Die Zeit: Vollgriffige Akkorde wie verspiegelte Betonwände ?

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rolf

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keine Ahnung, was die dazu sagt

Debussy selber wünschte, in Sachen Klaviermusik eines Tages zwischen Chopin und Schumann angesiedelt zu werden.

zwar ist es schon lange her, aber schon z.B. Casedesus spielte Debussy mit vorsichtigem Pedalgebrauch, glasklar und ohne verschwommene Ganztonwolken ;)

...wenn Legionen von Sentimentalitätsliebhabern die erste Arabeske und das unvermeidliche Claire de Lune im Pedal ersäufen, dann sagt das nichts darüber aus, wie von Rubinstein, Casedesus und Benedetti feu d´artifice gespielt wurden ;)

historische Instrumente für Klaviermusik des frühen 20. Jh.? ...hm... sooo dolle anders waren die großen Flügel vor 100 Jahren eigentlich nicht.

Klangsinn, klangliche Klarheit und Differenzierung sind eigentlich keine Neuheiten, sondern sollte man erwarten dürfen - Benedettis geradezu legendäre Preludes dürften nicht obsolet geworden sein :)
 
HoeHue

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Schöne Formulierung.

Ich will das auch gerne vermeiden, bin mir aber nicht sicher, wie ich sonst lange Basstöne halten soll, während die linke Hand im Diskant gebraucht wird. Ein Sostenuto-Pedal haben meine "historischen" Instrumente leider nicht. Entweder Basston vorzeitig abgewürgt, oder Klangbrei. Manchmal bin ich versucht, zu versuchen, den Ton im Bass nochmal zwischendurch kurz für einen Pedalwechsel stumm zu drücken, aber das krieg' ich niemals schnell genug hin.
 
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Tastenjunkie

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Das technisch interessante an dem Artikel fand ich, das ein neuer Steinway angeblich wie verspiegelte Betonwand klingen soll. Hochwertiger Einheitsbrei, aus Brillianz und Tragweite? Die alten dagegen viel subtiler und farbiger? Ist das so? Wäre für mich ein Grund für den Hausgebrauch eher was subtiles altes anzustreben...
 
Rheinkultur

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Debussy selber wünschte, in Sachen Klaviermusik eines Tages zwischen Chopin und Schumann angesiedelt zu werden.

zwar ist es schon lange her, aber schon z.B. Casedesus spielte Debussy mit vorsichtigem Pedalgebrauch, glasklar und ohne verschwommene Ganztonwolken ;)

...wenn Legionen von Sentimentalitätsliebhabern die erste Arabeske und das unvermeidliche Claire de Lune im Pedal ersäufen, dann sagt das nichts darüber aus, wie von Rubinstein, Casedesus und Benedetti feu d´artifice gespielt wurden ;)
Die Piano Rolls von 1920 sind für viele Beurteiler aus der angesprochenen "Fachwelt" mitunter etwas zweifelhaft als Quelle. Trotzdem ist die Einspielung des in der Orchesterfassung bekannteren "Danse" ein aussagekräftiges Beispiel für ein sparsam pedalisiertes Spiel, das der junge Arthur Rubinstein zwei Jahre nach Debussys Tod für die "Fachwelt" ein knappes Jahrhundert später hinterlassen hat. Auch die von Debussy selbst ausgeführten Einspielungen lassen erkennen, dass ein Sinn für Klang, Farben oder auch Klangfarben gefragt ist, nicht aber ein undifferenzierter nebulöser Klangrausch unter ständig missbräuchlicher Benutzung der Pedale. Nicht nur ein Walter Gieseking hat auf seinen Debussy-Einspielungen eine genauso differenziert angelegte Klangvorstellung in die Tat umgesetzt, als wenn er stattdessen Schumann oder Chopin interpretiert hätte. Aber zunächst der Link auf die Rubinstein-Einspielung:
Arthur Rubinstein Plays Debussy - Danse - YouTube

Casadesus, Gieseking, Benedetti Michelangeli wurden schon genannt - Marcelle Meyers Interpretationen sind ebenfalls von Rang. Ich frage mich in diesem Zusammenhang, auf wen sich die von rolf erwähnten "Legionen von Sentimentalitätsliebhabern" als geistigen Vordenker berufen könnten...?:D
 
Sesam

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Hallo Tastenjunkie,
probiere es einfach selbst aus. Die Frage, mit welchem Klang man sich wohlfühlt, ist nur von den eigenen Ohren zu beantworten. Ich bin ein starker Befürworter der friedlichen Koexistenz aller Flügel- und Klavierbaujahre. Allerdings ahne ich, auf was der Autor anspielt, wenn er von "verspiegelter Betonwand" spricht. Der Vergleich hat was :D

Ansonsten hat Rolf schon alles gesagt. Trotzdem werde ich mal in die Einspielungen von Lubimov reinhören.

LG, Sesam

P.S. Gerade sehe ich, dass nicht nur Rolf etwas gesagt hat. Also Rolf hat alles gesagt und die anderen noch mehr.
 
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