Druckpunktsimulation essentiell? Yamaha YDP 164 oder CLP625/Kawai CN29 kaufen?

Das ist mal gut zu wissen, hätte nicht gedacht, dass so alte Komponenten überhaupt noch verbaut werden.
Gibt in dem Preissegment keinen Grund für ein Upgrade. Die Kundschaft kauft es trotzdem bereitwillig.

Gibt es irgendwo eine Übersicht, welche Engines jeweils verbaut sind?
Das wäre die Aufgabe unabhängiger Testzeitschriften, die gibt es im Musikbereich aber nicht.

Derzeit nutze ich ein Casio Privia PX-160, an dem finde ich vor allem die Töne im Bassbereich nicht sonderlich schön.
Casio spielt in der Liga der Platzhirsche nicht ganz mit.

Als Alternative zum CLP-735 käme ja z. B. das Kawai CN-39 infrage, ist das soundtechnisch in etwa auf dem gleichen Stand?
Ganz und gar nicht. Das ist etwa auf dem Stand des Arius YDP, auch das CA49 und ES520 sind dort noch unterwegs. Erst bei ES920 und CA59 kommt eine relativ moderne Klangerzeugung mit größerem Sample-Speicher zum Einsatz (eingeführt mit dem MP11 so gegen 2014).
 
Das wäre die Aufgabe unabhängiger Testzeitschriften, die gibt es im Musikbereich aber nicht.
Das hat mich auch etwas irritiert, die Seiten pianoo.de und bonedo.de gehören ja anscheinend beide zu Thomann. :-/

Werde das CLP-735 mal in Ruhe im Laden antesten, klingt ja so, als könnte man da nicht so viel falsch machen. Worauf spielst du denn selbst?
 
Werde das CLP-735 mal in Ruhe im Laden antesten, klingt ja so, als könnte man da nicht so viel falsch machen. Worauf spielst du denn selbst?

Mit einem frischen Clavinova macht man sicher nichts falsch.

Selbst spiele ich inzwischen auf der akustischen Gitarre (nicht von Yamaha), das P-515 (von Ende 2018) im Profilbild spielt dabei Verstärker und Begleitgerät.

Und entpuppte sich damit letztlich als güstiger und vielseitiger als das ursprünglich geplante CA17.
 

Dass eine App nur ein schickes Frontend für ein Backend ist, das es schon ewig gibt.

Warum sollte man nicht eine alte Technik mit einem neuen Frontend aufhübschen.
Moderne Technilk braucht mehr Rechenleistung und Speicher, was die Marge verringert.
Wenn der Kunde für alte Technik genauso viel bezahlt, wie für neue, warum soll der Hersteller mehr Geld als nötig im Produkt versenken?
 
Da wäre die Frage welche Parameter einstellbar sind, bzw. waren. Mit aktuellen Samples, Saitenresonanz, erhöhter Polyphonie, wüsste ich nicht, warum man sich für Mühe machen sollte, die alte Engine weiter zu verwenden. Das ist viel aufwendiger, als die neue zu beschneiden. Und eben darum:
warum soll der Hersteller mehr Geld als nötig im Produkt versenken?
 
Dass eine App nur ein schickes Frontend für ein Backend ist, das es schon ewig gibt.

Warum sollte man nicht eine alte Technik mit einem neuen Frontend aufhübschen.
Moderne Technilk braucht mehr Rechenleistung und Speicher, was die Marge verringert.
Wenn der Kunde für alte Technik genauso viel bezahlt, wie für neue, warum soll der Hersteller mehr Geld als nötig im Produkt versenken?

Wir haben das Phänomen, daß die Zielgruppe teilweise mehr für ein Telefon ausgibt als für ein Digitalpiano, also liegt der Fokus auf USB, Bluetooth und Apps, nicht auf dem Ton, von dem man über die eingebauten Brüllwürfel eh nicht viel mitbekommt.

Das Klavier-Voice in der Unterklasse kommt in der Regel mit um die 30 Klavier-Samples, verteilt auf 88 Tasten. Die gewinnt man schlicht, indem man die restlichen 400+ aus den Clavinovas wegläßt, inklusive denen für unterschiedliche Anschlagsstärke: Es gibt nur leises dumpfes und lautes helles forte) Mit nur 30 Samples kann man dann auch problemlos 192 Noten (= 96 Stereo-Noten) Polyphonie produzieren mit einer Engine, die ursprünglich für 128 (64) ausgelegt war, weil die Samples eh so kurz sind, daß nach ein paar Zehntelsekunden geloopt wird.

Sämtliche Effekte sind sample-basiert, beispielsweise eine Aufnahme vom offenen Saitenchor, die drübergelegt wird, wenn man das Pedal tritt ("Dämpferresonanz") und bei Kawai auch noch Hammer- und Pedalgeräusche. Die Berechnung von Saitenresonanzen sind modernen Digis vorbehalten, genau wie Key-Off Samples mitsamt Erfassung der Rückschlagsstärke (Release Velocity).
 
Die Berechnung von Saitenresonanzen sind modernen Digis vorbehalten, genau wie Key-Off Samples mitsamt Erfassung der Rückschlagsstärke (Release Velocity).

Erstaunlich.

Saitenresonanzen konnte schon mein GEM RealPiano Extender aus den End-90ern.
Release-Velocity wertete er auch aus, mein Synth (Roland D70) konnte die auch senden.

Verstehe nicht, wo das Problem für die Herteller sein soll. :-)

Grüße
Häretiker
 


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