Bebop Skalen Fingersatz

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Rennvogel

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Hallo,
ich benötige Hilfe bezüglich der Fingersätze für Bebop Skalen. Was wäre ein guter Fingersatz ?


1623164521758.png

Würdet ihr einen Daumenuntersatz von F 4 -1 auf G spielen?
c - d - e - f - g -g# - a - h -c
1 - 2 - 3 - 4 - 1 - 2 - 3 - 4 - 1
Oder wie unter dem Beispiel
c - d - e - f - g -g# - a - h -c
1 - 2 - 3 - 1 - 2 - 3 - 1 - 3- 1
----------------------------------------------------------


1623164658233.png
Würdet ihr einen Daumenuntersatz von F 4 -1 auf G spielen?
c - d - e - f - g -g# - a - h -c
1 - 2 - 3 - 4 - 1 - 2 - 3 - 4 - 1

Was wäre eurer Meinung am sinnvollsten zum üben? Meist spielt man ja runter?

LG

Michael Lison
 
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tilo

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Beide von Dir vorgeschlagene Fingersätze sind natürlich praktikabel.
Wichtig beim Üben ist aber an das dieser Skala unterliegende Prinzip zu denken.
Chordtone -> Approach ->Chordtone -> Approach ->Chordtone -> Approach ->etc.
Drum würde ich diese Skala unbedingt auch mit den Fingersätzen 1 2 1 2 1 2 oder 1 3 1 3 1 3 üben.

Und - ganz wichtig! - immer im Kontext eines Stückes (einer Kadenz) frei üben, sodaß Du ungebunden frei auf jeder Stufe ein- und aussteigen kannst. Eben improvisationsmäßig.
 
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Rennvogel

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Hi Tilo,
vielen Dank für die schnelle Rückmeldung.
Ja, mir geht es tatsächlich um das Improvisieren. Ich habe ein tolles Buch von Valerio Bebop Jazz. Daraus übe ich nach den dortigen 3 Varianten der Rhythm Changes B6 - Gm7, cm7-F7....
Ich hatte mal mit einem Jazzpianisten geübt. Der hatte mir allerdings nur die normalen Tonleitern gezeigt. D.h. über die B6 - Gm7 hatte ich den die Skala Bmaj bzw. B6, über Cm7 - F7 die F7. Aber leider immer nur als 7-Ton Skala mit Ende auf 4.
Also Bma7 mit
Bb-c-d-eb-f-g-a-
2--1-2-3--1-2-3
Da er didaktisch nicht so gut war (Als Pianist aber ein Ass) habe ich bei Ihm aufgehört.
Nun hatte ich entdeckt, dass es gut ist, wenn man 8-Tonskalen nutzt, speziell wenn man einen Lauf abwärts spielt und dabei für z.B. Bb7 die große Septime ergänzt, für Bbmaj einen Halbton zwischen quinte und quarte.

Ich würde gern die richtigen Fingersätze üben. Ich habe mir die für alle Durskalen jeder Tonart geübt. Nun kommt ein Ton dazu. Was ist nun der richtige Fingersatz?

Wie würdest Du denn mit Fingersätzen 1 2 1 2 1 2 oder 1 3 1 3 1 3 abwärts üben. Ich hatte schonmal gelesen, dass viele Jazzpianisten des Bebop mit 3 Fingern arbeiten. Da viele chromatische Approaches genutzt werden bin ich oft auf dem Blues Fingersatz 1-3-1-3-1. Aber eben nur auf der kleinen Bluestonleiter. Ich bin etwas verunsichert.

LG

Michael Lison
 
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tilo

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Hi,

ich sprach es schon an - diese sogenannten "Be-Bop" Skalen sind eigentlich nichts anderes als heptatonische Chordscales, will heißen, es sind Siebentonleitern mit 3 diatonischen und einem chromatischen Approach.
Dadurch ergibt sich Folgendes:

1623245642288.png

Zwischen jeweils zwei Akkordtönen liegt ein Durchgangston.
Das kann man prinzipiell mit allen heptatonischen Chordscales machen.

Ich finde es nicht sehr sinnvoll diese Tonleitern rauf und runter zu spielen. Es ist viel sinnvoller sich dieses Prinzip einzuprägen und daraus spontan Melodieschnipsel zu kreieren, wobei ich folgendes vereinfachte Schema der "Be-Bop Scale" vorziehen würde:

Man unterscheidet zwischen Approaches die den gewünschten Zielton (= Akkordton) von oben ansteuern und Approaches die diesen von unten ansteuern.

Von oben sind die Approaches in der Regel diatonisch und von unten chromatisch.
Das kann man mit den folgenden beiden Übungen zusammenfassen:

1623246939929.png
Dieses Prinzip geistig verinnerlichen und mit allen in den Rhythm Changes vorkommenden Akkorden spielen.

Man sollte beim Spielen von Tonleiterausschnitten immer diese Prinzip von Spannung (=Approach) und Auflösung (= Akkordton) wahrnehmen bzw. geistig realisieren.

Approaches sind im Jazz allgegenwärtig. Dabei ist die sogenannte "Be-Bop Scale" nur EINE Möglichkeit Approaches zu spielen. Sie wird eigentlich nie in ihrer Ganzheit gespielt und es ist deswegen absolut nicht notwendig diese Skala separat zu üben. Du solltest sie aber vor Deinem geistigen Auge present haben, ebenso wie die oben genannten zwei Approach-Übungen.

Hier ein Beispiel angewandter Approach-Technik:
1623247429403.png
 
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Rennvogel

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Hi Tilo,
tausend Dank für deine tolle Darstellung. Das hat mir sehr weiter geholfen.

LG

Michael Lison
 
walsroderpianist

walsroderpianist

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Anmerkung am Rande: Bach spielen und verinnerlichen hilft sehr: ist alles drin. Mir chromatic und diatonic approach hat er sich gut ausgekannt. Bach ist Bebop. Nur rhythmisch etwas anders und nicht so viele Blue Notes....
 
 

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