Klavierhersteller Firma M. Wolff aus Frankfurt/Main

B

Binchen

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5. Juni 2012
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Hallo zusammen,

kann mir jemand was über diesen Klavierhersteller sagen?

Vielleicht hat jemand dieses dicke Buch parat, in dem alle Klavierhersteller aufgeführt sind. Ich habe es nämlich leider nicht.

Seit gestern haben wir nämlich einen Mitbewohner von genau diesem Hersteller.

Das Baujahr des Klaviers ist 1920.

Dankeschön! :-)

Binchen
 
Hallo zusammen,

kann mir jemand was über diesen Klavierhersteller sagen?

Vielleicht hat jemand dieses dicke Buch parat, in dem alle Klavierhersteller aufgeführt sind. Ich habe es nämlich leider nicht.

Seit gestern haben wir nämlich einen Mitbewohner von genau diesem Hersteller.

Das Baujahr des Klaviers ist 1920.

das "dicke Buch" hab ich z.Z nicht zur Hand, ich kann mich aber an ein Klavier selbigen Namens mit Ort erinnern, welches ich mal besichtigte. War ein sehr hübsches Jugensstilklavier, bedauerlicherweise mit einem finalen Plattenbruch :(

Viele Grüße

Styx
 
Das Pianohaus M. Wolff, Frankfurt/Main wurde 1828, nach anderen Quellen 1865 gegründet. Inhaber war seit der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg E. Jordan.
1909 befand sich das Haus in (oder auf) der Zeil 11, in der 1. Etage;
nach 1925 in der Kaiserhofstr. 19.
1932 erlosch die Firma.
Mit freundlichen Grüßen
Klaviergeschichte - Klavierchroniken - wie alt ist mein Klavier - Klavierbaufirma - Seriennummer


Super!! Das ist mal eine ausführliche Antwort! :-)

Das heißt also, M. Wolff ist kein Klavierhersteller im "eigentlichen" Sinne, sondern wohl ein Klavierbauer gewesen, der neben seinem Pianohaus auch Klaviere gebaut hat.

Ein Rückschluss auf die Qualität der Instrumente lässt sich dadurch aber wohl nicht schließen, oder?
Eine Seriennummer kann ich jedenfalls nirgendwo finden.

Anfang des letzten Jahrhunderts hat es ja wohl hunderte von Klavierbauern in Deutschland gegeben.

Herzliche Grüße
Bine
 
Mit großer Sicherheit hat M. Wolff selbst keine Instrumente gebaut. In dieser Zeit war es den Händler erlaubt, ihre Namen in den zu verkaufenden Instrumenten anzubringen, besonders in der „Hoch“-zeit des Klavierbaues 1912/13. Größere Pianohäuser veröffentlichten die Namen der Hersteller, für die sie die Vertretung übernommen haben.
Die Qualität von damals - kann durchaus gut gewesen sein, die Qualität heute kann nur ein Fachmann vor Ort bestimmen.
Anfang des letzten Jahrhunderts hat es ja wohl hunderte von Klavierbauern in Deutschland gegeben.
Die Zahl der allein bei mir archivierten Klavierbauer/-fabriken in der Zeit von 1880 bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges beträgt ca. 5.000.

Ausschnitt aus der „Zeitschrift für Instrumentenbau“
34. Jahrgang /Nr. 23 Leipzig, den 11. Mai 1914

„Brennend geworden ist inzwischen die Frage, ob die
Anbringung der Händlerfirma in Klavieren an Stelle der Firma des Herstellers
in unserer Branche als Handelsgebrauch d. h. als allgemein erlaubt und geübt zu gelten hat.
Die Verbandsleitung hat bisher folgenden Standpunkt eingenommen:
a) daß es zwar nicht verhindert werden kann, wenn ein Händler mit Zustimmung des Fabrikanten seine eigene Firma in dem Instrument anbringt,
b) daß die Verbandsleitung diesen Brauch aber – trotzdem er bekanntermaßen viel geübt wird – als Handelsbrauch der Branche nicht anerkennen kann,
c) daß vielmehr in der Tat durch das fragliche Verfahren bei dem unwissenden Teile des Publikums der Anschein eigener Fabrikation erweckt werden kann und
d) daß der den Brauch übende Händler die Verpflichtung hat, jeden Reflektanten auf ein solchergestalt bezeichnetes Instrument darauf aufmerksam zu machen, dass es sich um ein fremdes Fabrikat handelt“.
 
In dieser Zeit war es den Händler erlaubt, ihre Namen in den zu verkaufenden Instrumenten anzubringen, besonders in der „Hoch“-zeit des Klavierbaues 1912/13.

Es ist auch heute noch erlaubt und durchaus üblich. Piano Fischer bespielsweise vertreibt unter seinen Namen Instrumente der Bechsteinproduktion, als Hausmarke so zusagen. Andere Händler verkaufen billige Chinaklaviere unter ihren Namen.
So wird es auch damals gewesen sein, daß Händler entweder Billigklaviere oder auch Qualitätsklaviere als Hausmarke führten - in so fern kann man tatsächlich nichts über die Qualität dieser Instrumente aussagen.

Viele Grüße

Styx
 
Es ist auch heute noch erlaubt und durchaus üblich. Piano Fischer bespielsweise vertreibt unter seinen Namen Instrumente der Bechsteinproduktion, als Hausmarke so zusagen. Viele Grüße

Styx

Klar ist das erlaubt und es ist auch erlaubt dafür einen 30-40% höheren Preis anzusetzen im Vergleich zu einem fast baugleichen Bohemia-Klavier aus der gleichen tschechischen Fabrik.
 
Schieß doch nicht immer gegen alle anderen Kollegen und Hersteller die dich nicht beliefern.

Ausnahme neulich: Zechlin. Der ist wohl weit genug weg.
Gegen Fischer hast du dich in letzter Zeit mehrmals abfällig geäußert.
Neid? Konkurrenzkampf?
 
Mit großer Sicherheit hat M. Wolff selbst keine Instrumente gebaut. In dieser Zeit war es den Händler erlaubt, ihre Namen in den zu verkaufenden Instrumenten anzubringen, besonders in der „Hoch“-zeit des Klavierbaues 1912/13. Größere Pianohäuser veröffentlichten die Namen der Hersteller, für die sie die Vertretung übernommen haben.
Die Qualität von damals - kann durchaus gut gewesen sein, die Qualität heute kann nur ein Fachmann vor Ort bestimmen.
Anfang des letzten Jahrhunderts hat es ja wohl hunderte von Klavierbauern in Deutschland gegeben.
Die Zahl der allein bei mir archivierten Klavierbauer/-fabriken in der Zeit von 1880 bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges beträgt ca. 5.000.

Ausschnitt aus der „Zeitschrift für Instrumentenbau“
34. Jahrgang /Nr. 23 Leipzig, den 11. Mai 1914

„Brennend geworden ist inzwischen die Frage, ob die
Anbringung der Händlerfirma in Klavieren an Stelle der Firma des Herstellers
in unserer Branche als Handelsgebrauch d. h. als allgemein erlaubt und geübt zu gelten hat.
Die Verbandsleitung hat bisher folgenden Standpunkt eingenommen:
a) daß es zwar nicht verhindert werden kann, wenn ein Händler mit Zustimmung des Fabrikanten seine eigene Firma in dem Instrument anbringt,
b) daß die Verbandsleitung diesen Brauch aber – trotzdem er bekanntermaßen viel geübt wird – als Handelsbrauch der Branche nicht anerkennen kann,
c) daß vielmehr in der Tat durch das fragliche Verfahren bei dem unwissenden Teile des Publikums der Anschein eigener Fabrikation erweckt werden kann und
d) daß der den Brauch übende Händler die Verpflichtung hat, jeden Reflektanten auf ein solchergestalt bezeichnetes Instrument darauf aufmerksam zu machen, dass es sich um ein fremdes Fabrikat handelt“.

Superinteressant!

Wie sah es denn früher mit Seriennummern der Klaviere aus? Ich konnte bis jetzt keine an/im Wolff-Klavier finden.

Ich finde es übrigens klasse, dass es hier Mitglieder gibt, die über ein so umfangreiches Wissen verfügen und einem ein bißchen Geschichte zum eigenen Klavier vermitteln.
Danke! :-)
 
Schieß doch nicht immer gegen alle anderen Kollegen und Hersteller die dich nicht beliefern.

Ich habe mit Fischer überhaupt keinen negativen Erfahrungen gemacht...außer vielleicht daß er seine Mitarbeitern das Maximum abverlangt....wer da denkt als Lagerstimmer hätte man einen "Platz an der Sonne" der irrt. Fischer erwartet daß die Instrumente im Laden konzertreif sind.......ich kann da ein Liedchen von klimpern :D

Viele Grüße

Styx
 

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