Norwid - Polnischer Meisterdichter schrieb ein Gedicht auf Chopins Flügel

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CHOPINS FLÜGEL


Fundstück
eines der größten Dichter Polens

Hintergrund:
1849 – als Chopins Leben fast erloschen war –
lernten sich Norvid und Chopin in Paris kennen.


Cyprien Kamil Norvid:

Chopins Flügel


An Antoni C...

La musique est une choose étrange!
Byron

L’Arte? ... c'est l'art - et puis, Voilà tout.
Beranger

I

In diesen fast letzten Tagen besuchte ich dich -
Gefüllt mit schwer fassbaren Themen -
Komplett als Mythos,
Bleich wie der Nebel ...
Wenn die Ausschweifung der Ausgabe des Lebensstroms zuflüstert:
"Ich werde dich nicht verwirren - ich werde dich nur sublimieren ..."

II
Ich habe dich in diesen fast letzten Tagen besucht
Als du gewachsen bist - von Schlag zu Schlag -
Eher wie die verlassene Leier von Orpheus,
In dem immer noch Schlagkraft und Gesang wetteifern
Und vier noch zuckende Saiten fragen,
Und leise läuten,
Zwei mal - zwei mal
Flüstern erzählen -
„Hat er angefangen
die Saite anzuschlagen...
Oder kann sein Genius spielen - während er abstößt?"

III
Damals besuchte ich dich, Frederic,
Wessen Hand - für all seine Meisterschaft
Und Alabasterblässe - einzigartig
Hand sanft streichelnd, zitternd, straußengefiedert -
Zu sein - nahm ich allzu voreilig an
Die Elfenbeintastatur...
Wie jene edle Statue - du -
Wen - bevor Pygmalion behauen hat
Aus seinem marmornen Schoß -
Den Stempel des Genies befleckt!

IV
Und dann, als du gespielt hast – was? sagten die Töne -
was? werden sie sagen,
Allerdings stehen die Echos möglicherweise in unterschiedlicher Anordnung
Als wenn der Segen deiner eigenen Hand gemacht wurde
Bebt jeder Akkord, den deine Finger gespielt haben -
Und als du gespielt hast, war da so eine Einfachheit -
Periclean - Perfektion - Erhabenheit
Wie eine Tugend aus der Antike
In die Enge eines Landhauses getreten
Und schwor auf der einfachen Schwelle:
„Heute wurde ich im Himmel wiedergeboren:
Die Hüttentür - eine Harfe für mich;
Meine Bänder - die gewundene Gasse;
Die Heilige Hostie - im Mais, den ich verehre
Und Emmanuel wird regieren
Auf Tabor inkarniert!"

V
Und darin war Polen - bis zur Krone
Von Omniperfections Herrschaft wiederhergestellt.
Geblendet - in Freuden, die ertrinken
Verzweiflung - Polen - das Stellmacherhaus verwandelt!
Dasselbe liebe Polen
Honiggolden!...
(Ich könnte sie nie verwechseln - obwohl am Rande des Lebens ...)

VI
Und jetzt - deine Hymne komplett - deine Musik stumm -
Ich sehe dich nicht mehr - aber was? ist das da
Ich höre ... wie ein Kinderstreit - -
Nicht mehr, nur die Tasten klappern noch,
Über den unvollendeten Reim
Schlurfen des letzten Echos-Zaubers
- Fünfmal - Achtmal -
Raschelnd: „Hat er angefangen? Zu spielen oder abzuwehren?“

VII
O Du! In wem der Liebe Profile sich entscheidet zu bleiben
Und die Perfektion der Kunst ist dein Name -
Sie! die sich in den Reihen von Style versammeln
Und Fashion Stone, durchdringe den Refrain des Liedes...
O Du! im Lauf der Geschichte als Alter bestätigt;
Obwohl Geist und Buchstabe das Wappen der Geschichte übertreffen,
Doch vermählt schreibt sich in ihre Seite ein
Ihr Name: Consummatum est...
O Du! - Perfektion - erreicht -
Was auch immer - wo auch immer - Ihr Zeichen sein mag
In Phidias? Bei David? In Chopins Hand liegend?
Oder im reichlich vorhandenen Amphitheater von Aischylos?
Rache – immer – trotz Unzulänglichkeit!
Das erbärmliche Muttermal dieser Welt ist Mangel
Ihm? ... Perfektion nervt -
Zieht es vor, die Werke der Perfektion rückgängig zu machen -
Hemmt die Keimung der Kunst Handlung ...
- Eins? ... der reifte wie eine goldene Kometengarbe,
Lass einmal den Astralwind seinen Zug streifen,
Bald strömen seine Getreidetränen weg:
Perfektion macht seinen Ruhm kurz.

VIII
Schau mal - schau jetzt, Frederic... Das ist Warschau
Unter einem strahlenden Stern -
Seltsamer greller Schandfleck
Seht, die Pfarrorgel! Schau! Wo du aufgewachsen bist!
Dort - die Patrizierhäuser - alt
Wie die Republik;
Pflaster der Plätze grau und kalt,
Und Zygmunts Schwert in seinem wolkigen Kamm.

IX
Schau! Von Straße zu Straße
Lade kaukasische Rosse auf
Wie eine vom Sturm verschmähte Starenschar
Die Pferde beschleunigen -
Hundertmal - hundertmal,
Flammen, die das Gebäude anschwellen, - dann verlöschen
Wieder blitzen - und dann - schau jetzt!
Ich sehe Gewehrkolben, die auf die Stirn zeigen
Von hinterbliebenen Witwen -
Und dann sehe ich, obwohl durch eine Wand von blendendem Rauch, auf der Veranda, Kolonnade
Ein tumbril-ähnliches Objekt schwankte
Hin und her ... hin und her ... - gefallen! Dein Klavier ist heruntergefallen!

X
Er!... der Polen aus der Höhe ausgerufen hat
Von der ewigen Form der Allesperfektion
Und mit einer Freudenhymne gewirkt -
Ein Polen des Stellmacherhauses verwandelt -
Er - ist gefallen - in die schlammbespritzte Nacht!
Und jetzt, wie das weise Sprichwort des Weisen,
Er liegt zertrampelt vom Volkszorn,
Oder wie all das was - vom Alter
Altern - soll hervorrufen!
Und jetzt, wie der Körper von Orpheus,
Tausend Leidenschaften zerstückeln seinen Leichnam
Jeder stöhnt: „Ich nicht!
Ich nicht!" durch knirschende Kiefer.
*
Aber du ? - Aber ich !? Lasst uns Urteilstöne ertönen,
Rufe heraus: „Freue dich, verspätete Nachwelt!
Die vulgäre Straße - kreischend gedämpfte Steine -
Das Ideal - wurde vererbt.
 
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Das braucht doch ein wenig auch die Spezialisten der Worte und ihrer Deutung.
Einsatz Friedrich?

Vielleicht ist ja auch die Glättung der Übersetzerei partial misslungen ...
 
 

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