Metronom sehen oder besser nur hören?

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Hans Borjes

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Clavio-Förderer
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Ein ehemaliger Musiker hat mir geraten, mein mechanisches Metronom so aufzustellen, daß ich das Pendel nicht sehen kann. Das ist natürlich unpraktisch, weil ich es dann nicht so gut anhalten und verstellen kann.

Da ich auch noch ein elektronisches Metronom vom gleichen Hersteller habe, wechsel ich im Moment häufig zwischen beiden. Jedes vermittelt ein total anderes Zeitgefühl. Beim Pedel kann man sozusagen mitschunkeln (dazu müßte man es aber auf halbe Geschwindigkeit einstellen, oder?), beim Quarzmetronom wirkt es so, als ob jemand mit einem Taktstock auf den Tisch klopft. Das elektronische Metronom wirkt impulsiv, weil zwischen den Pulsen Ruhe ist, das mechanische macht irgendwie die ganze Zeit über Krach durch sein Laufgeräusch. Und diese Piepsdinger mag ich überhaupt nicht.

Was bringt denn für Euch den besseren Lerneffekt, Metronom sehen oder hören?
 
Nora

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Vielleicht hat die Empfehlung des Musikers damit zu tun, dass Profis im Studio - soweit ich weiß - alles mit einem Metronom einspielen, das sie über Kopfhörer hören. Möglicherweise hat er sich einfach an diese Form der Benutzung gewöhnt.

Ich persönlich werfe gern ab und zu einen Blick auf das Metronom. Bislang habe ich auch nicht den Eindruck, dass dies weniger effektiv ist. Aber ich lasse mich auch gern eines Besseren belehren. :D
 
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Kulimanauke

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Zuerst hatte ich das mechanische Metronom. Das ging mir auf die Nerven. Dann besorgte ich mir ein elektronisches Metronom. Das war nur angenehm, aber unterschwellig vermittelte es mir mit der Zeit auch ein total anderes Zeitgefühl. Ebenso stelle ich fest, sie ticken nicht zeitgleich bei gleicher Skaleneinstellung. Das scheint aber nur was mit meiner Wahrnehmung zu tun zu haben.

Mit der Zeit ist es so:
  • Wenn ich ein Stück mir neu vornehme, ziehe ich das Elektronische vor.
  • Wenn das Stück mit der Zeit Format annimmt, probiere ich auch mal mit dem Mechanischen.
  • Wenn ich das Stück im Großen und Ganzen beherrsche, aber der Rhythmus immer noch nicht stimmt, nehme ich nur das Mechanische.
Die Lautstärke bringt mich dann nicht mehr so schnell aus der Fassung, ganz im Gegenteil, dann will ich das laute Ticken hören. Das Stück sitzt im Großen und Ganzen, ich bin nicht mehr gereizt auf die Details und kann jetzt in Ruhe meinem Spiel zuhören, dabei am Rhythmus feilen, auf den Fluß und auf die Artikulationen mich konzentrieren.
Das mechanische Metronom sehen macht mir dann gar nichts mehr aus.

Die Idee mit dem Umdrehen werde ich mal ausprobieren. Ein guter Tip am Rande.
 
rolf

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hallo,

das mechanische Metronom beim üben anstarren wie das Kaninchen die Schlange, ist sicher nicht so optimal. Aber wenn man sich vor Augen hält, dass das Ding früher mal auch "Taktschläger" hieß (bzw. es gab verschiedene mechanische Gerätschaften, Maelzels Metronom erwies sich als geschickteste) und wenn man sich das so ein bissle wie den Dirigenten vorstellt, dann ist die Pendelbewegung - wenn man sie im Augenwinkel halb wahrnimmt - gar nicht so übel: man sieht die bewegte Zeit.

ich mag die Elektro-Pocher oder - piepser nicht, gerade weil dieses sichtbare Zeit verstreichen der Pendel- oder Taktstockbewegung fehlt (noch unangenehmer sind blinkende Lämpchen)

...und wenn das Ding auf dem Klavier steht und vor sich hin pendelt und tickt, dann gibt´s ja meist auf den Tasten wichtigeres anzuschauen, als dass man partout das Pendeln beobachten müsste :)

Gruß, Rolf
 
rolf

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Aber wenn man sich vor Augen hält, dass das Ding früher mal auch "Taktschläger" hieß (bzw. es gab verschiedene mechanische Gerätschaften, Maelzels Metronom erwies sich als geschickteste) und wenn man sich das so ein bissle wie den Dirigenten vorstellt, dann ist die Pendelbewegung - wenn man sie im Augenwinkel halb wahrnimmt - gar nicht so übel: man sieht die bewegte Zeit.

auch der Dirigent bzw. die Bewegung seines Taktstocks wird ja nicht permanent fixiert, aber dennoch wahrgenommen. Wen die Pendelbewegung "nervt", für den könnte das oben noch mal hervorgehobene vielleicht eine Nutzanwendung haben. Man stelle sich mal vor, der Dirigent würde keine sichtbaren Bewegungen machen, sondern im Takt laut "plopp plopp plopp" sagen... ;)
und ein feines Gefühl für Zeiteinteilung, für Takt (und erst recht für Rhythmus) sollte man entwickeln - da ist das Sehen von Zeit als Bewegung zu einem bestimmten Moment hin (Zählzeit) ziemlich hilfreich. Aber bitte bitte bitte: nur "im Augenwinkel", en passant quasi, nebenbei, nachdem man dann angefangen hat zu spielen oder zu üben - davor, als einzählen, ist sogar das hinschauen ok (weil man in Bewegungen die Zeiteinteilung besser sieht)
sieht man die Bewegung zur Zählzeit hin, sit das angenehmer, als von einem nicht sichtbaren elektrischen "Klack"-Geräusch jedesmal erschreckt zu werden.

so meine unmaßgebliche Überlegung zum haßgeliebten Metronom ;)

Gruß, Rolf
 
violapiano

violapiano

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Ich mag die elektronischen Metronome auch nicht besonders, besonders dann nicht, wenn sie klingen wie ein Blutdruckgerät, das den Herzschlag zählt.:(

Ich persönlich habe am liebsten ein ganz normales wie zum Beispiel Tactell. Es muss ordentlich Krach machen, gerade stehen können und nicht irgendwelche unangenehmen Assoziationen wecken.
 
Nora

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Genauso mache ich es: Ich schaue beim Einzählen auf das Metronom und dann wieder auf die Tasten. Ab und zu schaue ich hoch, um zu kontrollieren, ob die erste Note im Takt noch auf den richtigen Schlag gespielt wird.
Aber ich werde jetzt einmal darauf achten, das Metronom so zu stellen, dass ich es im Augenwinkel wahrnehmen kann.

Ich habe übrigens ein mechanisches Metronom mit Pendel.
 
Shigeru

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Nur zur Anmerkung: Es gibt auch genügend elektronische Metronome mit "Pendel", z.B. das Korg MA 30. Ich muss die Bewegung nicht sehen, nur das Metrum in mir spüren. Die elektronischen kann man leichter verstellen, viel mehr Taktarten und sogar Unterteilungen einstellen (z.B. wenn Anfänger Swing/Boogies usw. lernen), müssen nicht gerade stehen, sind i.d. Regel günstiger (wenn man sie mit Solarladegerät betreibt :-) ) und kleiner.

Ausserdem kann man mit Tap Tempo innerhalb 1-2 Sekunden das geübte/gespielte Tempo feststellen und das Metronome sofort in diesem Tempo starten.
Für manche Stücke muss man auch manchmal zum Üben unter Tempo 40.

Lautlos stellen geht beim mechanischen Metronom auch schlecht und wenns runter fällt, ist es meistens "Schrott"

Ich verwende schon seit ca. 29/30 Jahren kein mechanisches Metronom mehr

Zur Info: Ich verwende am liebsten das KDM 2 von Korg (39 € )

Shigeru
 
rolf

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Nur zur Anmerkung: Es gibt auch genügend elektronische Metronome mit "Pendel", z.B. das Korg MA 30. Ich muss die Bewegung nicht sehen, nur das Metrum in mir spüren.

Die elektronischen kann man leichter verstellen, viel mehr Taktarten und sogar Unterteilungen einstellen (z.B. wenn Anfänger Swing/Boogies usw. lernen), müssen nicht gerade stehen, sind i.d. Regel günstiger (wenn man sie mit Solarladegerät betreibt :-) ) und kleiner.

hallo,

gewiss spürt man irgendwann, ob man im Takt bleibt oder nicht - zum einüben aber ist das Metronom hilfreich: es zeigt unerbittlich, ob man z.B. bei schwierigen Abschnitten nicht doch etwas gedehnter spielt (was sich gerne von allein einstellt)

die vielen Sonderfunktionen... (scherzando) bald haben die auch noch eine Weckfunktion und zusätzliche Spiele... ... so ein Klavier ist ja ein mechanisches Instrument, irgendwie halte ich da aus stilistischen Gründen ein mechanisches Metronom für passender :D

Gruß, Rolf
 
Shigeru

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die vielen Sonderfunktionen... (scherzando) bald haben die auch noch eine Weckfunktion und zusätzliche Spiele... ... so ein Klavier ist ja ein mechanisches Instrument, irgendwie halte ich da aus stilistischen Gründen ein mechanisches Metronom für passender :D

Gruß, Rolf

Das Klavier lebt ja auch im Gegensatz zum Metronome - wenn das mal zu leben beginnt, wird's unrhythmisch und somit unbrauchbar.

So eine Weckfunktion wäre nicht mal schlecht - damit die Schüler an das Üben erinnert werden und nicht schon wieder nach 10 Minuten aufhören zu üben:-)

Shigeru
 

rolf

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scherzando

So eine Weckfunktion wäre nicht mal schlecht - damit die Schüler an das Üben erinnert werden und nicht schon wieder nach 10 Minuten aufhören zu üben:-)

Shigeru

evtl könnte man Handy mit Elektrometronom clonen - so ein Handy (mit Spielen, Wecker, Radio und anderen lebensrettenden Funktionen) ist doch viel schicker...

Gruß, Rolf
 
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matzelo94

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Zum Glück hab ich die Probleme nicht...
Ich schalt mein Metronom beim Piano ein und fertig:-D.

Nur blöd das da immer auf der "1" der Ton lauter wird, also immer 4/4 zählt und wenn ich dann 3/4 brauch ists irgendwie dumm, muss ich mal nachschauen wie man das verstellen kann...
 
Guendola

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S I C H T B A R E S _ V E R S T R E I C H E N _ D E R _ Z E I T

Wenn man einfach "tic tic tic" hört und dann los spielt, hat das eine mit dem anderen oft nichts zu tun, man trifft zwar mit Sicherheit den ersten Schlag. Aber was dann kommt ist Glücksache - es sei denn, man hat sich wirklich auf das Tempo eingestellt. Metronomorchester à la "tic bing tac ding" bringen auch nichts, denn es fehtl ja weiterhin die Bewegung von einem Schlag zum anderen.

Rolf, ich mache seit 40 Jahren Musik, aber auf die Idee, dabei das Metronom so zu sehen, bin ich seltsamerweise nie gekommen! Ich habe zwar keine Probleme, nach Metronom zu spielen aber das "einstimmen" stelle ich mir so noch einfacher vor.

Elektronische Metronome mag ich auch nicht, nur bei einem Modell gefällt mir gut, daß man das Tempo mit einer Drehscheibe verändern kann. Wenn schon etwas elektronisches, dann bitte mit Aufnahmefunktion und Kaffemaschine.

PS: kann man eigentlich irgendwie mehrere Leerzeichen nacheinander darstellen?   aus HTML funktioniert nicht.
 
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W

Wiedereinsteigerin

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Ich verwende das laut geschaltete Metronom von meinem Clavinova, auch wenn ich Klavier spiele. Ich finde das sehr praktisch, weil ich das Tempo und auch die Lautstärke so einstellen kann, wie ich es brauche. Mir genügt es, wenn ich es nur höre.

Bei meinem Metronom im Clavinova sind alle Schläge gleich, sodass es hier auch keine Probleme mit Betonungen gibt - das ist meine Sache.
 
Mindenblues

Mindenblues

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so ein Klavier ist ja ein mechanisches Instrument, irgendwie halte ich da aus stilistischen Gründen ein mechanisches Metronom für passender.

Also wenn du so eine mechanische Krücke wie ich hättest, aus DDR-Zeiten, der Marke "Honeckers letzte Rache", welches immer nur tiiiiiiick, tick, tiiiiiiick, tick, tiiiiiiick von sich gibt (egal, wie man vergeblich versucht, es irgendwie so schräg hinzustellen, dass es gleichmäßig tickt (gerade stellen geht schon gar nicht)), welches weiterhin genau dann aufhört zu ticken, wenn man mitten in einem Stück ist:
Genau dann ist man dankbar für ein elektronisches Metronom, welches präzise funktioniert, egal wie man es hinstellt, am besten auch noch die Lautstärke einstellen kann usw. Ersatzbatterien habe ich immer da liegen. Für mich muß ein Metronom weder schön aussehen noch schön klingen, es muß funktionieren.
Gelegentlich nutze ich auch die Funktion, dass nur die LED blinkt, ohne Ticken. Z.B. wenn ich Orgel mal mit Metronom üben möchte, aber in der offenen Kirche sind Leute, denen ich nicht mit dem Ticken auf den Sack gehen will. Irgendwie merke ich das Geblinke, auch wenn es am Rand neben den Noten steht.
 
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rolf

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Also wenn du so eine mechanische Krücke wie ich hättest, aus DDR-Zeiten, der Marke "Honeckers letzte Rache", welches immer nur tiiiiiiick, tick, tiiiiiiick, tick, tiiiiiiick von sich gibt (egal, wie man vergeblich versucht, es irgendwie so schräg hinzustellen, dass es gleichmäßig tickt (gerade stellen geht schon gar nicht)), welches weiterhin genau dann aufhört zu ticken, wenn man mitten in einem Stück ist:
Genau dann ist man dankbar für ein elektronisches Metronom, welches präzise funktioniert, egal wie man es hinstellt, am besten auch noch die Lautstärke einstellen kann usw. Ersatzbatterien habe ich immer da liegen.

hallo,

es gibt doch die schönen pyramidenförmigen großen mechanischen Metronome, die sind auch ziemlich zuverlässig - und vielleicht könnte man das Chistkind bestechen, so eines eine Woche vor Silvester untern Baum zu legen :)

das in der Kirche leuchtet mir ein (das war jetzt kein Wortspiel)

sicher ist auch vieles Gewohnheit - also ich mag die Blinkleuchte nicht, da komme ich mir wie gehetzt vor. dass das "pendeln" des mechanischen Metronoms eine gleichförmige Bewegung ist, halte ich wie schon gesagt für sehr hilfreich (Idee: wie den Takt schlagen, dirigieren).

freilich wenn man´s mit dem sichtbar nichts tuendem (außer optional blinken) Elektrometronom zurecht kommt, ist ja alles ok - aber auch hier würde ich empfehlen, beim "einzählen" irgendwie ein-zwei Takte lang sowas wie "dirigierende, Takt schlagende" Bewegungen zu machen (((viele nicken mit dem Kopf, das halte ich für weniger geschickt)))

Gruß, Rolf
 
K

kristian

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Ich hatte früher mal so ein pyramidenförmiges Metronom, aber irgendwann hat es genauso wie von Mindenblues beschrieben funktioniert. Die Elektrokrücke ist mir da schon lieber (auch portabler).
Das mit der Pendelbewegung kann ich durchaus nachvollziehen, schließlich brauchen gute Dirigienten und Chorleiter nur einen Schlag vorweg, um das Tempo vorzugeben, und das geht natürlich nur, wenn die ganze Bewegung sichtbar ist.
Mein erster Orgellehrer hat immer mit der flachen Hand auf die Orgelbank geschlagen, um mich im Zaum zu halten. Da kam Galeerenstimmung auf.

Grüße,
Kristian
 
Hans Borjes

Hans Borjes

Clavio-Förderer
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Sehr interessant, welch kontroverse Sichtweisen sich beim Metronom auftun. Ich zitiere jetzt mal auszugsweise, was der unabsichtliche Initiator dieser Diskussion mir dazu schrieb:

Hinschauen lenkt ab, ich möchte mein Tempo nicht sehen oder kommen sehen - huch, wo bin ich denn und wo sollte ich sein? -, sondern wenn es knackt, dann knackt es und dann ist der richtige Moment da. Er ist einfach da und damit hat es sich. Ich sehe ihn nicht kommen, ich sehe nicht hinter ihm her, wenn das Pendel zurückläuft. Knack! Das ist es und wieder Knack! Das ist es wieder. ... Außerdem, nimm doch das Metronom einfach, wenn Du es hast - und Du hast es ja auf Deinem Flügel stehen. Nur wende Deinen Blick nicht dem Pendel zu - Pendel werden benutzt, um Leute in Trance zu versetzen, und nicht dazu, ihre Konzentration und Aufmerksamkeit zu schärfen.

Aber leider räumt er auch ein:

Ich selbst habe nie mit Metronom geübt. Wir haben so ein Ding aber bei unseren rebellischen Schülern eingesetzt, die sich gegen den regelmäßigen und zwingenden Zeitablauf meinten auflehnen und von ihm abweichen zu müssen.

Tja, was soll ich davon halten? Ist ja wie die Empfehlung der öffentlichen Verkehrmittel, ans Herz gelegt von einem passionierten Autofahrer :D

Da werde ich wohl weitere Experimente machen müssen, um herauszufinden, was mir hilft.

Die Drehscheibe ist schon sehr praktisch und schnell zu bedienen, im Vergleich zu dem Gefummel mit dem Pendelmetronom. Aber es ist irgendwie auch total stillos.

Außer hörbaren und sichtbaren Reizen könnte man doch den Puls der Musik auch fühlbar machen - Vibrationsmetronom im Klavierhocker? Oder auch kleine Stromstöße... :blues:
 
Klavirus

Klavirus

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Ich habe mir trotz integriertem Clavinova-Metronom ein Taktell Piccolino zugelegt, weil das integrierte einfach zu schnell im Gespielten untergeht und ich gerne was Optisches dazu habe.

Außerdem muss das Matronom, zu dessen Nutzen ich in regelmäßigen Abständen verdammt werde, wenn ich nämlich gestaltungshalber vom Metrum abschweife, auf der linken Seite stehen. Ich sehe es dann immer mit halbem Auge, höre es mit halbem Ohr...

Es ist ja nur eine temporäre Hilfe, aber es hat wohl jeder seine Eigenarten. Steht es auf der rechten Seite (wie es meine KL stellt), komme ich schon mal aus dem Takt, das finde ich komisch.

Eine kleine Begebenheit aus dem Unterricht: Ich spiele den 1. (ungeliebten) Satz aus Mozarts KV545, die beiden anderen Sätze haben wir schon abgeschlossen,nun habe ich keine rechte Lust an den ersten; ob der Abgedroschenheit oder was weiß ich... Die Läufe klappe gut und ich denke, dass der Satz (hoffentlich) schnell erledigt ist. Und? Metrum total schwankend! Was macht die KL? Sie schlägt den Takt mit der Hand auf dem Knie und ich muss alles nochmal spielen. Erste Erkenntnis, die Läufe, von denen ich dachte, sie seien zu langsam, waren am schnellsten, liefen sozusagen davon. Und auch sonst waren ihre Klopfzeichen am Stück gemessen sehr unregelmäßig!:D

Nach ein paar wenigen Metronomübungen war das Problem beseitigt- und nun hoffe ich auf baldige Abnahme des Stückes, da es mir wirklich "auf den Schnuller" geht!

Ich finde ein richtiges Metronom um Welten besser als ein elektronisches, auch wenn es vll. nicht exakt gleichmäßig schlägt. Ich brauche einfach die Optik. Außerdem lenkt es mich nicht ab, da ich ja sowieso auswendig übe.

Das Spielen eines Stückes mit Metronomkontrolle kann auch ein Indikator sein, ob das Stück wirklich beherrscht wird!

Klavirus
 
 

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