Beethovens d-moll Sonate: Harmonische Analyse, Sequenzbezeichnung


K
knupS
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Hallo liebe Alle,

...und zwar geht es (für die Anfertigung einer Analyse) um den ersten Satz der "Sturmsonate" von Beethoven, genauer gesagt die Takte 153-165 (beginnend also ab kurz vor dem zweiten "Rezitativ" in der Reprise. Also das, welches auf dem C-Dur-Akkord folgt). s.F.

Meine Frage geht der harmonischen Deutung der ganzen folgenden Takte nach, insbesondere der des zweiten Instrumentalrezitativs. Anderswo habe ich gesehen, wie letzteres funktionell als dp (moll-dominant-moll-parallele) eingeordnet wurde. Die Tonart wäre damit c-moll und des Des eine tiefalterierte zweite Stufe. Die Endung auf As ein Trugschluss zur 6. Stufe. Zwar kann man auf diese Weise die gesamte Passage weiter im Kontext der Haupttonart d-moll einordnen, aber für mich hört sich sich das zweite Rezitativ einfach nicht nach c-moll an... sondern nach f-moll. Um diese Wahrnehmung zu rechtfertigen (insofern man das überhaupt muss), habe ich mir gedacht, diese beschriebenen Takte bereits der Sequenz hinzuzufügen, die im Allegro folgt (Cis-fis-D-g), daraus würde sich folgende Sequenz ergeben (C-f-Cis-fis-D-g), die ja definitiv von einen chromatischen Anstieg geprägt ist. Meine Frage wäre jetzt, wie genau nennt man diese Sequenz?

In englischer Literatur habe ich für die Passage mal "chromatically ascending 5/6 Sequenz" gelesen, wobei 5/6 sich wahrscheinlich auf die Akkorde in Quint-und Sexstellung bezieht. Und dann bin ich noch auf den Begriff der 5-6-Konsekutive gestoßen, und das Modell dazu passt teilweise, aber eben nicht ganz... (s. zweites Foto).
Wäre ein geeigneter Begriff einfach "chromatisch Ansteigende Sequenz aus dominantsichen Sextakkorden, die sich in Grundstellungsakkorde auflösen" oder hat das ganze Phänomen noch einen genaueren Namen?

Auch interessieren mich andere Deutungen dieser Passage... ich habe mich lange gefragt, warum der Cis-Dur Akkord im Allegro so logisch scheint, obwohl er tonal so weit entfernt liegt, und das wäre vielleicht eine Antwort.


Liebe Grüße
 

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Demian
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In englischer Literatur habe ich für die Passage mal "chromatically ascending 5/6 Sequenz" gelesen, wobei 5/6 sich wahrscheinlich auf die Akkorde in Quint-und Sexstellung bezieht. Und dann bin ich noch auf den Begriff der 5-6-Konsekutive gestoßen, und das Modell dazu passt teilweise, aber eben nicht ganz... (s. zweites Foto).
Wäre ein geeigneter Begriff einfach "chromatisch Ansteigende Sequenz aus dominantsichen Sextakkorden, die sich in Grundstellungsakkorde auflösen" oder hat das ganze Phänomen noch einen genaueren Namen?
Ich meine mich zu erinnern, dass die Akkordfolge des zweiten Fotos als aufsteigende Terz-Quart-Sequenz bezeichnet wird. Der (bei den Sextakkorden nicht mit dem Basston identische) Grundton verändert sich abwechselnd im Abstand einer Quart bzw. einer Terz.
 
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