Transkribieren Anfangen (Böhm Prelude in C für Orgel)

GeneralBass

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Hallo Leute,

mir gefällt das Prelude (und die Fuge) in C dur für Orgel sehr, so dass ich sie auf dem Klavier nachspielen möchte. Aber es gibt leider überhaupt keine Klavierfassung. Deswegen muss ich das wohl selber machen (außer jemand hier ist so nett und macht das für mich für bisschen Geld xD).

Aber ansonsten hab ich auch viele Videospiel, Anime und Rock/Pop Musik, die ich gerne raushören würde um ein Klavier Arrangement zu erstellen. Die Frage ist nur, wie fängt man damit am besten an? Habt ihr dazu vielleicht Tipps oder wisst ihr welche Skills ich mir dazu zulegen oder verbessern muss? Oder falls Leute da sind, die das oft machen, wie habt ihr damit angefangen?

Ich denke mal ich sollte erstmal wesentlich mehr Gehörtraining machen und erstmal mit den einfachsten Melodien anfangen. Ich spiele schon relativ oft bekannte Songs nach, aber nur sehr einfach mit einer Hand. Klaviermäßig mit beiden Händen wäre schon eine große Herausforderung für mich. Und ansonsten muss ich wohl mehr in die Harmonielehre eintauchen...

Beim Böhm Prelude gibts ja zum Glück Noten, das macht es ja schon mal sehr viel einfacher. Aber ich würde auch gerne Stücke komplett nur durch das Gehör notieren können.

Vielleicht ist der Thread etwas dumm, aber mich würde sehr interessieren was ihr dazu sagt.

Viele Grüße!
 

Transkribieren ist eine hervorragende Tätigkeit: Du hast am Ende ein Ergebnis und lernst darüber hinaus noch die Architektur und Machart des jeweiligen Musikstücks intensiv kennen. Für Jazzmusiker ist das Transkribieren unverzichtbare Ergänzung zum Erlernen der Theorie, weil es das Gehör schult und dieses mit den theoretischen Kenntnissen überhaupt erst verknüpft.

Ich gehe beim Transkribieren v.a. bei tonal gebundener und nicht allzu polyphoner Musik in der Regel folgendermaßen vor:

1. Zunächst sollten Tonart und Taktart geklärt werden.

2. Dann notiere ich die Anzahl der Takte pro Formteil und schreibe diese Takte so auf: / / / usw.

3. Im nächsten Schritt notiere ich in allen Takten, in denen ich die Akkorde erkenne, das jeweilige Akkordsymbol. Dabei helfen natürlich Kenntnisse der Satzlehre: Hauptfunktionen, Nebenfunktionen, Zwischendominanten, Medianten, Modulationen.
Ergänzend sind auch funktionsharmonische Bezeichnungen und / oder Stufensymbole sinnvoll.

4. Als nächstes nehme ich mir Notenpapier und schreibe die Basstöne an allen Stellen auf, die mir klar sind, und notiere darüber das entsprechende Akkordsymbol. Was ich nicht erkenne, lasse ich zunächst aus, das ergibt sich oft später noch.

5. Nun mache ich mich daran, die Melodie herauszufinden. Dabei helfen mir die Akkord-, Funktions- und Stufenbezeichnungen im Zusammenhang mit meinem Wissen, welche Melodietöne zu welchen Akkorden in der jeweiligen Tonart passen.

6. Die Mittelstimmen: Oftmals sind sie am schwersten herauszuhören, weil sie in vielen Stücken Füllmaterial sind; z.B. ist oft nicht erkennbar, ob die Quinte dabei ist, denn diese kann ja weggelassen werden, klingt aber als Oberton indirekt mit. Sofern die Mittelstimmen eigenständig verlaufen, ist das Transkribieren leichter.

7. Als letztes notiere ich alles, was noch übrig geblieben ist: Z.B. die Tirata zu Beginn deines Böhm-Preludes, Ornamente, einstimmige Melodien usw.

Und weil ich nicht so genial bin wie manch andere, überprüfe ich meine notierten (Zwischen-) Ergebnisse oftmals nochmal am Klavier.
 
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Ich hab' das früher ziemlich oft gemacht. Da gab es halt noch kein Internet und es blieb einem nichts anderes übrig.

Du solltest zunächst mal etwas Unkompliziertes 'rausschreiben. Dabei lernt man hören, Rhythmen kapieren und Noten schreiben.

Geheimtipps gibt es leider nicht, außer je mehr, desto besser. Da merkst Du ziemlich schnell, was leicht und was schwierig ist.

CW
 
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