Chopin: Variationen zu "la ci darem la mano" - schnelle gesprungene Terzläufe?

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Sulan

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Hallo allerseits,

ich habe mich nach längerer Zeit mal wieder an etwas großes gewagt und die Variationen zu "la ci darem la mano" angefangen. Ein unglaublich schönes Stück meiner Meinung nach.

Das geht auch bisher ganz gut, aber an einer Sache beiße ich mir die Zähne aus: In der Einleitung Takt 23, die 16-tel Triolen mit den Terzen im Oktavabstand (keine Ahnung, wie man das besser beschreiben soll). Auf jeden Fall sind die unglaublich schnell und auch, wenn ich sonst Dezimen bequem greifen kann, muss ich an dieser Stelle springen.

Gibt es irgendwelche Tipps, die dabei helfen, diese Stelle sauber und in einem flüssigen Tempo zu spielen? Ich übe die nun schon seit Wochen, aber kann sie einfach nicht an die Geschwindigkeit des restlichen Stückes angleichen.

Vielleicht hat ja jemand das Stück schonmal gespielt?

Danke,
Sulan
 
klavigen

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Noten

Kannst du bitte einen aussschnitt der Stelle als Notenpic posten

danke
 
S

Sulan

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klar .. dritter Takt in dem Ausschnitt.

Danke,
Sulan
 

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koelnklavier

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Ich habe die Variationen noch nicht gespielt - aber als Anregung: Im T 4 wird der Dezimengriff zweimal als Arpeggio aufgelöst. Wenn das Tempo wirklich so schnell ist, wie Du sagt, - läßt sich daraus nicht ein Bewegungsablauf als "geschüttelte Arpeggien" in T 3 entwickeln?
 
klavigen

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ganz neu

Ich muss gestehen, ich kannte bisher weder das Stück vom Üben noch diese Stelle, die aber ne echte Nuss ist.

Könntest du bitte mal das gewünschte tempo sehr genau angeben- denn in vorsichtigem Tempo geht das ja noch gleich, aber wo ist die magische Grenze.

Ich vesuche mal, mir eine Lösung einfallen zu lassen- Man sollte auch Thepianist73 direkt fragen, vielleicht hat er das schon gespielt und die Schwierigkeit überwunden.
 
klavigen

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lieber nicht

Ich habe die Variationen noch nicht gespielt - aber als Anregung: Im T 4 wird der Dezimengriff zweimal als Arpeggio aufgelöst. Wenn das Tempo wirklich so schnell ist, wie Du sagt, - läßt sich daraus nicht ein Bewegungsablauf als "geschüttelte Arpeggien" in T 3 entwickeln?
Wenn ich dich richtig verstehe, halte ich das für keine gute Möglichkeit, weil die Terzen doch präzise synchron angeschlagen werden müssen, sonst verwässet der beabsichtigte Klang, oder meinst du das anders ?

Ich denke, wenn die Stelle im Kopf ist, wird sie auch spiel und formbar. Ich warte jetzt nochmal auf die Tempoangabe- oder ein anderer Pianist, der es kennt, stellt noch eine weitere Idee zur Verfügung. Die Stelle hat es aber wirklich in sich, weil man so garnichts puscheln und muscheln kann. Ausser ehrlicher Kopf- und Handarbeit scheint es nicht viele Möglichkeiten zu geben. Ich denke, dass man die Hand auf keinen Fall ind dieser deziemenspannung halten sollte, sondern auch zwischen den terzen kurz reflektorisch entspannen muss.
 
S

styde

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Kann aus pianistischer Sicht nicht mitreden...aber: Tempoangabe ist Largo eine viertel=63. Claudio Arrau spielt es extrem langsam (eigentlich schon zu langweilig für meinen Geschmack), auch diese Stelle..da ist jede Terz deutlich zu hören. Alexis Weissenberg spielt das ganze wesentlich schneller und mit mehr "Schmiss"..wie der das mit den Terzen hinbekommt, ist mir rätselhaft..kann mich leider nicht mehr dran errinnern, ob der so riesige Hände hatte..
IdS Grußle B
 
S

Sulan

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Hallo zusammen,

erstmal vielen Dank für die vielen Antworten. Ja, die Stelle ist leider sehr schwer, aber das Stück klingt leider so schön, dass ich mir lieber die Zähne ausbeiße als aufzugeben ...

Als Arpeggien kann man es meiner Meinung nach nicht spielen, da der Charakter dieser Stelle dadurch verloren geht (außerdem wäre das "schummeln" :rolleyes:). Was die Tempoangabe angeht, tue ich mich immer recht schwer, das "richtige" zu finden, da es da nach Interpret immer recht viel Spielraum gibt. Zur Orientierung: Ich habe eine Aufnahme gespielt von Idil Biret, die diese Stelle mit einer sehr schönen Leichtigkeit und gutem Tempo (wenn ich richtig gehört habe: 71) spielt. "Sehr schnell" ist angesichts des ruhigen Gesamttempos wohl übertrieben - sagen wir also besser "zu schnell für mich".

Außer langen Fingern und viel Übung hilft einem hier anscheinend nicht viel oder hat evtl. der ein oder andere noch einen Tipp?

Dann werde ich gleich mal wieder die Nachbarn etwas mit dieser Stelle nerven.

Danke und Grüße,
Sulan

PS: Ansonsten kann ich das Stück aber nur empfehlen - gerade denen, die es noch nicht kennen. Besonders Variation 1 hat es mir angetan. Die Noten findet man glaube ich auch im Internet zum Download.
 
S

Sulan

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Ja, es ist mit Sicherheit kein leichtes Stück, aber in dem Video ist es auch arg schnell gespielt. Beneidenswert schnell allerdings ;)

Vermutlich tue ich mich auch deshalb damit so schwer, weil es eine Kategorie (oder zwei) zu hoch ist für mich. Ich habe mich allerdings mit Einstufungen in Schwierigkeitsniveaus nie aufgehalten, also kann ich das meist immer erst beurteilen, wenn ich irgendwo dran knabbere.
 

rolf

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der Takt ist eigentlich ganz leicht, man darf nur keine Angst haben. in Liszts Tarantella gibt es so etwas in Sexten und wirklich sehr schnell, und das ist auch nicht sonderlich problematisch.
zurück zu hier: es ist eine Frage des "simultanen Denkens"! Wenn in deinem Kopf die obere Terzentonleiter mit 3/4-5 völlig klar ist und läuft, wenn die untere mit 1-2 ebenso klar ist, DANN spielst du das quasi "mit zwei imaginären rechten Händen"!!! Übrigens ist dieses quasi choreografische Denken sinnvoll für die Ausführung aller Sprungstellen, und wahrlich: da gibt es enorm schwierigere. - die Bewegung zwischen der oberen und phasenverstzt unteren Terzentonleiter muss locker und flach sein, im denken ist da gar keine Bewegung, sondern im denken weist der innere Choreograph zwei verschiedene "Tänzer" an, ihre Schritte auf der "Tastenbühne" zu hoppeln.
---- klingt wunderlich, aber es ist wirklich nur ein mentales, kein manuelles Problem - ich attestiere mir, das zu beurteilen, da ich erstens Konzertpianist bin und zweitens die Solofassung der Variationen oft im Konzert gespielt habe.
------------ganz was anderes in den Variationen: kannst du Variation IV "con bravura" im vorgeschriebenen Tempo spielen? DAS ist widerborstig und meiner Ansicht nach der einzige wirklich unangenehme, d.h. trainingsaufwendige Abschnitt. Ansonsten ist alles relativ "normal" für virtuos wirken wollende frühromantische Klaviermusik - so ganz der echte Chopin ist es noch nicht, und z.B. das Finale der Ballade IV f-Moll ist viel viel schwieriger.
 
 

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