Klavierklima (Temperatur, Feuchtigkeit)

Ja, und unsere Waschmaschinen, die wenig Wasser verbrauchen. Und keiner will bei 60° waschen weil es ja ökologisch nicht gut sein soll. In der Schublade für das Waschpulver gammelt auch so einiges vor sich hin wenn man nicht gerade alle paar Tage wäscht. Ein gutes Immunsystem muss das aushalten.

Das Geglitsche am Plattenstapel fand ich nicht so toll, aber ich kann mir nicht denken, dass nach einer Woche, wo jeden Tag 5 Liter zugefüllt wurden, die Bakterien und Pilze sprießen.

Und einen D.C. kann ich bei meinen 25 % ohne Ventas vergessen. Denn auch Haut und Schläumhäute vertragen diese trockene Luft nicht besonders gut.
 
Marlene, pass bloß auf, daß Du beim Waschen bei über 60° keine hitzebeständigen Keime erzeugst. ;-)

Silbersalze gelten nicht als Desinfektionsmittel. Sie töten keine Bakterien sondern verhindern die Vermehrung.
Resistente Keime werden eher außerhalb des Krankenhauses erzeugt vor allem durch Antibiotika und nicht durch chemische Desinfektionsmittel.
 
Resistente Keime werden eher außerhalb des Krankenhauses erzeugt vor allem durch Antibiotika und nicht durch chemische Desinfektionsmittel.

Das mit der teilweise übertriebenen Anwendung von Antibiotika (z.B. noch vor Jahren vorsorglich bei einer OP, egal wie klein sie auch gewesen sein mag) ist richtig, die zweite Aussage aber nicht. Die Werbung suggeriert den Hausfrauen, dass deren Toiletten nur dann sauber und rein sind, wenn sie Sagro*** & Co. anwenden. Das aber ist völliger Unsinn, denn einer Toilette kann man mit normalen Haushaltreinigern zuleibe rücken. Übertriebene Anwendung von Desinfektionsmitteln kann in der Tat Resistenzen verursachen.
 
Marlene, ich bin mit Dir vor allem bezüglich des Einsatzes im Haushalt vollkommen einer Meinung. Da es eine große Zahl völlig verschiedener Desinfektionsmittel gibt, wird es auch Resistenzbildungen geben. Im Haushalt speziellToilette und Badezimmer wird häufig ein chlorhaltiges Mittel eingesetzt. Da ist mir allerdings unklar, wie sich eine überlebende Zelle bei der Vermehrung so verändern kann, daß das Chlor wesentliche organische Zellbestandteile nicht mehr oxidiert und damit zerstört.
Meine generelle Angabe, daß es keine Restistenzbildung bei Desinfektionsmitteln gibt ist aber falsch.
Untersuchungen zufolge sind wohl die meisten Keime im Haushalt typischerweise auch nicht in der Toilette sondern in der Küche zu finden. Da wird ja wohl niemand zu chlorhaltigen Mitteln greifen wollen, dann braucht man es auch nicht in der Toilette. Wenn jemand im Hause erkrankt ist, mag das anders sein.
 
Nach meinem Verständnis eher noch schlimmer
Nee, da liegste falsch. Denn der DC wäscht ja nicht die Luft. Die Menge an Luft, die beim Venta durchgesetzt wird - und somit auch die Menge an Bakterien, Keimen und auch nur Dreck - dürfte beim Venta um einen irren Faktor höher sein. Umso wichtiger ist dort die Zugabe von keimtötenden Mitteln - wobei auch beim DC dringend dazu anzuraten ist. Und natürlich im Idealfall destilliertes Wasser!

Allerdings wird der schlampige Benutzer beim ungepflegten Venta sehr schnell visuell mit dem Ergebnis seiner Sauerei konfrontiert, während der versiffte DC versteckt vor sich hin wuchern kann ;-)
 
Neben den möglichen - oben erwähnten - Ablagerungen des Certisils an den Plattenstapeln frage ich mich, was mit sonstigen Rückständen der Silberionen geschieht. Das Zeug muss ja immer wieder dem Wasser zugegeben werden. Habe ich dann anstelle eines Biofilms irgendwann einen Silberfilm im Venta und kann mir einen Ring davon machen?

Hat jemand Erfahrung mit diesem Silber-Ionisierungsstab?

http://www.oeko-planet.com/technik/luftbefeuchter/silber-ionisierungsstab-iss-gegen-keime
 
Silberionen können Bakterienwände durchdringen und gehen mit schwefelhaltigen Bestandteilen der Bakterien-Proteine feste Bindungen ein. Der Stoffwechsel der Bakterien wird also an mehreren Stellen blockiert und das Bakterium wird dadurch abgetötet. Inzwischen gibt es aber bereits Bakterien, die gegen Silber Resistenzen gebildet haben.

In der praktischen Anwendung legt man den Silberstab ins Wasser, der dann kontinuierlich Ionen abgibt. Kalkablagerungen kann man angeblich mit handelsüblichen Kalklösern entfernen.
 
Es geht nicht um Kalkaberlagerungen, denn die habe ich nicht, seit ich das Hygienemittel nicht mehr verwende. Es geht um weiter oben erwähnte mögliche Ablagerungen durch die Silberionen.

Wie lange kann so ein Stab verwendet werden? Verliert der irgendwann an Wirkung und muss erneuert werden? Er wäre doch vermutlich die bessere Lösung, denn - wie ich gelesen habe - darf man das Certisil nicht einfach in den Abfluss schütten. Das wäre aber einmal wöchentlich der Fall, wenn ich die Ventas reinige.
 
Marlene, Du sollst ja auch kein Certisil in den Abfluss schütten. Nach einer Woche im Venta ist es kein Certisil mehr. Mein Vorschlag mit Certisil war nur als Versuch gedacht, dessen Wirkung dann nur daran gemessen werden kann, ob sich ein schleimiger Belag bildet. Es ist sehr gut möglich, daß es gar nicht wirkt, weil nur ein Teil der Silberionen in die Bakterien geht, der größte Anteil sich entweder am Schlamm als fein verteiltes Silber abscheidet oder vom immer allgegenwärtigen Schwefelwasserstoff in der Luft zu schwerlöslichen Silbersulfid verwandelt und damit ebenfalls im Schlamm ist. Wer Silbersachen zu Hause hat, merkt das durch Schwarzfärbung. Der Venta ist ja ein Luftwäscher. Ein Teil könnte auch als schwarzes elementares Silber an den Wandungen haften. Fein verteilte Metalle sind schwarz. Aber wir reden ja über etwa 1 ml Certisil-Lösung pro Woche und Venta mit einer entsprechenden kleinen Silbermenge.
So ein Silberstab könnte ziemlich lange halten. Wirklich verbrauchen wird er sich wohl kaum. Ich glaube aber, er müßte auch immer wieder geputzt werden. Er kommt ja weitaus intensiver mit Luft in Kontakt, als ein Silberlöffel.
 

Klar, dass ich das Certisil nicht direkt in den Abfluss kippen möchte. Aber ich dachte halt, dass dessen Ablagerungen beim wöchentlichen Venta-Putzen im Abfluss landen. Mein Denkfehler war, dass ich bei jedem Nachfüllen von Wasser in den Venta auch Certisil beigeben muss.

Den glitschigen Plattenstapel von voriger Woche habe ich letzten Sonntag mit heißem Wasser "bearbeitet" und dann zur Seite gelegt. Die Bakterien, Algen oder was auch immer daran so glitschig war sind durch die Trockenheit ja vermutlich nicht mehr problematisch. Oder warten die jetzt nur darauf wieder mit Wasser in Kontakt zu kommen um dann erneut fischige Ablagerungen zu bilden? Irgendwann muss ich ja auch den noch herumstehenden Venta in Betrieb nehmen aus dem ich den Plattenstapel gemopst habe.

Übrigens habe ich etwas interessantes zu Resistenzen und Nanosilber gefunden:

http://www.archiv.fraunhofer.de/arc...erman/publications/df/df2003/mag1-2003-62.pdf
 
Nanosilber ist elementares Silber (metallisch) in äußerst kleinen Partikeln. Auch diese können dadurch direkt durch Zellwände marschieren und ihre antibakterielle Wirkung erzielen. Diese Teilchen sind nur aufwändig herzustellen, das wird man mit Certisil wohl nicht schaffen. Dessen Wirkung beruht auf in Wasser löslichen Silbersalzen (Verbindung), dass sind dann Silberionen. Die sind sehr einfach herzustellen. Die gehen auch durch Zellwände. Die antibakterielle Wirkung von festem metallischen Silber beruht wohl auf der Abgabe von kleinen Mengen Silberionen, die sich durch Oxidation bilden.
 
Silber ist sehr reagibel und vor allem die schwefelhaltigen Verbindungen haben es dem Silber angetan.
Beispiel:
Die Aminosäure Cystein besitzt eine Sulfhydryl-Gruppe (-SH). Eine Sulfydrylgruppe besteht aus einem Schwefel- und aus einem Wasserstoff-"Baustein". Wenn nun das Silber mit dem Schwefel der Sulfhydrylgruppe reagiert und sich an den Schwefel bindet, steht das Cystein für weitere biochemische Reaktionen (z.B. Aufbau von Proteinen / Enzymen) nicht mehr zur Verfügung. Bei einzelligen Lebewesen (z.B. Bakterien) bedeutet dies den Tod. Es sei denn, die Bakterien haben im Sinne einer Resistenzbildung einen Reparaturmechanismus entwickelt.
 
Hi,
mal zurück zum ursprünglichem Thema der Luftfeuchte.

Also wenn ich das über die künstlichen Luftbefeuchter und den entsprechenden Hygiene-Probleme lese, wird mir "schlecht". Erinnert mich an Schimmel-Problematik bei feuchten Wänden.
Kann man denn eine gute Luftfeuchte nicht sozusagen natürlich durch entsprechende Pflanzen und/oder Einrichtungen mit Wasser (zB offenes Aquarium) erreichen?

Bei Pflanzen hätte man doch auch ein direktes kontrollierbares Maß:
Die Liter pro Tag des verbrauchten Gießwassers.

Wenn man das auf den Rauminhalt und Temperatur bezieht kann man daraus die erzielte Luftfeuchte sogar grob berechnen/abschätzen.

Gruß
 
Natürlich kann man Luftfeuchte auch "natürlich" erreichen, wobei sich die Frage stellt, was an einem Aquarium natürlicher ist als an einem Venta.
 
Also wenn ich das über die künstlichen Luftbefeuchter und den entsprechenden Hygiene-Probleme lese, wird mir "schlecht".
Naja, die Dinger sind ja hauptsächlich für Menschen problematisch oder gefährlich. Dem Klavierflügel sind die in der Luft herumfliegenden Bakterien, Sporen und/oder Biozide ja egal. Hat sicher seinen Grund gehabt, warum die im 19. Jhd alle so früh gestorben sind. :lol:
 
Bachopin; Natürlich kannst Du das auch mit mehreren (!!!!) offenen Aquarien oder einem halben Dschungel erreichen. Ich darf daran erinnern, dass ich bei mir auf 70 qm nach dem ersten Anfangsdurst täglich etwa 10 Liter in den Venta geben durfte...

Wer viel Aquarien oder einen Dschungel hat, der hat ohnehin eine passende Luftfeuchte und eben nicht 28%...
 

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