Off-/Onbeat vs. Up-/Downbeat

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Wu Wei

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Ich habe das Gefühl, dass diese Begriffspaare häufig unscharf unterschieden und nicht exakt benutzt werden. Oder habe ich mir da bisher einfach eigene Definitionen zurecht gemacht?

Nach meinem bisherigen Verständnis bezeichnet "Onbeat" die Note auf dem Schlag (auf der Zahl) und "Offbeat" die Note zwischen den Schlägen (auf dem "und"). "Downbeat" hingegen ist eine Note auf einer normalerweise betonten Zählzeit (z.B. im 4/4-Takt die 1 und die 3) und "Upbeat" entsprechend die normalerweise unbetonte (die 2 und die 4).

Das scheinen mir unterschiedliche Bedeutungen, und es wäre doch schade, wenn terminologische Potenz verschenkt würde. Was sagen die Profis, die es im täglichen Sprachgebrauch nutzen?
 
Peter

Peter

Bechsteinfan
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Bin zwar kein Profi, habe mir da aber eine andere eigene Definition zurechtgebastelt.

Offbeat: Der hat meines Erachtens nach viel kleinere Nuancen als das "und" (z.B. bei einem Downbeat das sehr wenig verspätete Einsetzen einer Gitarre nach der Bassdrum, um den Downbeat noch zu verstärken). In Worten "Bbamm" statt "Bamm". :D In der Klassik sind für mich das beste Beispiel für offbeat die Triolen.
Der Downbeat selbst ist für mich bei z.B. 4/4-Takt eben nur die 1, nicht die 3 (das aber nur allgemein). Vor allem aber ist der Downbeat für mich ein Ausdrucksmittel, genauso wie der Offbeat.

Upbeat und Onbeat schließen sich für mich nicht aus. Onbeat heißt ja nichts anderes als "im Takt", upbeat "Auftakt".


Wie gesagt, das ist meine eigene Definition, kann auch der größte Unsinn sein. :rolleyes:
 
Haydnspaß

Haydnspaß

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Die Bezeichnung Offbeat kommt aus dem Jazz. Es sind vorgezogene oder verschleppte Noten, die also gegen den Beat (offbeat) gespielt werden.

Aber die Jazzer können das sicher noch besser erklären.
 
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Fred

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Off-/Onbeat vs. Up-/Downbeat

Upbeat heißt auf deutsch Auftakt, also gemeint sind die Noten vor dem ersten Taktstrich.

Onbeat habe ich persönlich noch nie gehört/gebraucht.

Downbeat und Offbeat gehören zusammen. Die Downbeats sind genau auf den Zählzeiten 1, 2, 3, 4 und die Offbeats genau dazwischen, also auf der 1+, 2+, 3+, 4+.


 
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pianomobile

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Mit „Onbeat“ würde ich vielleicht auch noch den Begriff „genau“ verbinden, Downbeat (oder Down Beat?) ist für mich der erste Schlag eines Taktes.
Offbeat: Zwischen den Zählzeiten, kann genau auf „und“ oder auch nur gegen den Beat verschoben sein.
Upbeat: Auftakt.
 
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Wu Wei

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Nun ich bin auf die Vermengung und unsaubere Einführung beider Begriffspaare gerade wieder in Richards "Blues Piano" gestoßen: Hier wird zum einen der Offbeat-Onbeat-Rhythmus erklärt mit Akkorden abwechselnd auf der Zahl und dem "und". Soweit so gut. Doch etwas später kommt eine Erklärung für die Synkopierung: "... Eine synkopierte Note setzt einen starken Akzent auf einer normalerweise unbetonten Zählzeit (dem Upbeat). ... Die synkopierten Noten [in diesem Stück. Wu Wei] werden auf dem Upbeat der 4 gespielt ("4 und") ... Achte darauf, dass die linke Hand nicht der Synkopierung folgt; sie muss fest und unbeirrt auf dem Downbeat bleiben." – rrrrrh!

Ich hatte heute eine Jazz-Rhythmuslehre in der Hand, da wurde das Typische, aber nicht Notierbare im Rhythmus des Jazz stark mit dem Begriff des Offbeats verbunden, der im Unterschied zum Onbeat (wie pianomobile schon angemerkt hat) nicht genau festzulegen sei, sondern durch geringste Verschiebungen für die diffizilen Beschleunigungs- und Verzögerungwirkungen im rhythmischen Gefüge verantwortlich ist. Also Onbeat als metrisches Gitter und Offbeat als dazwischen liegende freie "Textur" quasi.

Tja, der Jazz ist eine noch junge Wissenschaft, da müssen wohl noch einige Kommissionen über einheitliche Akkordsymbole und Terminologie befinden. Macht nichts, wir spielen trotzdem schon mal los. ;)
 
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pianomobile

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Vermutlich werden die Bezeichnungen auch von Stil zu Stil bzw. Instrument zu Instrument verschieden ausgelegt und ihre ursprüngliche Bedeutung einfach erweitert oder (den eigenen Vorstellungen) angepasst. Schwer, da eine einheitliche Linie zu ziehen. Insofern dürfte es auch schwierig sein, hierfür allgemein gültige, wissenschaftliche Definitionen zu finden, wenn man nicht gewillt ist, ständig Änderungen oder Ergänzungen vorzunehmen. Aber so ein bisschen was gemeinsam haben ja alle unsere Erklärungen….;)
 
Guendola

Guendola

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Synkope setzt einen Akzent (Betonung), Offbeat ist einfach zwischen den Schlägen, muß nicht betont sein.

Außerdem ist Offbeat englischer und deswegen soweit verbreitet, daß sich die eigentliche Bedeutung wohl aufgelöst hat.

Onbeat hat sich vermutlich eingebürgert, um deutlich von Noten zu sprechen, die eben nicht offbeat sind.
 
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