Literatur spielen - kein Fortschritt erkennbar?

K

klaros

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Man hat ja heute die Möglichkeit, sich alles auf Yutube anzuhören und sogar anzusehen. In früheren Zeiten hat es mir geholfen, wenn der KL. mir ein neues Stück vorgespielt hat. Irgendwann hat er sich geweigert, weil er merkte, wie sehr ich damit das Blattspiel und Notenstudium umging. Ich bin dann nämlich mit dem Stück im Kopf nach Hause geradelt und habe es dort mit Hilfe der Noten einstudiert. Ich bin nie ein guter Blattspieler geworden. :020:
Egal aber, wie man es bewerkstelligt: Ohne die Lust, es können zu wollen und die Aussicht, sich dann daran zu erfreuen, sehe ich keinen Grund für die Mühe. :016:
 
Häretiker

Häretiker

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Welchen "Sinn" vermisst Du denn genau? ;-)



Nichts hat irgendeinen Sinn außer dem, den man selbst hineinlegt.

Da kann man ja mal scheun, wo man sich einordnet:
https://de.wikipedia.org/wiki/Absurdismus#Beziehungen_zu_Existentialismus_und_Nihilismus
Lange dachte ich, atheistischer Existenzialist zu sein, aber ich scheine doch stark zum Absurdismus zu tendieren.

Ja, warum macht man Musik? Ich muss, irgendwie ... Sekundärziele (Frauen beeindrucken, Geld verdienen, auf die Titelseite eines Printmediums gelangen) spielten bei mir nie eine Rolle, mal pubertäre Anwandlungen ausgeklammert, die aber nicht erfolgreich waren.

Und für mich gehört auch dazu, mit der Musik zu spielen. Wie funktioniert die denn so? Was machen andere Leute für Musik? Welche Akkorde, Skalen, Wendungen usw. verwenden die? Warum fühlt sich Bossa Nova anders an als eine Sarabande oder ein Klingonischer Kriegstanz? Wie ist die Rhyhtmik bei Funk, Soul, Bach, Techno, wie phrasiert Miles Davis Viertel und Achtel? Da gibt es so unendlich viel, was interessant sein könnte (nicht muss).

Grüße
Häretiker
 
Robinson

Robinson

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Ich würde mir an Deiner Stelle ein etwas schwereres Stück aussuchen,@backstein123 , was leicht über deine jetztigen Fähigkeiten liegt und du immer wieder daran arbeitest. Ohne Herausforderungen und vielleicht gezielte Übungen kommst du technisch nicht wirklich weiter.
Genau so mache ich es!
Zudem spiele ich nur Stücke die mir absolut gut gefallen.
Alles andere ist für mich Lebens-Zeitverschwendung.
 
backstein123

backstein123

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Vor allem fehlt Dir ein ZIEL, wegen dem Du überhaupt übst. Ist doch eigentlich ne einfache und sonnenklare Sache.
Ja das könnte ein wirklicher Grund sein, warum ich mich zur Zeit so quäle.
Zur Zeit übe ich ein Stück, um es dann später durch ein anderes zu ersetzen.

Gleichzeitig hab ich das Gefühl, sobald ich die Noten weg lege, ist das ganze Stück aus dem Kopf verschwunden.
Ich hab zb so vor 3-4 Monaten Händels Sarabande gemacht, aber von den Stück ist nur deshalb etwas hängen geblieben, weil es so bekannt ist.
Würde ich mir die Noten raus suchen bin ich mir sicher, dass ich nichts mehr davon könnte und es so wäre, als hätte ich das Stück nie gespielt.
Schon mal mit einem anderen Hobby versucht?
Ja aber für Apnoetauchen kann ich die Luft nicht lang genug anhalten :-|

Zur fehlenden Motivation, ein Stück nach dem anderen "abzuüben"
Das ist auch so ein Punkt der mich stört, ich übe die Stücke echt einfach ab.
Bin ich damit fertig, geht's damit in den Ordner und wird nie wieder raus geholt.

Ich würde mir an Deiner Stelle ein etwas schwereres Stück aussuchen, was leicht über deine jetztigen Fähigkeiten liegt
Auf keinen Fall :angst:
Ich hab bei meinen aktuellen Stück (beethoven - Stücke für die Spieluhr) schon das Gefühl das es weit über meinen Fähigkeiten liegt.
Mein KL hat mir jetzt zb empfohlen mir Mussorgsky "eine Träne" an zu sehen und mir die Noten geschickt, und ich hab nach dem dritten oder vierten rein schauen schon das Gefühl "das wird nichts".

Das letzte Stück, in dem ich mich sicher gefühlt habe war die Sarabande von Händel bzw das G Dur Menuett von Bach, was wir Ende letzten / Anfang dieses Jahr als "Lückenfüller" gespielt habe.
In meinen "Hauptstücken" fühle ich mich überhaupt nicht sicher.
Beim aktuellen "Stücke für die Spieluhr" hab ich das Menuett in C Dur, arbeite am Trio und merke jetzt schon wie ich im Menuett wieder schlechter werde. :-|
Warum hast du denn angefangen, Klavier zu spielen?
Um Klavier zu spielen? Dann hat man Lust zu spielen und zu üben, ziemlich egal was... dabei geht es um Musik.
Ich hab doch nicht klavier angefangen um Klavier zu spielen :denken:
Ich wollte Musik machen und deshalb hab ich mir das Klavier ausgesucht.
Wenn du ein Haus baust, ist der Hammer nur Werkzeug und nicht Ziel :bye:
Also mir geht es nicht um ein spirituelles "Sinn des Lebens" gedöhns:-D

Sondern eigentlich geht es darum :
Wenn ich dieses "Stücke für die Spieluhr" übe, was soll der Sinn dahinter sein? Was soll ich in dem Stück lernen? Was soll es mir im Blick auf das nächste Stück bringen? :konfus:
Jetzt liegt ihr Mussorgsky "eine Träne" rum und ich weiß jetzt schon, dass es so ne Nummer wird, dass es keinen Wert hat, es zusätzlich zum Beethoven zu beginnen. Beide Stücke sind für mich so schwer, dass ich im Beethoven schlechter werden würde, ohne im Mussorgsky Fortschritte zu machen:-|

Ich telefoniere heute mal mit meinen KL, vielleicht kennt der ne Antwort für mich oder ich geb den Apnoetauchen noch ne chance:zunge:
 
saugferkel

saugferkel

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Auf keinen Fall :angst:
Ich hab bei meinen aktuellen Stück (beethoven - Stücke für die Spieluhr) schon das Gefühl das es weit über meinen Fähigkeiten liegt.
Mag sein. Dann ist es ja das Stück bzw. Niveau, an und auf dem du arbeiten solltest, um „weiter“ zu kommen.

Würde auch keinen Sinn machen, Stücke auf bereits erreichtem Niveau zu spielen/erarbeiten, um weiter zu kommen. Da bist du ja schon. Kommst auch nicht weiter.
 
godowsky

godowsky

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Hallo Leute,

Mich quält seit ein paar Wochen das Klavier spielen.
Genauer gesagt sehe ich keinen Sinn mehr in meinen Übungsstücken.
Auch wenn mein KL recht schöne Stücke aussucht und ich die meisten gerne spiele, fehlt mir doch das Verständnis warum ich gerade Stück X, Y oder Z üben soll.

Im Gegensatz zur Zeit als Anfänger übe ich kaum noch technische Übungen sondern eigentlich nur noch Stücke.
Das wiederum bringt mich dazu das mein Gefühl mir sagt "es geht nicht weiter" weil das Schema immer gleich ist :

Neues Stück kommt auf den Ständer, ich stocher wie ein Anfänger die Noten ab, übe meine Teile bis die sitzen, arbeite dann an Klang und Tempo während ich den nächsten Teil angehen. Das geht so lange bis irgendwann das Stück durch ist und das nächste Stück beginnt.
Und dann startet das gleiche Schema wieder :
Ich suche nach den Noten, übe meine Abschnitte.....

Ich fühle mich bei jedem neuen Stück als total Anfänger der gar nichts kann, auch wenn ich weiß das es gar nicht so ist.

Irgendwie glaube ich das ich aus den Stücken des letzten Jahres gar nichts mit genommen habe außer das ich halt einige Stücke gespielt und kennen gelernt habe.
Aber ich verstehe nicht warum ich gerade dieses Stück spielen soll, was es mir bringt und was ich daraus mit nehmen soll.
Ich selbst würde vielleicht "Routine" als antwort geben, aber wieviel Routine hab ich, wenn ich jedes Stück wieder bei Null anfange und mich gefühlt wieder zum Anfänger mache?

Das frustrierende dabei ist, ich weiß das ich jedes Stück irgendwann hin bekommen werde.
Das wiederum macht es in meinen Augen gleichgültig ob ich nun im nächsten Jahr 100 kleine Stücke spielen werde oder mich das ganze Jahr durch ein großes /schweres Stück quäle.

Greif ich jetzt mal hoch und nehme zb den Marsch der Zwerge von Edvard Grieg.
Das Stück ist weit über meinen können und stand jetzt würde ich es wohl nicht hin bekommen.
Aber da ich in den ganzen anderen Stücken auch "keinen Sinn" sehe und auch dabei das o.g. Schema zu tragen kommen würde, denke ich mir halt :

Ich könnte mir auch etwas Bock schweres auf den Ständer legen und die nächsten Monate /Jahre nur dieses eine Stück üben. Irgendwann wird es sitzen und das hätte genauso viel oder wenig gebracht wie wenn ich in der Zeit 10,20 oder 50 andere Stücke geübt hätte.

Wieso fühlt es sich an als würde ich nicht weiter kommen:denken:

Und nein, Lehrer wechseln ist keine Option. Das Problem liegt bei mir und meinen Verständnis, nicht bei meinem KL und seinem Unterricht.

Vielleicht brauchst Du auch einfach nur mal ein paar Wochen Pause.
Man kann auf jedem Niveau einen Überdruss kriegen.
Vielleicht kommt die Lust wieder, wenn der selbstauferlegte Druck mal für eine Zeit weg ist. :super:
 
T

Therese

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Wenn es am mangelnden Ziel liegt plane doch ein kleines Konzert. Mein KL z.B gibt erwachsenen Schülern die Gelegenheit, wenn sie denn wollen, einen Mini-Hausmusikabend in seinem Unterrichtsraum zu geben. Dann bringt der Schüler seinen Partner als Zuschauer mit und wen er sonst noch möchte, halt so drei bis fünf Leute, mehr passen nicht rein. Und dann hat man ein Programm von vielleicht 20 - 25 Minuten vorbereitet. Anschließend kann man noch schön Essen gehen.
Oder Du nimmst Deine Stücke auf CD auf und hast ein Weihnachtsgeschenk für Deine Liebste oder Deine Eltern.
 
Robinson

Robinson

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Auf Anraten meiner KLhabe ich von Klassik zu Filmmusik gewechselt und bin zur Zeit sehr glücklich dabei die zu spielen. Können mitunter auch recht kompliziert zu spielen sein.
Wer eine Herausforderung sucht wird sie auch finden und meistern ohne dass direkter Frust aufkommt.
 
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Barratt

Barratt

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Ich hab doch nicht klavier angefangen um Klavier zu spielen

Ach so.

Ja dann...

Wenn Du keine Freude an der Sache selbst hast, verstehe ich Deine Zweifel.

Das soll ausdrücklich überhaupt nicht abwertend rüberkommen. Nicht alle haben an den gleichen Dingen Freude, und schon gar nicht auf Dauer. :001:

Sei ehrlich zu Dir selbst, es geht hier nur um ein Hobby, nicht um Deine Lebensplanung.
 
Ralph_hh

Ralph_hh

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Warum spielt man Klavier... Ich persönlich mag den Klang schöner Musik und erfreue mich daran, wenn ich die auf dem Instrument selber erzeuge. Das Üben ist ein notwendiger Weg dahin, der über viele Stunden mit noch nicht annähernd schöner oder gar perfekter Musik führt, doch ich glaube, es ist wichtig, dass man auch diesen Weg dahin genießen lernt. Denn der Weg zum perfekten Stück ist lang, viel länger als der kurze Moment, wo man das Stück dann beherrscht und es schon wieder beiseite legt.

Dir scheint das üben nicht zu gefallen, warum? Eventuell sind die Stücke zu schwer. Dann braucht es endlos, bis man aus den Noten halbwegs hörbares produziert. Da kann es helfen, mit dem Schwierigkeitsgrad mal etwas zurück zu gehen. Viel schweres spielen bringt einen zwar weiter, aber mitunter ist es frustrierend.

Was mir auch hilft, ist, ein oder zwei Stücke, die ich wirklich gut kann immer wieder zu spielen, obwohl sie längst erledigt sind, quasi im Repertoire behalten, da kann man sich dann ganz ohne viel Mühe an der Musik erfreuen.

Ansich ist es ja bei allen Mühen so, dass man die genau dann gerne auf sich nimmt, wenn entweder das Ziel sehr lohnend erscheint, oder wenn man die Mühe ansich mag. Bergwandern ist da so ein Beispiel, der Ausblick am Gipfel ist ein sehr lohnendes Ziel, aber man wird schon auch die schweißtreibende Wanderung mögen müssen, sonst reicht das Ziel alleine als Motivation nicht.

Gibt es für dich lohnendere Ziele oder Mühen, die du lieber auf Dich nimmst? Andere Musikstile vielleicht? Rags, Blues, Boogie Woogie?
 
H

hpesch

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Den Schwierigkeitsgrad findest du bei Henle Verlag. Angenommen dein Repertoire ist bei 5, kannst du dir aussuchen, was Stufe 6 wäre. Das wichtigste ist, dass du das Stück wirklich magst, sonst verliert man schnell die Lust am Üben. Natürlich wäre interessant zu wissen, was du bisher gespielt hast. Hast du eine Vorliebe für Schumann, Beethoven, Chopin, oder eher Jazz?
 
W

wortspur

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Ich hab doch nicht klavier angefangen um Klavier zu spielen :denken:
Ich wollte Musik machen und deshalb hab ich mir das Klavier ausgesucht.
Also mir geht es nicht um ein spirituelles "Sinn des Lebens" gedöhns:-D

Musik kannst du auch auf einer Blockflöte spielen.
Ich habe in Jugendjahren die Konzertgitarre und viel, viel später noch das Klavier gewählt.
Beides wegen der Haptik und der LIEBE zu deren Klangwelten.
Mit einer Blockflöte oder einem Dudelsack zu musizieren würde mir keinen Spaß machen.

Und ja, für mich hat das mit Sicherheit was "spirituelles" wenn man sich dabei vergisst und in eine Klangwelt eintaucht, wenn die Schönheit des Tons mal für kurze Zeit alle "weltlichen" Gedanken verschwinden lässt.

Will sagen: Es geht meiner Meinung nach sehr wohl um das Instrument.
Und wenn du zu dem gewählten Instrument keine Liebe verspürst, es dich nicht immer wieder zu ihm hin zieht, solltest du es wohl wirklich lassen und dich auf etwas konzentrieren das dir mehr Freude bereitet.
 
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