Weissbrod Eisenberg Klavier von 1911

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torsten_s

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Hallo zusammen,

ich bin neu hier und fände es prima, von Euch eine Einschätzung zu meinem folgendem Vorhaben zu bekommen:

Mir wurde ein Klavier von Weissbrod Eisenberg S.A. angeboten, das vor einiger Zeit von den derzeitigen Besitzern gekauft, aber nie gespielt wurde (weil sie es nicht spielen können - stand daher quasi nur als Dekoration im Raum). Die Vorbesitzerin soll aber eine begeisterte Klavierspielerin gewesen sein und das Instrument auch regelmäßig genutzt und gepflegt haben.

Ich selbst spiele seit ca. 10 Jahren (aktiv in einer Rockband) Klavier und Synthesizer, besitze aber bisher nur elektrische Instrumente (wie z.B. ein Nord Stage oder ein Roland Fantom). Seit einiger Zeit denke ich aber meiner Frau gegenüber immer lauter darüber nach, noch ein akustisches Klavier ins Wohnzimmer zu stellen, wofür ich mittlerweile auch grünes Licht bekommen habe. ;-)

Mich würde nun interessieren, ob das mir angebotene Klavier von einem Profi mit überschaubarem finanziellen Aufwand (irgendwo im dreistelligen Bereich) auf spielfähiges / gut klingendes Niveau gebracht werden kann, oder ob das Klavier eher ein hoffnungsloser Fall ist? Ich kann das leider nicht einschätzen, weil ich auf diesem Gebiet einfach keine wirkliche Erfahrung habe.


Einige frühere Beiträge im Forum zu ähnlichen Themen habe ich bereits gelesen und versucht, entsprechend die Augen offen zu halten. Folgende Punkte sind mir beim ersten Betrachten und Anspielen aufgefallen:
- das äußere Erscheinungsbild ist insgesamt OK, der Lack hat aber einige deutliche Gebrauchsspuren (was ich übrigens nicht schlimm finde - das Klavier hätte bestimmt einiges zu erzählen, wenn es sprechen könnte).
- das Klavier ist (vor allem in den mittleren Oktaven) arg verstimmt (liegt teilweise ca. einen halben Ton daneben, ich habe davon ein Video gemacht).
- Die Tasten reagieren fast alle gut, in den oberen Oktaven bleiben allerdings zwei weiße und zwei schwarze Tasten hängen, wenn man sie kräftig drückt (das ist auch in den Videos zu sehen).
- die Pedale scheinen für mich einwandfrei zu funktionieren.



Ich habe auch noch ein paar Fotos vom Klavier gemacht (vor allem vom Innenleben).
War recht staubig da drin, den Rest kann ich nicht wirklich beurteilen. Wie ist Eure Einschätzung?

















(Sorry, dass die Fotos alle auf dem Kopf dargestellt werden - das Klavier stand jedenfalls aufrecht... ;-))


Gruß Torsten
 
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torsten_s

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Hallo Peter,
vielen Dank für die Antwort.

Kannst Du Dein "Nein" vielleicht mit ein paar Worten mehr erläutern?
Ist das Klavier aus Deiner Sicht gar nicht zu retten, oder würde es aus Deiner Sicht (deutlich) mehr kosten?

Gruß Torsten
 
OE1FEU

OE1FEU

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Viel mehr kann ich dazu nicht sagen, außer, dass man mit einer Investition im dreistelligen Bereich nicht viel bekommt. Die Bilder zeigen ein Instrument in desolatem Zustand, den man nicht mal eben schnell zurechtbiegen kann. So wie das Teil verstimmt ist hätte ich wenig Hoffnung, dass es überhaupt noch die Stimmung hält - und damit ist es ein wirtschaftlicher Totalschaden.

Klarheit kann Dir sowieso nur ein Klavierbauer vor Ort geben, der sich das Teil anschaut und Dir gegebenenfalls einen Kostenvoranschlag für eine mögliche Reparatur macht.
 
Tastenscherge

Tastenscherge

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So verstimmt wie einige Tasten in sich klingen, vermute ich mal, dass der Stimmstock gerissen ist. Dann hilft nur noch eine Generalüberholung für etliche tausend Euro.
 
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torsten_s

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Vielen Dank für die Antworten / Einschätzungen.
Ich habe mittlerweile einen Klavierbauer gefunden, der das Instrument vor Ort begutachten wird.
Ich werde berichten, wie es hier weitergeht...
 
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torsten_s

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Hallo zusammen,

ich wollte ja noch berichten, wie es für mich weitergegangen ist... dann also los... ;-)
Ich habe auf mein Bauchgefühl (und die Einschätzung des Klavierbauers) gehört - und das Klavier gekauft. :-)



Mein Klavierbauer hat dann die Mechanik bei mir abgeholt und überarbeitet. Gestern kam er mit der überarbeiteten Mechanik zu mir, hat Tastatur und Klavier (von innen) noch gereinigt, anschließend alles wieder eingebaut, gestimmt, reguliert und intoniert.



Das Ergebnis gefällt mir klanglich sehr gut - Respekt für die geleistete Arbeit. :027:

Jetzt bleiben noch ein paar kleinere Baustellen übrig, wie z.B. die Leiste am Klaviaturdeckel zu ersetzen. Das sollte einen guten Schreiner aber vor keine großen Probleme stellen.



Anbei noch ein kurzes Video (zugegeben sehr unprofessionell gespielt - es ist aber auch schwierig, sich gleichzeitig auf Spielen und Kameraführung zu konzentrieren... :007:):

Gruß Torsten
 
altermann

altermann

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Anzünden und sich der Wärme erfreuen.

Gauf! :017:
 
 

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