Was sollen wir denn dazu sagen? Zuerst einmal ist der technische Zustand für eine Preisfindung wichtig. Sofern es hier überhaupt um die Preisfindung geht, denn auch das wissen wir ja nicht.
Was wir wissen: Bechstein Modell A (ca. 1,85 m lang), Baujahr 1909, in den sechziger Jahren neu Nussbaum furniert, vor 11 Jahren das letzte Mal reguliert. Angeblich tolles Instrument laut Klaviermacher. Elfenbeintasten.
Was wir nicht wissen: wurde bei der Neufurnierung alles generalüberholt? Also neue Saiten, Hämmer samt Stielen und Röllchen? Oder sind heute noch die alten Saiten, Hämmer und Röllchen von 1909 drauf? Wie viel wurde seitdem darauf gespielt? Und wie viel wurde seit der letzten Regulierung vor 11 Jahren darauf gespielt? Ist das Instrument total abgespielt? Es hat immerhin 2 Weltkriege mitgemacht.
Wenn man mal googelt, dann findet man dieses Modell generalüberholt und neu in schwarz polyestert schon ab 12.500 € vom Händler. Von privat gibt es auch einige Annoncen, die interessanterweise schon den Preis gesenkt haben. Also sind die Leute ihren
Flügel nicht losgeworden und bieten ihn deswegen billiger an.
So aus dem Bauch heraus würde ich für so ein Instrument von privat an privat irgendwas zwischen 2.000 und 4.000 veranschlagen und vorhersagen, dass man in jedem Fall einen langen Atem braucht. Aber wert ist ein Gegenstand immer nur das, was ein Anderer bereit ist, dafür zu zahlen. Und wenn man nur sehr wenig dafür bekommt, dann ist das halt so. Aber bei einer Sache kann man sich fast immer sicher sein: die Verkäufer bekommen deutlichst weniger dafür, als sie gedacht haben. Wenn es denn mal die Hälfte dessen ist, was sie geglaubt haben. Oder gewollt haben.