MayBerlin Flügel - Erfahrungen?

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Klaviernerd

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Hallo zusammen, ich bin neu hier und dachte ich erstelle einfach einmal eine Umfrage. Ich will ein Klavier/Stutzflügel kaufen und habe neulich einen MayBerlin Stutzflügel gespielt. Gibt es hier jemand der Erfahrungen mit dieser Marke hat (Qualität, Vergleichbarkeit mit anderen Marken wie Bechstein/Steinway o.Ä, Haltbarkeit, Mechanik, Preis)?
Ich kann es sehr schlecht nur einschätzen was ein solches Instrument kosten dürfte und worauf ich beim Kauf neben dem allgemeinen Spielgefühl achten sollte. Ich hab mir nur gedacht vermutlich jeder Flügel wäre besser als ein Klavier oder? Und ich würde gerne etwas vergleichbares wie einen Yamaha C2 aber über 10000 Euro habe ich aktuell nicht...
Wär sehr dankbar über jede Art von Antwort/Hilfe. Danke!
 

Die Flügelmechanik und Ton ist ja ne andere als bei einem Klavier (tonrepetitionen usw ist ja besser oder nicht?)
LG
 

Ein interessanter Zugang.

Das Angebot an Klavieren ist gefühlt zehnmal größer als an Flügeln. Der Neupreis eines Flügels liegt beim Doppelten bis Dreifachen eines ähnlich positionierten Klaviers. Alle Instrumente zeigen Abnutzung und Alterung.

Warum sollte also ein Flügel um vergleichbares Geld besser als ein Klavier sein? Das widerspricht allen Regeln des Marktes.

Und nicht zuletzt ist es mutig, einen Flügel dieser eingestellten Nebenmarke von Schimmel mit einem Bechstein oder Steinway zu vergleichen, insbesondere ein Instrument, das vielleicht schon in China produziert wurde (1990 sagt Wikipedia).

Die Spielwerkmechanik eines Flügels ist zumindest in der Theorie vorteilhaft gegenüber einem Klavier, beim Klang ist das erst bei den größeren Flügeln ab ca. zwei Metern Länge gegeben. Darunter sind die Saiten nicht länger als bei einem großen Klavier und die Fläche des Klangbodens ebenso nicht.

Es gibt Flügel, die "furchtbar" sind ebenso wie Klaviere, die man wirklich mögen kann. Meine Frau hat erst in den letzten Tagen am Salonflügel eines Profimusikers gespielt, dessen Klang sie als "unterirdisch" und das Spielgefühl als "unangenehm zäh" bezeichnet hat.

In den Bereich, wo die bessere Repetitionsfähigkeit des Flügels spürbar wird, muss man auch mal selber "handwerklich" vordringen.
 
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Danke für die Antwort!
D.h. du würdest sagen z.b. ein Klavier von Grotrian für z.b. 6500€ wäre vermutlich besser geeignet für jemanden der schon >20 Jahre Klavierunterricht hat als ein 6500€ MayBerlin Flügel?
 
Hast du eigene Erfahrungen mit MayBerlin?
 
Es hilft nur, verschiedene Instrumente selber anzuspielen und sich so einen eigenen Eindruck zu verschaffen.

Insbesondere ältere gebrauchte Klaviere sind alles "Individuen", Schlüsse von einem Exemplar zu einem anderen sind nicht wirklich möglich — der Zustand variiert zu sehr und beeinflusst wesentlich den Charakter.

Wer über 20 Jahre Klavierunterricht hatte, der wird rasch wissen was er haben will. Ein May Berlin könnte besser sein oder eben auch nicht.
 
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Danke für deine Meinung. Gibs andere Erfahrungen?
 
Das Angebot an Klavieren ist gefühlt zehnmal größer als an Flügeln. Der Neupreis eines Flügels liegt beim Doppelten bis Dreifachen eines ähnlich positionierten Klaviers. Alle Instrumente zeigen Abnutzung und Alterung.

Warum sollte also ein Flügel um vergleichbares Geld besser als ein Klavier sein? Das widerspricht allen Regeln des Marktes.
Dafür kann es diverse Gründe geben - Flügel brauchen viel Platz, sind aufwendig zu transportieren und der Markt für gebrauchte Flügel ist begrenzt. Wenn jemand sein Instrument dringend loswerden will oder muss (Erbstück, Hausverkauf, Auswanderung, Neuanschaffung...), kann der Preis sinken. Vor allem, wenn der Flügel optisch nicht gefällig ist oder die Transportbedingungen schwierig sind (Kran erforderlich etc.). Das heißt nicht, dass gündtige Flügel grundsätzlich gut sind, aber es kann gute geben. Vor einiger Zeit hat jemand hier im Forum über einen günstig geschossenen Bösendorfer berichtet, der einfach weg musste und deshalb einen geringen Preis hatte.
Für 10.000 Euro kann man von privat durchaus interessante Flügel kaufen, allerdings erkennt man das nicht am Markennamen.
 
  • #10
Ich kenne jetzt das Instrument nicht, das Du angespielt hast. Wenn es Dir gefällt und technisch in Ordnung ist(!), warum nicht?
Es gibt auch Instrumente aus China, die durchaus gut sind, insbesondere im Rahmen Deines Budgets.
Wenn der Platz vorhanden ist, plädiere ich immer für einen Flügel. Allein das Gefühl nicht vor einer Holzwand zu sitzen, sondern in den Raum blicken zu können entschädigt manche Unzulänglichkeiten bezüglich Inharmonizitäten im Bass bei Stutzflügeln (beispielsweise).
Wichtig ist die Mechanik, d.h. das Instrument muss sich angenehm spielen lassen. Das findet sich meiner Meinung nach in fast jeder Preisklasse. In Deinem Preisrahmen auf jeden Fall. Der zusätzliche gute Klang kommt dann mit steigendem Budget. Im Gebrauchtbereich findet sich da sicher auch ein Instrument, Du musst halt suchen…
Wenn man unbedingt den guten Klang haben möchte, ist natürlich das Klavier im niedrigen Preisbereich sehr im Vorteil.
 
  • #11
Welches Modell ist das denn und welches Baujahr ?
 
  • #14
Ein interessanter Zugang.
Ein uninteressanter Ansatz.
Das Angebot an Klavieren ist gefühlt zehnmal größer als an Flügeln. Der Neupreis eines Flügels liegt beim Doppelten bis Dreifachen eines ähnlich positionierten Klaviers. Alle Instrumente zeigen Abnutzung und Alterung.
Was heißt schon "positioniert"? Das ist doch Marketinger-Sprech, die immer anstreben, irgendeinen möglichst billig produzierten Shyce "höher zu positionieren"; vorzutäuschen, damit werde beim Kauf ein irgendwie höhergeschwätzter Wert erreicht ... Oft eher nur eine Verdummbeutele des Verbrauchers.
Warum sollte also ein Flügel um vergleichbares Geld besser als ein Klavier sein? Das widerspricht allen Regeln des Marktes.
Der Markt ist ein Arschloch.
Ein Markt hat fast immer weitaus mehr uninformierte oder minder informierte Teilnehmer als informierte, Kundige. "Der Markt" ist also mir, wenn ich mir zutraue, mich nah an die relevanten ECHTEN Entscheidungskriterien heranzumachen, ein Ding von Void, blödsinn, nutzlos. Ich muss mich mit Minderwissern nicht gemein machen. Ich muss mich dann auch nicht den professonellen "Mehrwissern" ausliefern - den Marketingern? Ich gucke mich um, was ist "auf dem Markt" - habe aber zu meiner Auswahl sicherlich auch anderes an Kriterien als das, was "Marktteilnehmer" mir einreden möchten.

Als ich damals unterwegs war i.Sa. Flügelguck, hatte ich den Flügel schon in Aussicht, den ich dann auch kaufte - und holte mir eine Zweitmeinung bei hiesig dörflichen Profis ein, Steinway-Händler. Die hatten einen 1872er schleiflackweißen Konzerter da stehen, hatten aber nicht auf dem Pin, dass meine Avance eines 1877er schon justgenau ein weitenteils anderes, weit verbessertes Instrument meinte. Er verwies auf seine Schleiflack-Schönheit, aber raunte, nun jaa, wenn man den stimme, dann könne die Werkzeugkiste gleich daneben stehen bleiben ... sollte sagen, das tauge nicht viel... Wollte aber neununddreißig-neunneunzig dafür ... Damit hatte er sich in Sachen Ehrbarkeit schlank mal eben selber rausgeschossen aus dem Rennen. Fast vierzig mille verlangen - und es sei letztlich minder tauglich? Ackdusseissa.

Da hilft ungemein, schon 1987 ineinem grandiosen Rhetorikseminar gewesen zu sein, um möglichst alle Beeinflusse und Gerede einsortieren zu können - der Profi, der mich an die Wand schwätzt und dessen Geschwätz ich dann entscheidungstechnisch übernehme, abseits der Kriterien, mit denen ich in einen Laden reinlief, der muss seither noch gefunden werden. Ich bin zwar mitunter nicht der allerhellste, aber die Basisdinge von Entscheidungen kriege ich doch noch zusammen.
Und nicht zuletzt ist es mutig, einen Flügel dieser eingestellten Nebenmarke von Schimmel mit einem Bechstein oder Steinway zu vergleichen, insbesondere ein Instrument, das vielleicht schon in China produziert wurde (1990 sagt Wikipedia).
Wie ist es? Ein Flügel hat immer ein besseres Spielgefühl als ein Klavier, bisschen abhängig noch von der Tastenlänge. Ein Flügel ist allerdings im Klangerlebnis benachteiligt per der Größe des Reso-Bodens. Unter 1,8 Meter sollte man nach Möglichkeit nicht einlochen, da dann der Mehrpreis eines Flügels mit einer Minderleistung Klang einher geht - im Vergleich gegen ein gutes Klavier.
Die Spielwerkmechanik eines Flügels ist zumindest in der Theorie vorteilhaft gegenüber einem Klavier, beim Klang ist das erst bei den größeren Flügeln ab ca. zwei Metern Länge gegeben. Darunter sind die Saiten nicht länger als bei einem großen Klavier und die Fläche des Klangbodens ebenso nicht.
Sie ist in praxi, wenn halbwegs in Odnung, immer besser als eine Klaviermechanik. Riesen Haken in vielerlei Settings ist der Platzbedarf eines Flügels.Wenn allerdings Platz vorhanden, macht eben auch ein Flügel ganz anders was her. Wenn denn man (mir subjektiv untaugliche) Kriterien "sozialer Distinktion" mit einbeziehen wolle in die eigenen Entscheidungen - um die Erboma Erna zu beeindrucken, oder den Stellvertretenden Kulturdezernenten von Berlin-Speckgürtel. (Mir ... ist ja mein Riesenflügel optisch auch mitunter bisschen peinlich, aber so what - ich stehe dazu.)
Es gibt Flügel, die "furchtbar" sind ebenso wie Klaviere, die man wirklich mögen kann. Meine Frau hat erst in den letzten Tagen am Salonflügel eines Profimusikers gespielt, dessen Klang sie als "unterirdisch" und das Spielgefühl als "unangenehm zäh" bezeichnet hat.
Profis können mitunter Mistteile gebrauchen , weil sie sich auch "draußen" mit sowas herumschlagen müssen - und trotzdem halbwegs was abliefern.
In den Bereich, wo die bessere Repetitionsfähigkeit des Flügels spürbar wird, muss man auch mal selber "handwerklich" vordringen.
Bezieht sich i.w. auf die Repetitionsgeschwindigeit. Die allermeisten Klavierspieler kommen da nicht an die mechanischen Grenzen, aber den Unterschied einer Klaviermechanik versus Flügelmechanik kann nahezu jeder Klavierspieler erspüren (lernen).

Hinterher und zuletzt ist es nicht "der Markt", sondern die gerade greifbaren Instrumente zu wägen, und sich für eines zu entscheiden, nach Preislage, Verhandlungsgeschick, vor allem nach Klang - und nach Platzbedarf. Oder sich zum Abwarten, oder zum Sparen zu entscheiden, weil einem die momentane Lage (Angebot, die Dicke des eigenen Portemonnaies, der künftige Mehrplatz in einer besseren Bude) noch nicht konveniert.

Die, die "Klavier!" wählen, haben das später im Leben dann öfters nachgebessert, und sind zuletzt doch beim Flügel gelandet.

... aber man kann meinen Sermon auch ignorieren. Ich bekenne mich proaktiv dazu, "den Markt", wirtschaftspampernde EffDehPissten und die Schwätzer vom Markt als Mutter aller Entscheidungen zu verachten. Habe mich im Laufe eines langen Berufslebens viel zu lange über Kaufleute, Controller, BWLer und ähnliches geldsacksitziges Volk geärgert.

Da ich den Ansatz als uninteressant diskreditierte, mein - hoffentlich positiver - Ansatz:
Ein Klavier oder ein Flügel kann in dreierlei Schubladen evaluiert werden:

1- Möbelstück. Steht herum, sieht irgendwie aus, schwarz, weß, rehbraun oder grün lila gepunktet..., muss in einer Hütte nicht nur mir, sondern auch den anderen Hüttenbewohnern convenieren. Inclu des Aufstellungsortes, Will die Hausherrin nicht mit Flügel promenieren, ja nee, so what, dann muss das Ding nach oben ins Arbeitszimmer, oder subparterre in den beheizbaren Keller.

2- Klang. Sollte nicht nur mir, sondern auch den anderen Hüttenbewohnern convenieren.

3- Spielgefühl, Taktilität. Was so unter den Fingern los ist. Das sollte all denen, die spielen - mitunter nur einem der Hüttenbewohner convenieren. Die, die nicht spielen, geht es nix an.

Conclusio, langer Rede kurzer Sinn:
Warum also sollte man einen May, Berlin nicht kaufen- wenn er eins-achtzig oder länger ist, wenn der Klang OK ist, wenn seine Tasten sich gut anfühlen, wenn man den Platz hat, und wenn das Ding in Ordnung ist?

Marketinger, die gerade keinen May, Berlin zu verticken haben, können einem aber immer entgegenhalten:
"Drum prüfe, wer sich länger bindet - ob sich nicht was Bess'res findet..:"
 

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