78 Tasten Klavier


G
Gechset
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Hi,

wie schon in einem anderen Thread beschrieben, möchte ich mir ein altes kleines französisches Klavier kaufen. Baujahr um 1880.
Das Klavier ist ein wenig kleiner als ein normales Klavier und hat 78 Tasten.
Soweit ich weiß, hat ein Klavier aber 88 Tasten. Was ist also mit den übrigen 10 passiert? Kann ich auf diesem Klavier trotzdem spielen lernen?

Eure ahnungslose Gechset
 
Tritonus
Tritonus
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Sicherlich kannst du auf dem Klavier erst einmal spielen lernen. Ein Klavier hat wirklich normalerweise 88 Tasten, aber meines hat auch etwas weniger (Ich glaube 82 ?) Es kommt natürlich immer darauf an, ob du das mit dir vereinbaren kannst;). Die allerobersten und tiefsten braucht man eigentlich sowieso nur ziemlich selten. Zur sicherheit solltest du aber mal nachfragen, wo die Tasten fehlen, also ob nur oben oder nur unten, oder oben und unten je zehn..., es ist ja schließlich fast eine ganze Oktave.
ich habe mit meinem Klavier bisher nur bei der E-molltocatta schwierigkeiten gehabt, da habe ich beim üben auf Holz gehauen.
Und als ich mal auf einem Sauschlechten Keyboard "Barmusik" spielen musste, und meinte, das Ding hätte unten extrrem wenig Tasten, meinte die Dame, die es mir gezeigt hatte "Nun ja, ich bin Laie, aber ich dachte, wenn das KLavier weniger Tasten hat ist es einfacher. Dann kann man sich ja weniger verspielen" :)
 
H
Hacon
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Am Anfang wirst du diese 10 Tasten auf keinen Fall missen.
Und ich weiß auch nicht, ob das überhaupt jemals der Fall sein wird.
Ich habe die obersten und untersten Tasten jedenfalls noch nie gebraucht.

Kritisch kann es höchstens auf einem Keyboard werden, denn da fehlt dann doch oft mehr als nur eine Oktave;)
 
G
Gechset
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Gott sei Dank!!!
Das Klavier ist nämlich so wunderschön, dass ich über die 10 fehlenden Tasten hinwegsehen kann, aber ich dachte, es handelt sich sonst nicht um ein "echtes" Klavier. Aber wenn das so ist...hehehe...*freu*

Weiß jemand warum es Klaviere mit weniger Tasten gibt? War das irgendwann mal Mode oder warum ist das so?

LG Gechset
 
J
J. Gedan
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Ich schätze mal, der Umfang der Antiquität geht vom Kontra-C bis f4, dann würden unten drei Tasten und oben sieben fehlen gegenüber modernem Standard. Das war durchaus üblicher Umfang zu Anfang des 19. Jahrhundert, die ersten Klaviere mit 85 Tasten gab es aber bereits nach 1820.

Ein Klavier aus dem Antiquitätenladen mag als Möbelstück und Wohnungsdekoration von Interesse sein, aber kaum als Musikinstrument, bzw. als solches nur von historischem Interesse. Ich würde tunlichst die Finger davon lassen, es sei denn, man ist Antiquitäten-Sammler. Dann sollte man sich, falls man ernstlich Klavier spielen will, aber neben der Antiquität auch noch ein benutzbares Musikinstrument zulegen.

"...wenn das Klavier weniger Tasten hat, ist es einfacher. Dann kann man sich ja weniger verspielen."
Am einfachsten ist es, wenn das Klavier nur eine Taste hat, dann kann man sich gar nicht verspielen.

Mit der "E-molltocatta" ist Chatchaturjans es-moll-Toccata gemeint? Deren höchster Ton ist h4.

Jörg Gedan
http://www.pian-e-forte.de
 
Tritonus
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Ha, du hast recht, es war Es-MOll, und nicht e-moll (Ist ja nur ein Unterschied von einem Kreuz und 6 B´s :cool:)
 
Petz
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Wenn das Instrument sonst technisch in Ordnung ist würde ich es mir trotzdem überlegen; mit 76 Tasten in dem, von J. Gedan angegeben Bereich könnte man leben wenn man nicht grade Boogie Woogie spielt wie ich.
Und der Klang ist sicher aufgrund der damals niedrigeren Saitenspannung ziemlich einzigartig und mit heutigen Instrumenten nicht vergleichbar.

Allerdings muß Dir auch klar sein das so ein altes Instrument kaum auf aktuelle Kammertonhöhe gestimmt werden kann und selbst wenn es technisch ok ist vermutlich mangels Vollpanzerrahmens und Schichtholzstimmstockes nie die Stimmhaltung eines guten heutigen Instrumentes aufweisen wird. Allerdings ist in dem speziellen Fall aufgrund der niedrigeren Tastenanzahl auch die Saitenanzahl und somit die Gesamtzugbelastung um ein bis zwei Tonnen geringer.
 
Petz
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Stimme dir bis auf das oben Zitierte voll zu. Denn es gab auch damals durchaus Instrumente die höher gestimmt wurden als die heute üblichen 440Hz.

Auch wenn die meisten, wie von Dir schon richtig geschrieben tiefer gestimmt waren!

Die hatten dann aber im Verhältnis dünnere oder kürzere Saiten weil auch das damals verwendete Saitenmaterial da nicht mitgespielt hätte und somit auch die Zugbelastung nicht höher war.
Wäre übrigens auch ne Möglichkeit ein altes Instrument ohne Troubles auf 440 Hz zu bekommen wenn man die Bassaiten entsprechend "versetzte" und den Tenorbereich mit dünneren Saitendraht bezöge, allerdings veränderte dies auch den Klang.
Einzelne Saiten durch etwas dünnere zu ersetzen hab ich auch schon an Instrumenten gemacht wo Stimmwirbel "angeknackst" waren um das Instrument noch spielbar zu halten; besser ein brauchbarer leiserer Ton als ne Terz zu tief....

Als Notreparatur für einen einzelnen in Pension gegangenen Wirbel; wenn erlaubt ist was gefällt, nichts anderes mehr hilft und die Wirbel an der Stelle nicht zu eng gesetzt sind (was sowieso ein Kapitalfehler mancher Klavierbauer ist weil dann die Rißanfälligkeit des Stimmstockes höher ist) hab ich auch schon bei Pianos ne ganz lange hochfeste Inbusschraube mit eingebohrtem Querloch und Gewinde fast bis zum Kopf als Stimmwirbel eingesetzt. Die bekam vorne selbstsichernde Mutter, hinten zwei Kontermuttern und Beilagscheiben eingesetzt und wurde dann soweit festgezogen bis die Haftreibung einen stimmwirbelentsprechenden Drehwiderstand aufbaute um sie als neuen Wirbel verwenden zu können.
Bei einem Flügel muß man mit Winkelbohrmaschine unten mit nem Forstnerbohrer versenkten Platz für die Kontermuttern und Beilagscheibe schaffen da sonst die Klaviatur nicht mehr herausgenommen werden könnte.
Wenn die Optik auch noch wichtig ist kann man den Inbuskopf abschneiden und in Handarbeit auf den Schraubenstumpf einen, für Stimmschlüssel passenden Konusvierkant aufschleifen.
 
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Hartwig
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Tiefster Ton?

Hallo,
bei Brahms Rhapsodie Nr. 2 ist mir das erste Mal aufgefallen, daß ich den tiefsten Ton benötige, das A im Akkord des 13. Taktes.
Bei meinem Clavinova sind es 88 Tasten.
Die obersten werden auch recht selten genutzt. Da stimme ich zu, wie auch daß beim Keyboard doch manchmal Tasten fehlen, die man dann erst umschalten muß, wenn es denn geht.

Gruß Hartwig
 
P
piano&service
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78 Tasten

Die Bauweise damals Unterscheidet sich v.A. wie schon geschrieben durch
- die fehlende -> nur Stückweise vorhandene Gussplatte.
- Gradseitigen Bezug der Saiten (schon kurz später kreuzte man die Seiten
Baß von links oben nach rechts unten Mittellage von mitte Oben nach unten links)
- Saitenspannung
- Obergedämpfte Mechanik
- meist sehr schön Furniert

Viele kleine Klaviere aus der Zeit kenne ich zu meiner Schande noch nicht.
Aber es wäre hierbei ganz wichtig zu wissen wie klein genau es ist.
Damals gab es auch noch einige Tafelklaviere (Eher Tischartig)

Durch den geraden Saitenbezug und kleiner Höhe würde ich ansonst annehmen dass es damals noch nicht möglichwar (ohne Hohe Zugkraft) einen so kleinen Baß zu berechnen.
Auch heute würde es keinen sinn machen, denn anders als bei einen Mannbourg z.B. (auch sehr kleines Untertastenklavier nur jünger) sind die längsten Saiten einfach zu kurz, um bis zum Heutigen A einen Basssaite zu haben.
 
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Petz
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Durch den geraden Saitenbezug und kleiner Höhe würde ich ansonst annehmen dass es damals noch nicht möglichwar (ohne Hohe Zugkraft) einen so kleinen Baß zu berechnen.
Auch heute würde es keinen sinn machen, denn anders als bei einen Mannbourg z.B. (auch sehr kleines Untertastenklavier nur jünger) sind die längsten Saiten einfach zu kurz, um bis zum Heutigen A einen Basssaite zu haben.

Möglich wäre es wie das Yamaha CP 80 schon bewies wenn man dessen Bassaitenlänge zum Subkontra A hochrechnete nur auch mit denselben klanglichen Nachteilen im Bassbereich welche dann einen sehr erfahrenen Stimmer vonnöten machen um noch ein Klangergebnis zu erzielen bei dem man nicht gleich die Flucht ergreift......:D

YamahaCp80.jpg
 
 

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