Ausgebildeter Klavierlehrer an Schule als Musiklehrer oder anderer Beruf?

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Carolina

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Hallo,

vielleicht kann jemand weiter helfen... Meine Freundin hat mit mir zusammen Klavier auf Diplom studiert, hatte sich vor 2 Jahren erkundigt, als Quereinsteigerin das Referendariat zu machen (aber ein zweites Fach konnte nicht abgeleitet werden). Sie hätte nochmal 2 Jahre studieren müssen und hat die Idee dann verworfen.
Nun haben wir wieder darüber geredet. Kann man sich nicht trotzdem als Musiklehrerin initiativ an Schulen bewerben oder ist das aussichtslos? Gibt es sonst Berufe, wo man als diplomierte Klavierlehrerin arbeiten kann?
Vielleicht weiß jemand Rat für sie...
Danke
 
hasenbein

hasenbein

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Putzfrau, Kassiererin, Paketbotin... alles Berufe, in denen man als diplomierte Klavierlehrerin arbeiten kann.

Spaß beiseite - schafft sie es denn nicht, genug Klavierschüler zu bekommen?
 
T

Therese

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Das kommt wahrscheinlich auf das Bundesland an. In Niedersachsen und Bremen ist das möglich, zumindest kenne ich mehrere Kollegen, die jetzt an allgemeinbildenden Schulen arbeiten.
 
Demian

Demian

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Da Musik ein Mangelfach ist, gibt es einige offene Stellen, die mit Instrumental-Lehrkräften besetzt werden. Ob dies dann auf freiberuflicher Honorarbasis läuft oder ein Angestelltenverhältnis entsteht, und wovon genau das abhängt, kann am ehesten die jeweilige Schulbehörde beantworten.
 
Klafina

Klafina

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Hallo,

vielleicht kann jemand weiter helfen... Meine Freundin hat mit mir zusammen Klavier auf Diplom studiert, hatte sich vor 2 Jahren erkundigt, als Quereinsteigerin das Referendariat zu machen (aber ein zweites Fach konnte nicht abgeleitet werden). Sie hätte nochmal 2 Jahre studieren müssen und hat die Idee dann verworfen.
Nun haben wir wieder darüber geredet. Kann man sich nicht trotzdem als Musiklehrerin initiativ an Schulen bewerben oder ist das aussichtslos? Gibt es sonst Berufe, wo man als diplomierte Klavierlehrerin arbeiten kann?
Vielleicht weiß jemand Rat für sie...
Danke
Was heißt: "abgeleitet werden"?-

Die verlässlichste Auskunft bekommt man über das Kultusministerium des betreffenden Bundeslandes. Und dann ist es schlicht auch eine Frage von Angebot und Nachfrage.
Der Bedarf an Lehrkräften im Fach Musik dürfte je nach Schulart und Land extrem verschieden sein. Ich erinnere mich z.B. an ein Jahr, als es in BaWü genau 2 (!!) Stellen gab im gesamten Land für Musik am Gymnasium.
Umgekehrt haben gerade alle tolle Chancen bei uns mit Kunst.
Vielleicht ist es auch möglich, ein zweites Fach nachzustudieren? Hier in BaWü haben das einige nach dem Musikstudium gemacht.
 
C

Carolina

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@Klafina
Laut Kultusministerium in Bremen schauen sie beim Diplom u. Ä., ob ein zweites Fach abgeleitet werden kann, also ob man sagen könnte, Geschichte wäre anzuerkennen (aber Musikgeschichte und Geschichte sind ja nicht wirklich gleich) usw. Pädagogik ist auch schwierig. Sie hatte gesagt bekommen, sie müsse das zweite Fach nachstudieren, 2 Jahre.

@hasenbein
Sie möchte gerne zusätzlich etwas Anderes machen und trennt sich von ihrem Mann, zieht aus, da ist dann der Unterrichtsraum quasi von jetzt auf gleich futsch
 
C

Carolina

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Sie hat jetzt Initiativbewerbungen geschrieben an Grundschulen und Oberschulen
 
S

Sommersprosse

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Ich kann nur von meiner eigenen Erfahrung erzählen: Ich hatte vor vielen Jahren alle meine Klavierschüler abgegeben, um mit meinem Mann und unserem Sohn für ein Jahr in die USA zu gehen, wo mein Mann ein berufliches Auslandsjahr absolvieren wollte.

Als wir wieder zurück waren, war es für mich erstmal ziemlich schwierig, wieder genügend Schüler zu finden. Ich habe dann über die Arbeitsagentur in einer dreijährigen Umschulung einen kaufmännischen Beruf gelernt und seither "zweigleisig" gearbeitet: Vormittags im Büro und nachmittags Klavierunterricht gegeben.
Der Büroberuf war für mich immer ein "Brotjob" und der musikalische Beruf meine Herzenssache, die ich auch heute noch, 20 Jahre später, gerne ausübe.
 
Axel

Axel

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Also das differiert sehr zwischen den Bundesländern, ob ein Seiteneinstieg möglich ist und unter welchen Bedingungen. Ein zweites Fach war seinerzeit in NRW nicht nötig. Das läuft dann als "Doppelfach" Musik. Wenn man einmal im Dienst ist, kann man sich nachqualifizieren, z.B. für ein weiteres Mangelfach. Habe ich für Physik gemacht.
Das Referendariat wird einem in keinem Fall erspart bleiben, zumindest nicht, wenn man auf Verbeamtung aus ist.
Eine andere Sache sind private/kirchliche Schulen. Die haben deutlich mehr Spielraum. Da lohnt evtl. eine Bewerbung.
 
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schmickus

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"Nur Musik" an einer Schule ist die absolute Arschkarte. Musik ist an fast allen Schulen das nebenfachlichste Nebenfach überhaupt, einhergehend mit entsprechender Nicht-Motivation der meisten Schüler. Und da man ja die Schüler "da abholen soll, wo sie sind", muss man sich mit Gestalten wie Crow und Bushido abplagen. Da muss man als Pädagoge echt hochbegabt sein, um aus diesen Voraussetzungen etwas zu machen. Prost!
 
hasenbein

hasenbein

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Die Didaktik-Ausbildung und die Lehrmaterialien für Musikunterricht sind überdies in der Regel wirklich schlecht.

Will man da was reißen bzw. Spaß am Job haben, muss man sich sehr engagiert und zeitaufwendig nach dem Referendariat mit der Zeit einen eigenen Didaktikplan machen. Sehr viel Action für minimale Ergebnisse. Ich hätte da NULL Bock drauf.
 
Demian

Demian

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"Nur Musik" an einer Schule ist die absolute Arschkarte. Musik ist an fast allen Schulen das nebenfachlichste Nebenfach überhaupt, einhergehend mit entsprechender Nicht-Motivation der meisten Schüler. Und da man ja die Schüler "da abholen soll, wo sie sind", muss man sich mit Gestalten wie Crow und Bushido abplagen. Da muss man als Pädagoge echt hochbegabt sein, um aus diesen Voraussetzungen etwas zu machen. Prost!
... kann auch nur jemand schreiben, der von der Materie - wie von so vielem - keine Ahnung hat. Ist ja nicht schlimm, du weißt es eben nicht besser. Deshalb aber sollte für dich in diesem Forum gelten: Lesen ist seliger denn schreiben.
 
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*soll für einen Freund fragen
 
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... kann auch nur jemand schreiben, der von der Materie - wie von so vielem - keine Ahnung hat. Ist ja nicht schlimm, du weißt es eben nicht besser. Deshalb aber sollte für dich in diesem Forum gelten: Lesen ist seliger denn schreiben.
Ist halt die Frage was zuerst da war. Die "sich anbiedernden Schullehrer", oder "die Schüler, die blind, alles konsumieren müssen, weil keiner ihnen "sehen" beigebracht hat.
 
Demian

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@Gefallener
Sicherlich, und da muss jeder seinen authentischen (!) Weg finden. Einige schaffen das, andere nicht.
 
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schmickus

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... kann auch nur jemand schreiben, der von der Materie - wie von so vielem - keine Ahnung hat. Ist ja nicht schlimm, du weißt es eben nicht besser. Deshalb aber sollte für dich in diesem Forum gelten: Lesen ist seliger denn schreiben.
Tja @Demian, dumm nur, dass ich Gymnasiallehrer bin und das Ganze aus eigener Beobachtung kenne. Ich denke, Deine Analysefähigkeiten sind noch ausbaufähig. Üben, üben, üben...
 
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Und kaum ein Fach wird so mit "unnützem Tand" zugemüllt wie "die Musik". Es müssen ja immer die hippsten Dinge sein. Keiner kann klatschen, aber Boomwhacker muss jeder haben. Auch so ein Fall von: "Unser Fachbereich muss um die Fleischtöpfe des Ausgabenkontingents buhlen" . Und dann gammelt das Zeug vor sich hin. Wir hatten früher 40 Jahre Holzreifen, einen Bock, ein Pferd, ein Sprungbrett und eine dünne Matte. Punkt. Heute gibt´s jedes Jahr anderen bunten Krimskrams.

Und ich werde immer der vehemente Verfechter der Theorie sein -> buntes ins Hirn gepresst => ich muss mir die Welt nicht mehr bunt machen => Langeweile + Sattheit also Mattheit und Phantasielosigkeit.

Kein Arten- / Gedankenreichtum der Innenwelt mehr. (Was für ne Innenwelt überhaupt?) Höchstens ein Einfluss- Stress-Management.

SW
 
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Tja @Demian, dumm nur, dass ich Gymnasiallehrer bin und das Ganze aus eigener Beobachtung kenne. Ich denke, Deine Analysefähigkeiten sind noch ausbaufähig. Üben, üben, üben...
Das macht dich eher angreifbar als dass es kritisch immunisiert.

In der Schule gibt es so wenig "gute" = authentisch, natürliche (und gleichsam kompetente) Lehrkräfte, wie in der Politik.

Wer ist heute Lehrer? Es sind die braven, ordentlichen, immer funktioniert habenden, lieben, netten, Brüste-bebonusten, "ich habe meinen Lebensplan" - Menschen, die mit 22 ins Ref. gehen mit 24 verbeamtet sind und mit 24,5 das 1. Mal schwanger.

Wow ^^ Dann doch lieber die kriegstraumatisierten / unidealisierten, nicht glattgelutschten Identitäten der Kriegs- und Nachkriegsgeneration, die Frösche vergast haben.

Schrecklicher Gedanke, ich weiß, aber nur dadurch dass man "so Kanten" und pädagogisch vollkommen ungeeignete Sturköpfe hatte, konnte man sich selbst ein Profil machen. Von ihnen, wie von einem selbst. Die haben noch eine brachiale Schneise, eine Presche in die Flut der Sinnesreize geschlagen und dich durch die Schulzeit wie durch das Schilfmeer gelotst.

Von wem wisst ihr heute noch was? Von den "oh, du hast aber fein Arschloch gesagt, lass uns ein Lied klatschen, Gutschi- Gu´s" , oder von denen "die ihr gehasst habt?"

Was will ich mit so einer Ideal - Fertighaus - Fertigkind, ich mache nur den Stoff den ich muss und hab fernab kein Interesse an gar nichts und zum Schwimmen fahr ich fünf Landkreise weiter, damit ja kein Eleve mich sieht.

Der Lehrer ist an sich unauthentisch!
 

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