Wie nennt man dieses Instr. bzw. diesen Sound?

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marcels87

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Hallo zusammen,
ich habe neulich den Film Amadeus gesehen (mal wieder) und ich bin begeistert vom Sound der damaligen Klaviere.
Wie nennt man diesen Klaviertyp? Cembalo? Clavinet?
Gibt es Digitalpianos die diesen Sound in vernünftiger Qualität bieten?

Hier mal ein kurzer Ausschnitt:

Mozart Vs Salieri - YouTube

Danke und beste Grüsse,

Marcel
 
Drahtkommode

Drahtkommode

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Hammerflügel.
Samples? Keine Ahnung...

Es grüßt
Die Drahtkommode
 
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marcels87

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Danke für die Antwort!
 
hyp408

hyp408

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Wikipedia meint dazu:

"
Hammerklavier/Hammerflügel,

Rahmenkonstruktion und Besaitung. Im Gegensatz zum modernen Klavier oder Flügel, bei dem die statische Belastung der Konstruktion durch den Saitenzug, die immerhin bis etwa 20 Tonnen betragen kann, von einem geschlossenen gusseisernen Rahmen getragen wird, besaßen Hammerklaviere zunächst keinen solchen Metallrahmen, sondern Rahmenkonstruktionen aus Holz, zum Teil punktuell unterstützt durch einzelne Streben oder Anhangplatten aus Metall. Das Fehlen eines geschlossenen metallischen Rahmens zur Aufnahme der Saitenzugspannung ist ein typisches Merkmal des Hammerklaviers und wird ermöglicht durch die beträchtlich niedrigere Saitenzugbelastung.

Die Besaitung des Hammerklaviers ist im Gegensatz zum modernen Klavier „leichter“ ausgeführt: weniger Saitenspannung, vergleichsweise dünne Saiten und besonders bei frühen Instrumenten in der Regel weniger Saiten. Die geringere Saitenanzahl ist einerseits Resultat des geringeren Tonumfangs: fünf Oktaven von Kontra-F bis f’’’ in der Zeit von ca. 1750 bis ca. 1800; sechs Oktaven (Kontra-F bis f’’’’) von ca. 1810 bis 1820; um 1825/30 sechseinhalb Oktaven; erst gegen Mitte des 19. Jahrhunderts wuchs der Tonumfang auf die heute übliche Größe an. Andererseits wurde der Bezug in Mittellage und Diskant zunächst zwei- und erst bei fortschreitender Entwicklung dreichörig ausgelegt.

Vor der Erfindung der heute üblichen kreuzsaitigen Bespannung, bei der die Bass-Saiten diagonal über die Saiten der Mittellage geführt werden, wurden alle Saiten parallel zueinander angeordnet. Diese gerade Ausrichtung und Aufhängung der Saiten macht sich beim Hammerflügel optisch im Gegensatz zum modernen Flügel in der dem Cembalo nahestehenden Flügelform bemerkbar.

Mechanik [Bearbeiten]Während heute einige wenige Ausführungen des gleichen Klaviermechanik-Typs den Markt beherrschen, gab es am Anfang der Geschichte des Hammerklaviers beinahe so viele Mechanik-Konstruktionen wie Klavierbauer. Zwei Grundtypen kristallisierten aber sich schnell heraus: die Prellmechanik, auch „Wiener Mechanik“ oder „Deutsche Mechanik“ genannt, und die Stoßzungenmechanik, auch „Englische Mechanik“ genannt. Während sich die Stoßzungenmechanik gegen Ende des 19. Jahrhunderts durchsetzte, weiterentwickelt wurde und den heute standardisierten Mechaniktyp darstellt, findet sich die Wiener Mechanik heute nur noch in historischen Instrumenten und deren Nachbauten.

Die Hammerköpfe sind bei Hammerklavieren kleiner und leichter als heute. Bei einigen frühen Instrumenten (u. a. bei Tangentenflügeln und Instrumenten von Johann Andreas Stein) bestanden diese zunächst nur aus Holz, manchmal sogar aus Elfenbein, so dass der erzeugte Klang demjenigen eines Cembalos sehr nahe kam. Sehr bald aber wurden sie mit Leder bezogen. Schon bald wurde mit Kombinationen von Filz und Leder experimentiert. Erst nachdem Henri Pape 1826 ein Patent auf die Befilzung von Hammerköpfen angemeldet hatte, konnte sich Filz als alleiniges Hammerkopfbezugsmaterial immer mehr durchsetzen, bis sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts Filz als alleiniges Material etablierte.

Klang [Bearbeiten]Die genannten konstruktiven Unterschiede führen beim Hammerklavier zu einem Klangbild, das sich vom heute gewohnten Klavierklang deutlich abhebt. Der Klang des Hammerklaviers ist obertöniger, leiser, weniger voluminös, aber doch gesanglich und gut verschmelzungsfähig. Er ist „trockener“ und in den verschiedenen Lagen deutlich unterschiedlich; umgekehrt schneiden die Dämpfer den Klang nicht rigoros ab, sondern lassen die Saite noch ein wenig nachklingen. Während dieses von an den modernen Klavierklang gewöhnten Hörern zunächst als unausgeglichen empfunden werden kann, macht es doch den besonderen Reiz des Hammerklaviers aus. Manche Musik aus der Zeit der frühen Hammerklaviere erscheint, auf diesem Instrument gespielt, in einem ganz neuen Licht: Weil etwa der Bass des Hammerklaviers im Vergleich zum modernen Klavier viel heller, durchsichtiger und gut zeichnend klingt, klingen tiefliegende Akkorde ungewohnt klar."

Falls Du in Soundarchiven nach ähnlich klingenden Samples suchts, solltest Du auc nach chlavichord, cembalo oder Hrpsichord suchen ....

Gruss

Hyp
 
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marcels87

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Klasse, vielen Dank für die Antworten!
 
Destenay

Destenay

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Hallo zusammen,
ich habe neulich den Film Amadeus gesehen (mal wieder) und ich bin begeistert vom Sound der damaligen Klaviere.
Wie nennt man diesen Klaviertyp? Cembalo? Clavinet?
Gibt es Digitalpianos die diesen Sound in vernünftiger Qualität bieten?

Hier mal ein kurzer Ausschnitt:

Mozart Vs Salieri - YouTube

Danke und beste Grüsse,

Marcel

Hallo,

der junge Mozart im Film spielt einen " Johann Georg Gröber " Flügel aus Innsbruck, dieser Flügel im Film wurde deutlich nach 1800 gebaut.
Salieri spielt im Film einen Anton Walter Sohn Flügel, ebenfalls nach 1800.
Warum man betr. des Alters der beiden Flügel so nachlässig war, kann ich mir nicht recht erklären, diese Instrumente im Film sind in keinem Fall Zeit identisch

Cordialement
Destenay
 
 

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