Chaotischer Klavierunterricht

Dieses Thema im Forum "Klavierspielen & Klavierüben" wurde erstellt von Melodie, 26. Feb. 2007.

  1. Melodie
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    Melodie

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    Hallo zusammen :) ,

    meine Tochter (9 J.) und ich (37 J.) sind Anfänger und spielen seit einem 3/4 Jahr Klavier. Es macht uns großen Spaß. Wir teilen uns zusammen eine Klavierstunde (also jeder eine halbe Stunde), da meine Tochter zusätzlich noch Querflöte (seit zwei Jahren) und im Orchester spielt.

    Leider fühlten wir uns beide bei unserem ersten Lehrer nicht sehr wohl. Meine Tochter litt sogar so sehr, dass sie ganz mit dem Klavierspielen aufhören wollte. Der Lehrer schimpfte mit ihr, setzte sie unter Druck, weil sie neue Stücke nicht sofort spielen konnte und das Notenlesen noch nicht saß. Und das, obwohl meine Tochter wirklich jeden Tag geübt hatte. Auch ich hatte den Eindruck, dass unser Lehrer sehr ungeduldig war und uns durch die Lektionen treiben wollte. Auf Handhaltung hat er gar nicht geachtet.

    Als ich den Fortschritt meiner Tochter mit dem einer ihrer Freundinnen vergleichen konnte, die seit zwei Jahren Klavier spielt, fiel ich vom Hocker. Meine Tochter spielte nach dem halben Jahr Klavierunterricht wesentlich schwerere Stücke. In mir wuchs die Befürchtung, dass wir einfach keine Zeit hatten grundlegende Techniken zu erlernen und dass wir hiervon ein bisschen, davon ein bisschen lernen sollten und das husch husch husch.

    Jetzt haben wir seit zwei Monaten eine neue Klavierlehrerin, die sehr nett ist. Sie hat sich angehört wie weit wir sind und setzt jetzt daran an. Meine Tochter hat bei ihr jetzt mit der europäischen Klavierschule Band 2 begonnen und kommt damit sehr gut zurecht. Auch auf die Handhaltung wird nun geachtet. Geschimpft wird gar nicht und die Stücke dürfen solange geübt werden wie nötig. Während der Stunde werden neue Stücke so lange besprochen, bis klar ist wie sie geübt werden sollen. Zum Glück möchte meine Tochter nun auf keinen Fall mehr mit dem Klavierunterricht aufhören und übt jetzt jeden Tag aus Freude, nicht aus Angst.

    Jetzt zu meiner Frage: Durch die chaotischen Anfangsverhältnisse habe ich nun die Befürchtung, dass uns wegen der Eile Grundlagenwissen und Sicherheit fehlt. Haben wir die Möglichkeit das wieder auszugleichen oder nachzuholen? Oder mache ich mir da einfach unnötig Gedanken?

    Ich würde mich über eure Meinung und Tipps sehr freuen.

    Herzliche Grüße
    Melodie
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 26. Feb. 2007
  2. bechode
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    bechode

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    Hallo Melodie
    Ich glaube da musst du dir keine großen Gedanken machen. Wenn deine momentane Klavierlehrin (was ich sehr hoffe) besser ist, dann wird sie mit Sicherheit, wenn in bestimmten Bereichen Defizite vorhanden sind, diese erkennen und hoffentlich sofort ausbügeln. Und ich denke sooo viel an grundlegender Technik gibt es zu diesem Zeitpunkt noch nicht, die müsste sogar euer alter Klavierlehrer euch beigebracht haben wie z.B. Noten lesen, Handhaltung, Noten binden...
    Also ich würde mir da keine all zu großen gedanken machen;)

    gruß bechode
     
  3. Melodie
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    Melodie

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    Vielen dank, Rosenspieß und bechode, für eure schnellen und beruhigenden Antworten.

    Ich denke, ich habe einfach noch nicht so den Überblick, und was das Üben betrifft, sind neue Stücke bei mir zunächst immer irgendwie mit Verrenkungen verbunden :oops: . Zum Glück achtet unsere jetzige Lehrerin sehr darauf und zeigt auch, wie es ohne Verrenkungen geht.

    Ich hatte nur irgendwie die Befürchtung, dass das erste halbe Jahr nicht so wirksam war. Aber ihr habt sicher recht damit, dass sich erlernte Fehler wieder ausbügeln lassen und eine gute Lehrerin die Schwachpunkte erkennen und beheben wird. Ich bin jetzt ganz zuversichtlich :cool: . Ein halbes Jahr chaos ist ja wirklich noch nicht allzuviel gewesen. Es liegt wohl eher an meiner Einstellung: ich bin wohl sehr ehrgeizig und möchte alles richtig machen.

    Herzliche Grüße
    Melodie
     
  4. Siggi
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    Siggi

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    Melodie,

    ich hatte die ersten 1.5 Jahre einen ziemlich blöden Lehrer (so richtig konnte ich das aber erst später einschätzen); alles was er versäumt hatte, ist dann halt im Verlauf der nächsten Monate aufgetaucht, musste ich eben nachträglich ändern, korrigieren, lernen. War teilweise ziemlich frustrierend, weil es ja doch den einen oder anderen Rückschritt bedeutet hat, aber "schlimm" war es nicht.