Beethoven's Sturm-Sonate

Dieses Thema im Forum "Klavierspielen & Klavierüben" wurde erstellt von musiküsse, 27. Apr. 2007.

  1. musiküsse
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    musiküsse

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    Hallo zusammen,

    war eben fleißig und habe nach meiner Gymnastik und Brahms-Übung die Sturm-Sonate begonnen. Ich bräuchte mal ein paar Meinungen bzgl der Ausführung der Sturm-Sonate (op. 31 No.2). Genau geht es um die Takte 21 ff. des ersten Satzes. Die rechte Hand hat in Takt 21 die Triolen, die linke Hand das Thema. Und dann kommt Takt 22: Sollen die Triolen weiterhin mit der rechten Hand gespielt werden, oder wird dafür die Hand gewechselt, so daß das Seitenthema von der rechten Hand übernommen wird? Ausprobiert habe ich beides, weiß nun aber nicht, wie's "richtig" ist.

    Gruß,
    Sascha
     
  2. Toccata
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    Toccata

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    Hallo!

    Also in Takt 21 spielst du Triolen wie du schon richtig sagtest mit der rechten Hand. Takt 22 übernimmt die linke bis Takt 25, dann wieder mit der rechten die Triolen. Takt 26 wieder links u.s.w.
    Im Prinzip immer das gleiche System.

    Aber eine Frage noch: da schreibst, du hättest beide Versionen probiert, also im Takt 23 die Triolen sowohl mit der rechten als auch mit der linken Hand gespielt. Wie greifst du dann den Abstand "kleines f - eingestrichenes b" wie es auf dem dritten Schlag in diesem Takt der Fall ist??? :shock:
     
  3. musiküsse
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    musiküsse

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    Wenn ich die Triolen durchgehend mit der rechten Hand gespielt habe, so spiele ich dann das kleine Seitenthema Takt 22 bis 24 mit der linken Hand - greife also über die rechte. Problem dabei ist nur meine "schwache" linke Hand, so daß das Thema in den Triolen untergeht.

    Gruß,
    Sascha
     
  4. Toccata
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    Toccata

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    Verstehe.
    Ist aber wesentlich umständlicher als die Triolen einmal links und einmal rechts zu spielen!
    Das Problem daran ist nur, dass man bei den Triolen zwischen der rechten und linken Hand keinen klanglichen Unterschied hören sollte. Es sollte immer fortlaufend weiter gehen.
     
  5. musiküsse
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    musiküsse

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    Hallo zusammen,

    diese Sonate macht mich noch verrückt. Den ersten Teil (bis zur Reprise) habe ich nun fingersatzmäßig bearbeitet und bin auch sicher in dem Fingersatz. Nun kommt aber das Tempo. Ich komme mit den Triolen im angegebenen Tempo nicht zurecht. Liegt wahrscheinlich daran, das ich die Triolen bewusst spielen will (1-2-3, 1-2-3, ...). Hat jemand mit dem Stück Erfahrungen? Soll ich das Hirn in dem Triolen-Teil "ausschalten", d.h. nicht verbissen auf die Triolen achten, sondern die Finger machen lassen? Ich bin echt ein wenig verzweifelt und erst morgen ist meine Klavierstunde :(

    Gruß,
    Sascha
     
  6. kceenav
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    kceenav

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    Hallo,

    meiner bescheidenen Technikkenntnis zufolge sollten die Triolen in diesem Stück -- zumal bei schnellem Tempo -- durch eine Art "Schüttelbewegung" der Hand unterstützt werden. Sonst kommt man schnell an die Grenzen der reinen Fingerfertigkeit ...
    Nun begibt es sich aber, dass eine solche Schüttelbewegung rhythmisch "quer" zu den Viertelschlägen liegt; ein einzelner Bewegungszyklus umfasst ja nur 2 Triolenachtel. Das erschwert sicherlich die Einübung ein wenig.

    Daher empfiehlt es sich hier -- und eigentlich nicht nur hier, sondern allgemein bei sich schematisch wiederholenden bzw. länger "verketteten" triolischen Abläufen --, die Triolen (oder auch Sextolen) als Einheiten (bestehend natürlich aus 3 "Subelementen") zu "denken". Man muss eben verinnerlichen, dass auf jedes Viertel eine komplette 3er-Gruppe Triolenachtel kommt. Anfangs müssen dies vermutlich die meisten Menschen erst lernen.

    Z.B. so: Man spielt nur mit der rechten Hand die Triolentakte (da, wo zwischendurch die linke dazwischenfunkt, beginnt man einfach mit dem gerade gespielten Abschnitt von vorne; es geht dabei ja ausnahmsweise erstmal nicht darum, Musik zu machen..), und versucht mit der anderen Hand -- oder dem Fuß oder was immer.. --, die Viertel dazuzutrommeln.
    Nach einiger Zeit sollte es allmählich immer besser klappen, so dass man gar nicht mehr so sehr die einzelnen (Triolen-)Töne wahrnimmt, sondern vielmehr jene 3er-Gruppen mit ihrer rhythmischen "Textur".


    Grüße

    Bernd
     
  7. musiküsse
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    musiküsse

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    Vielen Dank für den Tipp, den kann ich ja auch während der Arbeit ohne Instrument üben. Wenn ich dann diese "Trockenübung" mache, merke ich schon, wie mein "Hirn langsam von der Bewegung loslässt". Der Tip in Einheiten zu denken war glaub ich der entscheidene, da ich bis dato immer in einzelnen Noten gedacht habe und da stieß ich schnell an die Grenze des Machbaren.

    Heute nachmittag gleich mal am Instrument üben, damit ich morgen die Bewegung drinnen habe :-)

    Vielen Dank schonmal, aber evtl hat jemand anders noch einen Tipp?

    Gruß,
    Sascha
     
  8. Ute
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    Ute

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    Hallo,
    ich habe auch Erfahrung mit der Sturm-Sonate. Habe im Unterricht bereits Satz eins und zwei gemacht und übe nun am dritten Satz. Zu der Triolenstelle im ersten Satz (Takt21ff): Es ist absolut richtig, dass die beiden Hände sich bei den Triolen abwechseln. Nicht übergreifen - das kommt erst nach der Wiederholung.
    Ansonsten musst du bei den Triolen darauf achten, dass es keine verkrampfte Bewegung ist - also bloß nicht zu viel darüber nachdenken. Ich habe beide Hände einzeln geübt - auch mit verschiedenen Rhythmen, z.B. mal punktiert, legato, staccato...Du musst auch darauf achten, in Bögen zu denken - also einzelne Abschnitte als Einheit zu sehen.
    Ich habe auch schwer mit der Sonate gekämpft ,aber es lohnt sich. Mir gefällt sie sehr gut.

    Viel Erfolg beim Üben.
     
  9. musiküsse
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    musiküsse

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    Vielen Dank.

    Habe den Teil, den ich bis jetzt schon einstudiert habe, gestern meinem 4-händig-Partner vorgespielt und er ist der Meinung, das ich das schon packen werde. Den Teil den er für schwieriger hält habe ich mit Bravour gemeistert. :D

    Naja, heute ist ja wieder meine Klavierstunde :-D

    Gruß,
    Sascha
     
  10. musiküsse
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    musiküsse

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    Gestern war meine Klavierstunde mit der Sturm-Sonate als Hauptthema.

    Nur soviel sei gesagt: Eine Woche Arbeit quasi für die Katz - der Nachteil, wenn man 16 Jahre ohne Lehrer gespielt hat. Ich werde alles nochmal einstudieren müssen, da ich nun einen anderen Fingersatz bekommen habe, um die kleinen Bögen bei den Achteln auch spielen zu können.

    Nun habe ich nochmals Vergleichsliteratur mir angeschaut und was sehe ich: Die einen notieren eine Alla breve, die anderen 4/4-Takt :shock: - ja was denn nun? Leider ist mir das erst heute morgen aufgefallen, somit konnte ich meine Lehrerin nicht fragen. Was steht denn bei Euch in den Noten? Und vor allem: Was soll ich nun nehmen - es ist ja nun ein gehöriger Unterschied, ob Allegro im 2/2- oder 4/4-Takt.

    Gruß,
    Sascha
     
  11. chief
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    chief Guest

    Junge. junge was ich da so hören muss.
    Ich will gar nichs dazu sagen.

    Gruß Chief
     
  12. musiküsse
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    musiküsse

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    :confused:

    Was soll mir das nun sagen?
     
  13. kceenav
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    kceenav

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    Hallo Sascha,

    in meiner Henle-"Urtext" Ausgabe ist es auch ein 2/2-Takt. Ob das aber für das realisierbare(!) bzw. künstlerisch-klanglich angemessene Tempo wirklich so einen großen Unterschied macht?

    Bezüglich der in 2er-Gruppen gebundenen Achtel könnte vielleicht folgende Website hilfreich sein:

    http://www.musicandhealth.co.uk/articles/slurs.html

    Sie enthält Hinweise/Vorschläge, wie man die geforderte Phrasierung spieltechnisch gut umsetzen kann (Fragt sich jetzt nur wieder, ob die Fingersatz-Empfehlungen der Klavierlehrerin dazu passen..). Überhaupt eine ganz interessante Website, finde ich ...


    Grüße

    Bernd
     
  14. Jochen
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    Jochen

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    Hallo Sascha,
    leider kann ich mich noch nicht an der Sturm-Diskussion beteiligen.
    Ich fange gerade mit dem 3. Satz an. Er sieht auf den 1. Blick und beim ersten Probieren nicht so schwer aus, aber wenn amn intensiv reingeht ändert sich das. Meine Klavierlehrerin bringt mich jedenfalls damit ganz schön ins Schwitzen. Wer noch am dritten Satz übt, bitte ich um Erfahrungen.ö
     
  15. Haydnspaß
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    Haydnspaß

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    Ist es das? :rolleyes:

    Ich denke, der Unterschied ist nicht groß. Im 2/2 Takt werden etwas weniger Zwischenakzente gemacht und macht spielt eher große Bögen, aber letztendlich ändert sich ja nichts Grundlegendes. Daß 2/2 Takt schneller gespielt wird als 4/4 Takt halte ich für ein Gerücht.

    Haydnspaß