliegende Masse absorbiert was durchkommt, strahlt einen Teil auch wieder ab. Mit der nächsten Schicht reduziert sich der Rest usw. usf.

Und die Dämpfung braucht zum Funktionieren eine Dicke, die proportional zur Wellenlänge ist. Was im Mitteltonbereich bei grob 20 bis 30 cm liegt, das schaut im Bass schon viel schlimmer aus. Deshalb ändert so eine einfache Decke von ein paar Zentimetern Stärke primär den Klang (wirkt im Hochtonbereich), aber nicht die Lautstärke.

 
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