Mechanisch generierte Amusik – Vorstellung einer selbstprogrammierten Seite

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tasteur

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Eigentlich ein Thread fürs Theorie/Kompositionsforum, aber ach ... da geht es immer so ernst zu. Eigentlich sollte dieses Thema eher der Unterhaltung und entspannten Diskussion dienen. Und Notenwürfeln hat ja eigentlich auch rein nichts mit Komposition zu tun, gell. Dass damit trotz dieser Vorbemerkung jemand um die Ecke kommt, wird zu erwarten gewesen sein.
Naja, wenn die Moderation meint, dass der Thread da besser aufgehoben ist, von mir aus gern verschieben.

So kann man doch ein paar Noten und Pausen auswürfeln und dann gucken, dass man daraus mit so wenig Korrekturen wie möglich sowas wie Musik zimmert, die ein(e) unbeteiligte(r) Dritte(r) eindeutig als Musik bezeichnen würde, denn als zufällige Tonfolge. Nicht dass man sich einbilde, das wird nun die Symphonie, die einen das restliche Leben finanziere, nein. Sowas wie Patience legen für Komponisten, geht auf oder eben nicht, aber das weiß man halt erst mit einem gerüttelt Maß Geduld und Konzentration und Glück. Dinge wie Harmonisierung und Motivvariation kann man ja auch daran üben. Und mit ein bisschen Serendipität und Glück stößt man vielleicht auf das eine Motiv, das in die Lücke einer Komposition passt, welche in der Schreibtischschublade schon jahrelang vor sich hingammelt, dahinein passt wie die Faust aufs Auge, und man niemanden um Erlaubnis fragen muss von wegen Urheberrecht und so.

In diesem Sinne hab ich mal wieder meinem Nerdsein gefröhnt, selbstverständlich nur als Vorwand, Klavierübungen auf später zu verschieben. Hab mich mit deterministischen Pseudozufallsgeneratoren und Markovketten beschäftigt. Hat Spaß gemacht. Da auf clavio.de auch ein paar Nerds unterwegs sind, kann ich es ja mal auf einen Versuch ankommen lassen und es vorstellen, vielleicht werde ich nicht nur von historischen Musikern geteert und gefedert (»Keine Musik! Entweihung! He...he...Hexer!! Verbrennt ihn!«), sondern nehme auch ein paar konstruktiv-kritische Anmerkungen mit.

Hier gehts lang: https://demo.neusik.de/randomelody

Seed phrase:
Gibt es eigentlich irgendeinen verdammten selbstverfassten Text, mit dem dieses selbstverzapfte Programm wenigstens eine Tonfolge im Bereich der Standardklaviatur A0-C8 erzeugt? Himmel, Arsch und Zwirn.

Markov net specification:(Ja, diese asketische Syntax hat damit zu tun, dass ich dieses Datum in der längenlimitierten Seitenadresse selbst unterbringen möchte, wobei ich aber noch unübersichtlicheres %NN-Enkodierungszeug vermeiden will, der Kürze halber...)
-7.-6.-5.-4.-3.-2.-1.0.1.2.3.4.5.6.7. C.83.23.56.76.92.96.88.76.179.85.86.72.48.33.65. D.100.77.52.30.35.42.95.123.90.82.75.62.78.82.98. E.45.16.23.15.29.44.59.76.67.53.49.37.25.56.62. F.13.12.17.15.14.19.30.21.25.15.19.17.16.23.26. G.55.42.33.24.32.39.46.55.51.45.37.31.36.42.39. A.83.7.20.12.15.23.19.92.19.12.14.17.23.29.97. B.1.0.0.0.0.0.0.0.15.0.0.0.0.0.1. C-E.D-F.C.-D.E-F.G-.A.A-E..-D-A.G-.E-F-D.A.-G.E.-D.C-E-..F-..G-B-D.56.48.36.22.26.29.33.27.21.73.55.42.11.19.33

Melody/Pause ratio:
1 : 1

Ausgabe:

Code:
[[0,"A4",1],[3,"A3",1],[0,"A4",2],[0,"A5",1],[0,"G5",1],[0,"G5",1],[1,"E6",1],[0,"F6",4],[0,"D6",1],[0,"D5",1],[0,"D4",2],[0,"D3",1],[0,"G3",1],[0,"C4",1],[0,"D4",2],[0,"E4",1],[0,"F4",1],[1,"D4",1],[0,"E3",3],[1,"C3",2],[0,"C4",1],[0,"G4",1],[0,"A4",1],[0,"D4",1],[0,"D5",1],[0,"G5",1],[0,"A4",2],[0,"C5",1],[0,"B5",1],[0,"C6",3],[0,"B5",1],[0,"C6",1],[0,"E6",1],[0,"C6",1],[0,"C7",1],[0,"E7",1],[0,"D7",1],[0,"E6",1],[0,"A5",1],[2,"G5",2],[0,"G4",1],[0,"D5",1],[0,"E4",1],[0,"D4",5],[0,"G3",1],[0,"F3",1],[0,"A2",1],[0,"G3",1],[0,"A3",1],[0,"A4",1],[0,"A3",1],[0,"C3",1],[2,"B3",1],[0,"C4",1],[2,"D4",1],[0,"C4",2],[0,"E3",1],[0,"E3",2],[0,"A3",2],[0,"F3",2],[0,"A3",4],[0,"F3",1],[0,"A3",1],[0,"A2",1],[0,"D2",1],[0,"C2",1],[2,"A2",1],[0,"F2",1],[0,"B2",1],[0,"C3",1],[0,"F2",1],[0,"B2",1],[0,"B1",2],[0,"B0",1],[0,"C1",1],[0,"D1",1],[0,"B1",1],[1,"C2",1],[0,"F2",1],[0,"C3",2],[0,"C2",1],[1,"F2",1],[1,"E2",1],[0,"C2",1],[0,"A2",1],[0,"A3",1],[0,"A2",1],[0,"A3",1]]

Der Code wird noch weiterentwickelt. Fehler passieren und werden behoben, braucht ihr mir nicht melden, die sehe ich im Serverlog ("Internal Server Error" seht ihr nur). Wenn Fehler, wenn es aus eurer Sicht Fehler sind und ihr nicht daran schuld, zu keiner Fehlermeldung führen, dann ja, klar, gern.
 

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  • Randomelody 1.pdf
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tasteur

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Klar. Und? Es gibt alles, was ich mache, schon in der ein oder anderen Form. Und es gibt sicher alles, was du machst, auch schon in der einen oder anderen Form. Heißt das jetzt, dass wir die Hände in den Schoß legen müssen, wenn wir damit nicht gerade Geld verdienen?

Um die Dinge zu begreifen, muss man sie selbst machen. Sonst hieße es ja: Es gibt doch schon so viel wunderbar eingespielte Klaviermusik. Wozu quälen wir uns damit, das ist doch sinnlos.

Spielen ist zweckfrei. In einem gewissen Sinne gilt das meiner Meinung für alle Kunst. Und gerade deshalb macht sie Spaß.

Aber vor allem, Thema verfehlt: Um künstliche Intelligenz geht es gerade nicht. "Mechanisch generiert" und "künstliche Intelligenz" ist ein Widerspruch in sich. Zudem, nicht zuletzt kann man diesen Beethovenalgorithmus gar nicht selber in irgendeiner Weise ausprobieren.
 
Demian

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Wie lange braucht ein Schimpanse, um ein ganzes Shakespeare-Stück wiederzugeben, wenn man ihn tagein, tagaus nach dem Zufallsprinzip auf einer Schreibmaschine herumhacken lässt? Die korrekte Antwort lautet: sehr, sehr lange. Selbst die etwa vierzig Anschläge für Hamlets „Sein oder nicht sein, das ist hier die Frage“ würden den armen Schimpansen jahrmillionenlang beschäftigen (nämlich die 40. Potenz der Anzahl der Schreibmaschinentasten).

(Robert Jourdain: Das wohltemperierte Gehirn, Heidelberg 1998, S. 88)
 
Sylw

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Meine Fantasie geht mit mir durch :blöd:

Um die Wahrscheinlichkeit einer klangvollen Melodie zu erhöhen, könnte man in Anlehnung an Kontrapunktregeln Parameter einbauen, zb wie oft Sprünge statt Schritte kommen sollen, wie groß maximal ein Sprung sein darf etc.
Eventuell auch über die Harmonik, so in der Art: welche Melodiemöglichkeiten gibt es im Rahmen einer Harmoniefolge... also man grenzt für einen Lauf den Pool der möglichen Tonabfolgen ein... stell mir das immer noch spannend vor was dann trotz der Eingrenzung noch alles rauskommen kann...
 
Demian

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Und dennoch bin ich mir sicher, dass es ein Umweg wäre, dies auf der Basis eines Zufallsergebnisses zu tun. Die Anwendung von Regeln bezogen auf einen bestimmten Tonvorrat erscheint mir da zielführender.
 
Sylw

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Die Freude an sowas gibt’s schon länger: Das ist ne witzige Umsetzung von Mozarts Würfelmenuett oder wie das hieß:
 
andreg

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Ich finde es ganz witzig. Das Klavier klingt auch besser als früher. In der vorliegenden Form ist es aber wohl nur für Dich nutzbar. Ich komnte zumindest mit dem Ergebnisdateien eines eingegebenen Testtextes nix anfangen. Ich hatte da auf ein MP3 gehofft. Ich finde aber den Ansatz von Sonic Pi aber in Summe einfacher zielführend einzusetzen.
 
Häretiker

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Wie lange braucht ein Schimpanse, um ein ganzes Shakespeare-Stück wiederzugeben, wenn man ihn tagein, tagaus nach dem Zufallsprinzip auf einer Schreibmaschine herumhacken lässt? Die korrekte Antwort lautet: sehr, sehr lange. Selbst die etwa vierzig Anschläge für Hamlets „Sein oder nicht sein, das ist hier die Frage“ würden den armen Schimpansen jahrmillionenlang beschäftigen (nämlich die 40. Potenz der Anzahl der Schreibmaschinentasten).

(Robert Jourdain: Das wohltemperierte Gehirn, Heidelberg 1998, S. 88)

Das Problem lässt sich aber problemlos Parallelisieren. Nimm Millionen von Schimpansen und Du musst nur wenige Jahre warten!

Grüße
Häretiker
 
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Issa

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Schuberts Unvollendete wurde vor kurzem von einem bekannten Kommunikationstechnologieproduzenten mit Hilfe von "künstlicher Intelligenz" vollendet. Kann man auf Youtube hören, muss man nicht.

Ein Algorithmus vom Programmierer Noah Rubin und Anwalt und Musiker Damien Riehl hat 68 Milliarden Melodien komponiert. Diese haben sie gemeinfrei zur Verfügung gestellt, um Plagiatsklagen etwas entgegen zu setzen.
 
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tasteur

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Ich komnte zumindest mit dem Ergebnisdateien eines eingegebenen Testtextes nix anfangen. Ich hatte da auf ein MP3 gehofft.
MP3 spuckt Musescore aus, nachdem man das nach Noten überführt hat (siehe angehängtes PDF), das muss reichen. Wenn das System alles das übernimmt, gewöhnt man sich noch dran. :D Ne, im Ernst denke ich auch über nen Alternativexport nach Lilypond nach, das wiederum auch MP3 wenigstens MIDI ausspucken kann. Aber erst kommt Sompyler-Script an die Reihe. Ich möchte auch Instrumente testen, ohne existierende Werke zu verhunzen, in Lumpen zu kleiden.
Ich finde aber den Ansatz von Sonic Pi aber in Summe einfacher zielführend einzusetzen.
Ich hätte mir wahrscheinlicher diesen ganzen Schmu mit Synthesizer und Co. gespart, wenn dieses GUI-Zwangsgedöns nicht wär bei Sonic Pi. Es ist ja nett, dass es zu Sonic Pi eine GUI gibt, aber so fest integriert, das man nicht mal ein Konsolenbefehl absetzen können soll, von wegen bitte mach mir mal aus dieser Sonic-Pi-Datei n Audio, danke, nö is nich, muss jedes mal ne GUI laden und sei es auf einem Raspberry Pi. Ich hab halt einfach zu lange mit vernünftigen Texteditoren gearbeitet, da möchte ich um diesen Embedded-Kram nen Bogen machen, ist wie bei euch mit Klavieren vs. Keyboards.

Das Klavier klingt auch besser als früher.
Das ist das Standardklavier von Musescore, nicht meins. Für meins hab ich hier letztens auch adäquates Lob eingeheimst (Komposition / Anfängerstück 3, hier off-topic), aber es weiter zu perfektionieren, hat für mich zur Zeit so überhaupt keine Prio. Für mich ist es keine Trommel, keine Flöte und kein Cello usw., es kommt von den Orchesterinstrumenten nun mal dem Klavier am nächsten.
Die Klavierbauer haben es zur Zeit schon schwer genug ohne Konzertleben, da will ich gar nicht erst nach einem Stück von ihrem Kuchen trachten. Ich meine, würde ich mich anstrengen ... :D
Oder, um es mit Wiehießernochgleich zu sagen: Vorerst gescheitert. Deswegen lieber Musescore, um den Thread nicht gleich ins Off-topic gleiten zu lassen.

Und nein, es geht auch nicht darum, zu reproduzieren, was es schon gibt, dafür gibt es fertige Noten.

Das an den Eröffnungspost angehängte MP3 hatte ich Lust in Endlosschleife abzuspielen bis die Nachbarn klingeln. Dass ich mich daran nicht irgendwann überhört hatte, ist für mich ein Hinweis, dass da durchaus Musik drin sein könnte nach ner Harmonisierung und etwas motivischer Ausarbeitung, könnte ein Rohdiamant sein. Andererseits ist das nicht sehr wahrscheinlich. Alle Eltern verlieben sich in ihre bei Geburt noch so hässlichen Kinder, und jeder, der die Wahrheit sagt ...

Es geht primär ums Spielen auf der Metaebene (versus Klavierspielen). Es gibt so viele Kompositions- oder genauer Inspirationsansätze, dies ist nur einer davon. Eigentlich könnte jeder Klavierschüler seinen eigenen entwickeln, dazu muss man ja gar nicht programmieren können. Aber nein, die wollen ja nur den Klassikern und Popmusikern hinterhereifern. Fantasielos.

Muss historische Kohärenz ein K.O.-Kriterium eigener musikalischer Ausbildung sein? Muss Musikausbildung und Musiktherapie so unvereinbar sein, wenn man doch eh nicht vorhat das zum Beruf zu machen? Vielleicht ja, wenn man vor allem anderen imponieren will. Wenn man Musik leben will, sollte man auch mal eigene Gehversuche probieren.

Wenn ich was komponiere und es sich für mich gut anhört, auch wenn es jetzt nicht allen Gesetzen gehorcht, und auch der Lehrer nichts grundsätzlich daran auszusetzen hatte, dann wäre das ja ein Versuch wert. Als mir mein Lehrer sagte, dass, wenn ich mit meiner letzten Eigenkomposition – die allerdings ohne derlei technische Hilfsmittel entstanden ist – mein erstes Vorspiel überhaupt bestreite, dann wäre es das erste Mal in seiner dreißigjährigen Tätigkeit, dass überhaupt einer mit was Eigenem auftritt.
War vielleicht als Kompliment gedacht, aber für mich war es eher eine Bekenntnis, dass man sich in einer Fassadenstadt eingerichtet hatte.
Tja, dann kam Corona, so ein Glück, hat mich vor einer vermutlich peinlichen Grenzerfahrung geschützt. Eigenkomposition im Lampenfieber und erstes Vorspiel überhaupt, der Lehrer muss da schon echt Zutrauen haben, wo ich heute denk, gottseidank kam Corona. Wenn ihm jetzt hier Leute grobe Fahrlässigkeit oder gar Sadismus unterstellen, würde mich das nicht überraschen, so schnell unbekannte Personen nach wie auch immer gefärbten Erfahrungberichten als »KKL!« bezeichnet werden.

Um die Wahrscheinlichkeit einer klangvollen Melodie zu erhöhen, könnte man in Anlehnung an Kontrapunktregeln Parameter einbauen, zb wie oft Sprünge statt Schritte kommen sollen, wie groß maximal ein Sprung sein darf etc.
Eventuell auch über die Harmonik, so in der Art: welche Melodiemöglichkeiten gibt es im Rahmen einer Harmoniefolge... also man grenzt für einen Lauf den Pool der möglichen Tonabfolgen ein... stell mir das immer noch spannend vor was dann trotz der Eingrenzung noch alles rauskommen kann...
Ein Teil davon ist bereits durch die Markovketten abgedeckt, die schon ganz gut funktionieren, nur noch nicht wirklich dokumentiert sind, wie man sie beschreibt. Ich habs halt gern nerdig ... solange ich es selbst mach.
Klangvolle Melodien zeichnen sich meiner Ahnung nach durch die Überzahl an Schritten gegenüber den Sprüngen aus, also könnte man den Intervallen -1 und +1 (Tonstufen der diat. Tonleiter) mehr schlicht noch mehr "Punkte" geben. Und klangvolle Melodieverläufe eignen sich gut als Motive bzw. Themen, sollten in dieser Eigenschaft also mindestens einmal wiederholt werden. Umgang mit Motiven wird noch ein ganz anderes Ding nach Art eines Registerspeichers mit 26 Plätzen a-z, "stay tuned" wie es so neudeutsch heißt.

Harmonik kommt noch in dem Sinne, dass man jederzeit n Schritte im Quintenzirkel vor- oder zurückgehen kann, und folgende Notenfolgenfragmente können zur Position den letzten Harmoniewechsels origami-artig "zurückgefaltet" werden, und werden gleichermaßen "automatisch" um einen Halbton angepasst (bezogen auf Noten: mit entsprechenden Vorzeichen versehen).

Lokal läuft das schon ganz gut. Ist bestimmt schon bekannt unter Musiktheoretikern, aber für mich war es faszinierend zu erkennen, dass man den Quintenzirkel gar nicht in seiner Ganzheit speichern braucht, also welcher Sektor wo in der Tonleiter wo welche Vorzeichen hat. Man muss sich nur merken, welche Note wieviele Vorzeichen gerade hat, wo im Quintenzirkel und wo in der Tonleiter bei der Vorzeichenverteilung man gerade steht. Auf Basis dessen geht man im Quintenzirkel einen Sektor zurück (-1 Position in der Tonleiter, # weg oder b dazu zur Note, und schon mal weiter -3 Positionen zurück) oder vor (+3, 1 b weg oder 1 # dazu, und schon mal weiter +1 für die nächste Iteration). Man darf halt nicht einfach denken -4 oder +4, dann wird es falsch, man muss das zweiteilen. Zu programmieren, als müsste man Speicher sparen, lehrt einen viel über das zu lösende Problem – und über den Quintenzirkel. Und quasi hat man so nicht den Zirkel, sondern die Spirale programmiert und kann unendlich weit iterieren.
Polyphonie ist zudem somit auch gleich abgedeckt, in Grenzen.
Aber die Seite bietet da bewusst keine Unterstützung nach Art eines Kompositionslehrers nach dem Motto "Hier passt As-Dur äußerst schlecht, willst du das wirklich?".

Vorschläge nach Features, die einem das Denken abnehmen sollen, verfangen nicht wirklich bei mir. Ich kann nur die Lektüre von Joseph Weizenbaum empfehlen. Dann ist vielleicht verständlich, warum ich softwaremäßig nur die Inspiration "automatisiere", und dabei auf Determinismus so viel Wert lege. Als Kind hatte ich eine transparente Uhr und es war mir die liebste, bis heute.

Wenn man erst gelernt hat pseudozufällige Tonfolgen in Musik zu verwandeln, gelingt es vielleicht auch immer leichter mit nichtmusikalischen Inspirationen des Alltagslebens, man hat sich sozusagen freigespielt. Die Musik, die so zustandekommt, wird von Musikkritikern sicher verschmäht, zumindest von den Musikkritikern von heute, die so historisch und klassisch drauf sind. Wenn man der Clique eh nicht imponieren will, kann man das gleichmütig akzeptieren.
 
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