Silbermann-Archiv online

pianovirus

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Wow, diese sechs Bände von Johann Andreas Silbermann kommen aus Privatbesitz und sind wohl zuvor noch nicht ausgewertet worden (?):

https://www.mdr.de/kultur/silbermann-archiv-100.html
http://www.musik-heute.de/21124/silbermann-archiv-digital-zugaenglich/

Ich habe mal auf die Schnelle im 1. Band "Von elsässischen Orgeln" nach Marmoutier (bzw. deutsch Maursmünster) gesucht, es aber nicht gefunden. Dass er nicht über diese Orgel seines Vaters geschrieben hat, scheint mir aber doch sehr unwahrscheinlich. Hat jemand Lust, zu stöbern?

https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/388578/11/0/#00000011.tif.large.jpg
 
S

Stefan379

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Wow, diese sechs Bände von Johann Andreas Silbermann kommen aus Privatbesitz und sind wohl zuvor noch nicht ausgewertet worden (?):

https://www.mdr.de/kultur/silbermann-archiv-100.html
http://www.musik-heute.de/21124/silbermann-archiv-digital-zugaenglich/

Ich habe mal auf die Schnelle im 1. Band "Von elsässischen Orgeln" nach Marmoutier (bzw. deutsch Maursmünster) gesucht, es aber nicht gefunden. Dass er nicht über diese Orgel seines Vaters geschrieben hat, scheint mir aber doch sehr unwahrscheinlich. Hat jemand Lust, zu stöbern?

https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/388578/11/0/#Den Anhang 32870 betrachten
Ist im IV. Band zu finden:

https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/391189/91/0/

Hier noch etwas von Johann Andreas Silbermann:

https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/111740/478/0/
 
pianovirus

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Ah, danke Dir. Da also sind die Orgeln von seinem lieben Vater versammelt!
 
altermann

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Silbermann, Gottfried hat in diversen Instrumenten Zigarrenstummel hinterlegt. Vielleicht findet sich ja mal ein unausgelasteter Schreiberling und schreibt ein Buch über 799 Seiten dazu.
Krawehl, Gauf, oder so. :017::017::017:
 
altermann

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Tatsächlich scheint es so, als ob jede Kleinigkeit in wissenschaftlichen Arbeiten total aufgeblasen wird

Das lenkt ab vom Pfusch, den auch Silbermann und Co. fabriziert haben. In der Freiberger Domorgel kann der Geübte heute noch erkennen, dass der Gottfried dort improvisiert hat. Trotzdem ist diese Orgel ein tolles Instrument und wird hoffentlich noch lange erklingen.
 
L

Lübeck

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Warst du da schon mal drin?
War das nicht die Orgel, auf der nur der Organist und die Konzertorganisten spielen dürfen?
 
S

St. Francois de Paola

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War das nicht die Orgel, auf der nur der Organist und die Konzertorganisten spielen dürfen?

So sagt man in dem Forum hier zumindest. Fakt ist, die klingt grandios, ich hatte nicht die Dreistigkeit, nachzufragen, ob ich dort spielen darf. An dem Instrument hätte ich mit großen Werken von Bach aber eh nur mit der Pedalmensur gekämpft. Denke aber, das ist neben Jakobi in Hamburg, Naumburg und Waltershausen eines der absoluten Highlights in Deutschland, was historische Orgeln angeht.
Den Silbermannklang durfte ich dann 15km weiter südlich in der fast alles an Schönheit übertreffenden Kirche in Helbigsdorf (in historischer Temperatur) mit Pachelbel und Orgelbüchlein kennen lernen - hat schon gewisse Parallelitäten, auch wenn das Instrument und die Akkustik viel kleiner sind.
Ist schon sehr speziell, insgesamt recht hart und brilliant intoniert, die Mixtur allerdings recht weich.
 
altermann

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Warst du da schon mal drin?
War das nicht die Orgel, auf der nur der Organist und die Konzertorganisten spielen dürfen?

Nein, ich war noch nicht drin. Ich kannte einen inzwischen verstorbenen Restaurator, der mir manche Dinge berichtet hat.
Auf dieser Orgel darf nicht mal der Hausorganist uneingeschränkt üben. dafür ist diese Orgel zu wertvoll. Ich lasse auch nicht Jedermann an mein Dienstinstrument. Mit dreckigen Pfoten sowieso nicht.

Gauf! :017:
 

S

St. Francois de Paola

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Ist die Traktur komplett original? Oder warum ist das so?

Ich denke mal, ganz 100% original ist die nicht, aber sie ist sicher eine der am besten erhaltenen. Außerdem ist es die zweitgrößte Orgel vom wohl bekanntesten Orgelbauer aller Zeiten und die größte erhaltene Orgel von ebenjenem ist zu einem größeren Teil nicht mehr original.
Wenn man Musikinstrumenten, was besonders bei historischen Orgeln schwierig und eigentlich auch unsinnig ist, einen finanziellen Wert zuordnen wollte, könnte ich mir vorstellen, dass das Prachtexemplar in Freiberg möglicherweise das wertvollste Musikinstrument auf diesem Planeten sein könnte.
Da spielen Name, Größe, Erhaltung und Klang einfach zusammen.
 
S

St. Francois de Paola

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Das mag vielleicht sein. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass diese Instrumente in Verbindung mit Bachmusik gebracht werden, Wobei ich Schnitgerorgel für Bachmusik noch geeigneter finden als Silbermannorgeln.

Würde ich nicht so sehen. Die perfekte Bachorgel sind meiner Meinung nach beide nicht, Silbermann nicht und Schnitger schon gar nicht.

Bekannt ist zu Silbermann folgendes Zitat:
„An seinen Orgeln, finden ächte Orgelkenner [in erster Linie Bach gemeint] weiter nichts zu tadeln, als: die allzueinförmige Disposition, welche blos aus einer übertriebenen Behutsamkeit, nichts von Stimmen zu wagen, wovon er nicht ganz gewiß versichert war, daß ihm nichts daran mißrathen würde, herrührte; ferner die allzueigensinnige Temperatur, und endlich die allzuschwachen Mixturen und Cimbeln, ... Drey Dinge, welche er alle sehr leicht hätte ändern können. Dagegen bewundern Kenner: die vortrefliche Sauberkeit, Güte und Dauerhaftigkeit, der Materialien sowol als der Arbeit; die große Simplicität der inneren Anlage, die ungemein prächtige und volle Intonation; und die überaus leicht und bequem zu spielenden Claviere.“

– Johann Friedrich Agricola: Ergänzungen zu Jakob Adlung: Musica mechanica organoedi. 1768.

Bachs Orgelideal ist wohl eher im Thüringischen Orgelbau z.B. Trost oder eventuell auch bei Silbermanns Musterschüler Hildebrandt zu finden.
Stell dir mal BWV 552 oder BWV 582 und viele anderen Stücke ohne Es im Pedal vor, d kommt man nicht weit.
Auch die Temperaturen dürften oft nicht passen. Viele Stücke von Bach kann man trotzdem sehr gut auf Silbermannorgeln und einige auch gut auf Schnitgerorgeln spielen.
 
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Bachs Orgelideal ist wohl eher im Thüringischen Orgelbau z.B. Trost oder eventuell auch bei Silbermanns Musterschüler Hildebrandt zu finden.
Stell dir mal BWV 552 oder BWV 582 und viele anderen Stücke ohne Es im Pedal vor, d kommt man nicht weit.
Auch die Temperaturen dürften oft nicht passen.
Trost ist wohl am besten. Hamburg St. Jacobi hat sogar ein tiefes Es und auch ein hohes d. Allerdings sind die Manualumfänge kleiner. Die Temperatur ist natürlich auch ein Problem. Allerdings hat Silbermann auch mitteltönig gestimmt. Man sollte auch nicht vergessen, dass Bach viele Stücke in unterschiedlichen Stilen komponiert hat.
Niederländische Orgeln dürften aber auch gut für Bachs Orgelmusik geeignet sein.
 
 

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