Philipp Glass "Opening Piece" zu Glassworks

Guendola

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Das hätte hier eigentlich heute fertig stehen sollen aber gestern hatte ich einen Unfall mit einem Brotmesser und nun muß es noch ein bischen warten.

Deshalb nur eine beschnittene Version:

xxx

Ich bin nicht ganz sicher, wie die Kommentarkultur sich hier entwickelt hat, daher zur Ermutigung: Alles, was konstruktiv gemeint ist, darf geschrieben werden.

Rhythmisch bin ich noch nicht ganz sicher, aber es kann auch sein, daß es sich stellenweise einfach nur falsch anhört, am besten mal hinhören. Die linke Hand soll durchgehend in Achteln sein, die rechte durchgehend in Achtel-Triolen, die meistens als drei Achtel, manchmal als zwei Achtel gebunden werden. Da das nicht ganz einfach ist, sind meine Betonungen im Moment etwas übertrieben.
 
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Guendola

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Nagut, ich vergesse immer wieder, daß viele Leute mit Minimalmusik nichts anfangen können...
 
Sesam

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Liebe Guendola!

Ich könnt jetzt nicht sagen, dass es mir nicht gefällt. Nur fürchte ich, es geht hier nicht um ein "bloß" ästhetisches Empfinden, im Sinne eines "oh, das ist aber schön!". Wahrscheinlich trifft nur auf mich dein statement zu, dass die meisten Leuten mit Minimalmusik nix anfangen können....
Was mir den Klang spannender machen würde ist: ein deutlicheres "Zeigen" des Minimalen. Vielleicht gehst du mit den Wiederholungen noch ein bißchen zu brav um, mach` mal etwas provokativer. Das träge Ohr verharrt sonst im Hören der Harmonien und das ist auf die Dauer langweilig. Du schreibst zwar selbst, dass der besondere Rhythmus schwierig ist, aber eben der Rhythmus macht das ganze interessant, sonst dudelt es ein wenig vor sich hin.
Hoffentlich wertest du meinen Kommentar nicht als destruktiv, so ist er nämlich gar nicht gemeint. Ich finde es, ganz im Gegenteil, sehr spannend aus so wenig Musik doch so viel zum Vorschein zu bringen.

Lieben Gruß, Sesam
 
Haydnspaß

Haydnspaß

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Ich hätte ja schon längst etwas dazu geschrieben, wenn ich die Noten des Stücks hätte. Rein vom Hören her klingen die abwechselnden Betonungen oben und unten bei den Triolen etwas zu gewollt. Ich könnte mir vorstellen, daß Glass eher einen Effekt wollte wie die pp-Triolen in der Arietta op.111 (ist bei mir auf der 6.Seite, hab leider keine Taktzahlen). Also gar keine Betonungen. Oder wenn, dann synkopische Betonungen immer auf der gleichen Tonhöhe. Ist aber alles nur Vermutung - mangels objektiven Unterlagen ;)
 
DonBos

DonBos

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Das hast du schön gespielt (soweit ich das beurteilen kann), aber ich hab mit Minimal Music in der Tat keinerlei Erfahrung, drum kann ich da selber eigentlich gar nix zu sagen (ich weiß nicht, wie (bzw ob überhaupt) große Spannungsbögen über das Stück verlaufen sollten oder nicht, etc.).

Angehört hab ichs mir aber trotzdem gern.

An sich könnte das ganze noch etwas runder sein, glaube ich (aber du sagst ja selbst schon, dass du die Betonungen noch extra hart machst). Viel leiser würde ich die Betonungen gar nicht machen, damit der Betonungsverlauf (= Melodieverlauf nehme ich an) sich erkennbar über das Begleitpattern legt und nicht darin untergeht. Aber trotz dem, dass ich die Betonungen nicht wirklich leiser machen würde, würde ich versuchen, diese etwas weicher hinzubekommen irgendwie.

All das unter dem Vorbehalt, dass ich eigentlich absolut keine Ahnung habe, was man bei einem Stück dieser Art beachten muss und was nicht.

Rhythmische Fehler wären mir bis 2:50 jetzt bewusst keine aufgefallen.
Ab 2:50 verlierst du den "2 gegen 3"-Rhythmus und schlägst die beiden Töne der linken Hand zusammen mit der 1. und 3. Triole der rechten Hand an.
Bei 3:23 hast du einen extremen Akzent in der linken Hand, mit dem du in den richtigen Rhythmus zurückfindest.
Bei 3:30 etwa fällst du wieder kurzzeitig in den falschen Rhythmus zurück, fängst dich aber schnell wieder.
Ab 3:43 gerätst du bis zum Ende durchgehend wieder in den falschen Rhytmus hinein.

Ich glaube irgendwann leidet einfach nach minutenlangem Durchhalten die Konzentration, und dann geht der Rhythmus schnell kaputt. Dass du den Rhythmus prinzipiell eigentlich beherrscht, sieht (hört) man ja an den ersten 3 Minuten.

Viel Erfolg weiterhin mit dem Stück und gute Besserung deinem brotmessergeschädigten Finger!

Edit: Ich glaube, ich sollte mal selbst so was spielen. Klingt sehr interessant, diese Art der Musik (solang man auch andere Stücke spielt und nicht nur Minimal Music).
 
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lavendel

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hallo guendola,

mir gefällt das sehr - wobei ich als anfängerin kaum etwas produktives zu deinem spiel sagen kann, geschweige denn verbesserungsvorschläge machen.

ich glaube, dass sich einem diese musik erst erschließt, wenn man sie selbst spielt. ich habe in den letzten wochen die metamorphosen von phillipp glass gespielt. am anfang fand ich sie relativ langweilig, abgesehen von meinem kampf mit zwei gegen drei, aber je länger, besser und flüssiger ich sie gespielt habe, desto mehr haben sie mich fasziniert und in ihrer gleichförmigkeit in eine art meditativen rausch versetzt, ganz toll. aber ich glaube, dass man das nur durchs tun und kaum durchs hören erlebt.

liebe grüße

lavendel
 
Guendola

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...und in ihrer gleichförmigkeit in eine art meditativen rausch versetzt...
Genau das ist es, was mich auch so fasziniert. Manche finden diese Art von Musik einfach langweilig, andere finden sie meditativ. Ich gehöre natürlich auch zur zweiten Gruppe. Seltsamerweise kann ich mit der meisten "meditativ" genannten Musik ziemlich wenig anfangen.

Und damit wären wir beim Thema, ich denke Haydnspaß hat recht, die Betonungen müssen wirklich sehr leicht sein.

Noten darf ich leider nicht posten, die sind noch geschützt. Prinzipiell ist aber fast nichts vorgeschrieben, außer einem p subito, daß ich nicht so ganz ernst nehme (sollte ich wohl...). Zu Anfang sind im ersten Takt jeweils drei anderfolgende Achtel, im zweiten Takt zwei, dann wieder drei usw. gebunden notiert. Ab dann nur noch komplette Triolen. Dazu noch Tempo 96 für viertel und "con pedale". Das war's, keine weitere Dynamik, Akzente oder Hinweise.

Ich finde es übrigens gut, daß auch Anfänger solche Musik zu spielen bekommen! Was mir selbst ein bischen im Unterricht gefehlt hatte, war ein echter Überblick über das Gesamtspektrum der Klaviermusik - und ich hatte immerhin 10 Jahre lang Unterricht. Allerdings durfte ich ein paar recht ausgefallene Komponisten spielen und den anderen begegnet man ja sowieso gelegentlich im Alltag.

Man könnte natürlich vermuten, daß die Bindungen zu Anfang als Beispiel für das gesamte Stück geschrieben wurden, das funktioniert aber nicht, wenn man das sklavisch befolgt. Wenn man sich aber die Möglichkeit offen hält, jeweils entweder zwei oder drei Achtel zu binden, wird es schon interessant.

Dieses Stück ist ein gutes Beispiel dafür, was ich in einem anderen Thema zu Interpretationen gesagt hatte: Die Gesetzmäßigkeiten sind nicht mehr so offensichtlich wie in früherer Musik und so muß man selbst forschen.

Ich forsche weiter und finde es zur Zeit ganz interessant, abgesehen von den ersten Takten, die ja den Bindungswechsel haben, entweder die über mehrere Takte gehenden Töne etwas hervorzuheben oder gerade die anderen. Außerdem experimentiere ich mit der Dynamik innerhalb der Akkorde, z.B. deutlich anfangen und verklingen, Dynamik, die sich am Bass orientiert usw. Das piano subito (im viertletzten Takt bevor von Anfang an wiederholt wird) impliziert ja, daß man vorher etwas lauter ist und da auch irgenwie wieder hin muß, ganz ohne Dynamik kann das Stück also nicht gemeint sein (und würde mir auch nicht gefallen).

PS: Ich habe Philip Glass im Konzert kennengelernt als ich selbst überhaupt keine Musik gemacht hatte und es war eins der wenigen Konzerte, die ich zwar auch nicht kurzweilig aber trotzdem als sehr angenehm empfunden hatte. Wenn man es selbst spielt, ist es natürlich viel intensiver. Wenn mein linker kleiner Finger nicht beschädigt wäre, könnte ich zur Zeit stundenlang an diesem Stück experimentieren und es auch einfach nur spielen. Aber ein paar Stellen sind unangenehm mit dem Ringfinger als Ersatz.
 
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Guendola

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So, ich habe viel experimentiert und das Stück ist einfach anstrengend zu spielen. Da ich außerdem eine kleine Aversion gegen Aufnehmen entwickelt habe (ich habe lieber Publikum, das ich miterleben kann), hat es etwas gedauert, bis ich eine neue Aufnahme hochstellen konnte.

Hier ist nun eine weiterentwickelte Interpretation des "Opening Piece" von Philipp Glass. Danach kommt noch der "Modern Love Waltz", den ich auch aufnehmen mußte. Der hat zwar mit diesem Thema nichts zu tun aber immerhin auch von Phillip Glass und ich brauche die Aufnahme auf diese Weise nicht zu bearbeiten.

xxx

Da ich beide Stücke in einem Rutsch spiele, ist das erste ziemlich leise, denn der Walzer braucht ziemliche Dynamik (was ich allerdings ein bischen übertrieben habe, daran muß ich noch arbeiten).
 
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Apfelmännchen

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hey guendola,
ich finds cool, dass du dir stücke von philipp glass rausgesucht hast. Da kann man so richtig dabei in fantasie schwelgen.

also das opening klingt jetzt ja schon richtig gut. Teilweise hakt es noch ein wenig, aber das wird ja noch flüssiger.
Ich finde die 2 gegen 3 kombination sehr schwierig durchzuhalten und das auch noch mit betonung einzelner noten. Ist eine sehr gute triolen-übung, machst du aber schon gut.
Ich hab mir gerade noch mal das original von glass selber angehört, er spielt es ein wenig schneller.
du solltest natürlich deine eigene interpretation spielen :)

Meine Meinung zum thema dymanik: gerade bei den stücken von glass muss man viel dynamik reinbauen, weil es sonst schnell langweilig wird (wegen der vielen wiederholungen).

Schöne Einspielungen, guendola!
Bleib am Ball
 
lavendel

lavendel

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hallo guendola,

mir gefällt opening piece wieder mal sehr gut :), ich kann mit dieser art der musik (beim selbermachen) viel anfangen. habe mir gestern, als ich ablenkung vom üben brauchte, mal wieder mad rush von philipp glass rausgesucht und es hoch und runtergespielt - einfach schön und beruhigend.

@apfelmännchen: ich habe auch originalaufnahmen von philipp glass, aber mir spielt er grundsätzlich zu schnell, ich finde es etwas gemäßigter schöner. also guendola: nicht beirren lassen ;-).

liebe grüße

lavendel
 
Guendola

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Das Problem beim Opening Piece ist unter anderem, daß es auf dem Digitalpiano wegen des ziemlich miesen Sustains der einzelnen Töne eigentlich viel schneller gespielt werden müßte. Auf einem Flügel geht es viel einfacher. Das Mindesttempo wird jedenfalls grundsätzlich vom Instrument bestimmt. Je länger die Töne stehen bleiben, desto langsamer kann man spielen. Aber auf dem Digitalpiano wäre es ziemlich rasant, sich danach zu richten, also klingen die Anschläge bei meinem Tempo ziemlich deutlich und damit auch alle dynamischen Unfälle.

Richtig gut werde ich es wohl erst in einem halben Jahr oder so spielen, wenn das Stück in meinem Kopf etwas mehr gereift ist.

Zwei gegen Drei durchzuhalten, während man sich auf die Betonungen etc. konzentriert, ist eigentlich nicht so schwer, man muß nur daran denken. Aufnehmen hilft, sich daran zu erinnern, ich war selbst entsetzt :D
 
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