DIY : Accu Tuner

kreisleriana

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die Klaviertechniker hier wird jetzt natürlich der Schlag treffen ob dieser Frage....

Jensen riet in einem anderen Faden,bei Aufnahmen den Flügel täglich zu stimmen,da nur so das räumliche Klangbild für Aufnahmen erhalten bleibt.
Das kann sich RCA oder die deutsch Grammophon Gesellschaft vielleicht leisten,unsereins aber nie und nimmer,abgesen davon,dass sich kein guter Konzerttechniker finden wird,der so etwas für irgendeinen Amateur macht.

Mein Cembalo einmal pro Woche nachzustimmen ist ja keine Hexerei,den Flügel wage ich aber natürlich niemals anzugreifen.

Jetzt hab ich gelesen, mit einem Gerät namens "Sandersen Accu Tuner" kann jeder Laie perfekt stimmen,das Gerät hat die Muster Stimmungen von 200 Instrumenten einprogrammiert,zusätzlich kann man die aktuelle Stimmung des Klaviertechnikers abspeichern und braucht das dann nur abrufen und tun was das Gerät einem ansagt.Kosten tut das Ding ab 1300 USD(zzgl ein wenig Werkzeug wie guter Stimmschlüssel,Gummikeile) -wäre nach etwa 5-6 Stimmungen also amortisiert.

Klingt ja toll,aber funktioniert das wirklich????
Hat jemand Erfahrungen mit so etwas?
 
Bassplayer

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Mein Klavierstimmer sagte mal, dass er genauer arbeitet als die Stimmgeräte. Ich kann mir das auch vorstellen, denn wenn ich mein Gitarrenstimmgerät nehme und eine Saite am E-bass/Git. anschlage, wandert die angezeigte Frequenz besonders zu Beginn etwas hin und her, entsprechend den Wechselwirkungen zwischen Saite (die ja beim Anschlagen und Schwingen gedehnt wird) und Instrument. Ähnliches habe ich auch schon bei meinem Klavier beobachtet. Natürlich wird das Gerät besser sein als mein 20 Euro - Tuner und vielleicht ist mein Gedanke ja ziemlich falsch aber ich kann mir vorstellen, dass der Einsatz eines solchen Gerätes durch die Schwankungen in der Höhe des vom Instrument produzierten Tons in der Genauigkeit begrenzt ist und ein erfahrener Stimmer hierfür ein besseres Gespür hat, um welche Frequenz der Ton gerade rum pendelt.
 
Sesam

Sesam

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Hallo,
ich habe noch nie einen Stimmschlüssel in der Hand gehalten, nur zugesehen habe ich beim Stimmen schon einige Male. Mein Eindruck war: es genügt nicht ein bißchen nach links und rechts zu drehen. Irgendwie scheint nicht nur das Ohr eine Rolle zu spielen, sondern auch das Gefühl für die Saiten. Jedenfalls, wenn die Stimmung ein wenig halten soll.

LG, Sesam
 
Zweitfluegel

Zweitfluegel

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Ich habe mir auf der Homepage das ganze angesehen. Das Gerät scheint ähnlich zu arbeiten wie tunelab, aber es werden nur drei Töne auf inharmonizität vermessen, nicht wie bei tune lab typisch 6 - 7. Das heißt der Inharmonizitätsverlauf ist ein "educated guess". Das funktioniert gut bei hochwertigen Klavieren und Flügeln, die einen sehr gleichmäßigen Inharmonizitätsverlauf haben und auch sonst leicht stimmbar sind.
Dagegen spricht, dass der Umgang mit dem Stimmhammer auch gelernt sein will, weil man sonst entweder gar nicht dort hinkommt, wo das Stimmgerät/Programm meint man hinsollte, oder die Stimmung nicht hält.
Ich habe meine Flügel wiederholt mit tunelab gestimmt. Die ersten Stimmungen waren langwierig und nicht sehr schön, die "Haltbarkeit" unter jeder Kritik. Nach ca. 20 Stimmungen brauche ich immer noch recht lange, aber die Stimmungen sind einigermaßen ok. Ich stimme meine Flügel alle 3 Monate selbst aber meist kommt der Klavierstimmer/bauer 2 mal Jährlich. Jetzt würde ich sagen, dass meine eigenen Stimmungen mit manchen profesionellen Klavierstimmern mithalten können, leider mit denen, die mir weniger gefallen. Bei den besseren der Branche ist es keine Frage, was mir besser gefällt. Das heißt nach meinem Dafürhalten für Aufnahmen keine Alternative, aber zum Beispiel ideal, um einem lange vernachlässigten Klavier wider zu einer Stimmung zu verhelfen, ohne der Stimmer 5 mal kommen zu lassen.


Grüße Zweitflügel


P.S.: Es gibt von tunelab eine voll funktionsfähige Demoversion, das heißt dem Ausprobieren steht nichts im Wege, am besten unmittelbar vor einem Stimmtermin.
 
S

Styx

Guest
Es gibt wahnsinnig teure und auch sehr exakte Stimmgeräte - nützt nur schlichtweg garnichts wenn man nicht stimmen kann...der Ton muß ja auch halten, und nicht nur beim leichtem Anschlag. Ich selbst habe mal so ein schweineteures Stimmgerät ausprobiert; es kann nicht abstrahieren. Wenn ich schwebene einzelne Seiten habe, wird das Gerät narrisch, nur bei dem Großteil der Instrumente muß man damit rechnen. Gut, so legte ich einfach mal die Temperatur mit einem solchem Gerät...ja, es war mathematisch absolut genau - aber es klang nicht sehr schön.

Ich denke die emotionale Kompetenz eines Klavierstimmers welcher nach Gehör stimmt sollte nicht unterschätzt werden, ein jedes Instrument muß anders ge- (oder ver-)stimmt werden, damit es gut klingt.

Viele Grüße

Styx
 
PianoCandle

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Jetzt hab ich gelesen, mit einem Gerät namens "Sandersen Accu Tuner" kann jeder Laie perfekt stimmen
Zweierlei habe ich dazu zu sagen, wie ich meine abschließend und formatfüllend:

1) Jede/r Begabte kann prima stimmen, nachdem er das zig bis hunderte Male trainiert. Nur dann. Sonst nicht. Und dann ist er/sie auch kein Laie mehr.

2) Ein "Stimmgerät" kann gar nicht stimmen. Überhaupt nicht, nix null nihil rien. "Stimmgerät" ist somit vor allem dies: ein irreführender Begriff.

Abgesehen davon gilt: Solcherlei Tongeneratoren und Tonhöhenanzeigegeräte können durchaus hilfreich beim Stimmen sein. Sowohl für die, die es können, als auch für die, die es probieren.

Gruß
Martin
 
kreisleriana

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1) Jede/r Begabte kann prima stimmen, nachdem er das zig bis hunderte Male trainiert. Nur dann. Sonst nicht. Und dann ist er/sie auch kein Laie mehr.
ja ,habe ich befürchtet.

sieht eben immer so leicht aus,wenn der Techniker das ruck-zuck macht...paar mal fest reinklopfen,wenn das Gerät einem die richtige Tonhöhefür das jeweilige Flügel Modell sagt,hatte ich mir gedacht und man nicht wie Profis nach Gehör Quinten,Quarten mit Spreizung usw durchgehen muss,sollte die Stimmung ja halten,aber ist sicher eine Milchmädchen Rechnung.Das Cembalo ist ja wirklich einfach zu stimmen,aber ein Flügel ist wahrscheinlich doch was anderes.
 
fisherman

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Hallo, Kreisleriana;
in dem Buch "Grand Obsessions" ist der Accu Tuner am Schluss die Lösung "aller" Probleme der Verfasserin. Vielleicht willst Du mit Ihr Kontakt aufnehmen? Hier gehts lang: Grand Obsession by Perri Knize - Synopsis
 
kreisleriana

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in dem Buch "Grand Obsessions" ist der Accu Tuner am Schluss die Lösung "aller" Probleme der Verfasserin. Vielleicht willst Du mit Ihr Kontakt aufnehmen?
ja,das Buch kenn ich.soviel ich mich erinnere stimmt die Autorin mit dem Gerät aber keineswegs selbst,sondern ein Klaviertechniker "kopiert" damit Ihre Lieblingsstimmung eine New Yorker Kollegen.
 

fisherman

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autsch. Du hast recht - hatte ich schon wieder vergessen ... Aber immerhin scheint das Ding zu funzen...
 
S

Styx

Guest
sieht eben immer so leicht aus,wenn der Techniker das ruck-zuck macht...
Na so ruck-zuck geht das nun auch wieder nicht, sehr häufig muß das Instrument vor dem stimmen ja noch "gezwickt" also hochgezogen werden, da die Instrumente in Privathaushalten nur noch selten auf ihrer angedachten Tonhöhe sind. Wenn Du jetzt denkst es einfach mal (zum Beispiel) von 435Hz auf 440Hz zu stimmen, steht Dir eine häßliche Überraschung bevor - sobald Du fertig bist, stimmen nämlich die Intervalle nicht mehr und auf 440Hz ist es eben so wenig :D

Viele Grüße

Styx
 
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