Das "V-Piano" - es schreiben Besitzer und Tester

Was ich trotzdem noch nicht ganz verstehe - es scheint ja eine gewisse Einigkeit darüber zu bestehen, dass das V-Piano ein interessantes wie offenbar auch realiter fühl- und hörbares Konzept darstellt, mit dem andere Digis sich offenbar nicht messen können.

Das glaube ich nicht - es gibt noch Yamaha Avant Grand. Das N1 (EUR 6.700,00) ist teurer als das V-Piano. Das N3 kostet EUR 16.000,00. Diese Preise müssen ja einen Grund haben.
 
Naja, auch diese teuren Yamahas sind ja eher Nischenprodukte, besetzen allerdings eine etwas andere Nische als das V-Piano: Auf dem Papier glänzen die Yamahas durch eine echte Flügelmechanik, während das Roland eben doch nur eine Mittelklasse-Digitastatur hat. Dafür sind die Yamahas immer noch Home-Digis in dem Sinne, dass im Möbel al les eingebaut ist und man einfach losspielen kann, während das V-Piano formal gesehen eben ein Stage ist.

Es könnte natürlich sein, dass für das subjektive Tastaturgefühl die Anbindung der Tastatur an die Klangerzeugung doch viel wichtiger ist als die tatsächlichen mechanischen Eigenschaften. Das würde die Begeisterungsstürme für das V-Piano erklären und den Aufwand, den Yamaha treibt, ad absurdum führen.

Ich hab heute früh nochmals die Roland-Tastatur ohne Ton ausprobiert und mit dem Flügel verglichen (mit Ton :-). Wie schon mal weiter oben geschrieben
  • sie ist viel schwerer gewichtet, was aber einfach den heutigen Standards entspricht.
  • Sie hat aber meiner Meinung nach aber auch viel weniger Trägheit als mein Flügel. Am Flügel kann ich das Hammergewicht und dessen Trägheitsverhalten am anderen Ende der Taste spüren, das bietet das Roland Digi nicht in dieser Qualität. Ist ja auch kein Wunder, wenn man sich die Hammerattrappe einer Digi-Tastatur anschaut.
Ich finde die Tastatur nicht so gut, wie bei einem echten Flügel. Aber wie gesagt - im Spielfluss ist sie vielleicht ausreichend und die Anbindung der Klangerzeugung mag beim V-Piano die mechanischen Unterschiede ausgleichen.

Ciao
- Karsten
 
Das glaube ich nicht - es gibt noch Yamaha Avant Grand. Das N1 (EUR 6.700,00) ist teurer als das V-Piano. Das N3 kostet EUR 16.000,00. Diese Preise müssen ja einen Grund haben.
Große Gehäuse - und komplizierte Mechaniken - kosten (und das nicht wenig).
Auf dem Papier glänzen die Yamahas durch eine echte Flügelmechanik, während das Roland eben doch nur eine Mittelklasse-Digitastatur hat.
Das mit der "Mittelklasse" stört mich - denn es gibt nichts an der hochpräzisen und standfesten Klaviatur auszusetzen. Druckpunkt usw., alles erste Sahne.
Am Flügel kann ich das Hammergewicht und dessen Trägheitsverhalten am anderen Ende der Taste spüren, das bietet das Roland Digi nicht in dieser Qualität. Ist ja auch kein Wunder, wenn man sich die Hammerattrappe einer Digi-Tastatur anschaut.
Beim Arbeiten einer Mechanik kommt es nicht nur auf Größe und Gewicht des Hammers, sondern eben auch sehr auf die verwendeten Hebellängen an. Ein kleines Gewicht am Ende eines langen Hebelarms hat die gleiche Wirkung wie ein ein großes Gewicht an einem kurzen.
 
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Wie kann man einen Beitrag nur so falsch verstehen.
 
Völlig falsch. Das stimmt so nur für statische Systeme. Genau genommen also, solange man das V-Piano nicht spielt.
Nene, auch für Masseträgheit, ergo Beschleunigungen gilt das. Was einen weit größeren Einfluß auf das Spielgefühl hat, das ist die Auslegung der Mechnik an sich, also aus welchen Hebeln, Elementen, und wie vielen Umlenkungen usw. eine Mechanik aufgebaut ist, wie sich alles zueinander bewegt usf.
 
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Das glaube ich nicht - es gibt noch Yamaha Avant Grand. Das N1 (EUR 6.700,00) ist teurer als das V-Piano. Das N3 kostet EUR 16.000,00. Diese Preise müssen ja einen Grund haben.
Der Preis wird bei einem Digitalpiano fast ausschließlich durch die Tastaturmechanik bestimmt. Eine Holz-Flügeltastatur mit allem Drum und Dran kostet eben so um die 7000 € neu. Also wird das N1 kaum günstiger werden.

Es gab früher oft die Geldspar-Idee Master-Keyboard plus PC-Software. Aber wenn sich den Preis eines Kawai VPC1 ansieht, sieht man auch, daß man damit kaum Geld sparen kann. Denn ein Stagepiano ist ja nichts weiter als ein Masterkeyboard mit integrierter Silentfunktion. Letztere ist nicht wirklich teuer. Yamaha verkauft die alte AWM-Sound-Engine aus den früheren Clavinovas für 200 €: eingebaut in einem 61-Tasten-Keyboard. Das Gleiche mit einer einfachen 88-Tasten-Hammermechanik ist dann gleich mehr als doppelt so teuer.

Das V-Piano ist da eine Ausnahme, weil Roland hier über den sehr hohen Preis tatsächlich die Entwicklungskosten für die Klangmodellierung wieder reinholt. Dessen Tastatur ist ja nur Brot-und-Butter-Hausmannskost.
 
Das mit der "Mittelklasse" stört mich - denn es gibt nichts an der hochpräzisen und standfesten Klaviatur auszusetzen. Druckpunkt usw., alles erste Sahne.
Nichts anderes habe ich behauptet. Aber es ist halt die gleiche Tastatur, wie man sie seinerzeit in einem 1500-Euro-Stagepiano haben konnte (FP-7F), derzeit ist in einem F-140R für unter 1000 Euro eine PHA 4 zu haben, was ich als Mittelklasse ansehen würde.

Ein VW Passat oder ein 5er BMW sind auch Mittelklasse. Verstehe nicht, warum Du damit ein Problem hast!?
 
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Nene, auch für Masseträgheit, ergo Beschleunigungen gilt das. Was einen weit größeren Einfluß auf das Spielgefühl hat, das ist die Auslegung der Mechnik an sich, also aus welchen Hebeln, Elementen, und wie vielen Umlekungen usw. eine Mechanik aufgebaut ist, wie sich alles zueinander bewegt usf.

Du irrst. Schon 1740 hat Leonhard Euler in seiner „Theoria motus corporum solidorum seu rigidorum“ beschrieben, warum das so ist. Kurz gesagt, geht bei der Berechnung des Trägheitsmomentes eines Rotationskörpers die Masse linear, der Abstand aber quadratisch in die Gleichung ein. Näheres findest Du sicher noch in Deinem Physikbuch aus der Jahrgangsstufe 11.

Grüße, Jörg
 
... Ein kleines Gewicht am Ende eines langen Habelarms hat die gleiche Wirkung wie ein ein großes Gewicht an einem kurzen.
Das stimmt nicht für den spielbaren Teil der Taste. Da ist die Tastenvorderlänge immer wichtig für den Kraftuntschied zwischen den vordern und hinteren Teil der spielbaren Tasten. Lange Tastenvorderlänge ist immer günstiger, weil der Kraftunterschied klein ist. Das gilt auch für alle Digis.
 

@Moderato, @jk82
Ihr habt sicher nicht (ganz) unrecht, aber ich glaube, die Diskussion wird langsam zu physiklastig.
Die Sache mit der Tastenvorderlänge war im Faden schon da, glaube ich.
 
Das stimmt nicht für den spielbaren Teil der Taste. Da ist die Tastenvorderlänge immer wichtig für den Kraftuntschied zwischen den vordern und hinteren Teil der spielbaren Tasten. Lange Tastenvorderlänge ist immer günstiger, weil der Kraftunterschied klein ist. Das gilt auch für alle Digis.
Das ist übrigens auch der Grund, warum die sehr kurzen GHS-Tasten in Yamahas Einsteiger-Digitalpianos recht leicht gewichtet sind: Weil man sie innen sonst gar nicht mehr spielen könnte. An längere Tasten kann man dann auch schwerere Hammergewichte hängen (wodurch das ganze Gerät natürlich auch schwerer wird) und die Tastatur wird außen und innen gleichmäßiger.
 
Nein, ich war gut. Aber das hier:
geht bei der Berechnung des Trägheitsmomentes eines Rotationskörpers die Masse linear, der Abstand aber quadratisch in die Gleichung ein.
Dürfte viele hier schon etwas überfordern.

Was in dieser Beziehung wichtig ist: es wurde gesagt, ein kleines Hammergewicht(chen) in einer Klaviatur habe andere Auswirkungen als ein großes. Und das ist eben nicht ganz richtig.

Ein kleines Gewicht an einem entsprechenden Hebel "fühlt" sich beim Spielen ganz genauso an wie ein größeres, an einem entsprechend anders dimensionierten Hebel.

Deswegen macht es nichts aus, daß in der V-Klaviatur nur ein relativ kleines Metallgewichtchen (soweit ich mich erinnere) verbaut ist.
 
Es gibt auch ein ganz einfachen versuch von keppler. Man habe auf einer Achse 2 gegenüber gelagerte Körper (mit derselben masse). Man drehe diese mit einer bestimmten Geschwindigkeit. Und dann führe die Körper jeweils auseinander oder zur Achse (Mittelpunkt) hin. Was kann man beobachten?

Lg lustknabe
 
Es ist lustig 3klang. Sobald Methode ins Spiel kommt eierst du rum. Es zeigt deine dilettantische Ader. Wobei ich einen Dilettanten schätze, und ich meine nicht nur den Namen eines forumsmitgliedes. Du bist eher ein Stümper der sich von seinen "sinnen" komplett manipulieren lässt. Man sollte sich manchmal nicht zu ernst nehmen.

Lg lustknabe
 

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