Börsendorfer wird abgerissen

Drahtkommode

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Knack wech den Schiet!
(sagt man dazu in der "Freien und Abrisstadt Hamburg" (Alfred Lichtwark))

:mad:
 
Wiedereinaussteiger

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Viel zu wertvolles Gelände, als dass der Grundstyxinhaber es zuließe,d ass die Wirtschaftlichkeit der Weiterverwertung litte.

Ist überhaupt Bösendorfer/Yamaha der Eigentümer? Oder haben die längst bereits vertickt und zahlten bislang Miete?
 
K

Klavierbauermeister

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Das Gebäude hat BÖSENDORFER noch nie gehört, waren nur zur Miete dort und haben die fast fertigen Instrumente dort noch reguliert und versandfertig gemacht - die Herstellung bis zum Versand findet nun komplett in der eigenen Fabrik in Wiener Neustadt statt.
 
klaviermacher

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Ja, und die Miete war horrend... Um das Gebäude ist aus städtehistorischer Sicht jedenfalls ewig schade. Armes Wien :-(
Aber eigentlich ist dieses Thema in der falschen Rubrik. Gehört eher unter "sonstiges" ...
 
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klaviermacherwien

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Das Gebäude hat BÖSENDORFER noch nie gehört, waren nur zur Miete dort und haben die fast fertigen Instrumente dort noch reguliert und versandfertig gemacht - die Herstellung bis zum Versand findet nun komplett in der eigenen Fabrik in Wiener Neustadt statt.
Ihre Mitteilung ist falsch ! Das Haus gehörte zuerst Ludwig Bösendorfer und dann den nächsten Eigentümern Hutterstrasser , erst die amerik. Besitzer der Fa. Bösendorfer waren im Gebäude bloss Mieter (Pächter ) .
 
C

Curby

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Also schön ist das Gebäude doch nun eher nicht. Warum son Aufschrei? Wegen den Bösendorfer Schriftzug am Gebäude :D ?
 
S

Styx

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Also schön ist das Gebäude doch nun eher nicht. Warum son Aufschrei? Wegen den Bösendorfer Schriftzug am Gebäude :D ?
Es ist vom äußeren sicher nicht mehr im Originalzustand gewesen, sondern den Modernisierung/Entschnörkelungswahn der 50/60iger Jahre zum Opfer gefallen - man stelle sich mal vor, das Gebäude wäre stattdessen rekonstruiert worden - das wäre für Wien wohl wirklich eine Bereicherung gewesen. Ich sag nur "Leipzig, BlüthnerKarree"

Viele Grüße

Styx
 
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Curby

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Es ist vom äußeren sicher nicht mehr im Originalzustand gewesen, sondern den Modernisierung/Entschnörkelungswahn der 50/60iger Jahre zum Opfer gefallen - man stelle sich mal vor, das Gebäude wäre stattdessen rekonstruiert worden - das wäre für Wien wohl wirklich eine Bereicherung gewesen. Ich sag nur "Leipzig, BlüthnerKarree"

Viele Grüße

Styx
Sowas habe ich in der Tat vermutet. Also wenn die Bausubstanz zu marode ist für ne Sanierung (Wohnungen schaffen), dann kann das doch ruhig weg. So sehe ich das
 
S

Styx

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Also wenn die Bausubstanz zu marode ist für ne Sanierung
Siehe:
Abriss in Wien: Bösendorfer-Fabrik ist Geschichte
THOMAS TRENKLER, 6. Juli 2012, 07:28



Langgestreckte Fassade mit Korbbogentor: die ehemalige Bösendorfer-Fabrik in der Graf-Starhemberg-Gasse 14. Hier werden 80 Wohnungen samt Tiefgarage errichtet.


Die ehemalige Klavierfabrik wird abgerissen
Wien - Ab Montag verschwindet in der Wieden ein Stück österreichischer Identität: Im Auftrag der Linzer Real-Treuhand Immobilien, einer Tochter der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich, wird die ehemalige Bösendorfer-Fabrik abgerissen. Auf dem 2711 Quadratmeter großen Areal sollen 80 Miet- und Eigentumswohnungen samt Tiefgarage errichtet werden.

Am 25. Juli 1828 gründete Ignaz Bösendorfer in Wien ein Unternehmen, das binnen kurzer Zeit Weltgeltung erlangen sollte. Denn seine Klaviere zeichneten sich sowohl durch einen klaren, warmen Klang als auch eine äußerst solide Verarbeitung aus. Die Flügel hielten selbst dem impulsiven Spiel von Franz Liszt stand.

Nach dem Tod von Ignaz Bösendorfer 1859 übernahm dessen Sohn Ludwig die Geschäfte. 1870 übersiedelte das Unternehmen in ein bestehendes Fabrikgebäude in der Graf-Starhemberg-Gasse 14, das 1871 bis 1873 adaptiert wurde. Die Bedeutung von Bösendorfer als Konzertflügel nahm auch in den nächsten Jahrzehnten zu. Die Reputation verlor der Klavierbauer im Zweiten Weltkrieg bzw. in der Nachkriegszeit, als nicht oder nur ungenügend produziert werden konnte: Steinway eroberte konkurrenzlos den Markt.

Nach Wiener Neustadt verlegt

1966 wurde das Unternehmen von der US-Firma Kimball-International übernommen, 1973 verlegte man die Fertigung zum Großteil nach Wiener Neustadt, 2007 kaufte Yamaha das Unternehmen von der Bawag, 2010 wurde die Fabrik auf der Wieden stillgelegt.

Damals kam es zu einer Unterschutzstellung des straßenseitigen Traktes durch das Bundesdenkmalamt. "Ich hatte aber damals schon Bauchweh", so BDA-Präsidentin Barbara Neubauer. "Das Objekt selbst hat keine Denkmalqualität." Die drei Besitzerinnen der Liegenschaft gingen in die Berufung - und das Kulturministerium hob den Bescheid im November 2011 auf. Laut Neubauer sei die Entscheidung völlig richtig gewesen: "Wir sollten uns auf die wirklich schützenswerten Objekte konzentrieren." Die Bösendorfer-Fabrik sei ein "klassischer Gedenktafelfall", mehr nicht.

Im Jänner dieses Jahres erwarb die Real-Treuhand die Immobile. Im Herbst soll das Projekt eingereicht werden, man rechnet mit einem Baubeginn Mitte 2013. (Thomas Trenkler, DER STANDARD, 6.7.2012)

Aktuelle Immobilien finden Sie auf derStandard.at/Immobilie
Quelle: http://derstandard.at/1259282721240...&tbnw=178&ndsp=56&ved=1t:429,r:17,s:508,i:161

Viele Grüße

Styx
 
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Styx

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Jain - es gehört eigentlich ins "Klavierbauerforum", dies gibt es nur hier nicht - und anzuregen daß ein solches erstellt wird.......mei, sollte so etwas so ganz rein zufällig von der Forenleitung gelesen werden, tät es wohl eh Jahre brauchen bis ein solches mal umgesetzt würde :D

In sofern denke ich schon, daß es hier ganz gut aufgehoben ist, da ja hier die vorwiegenden Klavierbauerbeiträge zu finden sind ;)


Viele Grüße

Styx
 

Ambros_Langleb

Ambros_Langleb

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Also schön ist das Gebäude doch nun eher nicht. Warum son Aufschrei? Wegen den Bösendorfer Schriftzug am Gebäude :D ?
Nein, schön ist es nicht. Anderseits gibt es aber das Konzept des Gedächtnisortes. Noch heute erklettern jährlich Tausende von Besuchern in Athen einen öden Felsen, nur weil er als Geburtsort der europäischen Demokratie gilt. Oder quetschen sich durch die engen Räume eines Hauses in Eisenach, vom dem man vor seiner Renovierung ebenfalls mühelos hätte sagen können, "es könne ruhig weg" - nur weil es mit dem Namen Bachs verknüpft ist.

Auch wenn nicht viel zu sehen ist, geht von Orten der Geschichte offenbar immer eine Faszination aus. Und auch wenn man selbstredend nicht alles bewahren kann, wäre es doch schön, wenn es wenigstens einen "Gedächtnisort" des österreichisch-süddeutschen Klavierbaus gäbe. Der Alte Streicherhof in Wien etwa wurde leider schon 1959 abgerissen und auch in Augsburg erinnert nichts mehr an die augsburgisch-wienerische Klavierdynastie der Stein, nachmals Streicher. Unter diesem Aspekt finde ich das Verschwinden der historischen Produktionsstätte der Bösendorfer doch sehr schade. Renoviert, einer neuen Nutzung zugeführt und mit einem Dokumentationsraum zu seiner Geschichte ausgestattet hätte sie vielleicht ein Anziehungspunkt für "Klavierpilger" werden können.

Grüße,

Friedrich
 
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Curby

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Nein, schön ist es nicht. Anderseits gibt es aber das Konzept des Gedächtnisortes. Noch heute erklettern jährlich Tausende von Besuchern in Athen einen öden Felsen, nur weil er als Geburtsort der europäischen Demokratie gilt. Oder quetschen sich durch die engen Räume eines Hauses in Eisenach, vom dem man vor seiner Renovierung ebenfalls mühelos hätte sagen können, "es könne ruhig weg" - nur weil es mit dem Namen bachs verknüpft ist.

Auch wenn nicht viel zu sehen ist, geht von Orten der Geschichte offenbar immer eine Faszination aus. Und auch wenn man selbstredend nicht alles bewahren kann, wäre es doch schön, wenn es wenigstens einen "Gedächtnisort" des österreichisch-süddeutschen Klavierbaus gäbe. Der Alte Streicherhof in Wien etwa wurde leider schon 1959 abgerissen und auch in Augsburg erinnert nichts mehr an die augsburgisch-wienerische Klavierdynastie der Stein, nachmals Streicher. Unter diesem Aspekt finde ich das Verschwinden der historischen Produktionsstätte der Bösendorfer doch sehr schade. Renoviert, einer neuen Nutzung zugeführt und mit einem Dokumentationsraum zu seiner Geschichte ausgestattet hätte sie vielleicht ein Anziehungspunkt für "Klavierpilger" werden können.

Grüße,

Friedrich
Ich denke, das beschränkt sich i.d.R. auf Gebäude, die auch einen äußerlichen Reiz haben, Sie zu besuchen. Ausnahmen bestätigen die Regel. Dann gibt es noch solche Gebäude wie den Palast der Republik, der zum Glück aus dem Bild der Innenstadt Berlins entfernt wurde. Ostberlin ist Denkmal genug für die DDR..

Und ob die Bösendorfer Fabrik einen so großen touristischen Anlaufpunkt darstellt wage ich zu bezweifeln. Und wie groß ist schon der Markt für Klavierpilger? Das wird der Stadt Wien oder den Verantwortlichen denke ich ziemlich egal sein.
 
Klimperer

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Das Schönste am ganzen Faden?

Die Freud'sch-anmutende Fehlleistung im Titel. ;)
 
 

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