Spätanfänger (ca. 2. Jahr) & ihre aktuellen Stücke

  • Ersteller des Themas Viva la musica
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Das Thema e-dis-e-dis-e wird von Franz Titscher im Tutorial mit 4-3-4-3-4 gespielt
Ich nehme auch 434, der Fingersatz steht auch so in der Toll in Moll Ausgabe.
Foto vielleicht? Ich hab keine Taktnummern in meiner Ausgabe... :angst:

Wenn du erst im April angefangen hast, finde ich die Elise viel zu ambitioniert. Ich finde, das ist kein Anfängerstück. Ich habe sie nach ungefähr einem Jahr zum ersten Mal gelernt (versucht zu lernen), sie vor ein paar Monaten nochmal probiert, spiele sie manchmal zwischendurch wieder und kann sie jetzt immer noch nicht zu meiner Zufriedenheit spielen (bei weitem nicht!), jetzt habe ich sie auf "Wiedervorlage", vielleicht Ende des Jahres... ich kann sie auswendig, aber "spielen können" heißt eben nicht "spielen können".

Ich habe mir bei der Cantalene übrigens immer die flehend-hoffnungsvollen werbenden Worte des Verehrers vorgestellt, die von der Angebeteten mit schallendem Gelächter beantwortet werden. Die Kunst finde ich, das ja etwas abgenudelte, zigmal wiederholte Anfangsmotiv nicht immer gleichartig zu spielen, sondern es immer mit neuen Bedeutungen und Nuancen zu versehen (erst verliebt-hoffnungsvoll, dann komplett desillusioniert-niedergeschlagen, dann melancholisch-traurig erinnernd). So habe ich mir aus dem Stück eine kleine Geschichte gemacht, die ich mir zwischendurch immer wieder gern erzähle. Deshalb ist das Stück für mich auch kein bisschen abgedroschen.
 
Zuletzt bearbeitet:
... habe mit "Für Elise" angefangen, was wesentlich besser klappt als erwartet (außer dass ich natürlich immer gleich zu schnell bin, aber das ist ein grundsätzliches Problem von mir). Vielleicht hat es jemand von euch schon gespielt und kann mir ein paar Fragen zum Fingersatz beantworten:

1) Das Thema e-dis-e-dis-e wird von Franz Titscher im Tutorial mit 4-3-4-3-4 gespielt. Sonst habe ich aber niemanden gefunden, der das so spielt, auch ich selbst nehme 5-4-5-4-5, genau wie im Tutorial von Fanny Engelhart und Thomas Forschbach und in den Aufnahmen von x Pianisten, die ich angeschaut habe. Wie macht ihr das?

Ich halte diese "statischen" Fingersätze, vor allem 5-4-5 ... für äußerst unprofessionell. Man kann den pp-Anfang viel besser differenzieren, wenn man unterschiedliche Finger für die Wechsel zwischen e" und dis" benutzt, z.B.

Beethoven_ WoO_59, T_1-2.jpg

2) Dieser E-e-e'-Lauf, welchen Fingersatz verwendet ihr dafür? 5-5-1? 5-1-1? 5-1-2?
Ich teile die vielen E ... anders auf:
Beethoven_ WoO_59, T_12-15.jpg
3) Takt 72 im zweiten (dramatischen) Zwischenteil: 4-1, dann (tatsächlich?) 5-1, 5-2 und dann (in Takt 73) 4-1-2?
Es ist sinnvoll, auf dem letzten 16tel in T 72 mit 1-5 anzukommen, um, ohne zu stolpern, zu dem folgenden B-Dur-Akkord zu gelangen. Deswegen nehme ich hier folgenden Fingersatz:
Beethoven_ WoO_59, T_72-75.jpg
Man benötigt allerdings einen gelenkigen 5. Finger, der sich elegant auf das c" schieben kann.
 
Ja, ich glaube, dass die Tempoangaben für mich völlig utopisch sind und noch lange bleiben werden... :blöd: in welchem Unterrichtsjahr würdest du Czerny 299 erwarten?
Ich bin ja kein Lehrer und interpretiere nur ohne jegliche Sachkenntnis.
Op. 299 sind Läufe und Arpeggien, die irgendwann auch schnell gespielt werden sollen, um Gleichmäßigkeit und Sauberkeit dieser Figuren in höheren Tempi zu üben. Das ist eine spezielle Zielsetzung, die ich bei fortgeschrittenen ambitionierten Schülern erwarten würde, z.B. Musikschulkind nach, hm, 5-6 Jahren regelmäßigen Übens?
Langsamer gespielt, können das natürlich auch gute Gleichmäßigkeitsübungen für frühere Zeitpunkte sein, nur würde ich dann wie gesagt etwas anderes wählen, aus der Konzertliteratur.

Ich meine, daß diese Figuren z.B. in KV 545, in vielerlei Sonatinen, in kleineren und größeren Werken dieser Zeit über (musikalische) Wege finden, die Czerny nicht bekannt waren bzw. die er nicht wählte. Dort ist das Glück.
Die meisten von Czernys Etüden empfinde ich als Konditions- bzw. Krafttraining, weil sie den Erdboden nie verlassen. Wenn du einmal einige gespielt hast, wird dir eine bestimmte Harmonik und Struktur auffallen, die immer wieder kommt. Es ist statische Musik. Und es fehlt nicht nur an Überraschung.

Du meinst, du spielst auch Czerny 299 oder Klavier-Stücke aus dem 2. Jahr? Du bist doch am Klavier schon ziemlich professionell unterwegs, oder verwechsle ich dich?
Mit professionellem Klavierspiel habe ich nichts zu tun, schön wärs ;-). Ich übe gern und vieles, bewege mich aber Lichtjahre unter dem Niveau der guten Spieler hier im Forum.
Ich spiele gerne auch die Stücke, die hauptsächlich Anfänger zu sehen bekommen. Das macht mir Spaß, ich kann mich dabei auf bestimmte Aspekte konzentrieren, die meinem Spiel fehlen und die ich gerne verbessern würde. Und ich finde auch vieles dort wirklich schön.
 
Ich halte diese "statischen" Fingersätze, vor allem 5-4-5 ... für äußerst unprofessionell. Man kann den pp-Anfang viel besser differenzieren, wenn man unterschiedliche Finger für die Wechsel zwischen e" und dis" benutzt, z.B.

Den Anhang 38999 betrachten


Ich teile die vielen E ... anders auf:
Den Anhang 39000 betrachten

Es ist sinnvoll, auf dem letzten 16tel in T 72 mit 1-5 anzukommen, um, ohne zu stolpern, zu dem folgenden B-Dur-Akkord zu gelangen. Deswegen nehme ich hier folgenden Fingersatz:
Den Anhang 39001 betrachten
Man benötigt allerdings einen gelenkigen 5. Finger, der sich elegant auf das c" schieben kann.

Das ist ja herrlich, was du dir hier für eine Arbeit gemacht hast, vielen herzlichen Dank! 😊

Den pp-Anfang zu differenzieren bzgl. des Fingersatzes stelle ich mal zurück (ich hab' da noch andere Baustellen), Takt 72 probier' ich mit 5-1, 4-1, 5-1 aus, wie du's hier schreibst, der fünfte Finger auf dem c' ist mit der 1 auf dem es in jedem Fall leichter als mit der 2 (wie's in meinen Noten steht). Der Wechsel zum B-Dur-Akkord funktioniert sehr gut mit 5-2, aber der Griff an sich ist doch recht gewöhnungsbedürftig!

Bzgl. der E's hat mir Franz Titscher gesagt, 5-5-1 sei der einzig vernünftige Fingersatz, aber mir fällt 5-1-1 leicher (den habe ich aus dem Tutorial von Fanny Engelhart).

Da hätte ich übrigens noch eine Frage zu den A's in der linken Hand in diesem dramatischen Teil: 3-2-1 oder nur der Mittelfinger? Mit dem Daumen allein wird mir das Ganze immer zu laut.

@Viva la musica: Ich habe im April nicht voll bei Null begonnen, sondern im Dezember schon mit dem Titscher-Kurs, mit dem Unterricht dauerte es dann wegen Corona ein bisschen, Online-Unterricht wollte ich nämlich nicht. Und mein Klavierlehrer war es, der meinte, "Für Elise" sei ein Anfängerstück. Ich wollte es einfach wissen, wie weit ich damit komme. Im Großen und Ganzen geht es besser als erwartet, der Hauptteil geht gut, die 32tel sind natürlich nicht im Tempo, aber auf Schnelligkeit spielen kann ich noch nicht, dazu müssen die Griffe und Läufe einfach besser sitzen (ich bin auch erst seit guten zwei Wochen dran, dazwischen noch eine längere Urlaubsunterbrechung). Allerdings geht das Ganze wirklich nur komplett auswendig, ich muss auf die Tasten gucken können, blind geht da nix! 🤔 Und den Anspruch, dass das gleich perfekt funktioniert, habe ich gar nicht. Ich will einfach mal ohne größere Stockungen durchkommen und dann kann ich nach und nach daran feilen. Deswegen ist ein gut überlegter Fingersatz auch so wichtig. Wie du ja merkst, ist das gerade meine Aufgabe! 😊 Takt 72 hat Cheval blanc ja freundlicherweise (genau wie die anderen Takte 😊) in Bildform eingefügt.
 
Eure Aussagen zur Elise finde ich ziemlich interessant ... ich muss mir beizeiten wohl bei diesem Stück mal wieder etwas genauer auf die Finger schauen, weil ich mir seit Jahren keine Gedanken zu den Fingersätzen gemacht, sondern eher am Ausdruck gearbeitet habe.

Durch meine Beschäftigung mit einigen Stücken aus dem Barock (insb. natürlich Bach) habe ich einen ganz anderen Zugang zu Fingersätzen gefunden. Ich nutze allerdings recht selten die in den Noten angegebenen und das ist auch bei der Elise nicht anders gewesen.
Bei dem Stück habe ich meinen Händen nur einfach eine ganze Weile nicht mehr wirklich zugesehen ... wer weiß, vieleicht denke ich nur "wat macht ihr denn da?" :lol:

Ich habe nur neulich festgestellt, dass ich es scheinbar zumindest teilweise "live" transponieren kann ... ich habe es neulich mal ans Ende des Präludiums Nr. 20 aus dem WTK Bd.1 angehängt und war überrascht, wie weit ich dabei komme, wenn ich statt auf e und dis mal auf a und gis starte (gibt dann Elise in d-Moll).
Wahrscheinlich ist das nicht zur Nachahmung empfohlen ... ich bin das Transponieren in Echtzeit einigermaßen gewohnt, und sogar ich bekam dabei leichte Kopfschmerzen.
 
Bzgl. Fingersatz, ich würde es mir immer so einfach machen wie möglich. Welche Lagen und welche Wechselbewegungen sind der Hand im geforderten Tempo am bequemsten? Welche Finger liegen dabei auf den Tasten? Die nehme ich. Treten später Probleme auf, verändere ich etwas.
Das Stück ist nicht schnell. Pedal ist erlaubt. Der richtige Ausdruck dürfte beinahe mit allen Kombinationen möglich sein. Einen Fingersatz den einzig vernünftigen zu nennen kann ich deshalb nicht nachvollziehen.
 
Am Klavier liebe ich ja Beethoven, aber an der Lisbeth (äh, Elise) reizt mich Nullkommagarnichts. Ich finde sie zu abgedroschen und es gibt genug Stücke, die musikalisch mindestens genauso interessant sind.
 
Einen Fingersatz den einzig vernünftigen zu nennen kann ich deshalb nicht nachvollziehen.

Absolute Zustimmung! 😊 Hände sind so unterschiedlich, gewisse Bewegungen werden verschieden als angenehm oder unangenehm empfunden. Deshalb probiere ich gerade aus, um den für mich besten Fingersatz zu finden!

Das mit dem einzig vernünftigen Fingersatz bezog sich auf Franz Titscher und ausschließlich diese drei E's am Beginn dieser E-Serie. War halt seine Aussage auf meine Frage dazu. Ich halte mich ja noch nicht einmal an das von ihm empfohlene 5-5-1.
 
Den pp-Anfang zu differenzieren bzgl. des Fingersatzes stelle ich mal zurück (ich hab' da noch andere Baustellen),

Bzgl. der E's hat mir Franz Titscher gesagt, 5-5-1 sei der einzig vernünftige Fingersatz, aber mir fällt 5-1-1 leicher (den habe ich aus dem Tutorial von Fanny Engelhart).
„Den einzig vernünftigen Fingersatz“ gibt es nur in den seltensten Fällen. Es gibt Fingersätze, die kann man sich leicht merken. Es gibt Fingersätze, die ermöglichen einem, mit „entspannter“ Hand zu spielen. Es gibt (mitunter unbequeme) Fingersätze, die ermöglichen ein Legato, ohne das rechte Pedal einsetzen zu müssen. Es gubt Griffe, die liegen zwar bequem in der Hand, aber sie hindern einen am geschmeidigen Vorwärtskommen: was nützt es mir, daß die Hand zur Mittellage hin gerichtet ist, wenn ich doch im nächsten Augenblick in die Außenlage muß?

Da hätte ich übrigens noch eine Frage zu den A's in der linken Hand in diesem dramatischen Teil: 3-2-1 oder nur der Mittelfinger? Mit dem Daumen allein wird mir das Ganze immer zu laut.
Die Repetitionen laufen ja nicht schneller als die übrigen 16tel. Ich lege den 3. Finger über den 2. Finger, unterstütze evtl. die Fingerkuppe des 2. Fingers mit dem Daumen, schlage also die Taste mit 1-2-3 gleichzeitig an. Das ermöglicht mir eine sehr präzise und nuancierte Führung im Pianissimo.

Auch der chromatische Abstieg im Folgenden ist NICHT rasend schnell! Ich spiele ihn mit 1-2-3 bzw. 1-2-3-4. Das läuft geschmeidiger als der ständige Wechsel 1-3-1-3 oder 1-2-1-2. Das klingt dann doch meist arg nach Kopfsteinpflaster.
 

Die Repetitionen laufen ja nicht schneller als die übrigen 16tel. Ich lege den 3. Finger über den 2. Finger, unterstütze evtl. die Fingerkuppe des 2. Fingers mit dem Daumen, schlage also die Taste mit 1-2-3 gleichzeitig an. Das ermöglicht mir eine sehr präzise und nuancierte Führung im Pianissimo.

Auch der chromatische Abstieg im Folgenden ist NICHT rasend schnell! Ich spiele ihn mit 1-2-3 bzw. 1-2-3-4. Das läuft geschmeidiger als der ständige Wechsel 1-3-1-3 oder 1-2-1-2. Das klingt dann doch meist arg nach Kopfsteinpflaster.

Vielen Dank! Das ist jetzt schon eine ziemlich professionelle Beratung für mich Anfängerin, die ich gerade erst dabei bin, das Stück in die Finger zu kriegen. 😊

Die Idee mit dem 3. Finger über den 2. legen klingt sehr interessant, daran werde ich mich versuchen. Die chromatische Tonleiter spiele ich schon lange (aber ganz klassisch mit 1-3-1-3 usw. und wenn die schwarze Taste fehlt, kommt der Zeigefinger dazu). Auch solche Akkorde wie den a-Moll hoch und runter mach' ich schon lange, deshalb ist diese Stelle jetzt gar nicht einmal unbedingt das große Problem. Die knackigste Stelle für mich im Moment ist tatsächlich Takt 25 in der linken Hand mit dem Wechsel zwischen Daumen und 2-4-5, da muss ich bei 2-4-5 derart in die Tasten hauen, dass das immer viel zu laut wird. Dagegen klingt das Kopfsteinpflaster relativ gut! 😊 Und das geht tatsächlich auch von der Schnelligkeit (ich spiele das gesamte Stück ja ohnehin noch nicht wirklich schnell), das sind ja aber auch nur Achtel. Die 32-tel ab Takt 30 stellen mich vor andere Herausforderungen.
 
Die würde ich auch gern spielen! Das Bächlein oder die Little Party gefallen mir total gut! Spielt das schon wer? Sind die eigentlich mit ansteigenden Schwierigkeitsgrad oder alle im 2. Jahr gut machbar?
Ja, sicher machbar. Aber gut die Stimmen durchdenken. Man kann daran sehr gut die (mehrfache) Stimmführung lernen. War damals eines meiner Wiedereinsteigerstücke, nach zig Jahren. Wichtig: mit Lehrer. Ich hatte es alleine eingeübt und war an den wichtigen Dingen vorbeigerauscht. :girl:
 
meine zu knackende Feriennuss ist der Frühlingsgesang (Nr. 15 aus dem Album für die Jugend)
Wow, hab mir den Frühlingsgesang gerade auf YT angehört und die Noten angesehen. Der scheint mir ganz schön knackig zu sein. Bei so vielen Akkorden brauche ich immer Ewigkeiten, um mir das zu erschließen... ich erkenne die immer nur schlecht...
Respekt!
 
Um noch einmal auf die Beethovensche Lisbeth (Für Elise) zurückzukommen - Peter Feuchtwanger empfiehlt für den Anfang folgenden (nur auf den ersten Blick befremdlichen) Fingersatz:

Beethoven_ WoO_59, T_1-2 (Feuchtwanger).jpg

In den "Klavierübungen zur Heilung physiologischer Spielstörungen und zum Erlernen eines funktionell-natürlichen Klavierspiels" (hrsg. von Stefan Blido und Manfred Seewann, London 2004) heißt es dazu:
Ohne die richtige Bewegung sind die Fingersätze nicht anwendbar. Bei "Für Elise" zum Beispiel gehen die Finger in Richtung Klaviatiurklappe spazieren mit einer elliptischen Bewegung gegen den Uhrzeigersinn. Bei diesen Fingersätzen bleibt die Hand möglichst klein [geschlossen] und immer in Bewegung, um ein cantables Spiel zu erzielen.
Mich würde jetzt nur interessieren, wie Feuchtwanger sich den Einstieg mit dem Oktavsprung in T 4 vorstellt. Leider ist er bereits 2016 gestorben. So bleibt ein pianistisches Rätsel ungelöst ...,
bedauert cb
 
Die knackigste Stelle für mich im Moment ist tatsächlich Takt 25 in der linken Hand mit dem Wechsel zwischen Daumen und 2-4-5, da muss ich bei 2-4-5 derart in die Tasten hauen, dass das immer viel zu laut wird.
Achte mal darauf, daß Du beim Anschlagen von 2-4-5 mit der Handkante nicht nach außen wegkippst. Diese "Karate"-Bewegung ist im "fortgeschrittenen" Stadium beim Tremolo Spielen sinnvoll, sie muß aber erst gut trainiert werden. Im T 25 der "Elise" ist sie m.E. nicht angebracht. Mir hat geholfen, die Hand ein wenig (!) zum Daumen hin zu drehen und die Bewegung in ihre einzelnen Bestandteile aufzulösen, z.B. so:

Beethoven_ WoO_59, T_25.jpg
Der Kreativität beim Ausdenken anderer Kombinationen sind keine Grenzen gesetzt! Jede dieser Gruppen in aller Ruhe zwei-, dreimal (nicht öfter - wichtig ist, daß das Gehirn die Bewegung steuert) und darauf achten, daß die Hand entspannt bleibt. Immer mal wieder pausieren ("durchatmen") und gegebenenfalls das Tempo reduzieren.
Viel Vergnügen
wünscht cb
 
Achte mal darauf, daß Du beim Anschlagen von 2-4-5 mit der Handkante nicht nach außen wegkippst. Diese "Karate"-Bewegung ist im "fortgeschrittenen" Stadium beim Tremolo Spielen sinnvoll, sie muß aber erst gut trainiert werden. Im T 25 der "Elise" ist sie m.E. nicht angebracht. Mir hat geholfen, die Hand ein wenig (!) zum Daumen hin zu drehen und die Bewegung in ihre einzelnen Bestandteile aufzulösen, z.B. so:

Den Anhang 39003 betrachten
Der Kreativität beim Ausdenken anderer Kombinationen sind keine Grenzen gesetzt! Jede dieser Gruppen in aller Ruhe zwei-, dreimal (nicht öfter - wichtig ist, daß das Gehirn die Bewegung steuert) und darauf achten, daß die Hand entspannt bleibt. Immer mal wieder pausieren ("durchatmen") und gegebenenfalls das Tempo reduzieren.
Viel Vergnügen
wünscht cb

Ganz herzlichen Dank noch einmal, Cheval blanc! 😊 Ich habe diesen Takt 72 gestern geübt mit deinem Fingersatz, hab' ihn in Takt 73 und 74 dann auch gleich noch geändert und muss sagen, dass es unglaublich ist, was das bewirkt! Dann stellst du das alles noch so professionell mit Noten und dazu notierten Fingersätzen da, einfach toll! 👍

Dann habe ich heute früh die Takt 25-Bewegung in ihre Einzelbestandteile aufgelöst wie du oben erklärt hast. Das hatte jetzt nicht den unmittelbaren Erfolg wie der Fingersatzwechsel, aber wenn ich das in den nächsten Tagen regelmäßig übe, dann wird das, das merke ich schon! Die A's im dramatischen Teil belasse ich vorerst beim Mittelfinger allein, diese Doppellegung der Finger hat bei mir im Moment den gleichen Effekt wie der Daumen, es wird zu laut. Ich bin eben noch in der Phase, in der das linke Hand leiser spielen noch nicht wirklich automatisiert ist, darauf muss ich noch gezielt achten!

Aber da deine Ratschläge so gut sind, hätte ich noch eine Frage zu den Takten 64 bis 66, da steht bei mir dieser unangenehme Spreizgriff 5-2 nämlich jeweils bei diesen e'-c''-Sexten drin. Geht das nicht anders?
 
Ich nehme dort folgenden Fingersatz:

Beethoven_ WoO_59, T_64-66.jpg

Wichtig ist, daß die Oberstimme ein deutliches Legato spielt. Der Daumen muß leiser sein und förmlich über die Tasten "kriechen". Je weniger der Daumen "poltert", desto weniger fallen auch die minimalen Luftlöcher auf. Ich übe bei solchen Stellen den Daumen gerne separat, weil das der schwierigere Part ist. (Wie man den Bewegungsablauf des Daumens am besten gestaltet, ist schwierig mit Worten zu beschreiben. Aber dafür gibt's ja KKL.)

Zum Schluß noch ein allgemeiner Tip: Gehe nicht mit der Einstellung an die Stücke "die Details erledige ich später". Jeder unüberlegte Fingersatz, jeder unkontrollierte Anschlag nistet sich als "Unkraut" im Gehirn ein. Und Gärtner wissen nur zu gut, daß es mühsamer ist, Unkraut wieder loszuwerden, als ein Rosenbeet neui anzulegen. In diesem Sinne viel Spaß bei Beethovens Liz,
wünscht cb
 
Gestern war endlich wieder die erste Stunde nach den Sommerferien. :-D

Eines meiner derzeitiges Stücke auf dem Pult ist "Truman Sleeps" von Philip Glass aus dem Film die Truman Show.



Auf dem Nachhauseweg von der letzten Klavierstunde vor den Sommerferien hatte ich das Stück auf Classicradio gehört und so bei mir gedacht: "Das hört sich ja gar nicht so kompliziert an. Die Oktaven ändern sich im gemächlichem Tempo und zumindest der Beginn wäre ja vielleicht als kleine Etüde für dich geeignet um mal gezielter Oktavgriffe zu üben."

Zu Hause hatte ich dann mal nach Noten gegockelt, welche gefunden, als PDF Download gekauft und mir das o.k. per WhatsApp von meinem KL geholt.

Generell ist das Stück wirklich einfach gestrickt und wenn man Oktaven gut greifen kann sollte das Stück in diesem Stadium kein Problem sein.

Ja, wenn man Oktaven problemlos greifen kann. :cry2:

Also, es ist schon deutlich besser geworden, vor noch einem Jahr hätte ich einen Krampf in den Händen bekommen.
Aber beim Wechsel der Oktavgriffe von weißen zu schwarzen und mehr noch von schwarz zu weiß bleibe ich dann gerne mal hängen. Ich muss es noch besser schaffen, die Hand zwischen den Wechseln mehr zu entspannen.

Wir haben uns gestern im Unterricht somit eine Stunde lang u.a. mit dem Anschlag und der anschließenden Entspannung beim Spiel von Oktaven beschäftigt und auch dabei darauf zu achten, dass das Handgelenk nicht nach außen anknickt.

Dann haben wir besprochen, welche Möglichkeiten ich habe, Oktaven zu spielen, bei denen noch die Terz bzw. Sexte hinzukommt (s.u).:dizzy:

20210804_094822.jpg

Oktaven mit Sexte dazu, gehen dabei eigentlich überraschend gut. Die Terzen bereiten dafür umso mehr Probleme. Auf schwarzen Tasten bekomme ich es gerade noch mit viel gutem Willen hin. Auf den weißen nur, wenn ich vorher schon die Oktave gegriffen habe und erst dann die Terz dazu greife.

In den Ferien hatte ich die Stellen dann so geübt, dass ich den unteren Oktavton einfach weggelassen habe. Das fand mein KL gestern auch völlig in Ordnung.

Er meinte dann eine andere Möglichkeit wäre ein zügiges Arpeggio. Wir haben dann mal ausprobiert, ob ich das hinbekomme. Abwärts, wenn ich meinen kleinen Finger einhaken kann, klappte es einigermaßen. Aufwärts arpeggiert ist deutlich schwieriger. Das Üben solch schneller Arpeggien wird also in nächster Zeit ein Schwerpunkt werden, da solche Griffe ja in Zukunft immer wieder auftauchen werden.

Mein KL machte mir gestern aber Mut und meinte, dass sich meine Oktaven generell schon deutlich verbessert haben und das im Laufe der Zeit alles geschmeidiger werden wird. Sein Wort in Gottes Ohr.
 
Zum Schluß noch ein allgemeiner Tip: Gehe nicht mit der Einstellung an die Stücke "die Details erledige ich später". Jeder unüberlegte Fingersatz, jeder unkontrollierte Anschlag nistet sich als "Unkraut" im Gehirn ein. Und Gärtner wissen nur zu gut, daß es mühsamer ist, Unkraut wieder loszuwerden, als ein Rosenbeet neui anzulegen. In diesem Sinne viel Spaß bei Beethovens Liz,
wünscht cb

Nochmals danke! 😊👍 Du bist ein guter Ratgeber für mich, denn die oben zitierte Grundeinstellung teile ich voll und ganz! Die allermeisten Fälle von Unkraut entstehen für mich bedauerlicherweise regelmäßig durch zu schnelles Spielen. 🤨
 

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