Bachs Präludium u. Fuge,c-moll,1.Band WTF

  • Ersteller des Themas Klaviekoholiker
  • Erstellungsdatum

Klaviekoholiker
Klaviekoholiker
Dabei seit
25. Sep. 2007
Beiträge
9
Reaktionen
0
Hallo allerseits,
in diesem Thema soll es um Bachs Präludium u. Fuge in c-moll aus dem ersten Band des WTFs gehen.
Ich als (einigermaßen erfahrener u. erfolgreicher) Wettbewerbspianist(Jugend Musiziert,usw....)habe dazu eine Frage:
Ich habe neulich eine Interpretation dieser beiden Stücke gehört,die mir nicht sehr "gemundet" hat:Sehr, sehr langsam und mit sehr, sehr viel Pedal...
Nun wollte ich gern eure Meinung dazu hören.....

MfG,

Klaviekoholiker
 
klavigen
klavigen
Dabei seit
1. Sep. 2007
Beiträge
2.503
Reaktionen
5
WTK c-moll

Pedal ist in beiden Stücken, Präl. wie Fuge, nur sparsam einzusetzen, allenfalls als Pedaltupfer oder am Ende des Präl.

Das Präl. empfinde ich eher als flott, da kommt der grundlegende choral besser raus, allerdings darf das ganze nicht in eine Gerasel ausarten. die Nebnnoten immer schön verhalten spielen und nicht alle gleich betonen.

Im Presto teil sollte das Tempo merklich ansteigen.
 
C
carO
Dabei seit
19. Nov. 2006
Beiträge
103
Reaktionen
0
ich hab mal eine zeitlang immer auf 1 und 3 Pedal genommen, das hebt diese "Stimme" besser hervor.
langsame interpretation des Präludiums gefällt mir auch nicht unbedingt.
gibts nicht eine version von glenn gould, mit einem relativ langsamen Präludium?
 
mad83
mad83
Dabei seit
28. Dez. 2006
Beiträge
71
Reaktionen
3
(...) Interpretation (...) mit sehr, sehr viel Pedal
Klingt sehr nach Barenboim... -> Kein Kommentar.
Im Pianissimo und langamen Tempo kann man unter Umständen das Pedal als "Hall-Effekt" einsetzen, das ist Geschmackssache und richtet sich vor allem nach akkustischen Gegebenheiten des Instruments und des Raumes. Ich würde aber bei dieser Musik generell darauf verzichten und dieser Sonderfall hat wohl nichts mit der von dir beschriebenen Aufnahme zu tun.
 
Klaviekoholiker
Klaviekoholiker
Dabei seit
25. Sep. 2007
Beiträge
9
Reaktionen
0
Das entspricht auch ziemlich genau meiner Meinung,allerdings spiele ich Präludien und Fugen von Bach generell ohne Pedal da für mich der "Hall-Effekt"nicht zu dieser Art von Stück passt......

MfG
Klaviekoholiker
P.S.:Nein es war kein Barenboim,sondern ein ganz "normaler"Klavierschüler;)
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Mindenblues
Mindenblues
Dabei seit
25. Juni 2007
Beiträge
2.595
Reaktionen
106
P.S.:Nein es war kein Barenboim,sondern ein ganz "normaler"Klavierschüler;)

Hatte aber auch sofort an Barenboim gedacht - seine WTK-Einspielung klingt für mich ziemlich romantisch gespielt (nicht abwertend gemeint).

Ich benutze auch kein oder so gut wie kein Pedal (gestehe, beim b-moll Präl. und Fuge WTK1 fällts mir schwer ohne Pedal auszukommen). Weil ich glaube, dass damit die Artikulationsarbeit, die Phrasierung besser rauskommt.

Bzgl. C-moll - Einspielung gefällt mir die von Richter sehr gut - das Präludium schnell und klanggewaltig interpretiert.
 
P
Pianissimo
Guest
ja, ich persönlich würde auch so wenig Pedal wie möglich neben. Ich finde, das gibt eine viel klarere und deutlichere Struktur, immerhin sind wir ja im Barock...

PP
 
Haydnspaß
Haydnspaß
Dabei seit
22. Feb. 2007
Beiträge
5.134
Reaktionen
103

Als Kunstform des Absolutismus und der Gegenreformation ist der Barock durch üppige Prachtentfaltung gekennzeichnet. Von Italien ausgehend, verbreitete er sich zunächst in den katholischen Ländern Europas, bevor er sich in abgewandelter Form auch in protestantischen Gegenden durchsetzte.

Der Begriff „Barock“ entstammt der Portugiesischen Sprache, in der unregelmäßig geformte Perlen als „barocco“, d. h. „schiefrund“ oder „merkwürdig“ bezeichnet wurden. Dieser Begriff wurde im französischen Raum zuerst abwertend für Kunstformen gebraucht, die nicht dem herrschenden Geschmack entsprachen.


http://de.wikipedia.org/wiki/Barock
 
Mindenblues
Mindenblues
Dabei seit
25. Juni 2007
Beiträge
2.595
Reaktionen
106
@ Haydnspaß:

Ist ja alles richtig, aber was für Konsquenzen ziehst du daraus bzgl. Interpretation?

Weiterhin, die Barock-Zeit war lang, und der "Stylus Fantastikus" a la Buxtehude ist, was z.B. Agogik angeht, ein ganz anderer Stil als was Bach uns in seinen späteren Werken präsentierte. Will sagen, Barock ist nicht gleich Barock.

Ich finde, dass die polyphone Struktur vieler Bachwerke wunderbar passt zu dem damaligen (und heute wieder gebauten Tonkanzellen-) Orgeldesign, und zu den damaligen mehr perkussiven Tasteninstrumenten. Die "default"-Spielweise war NICHT legato damals, dass kann man bei C.P.E.Bach und anderen nachlesen.

Es steht natürlich jedem frei, massenweise Pedal zu drücken, aber es kann nicht schaden, sich reinzuversetzen in die Instrumentenauswahl, für welche die Musik komponiert wurde, vielleicht beeinflusst das die (oft romantisch voreingenommene) Sichtweise AUCH für die Interpretation auf unserem modernen Klavier (Stichwort HIP...)
 
Haydnspaß
Haydnspaß
Dabei seit
22. Feb. 2007
Beiträge
5.134
Reaktionen
103
@ Haydnspaß:

Ist ja alles richtig, aber was für Konsquenzen ziehst du daraus bzgl. Interpretation?

Ich dachte nur, man sollte ein bißchen darüber nachdenken, was Barock eigentlich bedeutet, wenn man so Aussagen wie "ist ja schließlich Barock" macht.

Wo kommt unsere heutige Vorstellung von "Barock" und "Klassik" denn her? Doch nicht vom wirklichen Barock und Klassik, sondern von den Neoklassizisten (Strawinsky, Prokofieff etc!), den Anti-Romantikern. Die Architektur, die dazu passen würde, wäre eher der Bauhausstil und Fabrikhallen, jedenfalls keine Barockkirchen. Barock ist nicht der Stil der Strenge, sondern der überbordenden Verzierungen - das genaue Gegenteil des "Neoklassizismus".
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

N
Norbert34
Dabei seit
29. Sep. 2007
Beiträge
1
Reaktionen
0
Bach c moll und das Pedal

Hallo, also Präludium und Fuge in c aus dem WTK natürlich niemals mit Pedal, klaro. Ganz im Gegenteil: ich würde das Präludium gar zur Übung zupfen, auch wenn sich Meister Bach dabei im Grabe herumdreht. Dabei bekommst du nicht nur eine optimale Einspielübung, sondern auch die notwendige Fingeraktivität, die jedem Ton die notwendige, barocke Präzision und Klarheit verleiht, möchte fast sagen, seinen eigenen, kleinen Akzent. Die Feindosierung ist auf der Grundlage nachher ein Leichtes. Gruß eines Klavierlehrers aus Köln! Norbert
 

Ähnliche Themen

 

Top Bottom