Anschlagstechnik: wie Finger schneller anheben?

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speedy71

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Hey Forum,

habe ein blödes Anschlags-Problem:

Bei Läufen hebe ich beim Anschlagen des nächsten Fingers den letzten Finger nicht schnell genug wieder an, somit klingen beide Töne kurz gleichzeitig an. Eigentlich sollte der Tasten-Wechsel ja gleichzeitig erfolgen.

Habe vieles probiert: flache Finger, gebogene Finger, niedriges / hohes Handgelenk, "high fingers", viel/wenig Armgewicht, verschiedene Arten von Staccato etc.
Bei Forte fällt es mir leichter als bei Piano.

Das einzige wo es klappt ist echtes (lautes) staccato, das geht auch bei schneller Spielweise. Beim echten (leisen) Legato ist es echt mies, bei manchen Fingerfolgen (z.B. 5-4 oder 3-2 bei Abwärts-skalen) ist es schlimmer als bei anderen. Es klingt "mushy" würde Josh Wright sagen ;-)

Meine Spielpraxis (habt ihr vielleicht schon in anderen Beiträgen gelesen): 7 Jahre Unterricht, dann viele Jahre Keyboard, dann 14 Jahre Pause, jetzt Wiedereinsteiger, neuerdings mit Klavierlehrerin.
Wir versuchen da jetzt auch zusammen dran zu arbeiten - aber vielleicht habt ihr ähnliche Erfahrungen und einen Tipp für mich!

Vermutlich ist halt der korrekte Anschlag am Keyboard "kaputt" gegangen ;-((
Es ist zum Haare raufen!

Habe eben aus lauter Verzweiflung mal die SloMo-Funktion am iPhone ausprobiert mit 240fps!
sieht krass aus: kurzzeitig sind 2 Tasten komplett unten. Das ist so definitiv falsch. Aber wie sag ichs meinem motorischen Gehirn? wie bekomme ich beim nächsten Anschlag den letzten Finger wieder schneller(!) "hoch"?

Danke+Grüße,
Speedy
 
B

Bachopin

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Hi,

ich denke etwas in diese Richtung wäre den "Quick Release" zu lernen.

Das bedeutet: Die Taste anschlagen und dann im Tastenbett die Taste durch blitzartige Entspannung des Fingers hochkommen lassen. Das kann man erstmal mit einzelnen Fingern üben und dann auch für Sequenzen. Wie immer erstmal ganz langsam und konzentriert.

Es gibt von Peter Feuchtwanger spezielle Übungen dazu.

Nebenbei:
Ob beim Klavierspielen wirklich eine aktive Muskelbewegung nach oben notwendig ist oder ob eben die blitzartige Entspannung ausreichend ist, ist für mich eine ungeklärte Frage. Die für mich auch durch viele eigene Experimente und Lesen von Literatur zu diesem Thema nicht endgültig geklärt ist.

Meine Vermutung ist, daß bei sehr leggiero und schnelle Passagen (siehe Josh Wright), doch auch eine aktive Komponente dazu kommt.

Gruß
 
rolf

rolf

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Meine Vermutung ist, daß bei sehr leggiero und schnelle Passagen (siehe Josh Wright), doch auch eine aktive Komponente dazu kommt.
ja sicher, denn wie erklärt sich sonst, dass derFinger vom Tastenboden aus eher oben sein kann als die Taste selber? Kann man ausprobieren. (allerdings besonders "aktiv" ist es nicht, schneller als die hochkommende Taste zu sein)
 
B

Bachopin

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Hi rolf,

klar, schneller wie die Taste kann man sein. Das ist kein Problem.

Die Frage ist ob es notwendig ist oder das "Quick Release" in allen Spielsituationen ausreicht.
Aus ökonomischer Sicht, gerade beim schnellen Spielen, wäre eine reine Entspannung ohne aktiven Muskeleinsatz ja wünschenswert.
Das Hochkommen der Taste kann man ja sowieso nicht beschleunigen. Das ist durch die Mechanik gegeben.
Beim "Quick Release" könnte allerdings durch die passive Haltung des Fingers das Hochkommen der Taste ein ganz klein wenig behindert und damit verzögert werden.

Die Frage ist in meinen Augen prinzipiell nicht ganz einfach zu beantworten.
Aber ich denke ja auch, daß beim praktischen Spielen eine aktive Hebung des Fingers für schnelle Spielsituationen sinnvoll ist.

Gruß
 
rolf

rolf

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Hi rolf,

klar, schneller wie die Taste kann man sein. Das ist kein Problem.

Die Frage ist ob es notwendig ist oder das "Quick Release" in allen Spielsituationen ausreicht.
Die Frage ist falsch gestellt, denn diese Übung dient dazu, sich das Vermögen automatischer Entspannung umgehend nach dem Anschlag klar zur machen und anzugewöhnen - schon allein für einen banalen Triller reicht der Tastenauftrieb nicht aus. Nebenbei: man kann auch sofort entspannt die Taste halten ;-) schließlich sollte es ja keine Mühe bereiten, einen Ton eine Weile klingen zu lassen.
 
E

elli

Guest
Hey Forum,

habe ein blödes Anschlags-Problem:

Bei Läufen hebe ich beim Anschlagen des nächsten Fingers den letzten Finger nicht schnell genug wieder an, somit klingen beide Töne kurz gleichzeitig an. Eigentlich sollte der Tasten-Wechsel ja gleichzeitig erfolgen.
Naja, viele Leute haben ja eher das umgekehrte Problem, nämlich legato nicht zu können...:-D

Dann mal her mit Czerny z.b.
http://imslp.org/wiki/Special:ImagefromIndex/86360

Beim staccato verschiedene Spielweisen ausprobieren - man kann die finger richtung Handinnenfläche, oder wie beim Wegschnipsen nach außen von der Taste abschnellen lassen z.B......
Folgendes Video ist auch nützlich
 
 

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