Wer hat Erfahrung mit Piano Sight Reading ?

  • Ersteller Ersteller Uwe_Munich
  • Erstellt am Erstellt am

Uwe_Munich

Uwe_Munich

Registriert
05.09.2008
Beiträge
63
Reaktionen
0
Hallo,

nachdem ich jetzt auch mal mein "vom Blatt spielen" verbessern will (na ja offen gestanden bin ich da bei 0 also geht es ehr darum es überhaupt zu erlernen:D) habe ich mir den ersten Band von "Piano Sight reading" gekauft.
Einige von Euch haben ja schon Erfahrung damit, jetzt wolllte ich mal wissen, wie Ihr da vorgeht.
Die Erklärungen in dem Buch sind da ja recht dürftig.
Spielt ihr da die Stücke einfach drauf los, oder schaut Ihr sie Euch vorher an, versucht sie zu summen und spielt dann?
Habt Ihr das Buch/die Bücher mehrmals durchgespielt?
Spielt Ihr einfach weiter, wenn Ihr einen Fehler macht?
...
Mich würde einfach interessieren, welche Erfahrungen Ihr gemacht habt.

Danke und Gruß

Uwe
 

Hallo Uwe - mir gehts genauso. Null Check vom Blatt. Daher gibt es jetzt immer je Klavierstunde bis zu 20 Takte aus Sight Reading "aufs Auge". Meine KL ist davon so begeistert, dass es für alle anderen Schüler zur Pflicht wird:D.

Vorgehensweise: Takt erkennen, evtl klopfen - Fingersatz überlegen - losspielen. Bin aber noch auf den ersten Seiten...

Ich denke dass man das alles ruhig mehrmals spielen kann - solange man es eben nicht auswendig lernt. Fehler werden hier (noch?) nicht überspielt...
 
Hallo Uwe,

ich arbeite auch mit sight reading und find's wirklich gut. Und wie Fisherman schon sagte, lese ich auch zuerst lesen, dann check, ob ich den Rhytmus lesen kann (sonst hilft klopfen/zählen), Fingersatz und los. Bei Fehler weiterspielen (dann aber richtig ;-). Zu oft spiele ich nicht die gleichen Stücke, eben um das automatisierte Spielen zu vermeiden (das sich zumindest bei den ersten Seiten sehr schnell einstellt). Viel Spaß und Erfolg damit !
Gruß,
Alia
 

Das vom Blatt spielen kommt langsam von selbst mit Geduld.
auch ohne "sightreading "

Nicht über Dinge reden, die man nicht kennt :D. Sight Reading ist kein "Tipp-Buch", sondern ein Notenband und perfekt dafür konzipiert, mit der Zeit Intervalle automatisch zu erfassen. Irgendwelche Noten haben nicht diesen didaktischen aufbauenden Ansatz. Wenn schon meine KL flugs alle Bände bestellt und hellauf begeistert ist ...:rolleyes:

Ich sag jetzt mal einfach das Gegenteil von Dzjelpiano und empfehle das allen wärmstens, die hier Defizite verspüren - vor allem denen, die wie Uwe und ich bei Null anfangen! Die Folgebände sind für die Halbmeister!
 
Hi ihr Sight Reading Experten,

sind das jetzt reine Übungen oder sind das kleine Stücke?

Falls keine Stücke: Haben die Übungen einen musikalischen Sinn/Inhalt oder sind es einfach häufig vorkommende Notenfolgen?

Warum sind diese Bücher für euch besser als einfach entsprechendes Literaturstudium durchführen?

Welcher Level wird angesprochen? (Anfänger, Mittelstufe, Fortgeschritten, Sehr Fortgeschritten)

Gruß
 
Hallo Bachopin;

bin erst am Anfang, daher zitiere ich mal den Klappentext (Bd.1 - es gibt 3 Bde):

- basiert auf dem Wiedererkennen rhythmischer & melodischer Muster
- 136 sich steigernde Übungen
- Gleiche Gewichtung RH/LH
- Beginnt mit vier Noten in jeder Hand
- Einführung der Intervalle Quarte & Quinte
- Notenraum, Tonarten und R. werden allmählich erweitert
- Erkunden der Tonarten CGFD-Dur sowie a/d-Moll

Bd 1 ist sicher für Anfänger. Letztendlich geht es um das Erkennen von Mustern melodischer und rhythmischer Natur, also genau das, was beim guten Vom-Blatt-Spiel passiert. Worte statt Buchstaben oder gar Satzfragmente statt Wörter...
 
Danke fisherman,

ich glaub ich kann's mir ungefähr vorstellen.

Ein paar kritische "Anmerkungen":

Beim Notenlesen geht es ja nicht nur um das Entziffen der Noten, sondern darum eine musikalische Phrase, die zugehörige Begleitung, die harmonische Entwicklung und die Zusammenhänge möglichst auf einem Blick zu erkennen.

Ausserdem muss das Notenlesen auch im Zusammenhang mit dem musikalischen Stil/Epoche gesehen werden.
Ein Stil zeichnet sich ja dadurch aus, dass bestimmte Merkmale in ähnlicher Weise vorkommen. Diese Stil-bildende Elemente müssen auch gelernt werden, weil dadurch der Notentext viel schneller entschlüsselt und der musikalische Sinn schneller erkannt werden kann.

Bsp: Um einen Boogie vom Blatt zu spielen, hilft es sehr viel, wenn man die Elemente eines Boogies kennt.
Oder wenn man eine Sonate von Beethoven spielen will, dass man vorher sehr viele Stücke von Beethoven gespielt hat, damit man seine "Handschrift" kennt.

Bin mir nicht sicher, ob der Ansatz dieser Bücher das leistet.

Gruß
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ausserdem muss das Notenlesen auch im Zusammenhang mit dem musikalischen Stil/Epoche gesehen werden.
Ein Stil zeichnet sich ja dadurch aus, dass bestimmte Merkmale in ähnlicher Weise vorkommen. Diese Stil-bildende Elemente müssen auch gelernt werden, weil dadurch der Notentext viel schneller entschlüsselt und der musikalische Sinn schneller erkannt werden kann.

Du hast recht Bachopin, aber irgendwo muss ja mal anfangen ... Im übrigen glaube ich, dass stilbildende Elemente in den Folgebänden stärker "dran" kommen, da deutet schon das Ende von Bd.1 drauf hin - meine KL war nicht umsonst regelrecht begeistert...
 
  • #10
Hi,

also ich hab' da jetzt mal in die Bände reingeschaut.

Beim Band 3 (und auch schon 2) sind ja dann richtige kleine Stücke drin. Das ist ok. Aber es ist das gleiche Problem wie mit Czerny Etüden oder ähnlichem:
Warum nicht gleich die Orginale nehmen?

Das was ich da gesehen habe, hat z.B. die Komplexität/Schwierigkeit von (leichten) Sonatinen. Da gibt es super Sammelbände mit orginal Kompositionen der Meister, die man stattdessen nehmen kann.

Gruß
 
  • #11
Hallo,

auch bei mir ist der Kember Bestandteil fast jeder Klavierstunde. Ich soll versuchen möglichst gleich alles, was notiert ist, korrekt umzusetzen, wenn auch in sehr langsamem Tempo. Kurz vorher anschauen ist o.k., gesummt wird nicht (da hätt ich auch was dagegen, der arme Lehrer). Wenns gar so falsch war, wird noch mal wiederholt. Ich bin jetzt gut zur Hälfte mit dem 2. Band durch und tu mir da schon sehr schwer. Grauslich wirds beim 3. Band, da gibt's nämlich keine Fingersätze mehr. Ab und zu mal wiederhole ich zu Hause altes, aber das ist mit dem Unterricht nicht vergleichbar, weil ich dazu neige, zu schummeln und fünf gerade sein zu lassen. Mein Klavierlehrer ist da unerbittlich und macht mich auf jede Schluderei aufmerksam.

Ich würde zu Noten bzw. Unterrichtswerken, die ich nur von ein paar eingescannten Beispielseiten kenne, kein Urteil abgeben. Die Stärke von piano sight reading liegt in der Systematik und dem langsamen ausgeklügelten Fortschreiten in der Schwierigkeit, wobei alle Stückchen überschaubar kurz und sehr musikalisch sind. Einfach Querbeet irgendeine Originalliteratur verwenden ist doch etwas grundsätzlich anderes.

Viele Grüße Beate
 
  • #12
Danke Bearbarba, Du hast auf den Punkt gebracht, worum es hier geht.
 
  • #13
Hallo an alle,

vielen Dank für Eure Antworten. Ich werde mir jetzt einfach mal jeden Tag (an dem ich übe :D) 10 Minuten den ersten Band vornehmen, mir das Stück erst anschauen und dann drauflosspielen.
Wenn ich duch bin sag ich Euch wie es gelaufen ist (falls ich nich vorher aufgebe ;)).

Gruß

Uwe
 
  • #14
Hallo
Auf YouTube habe ich sightreading von John Kember entdeckt und mir Band 2 und 3 bestellt.Band 2 läßt sich zum Teil gut vom Blatt spielen,Band 3 ist schon schwieriger,da spiele ich nur 1 Stück am Tag.Empfohlen wird,nur auf die Noten sehen,nicht auf die Hände.Und das finde ich nicht ganz so einfach,vor allem,wenn Stücke in Moll sind und keine klanglich schönen Melodien haben.
Parallel zu Band 3 wiederhole ich Band 2,da so zwei Seiten am Tag,und ich merke,dass ich Fortschritte im Blattspiel gemacht habe,
Wer von euch arbeitet noch mit Band 3 ?
 
  • Like
Reaktionen: Livia
  • #15
@Felia, ja, beim Vomblattspiel kann man sich natürlich nicht leisten, dauernd auf die Tasten zu schauen, aber ab und zu ist es schon sinnvoll.
Was viele Anfänger nicht wissen, ist, wann man schadlos schauen kann. Es ist eine kleine Kunst, den richtigen Moment zu erwischen.
Ein Tipp sei gesagt: Hast Du eine Tonleiter vor Dir, musst Du niemals auf die Tasten schauen, die Finger erspüren die Töne.
Schwieriger wird es bei größeren Sprüngen.
Ich erlebe es häufiger, dass Schüler sich selbst nicht trauen und bei jeder schwarzen Taste hinsehen, ob sie sie auch nur ja treffen.
Außerdem kann man die Tasten auch sehen, wenn man gar nicht hinschaut und nur die Aufmerksamkeit ein wenig auf das Blickfeld richtet (Wenn Du jetzt auf Deinen Monitor schaust, siehst Du ja auch das Umfeld).
Zu Deiner Frage kann ich sonst nichts sagen. Ich empfehle als sehr probate Vomblattspielstudie irgendwelche Klavierschulen. Und die von Anfang an durchspielen, egal wie einfach die Stücke sind. Jeden Tag drei Stücke. Dann lernt sich Vomblattspiel von selbst. ;-)
 
  • Like
Reaktionen: hasenbein, Rubato, Livia und 2 andere
  • #16
Spielt Ihr einfach weiter, wenn Ihr einen Fehler macht?
Zunächst mal ... ich spiele nicht vom Blatt (ich lerne das Zeug irgendwie zu schnell auswendig, daher hat das nie geklappt).

Bei Fehlern kommt es auf den Fehler bzw. seine "gefühlte Auftretenshäufigkeit" an.
Bei einem Fehler der mir "immer wieder" passiert, breche ich auch mal ab, und setze neu an, um den Fehler auszubügeln (oder ihn nicht weiter zu trainieren) ... Flüchtigkeitsfehler (die nur ein mal kommen) überspiele ich meist und konzentriere mich beim nächsten Durchlauf darauf, ihn nicht wieder zu machen.

Davon, nach jedem Fehler abzubrechen, und neu anzusetzen, halte ich überhaupt nichts. Fehler (auch grobe) einfach überspielen zu können ist eine unglaublich wichtige Fähigkeit.
Wer das kann, spielt weiter ... wer es nicht kann, ist nach dem Fehler halt auch mal komplett raus. Spätestens im Bandkontext live auf der Bühne ist Letzteres ein absolutes NoGo das nicht passieren darf.
Auch bei einem Solovortag macht das keine gute Figur.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #17
Ich habe gerade Band 2 durchgearbeitet und gestern mit Band 3 angefangen. Und gemerkt, was für Defizite ich doch habe. Die ganzen musikalischen Angaben (Crecendo, pp und so) ignoriere ich vollständig. Da habe ich gar keine Kapazität mehr für. Ich bin froh, wenn ich die Noten halbwegs gespielt bekomme. Und ich spiele super langsam. Und da ich bei manchen Übungen sehr unsicher bin, ist auch nicht immer der Rhythmus, Takt, Metrik erkennbar. Zu lange Lücken zwischen manchen Noten.

Was ich mich aber frage: ist es so gedacht, dass man ein Stückchen nach dem anderen spielt? Oder soll man die wiederholen, bis es halbwegs passt?

Wenn ich Band 3 durch habe, werde ich mich dann wohl "echten" Stücken zuwenden. Da dürfte die Motivation größer sein. Jedenfalls sehe ich Fortschritte bei mir. Wenn auch nur kleine. Der Trick ist tatsächlich, wirklich jeden Tag etwas daraus zu spielen. Und wenn es nur 5 Minuten sind.
 
  • #18
Was ich mich aber frage: ist es so gedacht, dass man ein Stückchen nach dem anderen spielt? Oder soll man die wiederholen, bis es halbwegs passt?
Vomblattspiel verlangt zunächst, dass Du einfach spielst. Vorher schauen, welche Tonart, welcher Takt, vielleicht mal durchlesen und dann: Gib ihm!
Das übt:
Vorausschauendes Spiel
Fehler tolerieren ohne aus der Musik zu fliegen

Um das zu schaffen, muss man wirklich sehr leicht anfangen. Es sollte sich das Gefühl einstellen: Ich überblicke das Stück.
Das sind am Anfang wirklich Anfängerstücke. Der Erfolg beflügelt und allmählich wird man besser.
Versucht man, ein zu schwieriges Stück prima vista zu spielen, dann scheitert man vielleicht kläglich, legt die Noten weg, zuckt mit den Schultern und sagt: Vom Blatt spielen kann ich nicht.
Der stete kleine Tropfen bringt dich weiter als du denkst!
 
  • #19
ohne aus der Musik zu fliegen
Wenn man andere Klavierspielende kennt, macht es auch wirklich Spaß, zusammen vom Blatt zu spielen. Das kann zunächst sein, dass jeder eine andere Hand spielt, ist dann einfacher. Dadurch "muss" man weiter spielen, denn die Musik hört ja beim anderem Part nicht auf. Ich entdecke dadurch echt coole Musik, und kenne welche, die haben Berge von Noten Zuhause. Da ist dann die ein oder andere Überraschung dabei 😅
 
  • Like
Reaktionen: Wiedereinsteigerin38
  • #20
Dadurch "muss" man weiter spielen, denn die Musik hört ja beim anderem Part nicht auf.
Dieser Effekt ergibt sich immer, wenn man mit anderen zusammenspielt.

Egal welches Instrument, egal welche Musikrichtung. Zusammenspiel bringt einem bei, nicht mehr über Fehler zu stolpern.
Auf seine "musikalische Umwelt" zu achten und den Puls beizubehalten, lernt man dabei auch.

Das Zusammenspiel mit Anderen bringt einen auch ohne Blattspiel musikalisch mächtig weiter.
 

Ähnliche Themen


Zurück
Oben Unten