Bin gerade etwas geknickt u. brauche etwas Aufmunterung.....

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Sonnenblume

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16. Feb. 2007
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Hallo alle zusammen!

...wie das Thema schon lautet bräuchte ich mal etwas Trost und einen guten Rat von euch......

Tja, ich dachte bislang eigentlich, dass ich mich mit diesem Thema Gott sei Dank nicht beschäftigen müsste aber nun scheint es doch so weit gekommen zu sein.

Heute Nachmittag sitze ich am Klavier und spiele, da klingelt es an unserer Wohnungstür....und wer steht draußen? Unsere Nachbarin - die sich beschwert!

Ich war total überrascht! Vor allem weil ich das gerade genau von ihr nie erwartet hätte! Ich dachte bislang immer, sie sei schwer in Ordnung.

Wir haben unser Klavier seit Mitte Februar diesen Jahres und es gab weiß Gott Zeiten in denen ich viel viel länger am Tag gespielt habe (vor allem gerade in der Anfangszeit habe ich Sonntags teilweise 6-7 Stunden oder mal wochentags von 18.00h bis 21.59h durchgespielt...-die Ruhezeiten wurden selbstverständlich immer peinlichst genau eingehalten).

Sie hat nie auch nur ein Sterbenswörtchen dazu gesagt - vor allem weil sie ja früher selber ein Klavier hatte und sie sich für uns mitgefreut hat, als sie erfuhr, dass wir ein Klavier bekommen...(Es sei erwähnt, dass es sich um eine alleinstehende ältere Dame handelt.)

Und heute Nachmittag stand sie dann da und meinte patzig, ob ich bitte aufhören könnte zu spielen da ihrer Meinung nach 2 Stunden ausreichen würden. Mein Mann u. ich fielen beide aus allen Wolken!
Wir hatten nicht damit gerechnet, dass sie mein Klavierspielen so arg stören würde! Vor allem hatte ich gerade mal 1,5 Stunden gespielt! Ich war um 15.15h angefangen, hab´dann zwischendurch auch 2 kleine Pausen von etwa 10 Minuten gemacht und um 16.45 stand sie dann vor der Tür.

Komischerweise hat sie jetzt fast 4 Monate nichts gesagt und auf einmal meint sie, sich beschweren zu müssen, ausgerechnet in einer Phase, in der ich weniger spiele als sonst....Die letzten 2 Wochen hab´ich einige Tage gar nicht, manchmal auch nur 1/2 Stunde am Abend gespielt....

Tut mir leid, wenn ich euch jetzt mit meinen Problemen nerve aber ich bin echt gefrustet und zutiefst enttäuscht....

Sie sagte, sie hätte im Garten auf ihrer Terrasse gesessen und hätte dort keine Ruhe finden können....schließlich wäre sie in Haus gegangen und auch dort hätte man mich hören können....

Das kann aber gar nicht so schlimm gewesen sein! Wir hatten Türen und Fenster alle geschlossen und wir haben das desöfteren getestet, ob man draußen etwas im Garten hören kann wenn ich spiele...
Selbst in unserem Garten kann man es nur ganz leise hören...man kann also noch nicht einmal wahrnehmen welches Lied ich spiele....also kann sie das auf ihrer Terrasse erst recht nicht so extrem hören.....

Echt klasse. Jetzt bin ich schon am überlegen, ob ich mein akkustisches Klavier verkaufe und mir ein Digitalpiano zulege weil ich echt keine Lust auf Nachbarschaftsstreß habe und ich manchmal -vor allen Dingen an manchen Wochenenden - schlechtwetterbedingt auch gerne mal etwas länger als nur 2 Stunden spielen möchte!

Auf jeden Fall ist meine Spielfreude jetzt erst mal dahin und ich weiß jetzt schon, dass ich mich das nächste mal auch ganz anders ans Klavier setzen werde - nämlich immer mit so einem komischen Gefühl im Bauch....

eine traurige Sonnenblume :cry:
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Sonnenblume,

das tut mir echt furchtbar leid! Das ist ja wirklich schrecklich!
Finde es auch seltsam, dass sich jemand vier Monate lang gar nicht beschwert und dann plötlich doch. Hm. Erst einmal ist es ja gut, dass du die Ruhezeiten einhältst. Also kannst du dir rein rechtlich ja nichts vorwerfen (obwohl ich nicht sicher bin, ob man nicht nur drei Stunden musizieren darf. Vielleicht gilt diese REgelung ja nur für Miethäuser). Sind eure Häuser dicht beieinander? Bei uns sind sie halt weiter auseinander und selbst im Garten hört man mein Spielen kaum. Aber du sagst ja auch, dass man es bei dir nur wenig hört. Hm. So etwas ist natürlich ärgerlich, gerade wenn man gerne Klavier spielt. Vielleicht kann man ja wenigstens hoffen, dass der Vorfalll eine Ausnahme bleibt. Oft lassen Menschen ihre schlechte Laune auch an andere aus. Vielleicht war die alte Dame ja einfach mal schlecht drauf.
Auch wenn du demnächst ein komisches Gefühl beim Spielen hast - mach's einfach und warte ab, was passiert. Wenn sie sich nochmal beschwert, dann muss man sich halt irgendwie arrangieren. Niemand möchte ja einen Nachbarschaftsstreit. Ihr könntet euch beispielsweise auf bestimmte Übzeiten einigen. Mach' ihr klar, dass Klavier dein Hobby ist und jeder irgend etwas zum Ausgleich braucht und auch ein Recht darauf hat. Man kann bestimmt irgendwie vernünftig miteinander reden.
Lass' dir die Freude am Spielen nicht nehmen. Klar wird es am Anfang jetzt etwas seltsam sein, aber das gibt sich. Versuche die Frau zu vergessen.

Übrigens: Ich kenne jemanden, der ein ähnliches Problem auf folgende WEise gelöst hat: Der besagte Mensch hat Klarinette gespielt, was die Nachbarn anfangs auch gestört hat. Er kam dann mal auf die Idee, ein 'Konzert' zu veranstalten, nur für die Nachbarn. Diese waren gerührt und haben sich seitdem nie wieder beschwert.

Auch wenn dir meine Worte vermutlich nicht viel helfen werden: Kopf hoch. Meistens lösen sich Probleme von selbst. Spiel weiter. Bei Problemen soll sie sich halt Oropax kaufen.
Zum Thema Digitalpiano: Kenn' mich da nicht aus, würde aber nie eines kaufen nur weil sich meine Nachbarn beschweren. Wenn du dich anfangs für ein akustisches entschieden hattest, wirst du deine Gründe gehabt haben. Sonst hättest du ja gleich ein digitales kaufen können. Das soll jetzt nichts gegen Digitalpianos sein. Ich finde es z.B. auch praktisch, wenn man mal so einfach auf Kopfhörer stellen kann, und es hat ja auch viele Zusatzfunktionen. Wenn du wirklich eins möchtest, dann kauf' dir eins. Aber bestimmt nicht nur wegen der alten Dame.

Jetzt wünsch' ich dir nur noch viel Spaß beim Spielen! Lass' dich nicht unterkriegen!

LG

Siri
 
Hallo Sonnenblume,

ein Digitalpiano ersetzt kein Klavier! Wenn es Dein Geldbeutel erlaubt, lass Dir eine Stummschaltung in Dein Klavier einbauen. Dann kannst Du unbeschwert mit Kopfhörer spielen. Ich bin ebenfalls Vielspieler und werde mir in Kürze auch eine zulegen. (Allerdings nicht billig: 1500-2000 Euro)

Mit musikalischen Grüßen

Gerd
 
@ Siri:

Zu unserer jetzigen Wohnsituation:

- Wir wohnen zur Miete in einer Art Reihenhaus, allerdings nur ebenerdig, die Wohnungen grenzen also schon alle aneinander.

Zu den max. täglich erlaubten Spielzeiten:

- Ich hab´mich gerade im Internet auf diversen Rechtsseiten schlau gemacht.
Es gibt abhängig von den Bundesländern leicht unterschiedlich lautende Urteile.
Im Allgemeinen sagt man: 2 Stunden Spielzeit täglich müssen die Nachbarn hinnehmen. Also hat sich meine nette Nachbarin wohl vorher schon schlau gemacht als sie mir sagte, dass 2 Stunden ihrer Meinung nach ja wohl reichen.
Tja, sieht wohl so aus, als ob ich den Kürzeren gezogen hätte u. mich in Zukunft daran halten muss.....auch wohl oder übel an meinen geliebten Wochenenden.
Das ist ja das, was ich so traurig finde, dass ich mir jetzt quasi die Uhr danach stellen muss wann u. wie lange ich spiele und wenn mich mal im Vorbeigehen an meinem lieben Klavier die Lust packt, nur mal eben ganz kurz aus Spaß an der Freude ein kleines Stückchen zu spielen, darf ich nicht mehr wenn ich meine 2 Stunden schon um hab´....:cry:

Ich hab´mir auch schon gedacht, dass sie vielleicht einfach nur einen schlechten Tag hatte. Schließlich kannten wir so etwas von ihr nicht. Sie hätte es mir ja auch anders sagen können und nicht so vorwurfsvoll u. gequält. Aber ich glaube schon, dass sich dieser Satz "2 Stunden reichen aus" nicht nur auf heute bezogen hat. Nur echt blöd von ihr, dass sie vorher nie den Mund aufgemacht hat. Dann ist man nämlich erst recht total überrascht.
Wenn die sich so anstellt, bin ich schon kurz davor mir zu sagen, dass ich von jetzt an diese 2 Stunden voll ausnutzen werde und JEDEN TAG 2 Stunden durchspiele - und wenn es von 20.00h bis 22.00h ist.
Tja, sonst hätte ich vielleicht manchmal nur 1/2, 3/4 oder auch mal gar nicht unter der Woche gespielt und dafür vielleicht mal 3-4 Stunden am Wochenende..... aber wenn sie es so lieber hat. Dann bitte!

@ Gerd

Von einer Stummschaltung hab´ich auch schon gehört. Aber das ist mir im Moment zu teuer. Ich weiß´nicht ob sich das jetzt vom finanziellen Gesichtspunkt für uns lohnt. Wir haben nämlich nicht vor, ewig hier wohnen zu bleiben. Wir haben angedacht in ca. 3 Jahren zu bauen - freistehend- dann wird dieses leidige Thema wohl hoffentlich ein Ende haben. Nur bis dahin ist es eben sehr ärgerlich und schade.
Aber trotzdem vielen Dank für den Tipp!

Eine leider immer noch etwas geknickte Sonnenblume.
 
Hallo, Sonnenblume,

das Mitgefühl Aller ist Dir gewiss. Wie wäre es aber denn, wenn Du Deinem Frust nicht freie Bahn lassen würdest, was ja in Selbstmitleid und trotziges Verhalten ausarten könnte (siehe o. die 2 Stunden). :mad:

Könntest Du Dir überlegen, Dich mit einem kleinen Mitbringsel bei der Dame sagen wir mal zum Kaffee einzuladen. Sage ihr einfach, wie Du Dich gefühlt hast, als sie so schroff reagierte und dass du halt so betrübt darüber bist, weil Dir Dein Klavierspiel so viel bedeutet! Sie kann ja ruhig wissen, dass Du nicht spielst, um jemanden zu ärgern. Versuche Dich auch in ihre Lage zu versetzen, jeder hat mal die Nase voll und braucht seine Ruhe. Sich abzusprechen, kann nicht schaden, solange nicht um jede Minute gefeilscht wird. :rolleyes:

Mit sowas kommt man weiter als mit Dienst nach Vorschrift, und wenn es nicht klappt, kannst Du immer noch nach Alternativen Ausschau halten.
Ich flüchte mich zum Üben, falls es hier "dicke" wird, in die Musikschule (falls nicht grad Ferien sind oder Wochenende :confused:).

Mit diplomatischen Grüßen
und viel Erfolg
Klavirus
 
Ja...solche Probleme kenne ich.

Verkauf auf gar keinen Fall dein Klavier! Das bleibt da wo es jetzt ist. Verkauf lieber deine Nachbarin.
Ich denke, du solltest sie mal zum Kaffee einladen und mit ihr über dieses Thema reden. So lassen sich doch meistens gute Kompromisse finden.

Was ich komisch hierbei finde ist, dass sie solange nichts gesagt hat. Vielleicht hatte sie einfach einen schlechten Tag. Jeder ist doch mal überempfindlich und regt sich über wirklich alles auf.
Vielleicht ist es heute schon wieder alles anders.

Setz dich auf jedenfall mal mit ihr zam zu einem Gespräch, sie als ehemalige Klavierspielerin (wie ich deinem Beitrag entnehmen konnte) sollte Verständniss für dich haben.

Viel Glück, und lass dich nicht unterkriegen.


oli
 
Hallo Sonnenblume,

hat dein Klavier keinen Moderator (=Dämpfer)? Die meisten neueren Klaviere haben das doch eingebaut, zuschaltbar entweder über ein drittes Pedal in der Mitte oder per Hand (dazu muss der Deckel geöffnet werden). Ich übe auch öfters mit Moderator, aus Rücksicht auf die Nachbarn. Der gedämpfte Sound schont auf jeden Fall ihre Ohren, und für einen selbst ist der Klang zwar ungewohnt, aber das Spielgefühl der Tastatur bleibt einem (anders als beim Digitalpiano) erhalten.

Dass deine Nachbarin sich erst nach einigen Monaten beschwert, ist vielleicht so zu erklären, dass sie ihren Ärger eine Zeit lang runtergeschluckt hat, um den nachbarlichen Frieden nicht zu stören, und irgendwann hat's ihr dann mal gereicht.

Ich würde auch zu einer diplomatischen Taktik, wie von Klavirus empfohlen, raten.
 
Thomasz, da muss ich dir widersprechen. Unser Klavier hat einen Dämpfer und wenn ich mit ihm spiele ist das Spielgefühl vollkommen anders, um genauer zu sein, wesentlich schlechter. Und der Klang ist so extrem anders, ebenfalls schlechter, dass ich so gut wie nie freiwillig mit Dämpfer übe. Er ist nur letzte Notlösung wenn ich um Mitternacht spielen will.
Ich hab auch bei anderen Leuten die Klaviere probiert mit Dämpfer zu spielen, und es kam das selbe raus wie bei meinem, daher denke ich nicht, dass es an meinem liegt.


oli
 
Mir wird auch vom Dämpfer abgeraten. Man kann mit Dämpfer meiner Meinung nach nicht den richtigen Anschlag für das pp üben und gewöhnt sich allgemein einen härteren Anschlag an, denke ich. Wirklich Spaß macht dieser dumpfe Klang auch nicht, finde ich.
 
Heureka! Chief ist wieder da!

Nimm doch einfach einen Besenstiel und koppfe an die Decke.

Gruß Chief
 
Verständnis für gestresste Nachbarn

Hallo,

obschon man sich mit derlei Statements in dem Freakforum hier in die Nesseln setzen wird, muss ich mal eine Lanze für gestresste Nachbarn brechen.

Klaviere sind, je nach den baulichen Gegebenheiten, für den Nachbarn irre laut und dann sind fünf Stunden üben per se eine Zumutung. Wenn man das irgendwie leiser bekommen kann (Moderatorpedal, Fenster zu etc.), dann ist das jedenfalls zumutbar. Da kann meiner Einschätzung nach keiner rummäkeln, dass das für den Pianisten nicht ideal ist. Ist für die meisten hier doch nur ein Hobby. Der Nachbar hat vielleicht einen harten Job und braucht Ruhe - das verstehe ich.

Trotzdem macht Klavierspielen Spass und man will nicht darauf verzichten. Dass aber immer der Nachbar der Böse ist, sehe ich nicht ein. Wer täglich lange spielen will, soll sich entweder eine Stummschaltung oder eine Digipi kaufen, oder alternativ nicht verblüfft sein, wenn der Nachbar dann mal völlig ausrastet. Ruhe ist ein Notwehrfähiges Rechtsgut, Klavierspielen ist es nicht.

Ich hoffe die Kuscheligkeit dieses Pianisten-Refugiums nicht allzusehr gestört zu haben.
 

Sonnenblume,

unsere Nachbarn haben sich erst nach ca. 1,5 Jahren beschwert, dafür dann aber gleich damit gedroht, dass sie die Polizei holen, wenn sie das Klavier noch einmal nach 22:00 Uhr hören.

Nachbarn sind in unserem Fall die Menschen im anderen Haus, das aber hinten sehr dicht an unseres angebaut ist. Da sie auch genaue Zeiten nannten, wo ich am Wochenende zu vor spät geübt hatte, denke ich, die Nachbarn haben mich wirklich gehört.

Da sie sich erst nach 1,5 Jahren beschwert haben (ich hatte zum Üben immer die Fenster geschlossen usw., um die Nachbarn möglichst nicht zu stören und immer geglaubt, dass ich niemanden störe), denke ich, meine Nachbarn sind grundsätzlich gar nicht so schlecht, denn sonst hätten sie gleich vor der Tür gestanden. Es hat auf mich so gewirkt, als ob sie wirklich extrem geduldig waren und sich gemeldet haben, als es für sie unerträglich war (so wie das Haus gebaut ist und weil sie an einer anderen Straße wohnen, sehen wir uns nie, das hat den Weg vermutlich auch noch verlängert).

Da ich nicht regelmäßig Stress haben möchte und wegen langer Arbeitszeiten häufig erst spät zum Üben komme, habe ich das Problem dadurch gelöst, dass ich mir zusätzlich ein gutes Digitalpiano gekauft habe, auf das ich ab 22:00 Uhr und ganz früh morgens konsequent ausweiche. Meine Nachbarn haben nichts in Bezug auf Übedauer gesagt, so dass ich dabei keine Probleme habe, wäre aber da auch zu gewissem Entgegenkommen bereit.

Dann muss man auch ganz einfach sagen: selbst für Klavierliebhaber hört sich Üben ja wirklich nicht immer klasse an, wer genießt es schon, kurze Passagen in immer neuen Wiederholungen zu hören, schon wieder eine Tonleiter, schon wieder diese komische Aneinanderreihung von Tönen, die Du aber dringend brauchst, um ... zu entwickeln ... Nicht zu reden von Musikgeschmack, der bekanntlich variiert. Addiere noch, dass ein Teil der Geräusche von der Mauer verschluckt wird, unter Umständen kommen Musikfragmente bei Deiner Nachbarin an, die jeden guten Willen im Keim ersticken.

Ganz auf das Digitalpiano ausweichen würde ich aber nicht wollen, auch wenn es gut ist, kann man es mit einem akustischen Klavier nicht vergleichen, vom Klang nicht zu reden. Alternative, je nach Platz, wäre auch der Einbau eines Silent-Systems oder der Kauf eines Silent-Klaviers.
 
Thomasz, da muss ich dir widersprechen. Unser Klavier hat einen Dämpfer und wenn ich mit ihm spiele ist das Spielgefühl vollkommen anders, um genauer zu sein, wesentlich schlechter. Und der Klang ist so extrem anders, ebenfalls schlechter, dass ich so gut wie nie freiwillig mit Dämpfer übe. Er ist nur letzte Notlösung wenn ich um Mitternacht spielen will.
Ich hab auch bei anderen Leuten die Klaviere probiert mit Dämpfer zu spielen, und es kam das selbe raus wie bei meinem, daher denke ich nicht, dass es an meinem liegt.


oli

Finde ich auch, mit Dämpfer ist das Spielgefühl schon recht anders; zudem bedeutet das zwar, dass es leiser ist, aber nicht automatisch, dass die Nachbarin nichts hört; je nach dem wie die Schallwellen verlaufen (und es kann ja sein, dass die Nachbarin es tatsächlich viel lauter hört bei sich als das im Garten der Fall ist), kann es sogar fast unerheblich sein, ob gedämpft oder nicht.
 
Hallo Sonnenblume,

ein Digitalpiano ersetzt kein Klavier! Wenn es Dein Geldbeutel erlaubt, lass Dir eine Stummschaltung in Dein Klavier einbauen. Dann kannst Du unbeschwert mit Kopfhörer spielen. Ich bin ebenfalls Vielspieler und werde mir in Kürze auch eine zulegen. (Allerdings nicht billig: 1500-2000 Euro)

Mit musikalischen Grüßen

Gerd


Weiß jemand, wie man eine Stummschaltung ins Klavier einbaut? Ist dies mit jedem Klavier möglich? Wohin wird sie eingebaut? Wer erledigt das, nur die Klavierbauer?
Gruß, Madita
 
Hallo Madita,

die Stummschaltung funktioniert so: In das akustische Klavier wird die Elektronik eines Digitalpianos eingebaut und an die vorhandene Tastatur angeschlossen. Wahlweise spielt man dann normal akustisch oder eben digital, und bei letzterem kann man auch über einen Kopfhörer spielen, so dass die Umwelt nichts mehr hört (außer das Klappern der Tasten…). Soweit ich weiß, kann man das nicht selbst einbauen, das muss ein Händler / Klavierbauer machen. Dort musst du dich erkundigen. Müsste eigentlich in alle gängigen Klaviere reinpassen. Der Vorteil gegenüber einem separaten Digitalpiano ist, dass man weiter mit der gewohnten Tastatur seines Klaviers spielt (und natürlich, dass man keinen zusätzlichen Stellplatz braucht).

@amfortas u.a., betreff Moderator:
stimmt, ein bisschen ändert sich der Anschlag durch den Moderator schon, allerdings nur zum Schluss hin (d.h. direkt bevor die Hämmer auf die Saiten treffen), und auch das fällt nicht mehr so ins Gewicht, wenn der Moderator ein bisschen „eingespielt“ ist (dadurch wird der Filz des Moderators zusammengepresst). Der Sound ist nicht toll, zugegeben, halt ein Kompromiss, den ich aber gelegentlich um des Friedens willen gerne eingehe.
 
... (und natürlich, dass man keinen zusätzlichen Stellplatz braucht)...
Wobei ein weiterer Stellplatz natürlich auch nicht zu unterschätzen ist. Das stumm-klappernde Klavier ist nämlich für andere Familienmitglieder im gleichen Raum nur schwer zu ertragen. Ich bin neuerdings froh, dass ich mich jetzt auch ans Digi in mein Arbeitszimmer verziehen kann.
 
thomasz:
Dank dir für deine Erklärungen. Ist schon interessant, der Gedanke. Bin trotzdem froh, dass ich nicht zu dieser Alternative greifen muss. Habe das Glück, dass über mir eine junge Frau wohnt, die erst spät abends nach Hause kommt, sodass ich tagsüber spielen kann oder auch abends/nachts nach Belieben, das "Geklimpert" macht ihr nichts aus, im Gegenteil!
Außerdem machen unsere Nachbarn Lärm mit der Reparatur von Autos oder mit dem Gabelstapler, da kann ich dann wohl auch laut Klavier spielen!

Wenn ich rücksichtsvoll übe, dann bevorzuge ich den Moderator. Find ich klasse, diese Alternative!
 
Liebe Sonnenblume, lass dich nicht dazu verführen, ganz auf das akustische Klavier zu verzichten. Der Einbau einer Stummschaltung scheint mir eine gute Lösung für den Nachbarschaftskonflikt zu sein. Ob es brauchbare Digitalpianos gibt, die weniger kosten als der Einbau der Stummschaltung in dein Klavier, weiss ich nicht.

(Ich spiele zur Zeit zuhause nur auf einem Digitalpiano und wünschte mir viel lieber ein "richtiges" Klavier mit Stummschaltung zur Schonung der Nachbarn.)
 
Hi Sonnenblume

Ich kann dir da nur zur folgenden Schritten raten

1. Informier dich mal über die rechtliche Situation in deiner Gegend und zwar gründlich. Es kann nie Schaden wenn man genau bescheid weiß

2. Geh mit freundlichen Absichten zu deiner Nachbarin und versuch dich mit ihr auszusprechen. Krieg führen kann man immer noch. Man könnte sich ja zB. so einigen, dass wenn sie einfach mal nen Tag Ruhe braucht (oder auch nur ein paar Stunden) sie dir das einfach mitteilt und du dich danach richtest dafür darfst du dann halt zu andren Zeiten die Sau rauslassen.

3. Versuch auch ihre Lage zu verstehen. Es ist auch nicht einfach den ganzen Tag jemanden zuzuhöen wie er Klavier übt. Auch wenns leise is manchmal möchte man ein Buch lesen die Steuern machen oder sonst irgendwas, wo man Ruhe braucht. Dh. man sollte sich absprechen.
Ich denke man sollte nen guten ausgleich finden weil sie hat genauso ein Recht auf Ruhe wie du aufs Musizieren. Ein gutes Gespräch wirkt Wunder.

Hatte selbst das Problem mit einer Nachbarin die war Krankenschwester und hatte diese Turnusdienste, irgendwann hatte ich sie dann auch soweit das sie wenn sie schlafen wollte/musste raufkam und sagte, tut mir leid ich muss jetzt schlafen deshalb RUHE!
Und das is dann auch vollkommen in Ordung gewesen.

Is mir auch lieber so wenn sie persönlich kommt, hatte auch mal einen der hat nich lang gefackelt und gleich die Polizei gerufen. War zwar auch kein Problem, die sagten einfach bitte nich mehr spielen sonst müssen wir nochmal rausfahren :D , aber das is halt schon ziemlich unpersönlich wo mit gesprächen auch nix mehr machbar war.

Wünsch dir viel Glück die Situation zu meistern und würd mich freuen wennst den Ausgang der Geschichte dann bekannt gibst (angeborene Neugier)

Grüße Wolfi
 
Du hast das Recht, eine bestimmte Zeit pro Tag zu spielen und Deine Nachbarin hat das Recht auf Ruhe. Da Du spontan nicht wegziehen kannst, bleibt nur eine Kompromißlösung übrig, ihr werdet also beide nicht zufrieden sein. Hoffentlich könnt ihr euch vernünftig einigen (Details haben die anderen ja schon vorgeschlagen).

Ein Digitalpiano eignet sich meiner Meinung nach durchaus zum Üben. Nicht uneingeschränkt und der Sound kann je nach Preislage auch bescheiden sein, aber solange die Tastatur einigermaßen authentisch ist, ist es ein guter Ausgleich. Definitiv besser als mit Moderator zu spielen. Viele Musikstudenten haben überhaupt keine andere Wahl - sei es wegen der Nachbarn oder aus finanziellen Gründen - und kommen zurecht.
 

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