Klavier hatte 443Hz und sollte gestimmt werden

axburg

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So, der Themen-Text stellt die Ausgangslage dar.
Das Klavier ist ein Schimmel welches ich gebraucht von einem Oldenburger Händler gekauft hatte. Kann man hier besichtigen: Oldenburger Schimmel
Es kam mit 443Hz hier an und nach Nachfrage beim Händler meinte dieser, dass er immer alle Klaviere so ausliefern würde, da sich der Holzkamerad ja noch vor Ort mehrere Wochen akklimatisieren muss. Fand ich okay, kann ich mit Leben.
Nach 7 Wochen hatte ich dann einen Klavierstimemr gebeten, das Klavier zu stimmen - was dieser dann auch getan hat.
ABER: er hatte es nicht auf 440Hz gestimmt, was ich persönlich gehofft hatte, sondern auf 442Hz.
Gut, ich hatte die 440Hz nicht explizit erwähnt und war davon ausgegangen, dass das das Ziel der Stimmung wäre.
Auf meine Frage warum er es nicht auf 440Hz gestimmt hat, meinte er, der Sprung von 443 auf 440 wäre zu groß und würde zu lange dauern und wäre mit einem Male nicht zu machen.
Beim nächsten Mal soll ich es vorher ankündigen, dann kann er es auch auf 440Hz stimmen.

Ist das wirklich so ein Problem von 443Hz auf 440Hz zu gehen?
Und wie kommt man dann auf die Idee es auf 442Hz zu stimmen? Meiner Logik zufolge hätte er es dann ja wieder stimmig bei 443Hz machen müssen.

Kurzum, mir kommt das sehr merkwürdig vor und ich tendiere demnächst einen anderen Klavierstimmer zu beauftragen. Außer ihr sagt mir, dass das alles Top so war wie es gelaufen ist.

Danke und Gruß,
Axel
 

Ist das wirklich so ein Problem von 443Hz auf 440Hz zu gehen?
Rolf Mühlbayer von der Firma Matthaes hat mal vor 30 Jahren meinen Flügel gestimmt.
Die Stimmung stand bei 440Hz.
Auf meine Frage nach 442Hz meinte er, dass das nur Unruhe ins Instrument bringt.
Die Stimmung war ja eigentlich noch ganz brauchbar und der Zeitaufwand hielt sich dann auch in Grenzen.
 
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Wäre auch mein Argument gewesen. Mein Stimmer hatte damals nach Jahren ohne Stimmung die Erststimmung auf 439 gestimmt und meinte: "hier fühlt er sich wohl". Erst später wurde er auf 440 gestimmt.
Kurzum, mir kommt das sehr merkwürdig vor und ich tendiere demnächst einen anderen Klavierstimmer zu beauftragen.
Was ich mich frage: Warum willst Du 440 Hz? Mit 442 oder 443 haste immerhin eine Konzertstimmung. :-)
Mir kommt da jedenfalls nichts merkwürdig vor.
 
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Was ich mich frage: Warum willst Du 440 Hz?
Ich habe oben in meinen Arbeitszimmer noch das alte 61er Schimmel welches auf 440Hz gestimmt ist (von einem anderen Klavierstimmer) und für meinen Geschmack besser klingt als das besagte 443er.
Außerdem dachte ich mir, dass 440Hz so der aktuelle Standard bei Klavieren ist. :-)
 
Ich habe oben in meinen Arbeitszimmer noch das alte 61er Schimmel welches auf 440Hz gestimmt ist (von einem anderen Klavierstimmer) und für meinen Geschmack besser klingt als das besagte 443er.
Dein kleines Schimmel von 1961 klingt besser als dein 120 cm großes Schimmel von 1996? Ich glaube, dann ist es auch egal, welchen Stimmer du beauftragst.

Der Stimmer wird es nicht auf 442 Hz runter gestimmt haben, sondern die Tonhöhe gewählt haben, die sinnvoll ist. Sinnvoll ist, große Veränderungen der Tonhöhe zu vermeiden (hoch genau so wie runter). Und da Klaviere sich leider selten gleichmäßig verstimmen, wird er den kleinsten gemeinsamen Nenner von Bass, Mitte und Diskant ausgewählt haben.
 
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Gut, ich hatte die 440Hz nicht explizit erwähnt und war davon ausgegangen, dass das das Ziel der Stimmung wäre.
Menschen, die miteinander reden, tun sich in so einer Situation leichter ;-)
Weißte ja jetzt fürs nächste Mal.

Außerdem dachte ich mir, dass 440Hz so der aktuelle Standard bei Klavieren ist.
Unser relativ neues August Förster im Gesangverein fühlt sich derzeit mit 442 am wohlsten.

weil wir viel Kammermusik machen, z.B. mit Blockflöten:
Wobei ältere Blockflöten oft auch auf 440 sind. Man muss als Flötenspieler immer ein wenig arbeiten, um die Intonation zum Tasteninstrument ordentlich hinzukriegen.
 
Und wie kommt man dann auf die Idee es auf 442Hz zu stimmen?
Bei mir ist es bisher immer so abgelaufen: Stimmer testet die aktuelle Tonhöhe, teilt sie mir mit, und fragt dann, was ich gerne hätte, bzw. ob man es auf der aktuellen Höhe lassen kann. Vielleicht ist das Instrument seit der Auslieferung um 1Hz abgesackt.

Außerdem dachte ich mir, dass 440Hz so der aktuelle Standard bei Klavieren ist.
Nein, der wurde inzwischen etwas erhöht, bzw. die 440 sind zwar noch die Normstimmhöhe, aber werden in der Praxis nicht mehr verwendet.
https://de.wikipedia.org/wiki/Kammerton

Ich habe oben in meinen Arbeitszimmer noch das alte 61er Schimmel welches auf 440Hz gestimmt ist (von einem anderen Klavierstimmer) und für meinen Geschmack besser klingt als das besagte 443er.
Geschmackssache. Oder vermutlich hier eher Gewohnheitssache.
Der Klangunterschied liegt meiner Meinung nach weniger an der Tonhöhe sondern an den unterschiedlichen Instrumenten. Das Neue wird mit 440 auch nicht so klingen wie das Alte.
 
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  • #10
Wobei ältere Blockflöten oft auch auf 440 sind.
In der Regel sind Blockflöten, auch als Flockblöden bekannt, gnadenlos zu tief, was die Stimmung betrifft. Die Kernspalte versifft, mit den Mahlzeitresten der letzten Jahre.
Ich kann mir dazu ein Urteil erlauben, weil ich urkundlich bestätigt bester Blockflötenspieler Sachsens vor 63 Jahren war.
 
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  • #11
Auf meine Frage warum er es nicht auf 440Hz gestimmt hat, meinte er, der Sprung von 443 auf 440 wäre zu groß und würde zu lange dauern und wäre mit einem Male nicht zu machen.
Beim nächsten Mal soll ich es vorher ankündigen, dann kann er es auch auf 440Hz stimmen.

Ist das wirklich so ein Problem von 443Hz auf 440Hz zu gehen?
Und wie kommt man dann auf die Idee es auf 442Hz zu stimmen? Meiner Logik zufolge hätte er es dann ja wieder stimmig bei 443Hz machen müssen.
Von 443 auf 440 runter stimmen erfordert in der Regel zwei Durchgänge.

Zunächst muß das Instrument erst einmal auf 440 Hz runtergezogen werden, die zu vor gestimmten Oktaven steigen beim runterziehen wieder an und sind nicht mehr stimmig.

Erst im zweiten Durchgang kann das Instrument dann gleichmäßig gestimmt werden.

Das der Kollege es auf 442 Hz gestimmt hat, hat schon seinen Sinn - wenn der Mittelteil auf 443 Hz war, ist der Diskant häufig auf 441 Hz oder noch tiefer abgesackt.

Wenn der Kunde nicht sagt auf welcher Tonhöhe er das Instrument haben will, wird es in der Regel auf die vorgefundene Tonhöhe gestimmt.

Ich selbst, frag meist nach, auf welche Tonhöhe der Kunde es haben will - etwa 90% der Kunden ist es wurscht, da sie eh keine Kammermusik mit anderen Instrumenten betreiben.

Wer die Tonhöhe geändert haben will, muß auch mehr bezahlen da hier ein größerer Arbeitsaufwand besteht.

Aber warum brauchst Du Dein Instrument auf genau 440 Hz?

Spielst mit Akkordeon oder Mundharmonika zusammen?

Wennst mit modernen Holz oder Blechbläsern zusammenspielst, brauchen Dich die 442 Hz nicht zu kratzen - die schaffen die Höhe problemlos.
 
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  • #12
Ich habe oben in meinen Arbeitszimmer noch das alte 61er Schimmel welches auf 440Hz gestimmt ist (von einem anderen Klavierstimmer) und für meinen Geschmack besser klingt als das besagte 443er.

Das kommt auf das Instrument selbst an -stimmt man ein altes Instrument auf 440 oder mehr Hz, hat man es unter Umständen klanglich "erwürgt".

Stimmt man hingegen moderne Instrumente wie S&S oder Yamaha auf 440 Hz oder tiefer, hat man ne mißtönige Drahtkommode.
 
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  • #14
Geschmackssache. Oder vermutlich hier eher Gewohnheitssache.
Der Klangunterschied liegt meiner Meinung nach weniger an der Tonhöhe sondern an den unterschiedlichen Instrumenten. Das Neue wird mit 440 auch nicht so klingen wie das Alte.
Ein Tonhöhenunterschied von 3 Hz ist nur merkbar, wenn 2 Instrumente zusammen spielen.

Ansonsten ist ein Tonhöhenunterschied von 3 Hz von der reinen Frequenz her, nicht merkbar.
 
  • #16
ein kleines Schimmel von 1961 klingt besser als dein 120 cm großes Schimmel von 1996?
Jein, das muss ich etwas differenzieren. Die hohen Töne beim 61er sind angenehmer. Beim 96 sind sie mir teils ein Tick zu grell.
 
  • #17
Das wäre dann eher ein Fall für Intonation als für Stimmung.
 
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  • #18
Dankeschön für eure zahlreichen Rückmeldungen. Dadurch habe ich wieder mal einiges dazu gelernt.
Heißt für mich, beim nächsten Male beide Instrumente vom gleichen Klavierstimmer stimmen lassen und mit diesem dann vorab meine Wünsche/Vorstellungen mitzuteilen.
 
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  • #19
beide Instrumente vom gleichen Klavierstimmer stimmen lassen
Das ist schon einmal effizienter, weil nur eine Anfahrt nötig ist und gibt evtl. Rabatt.
Die beiden Instrumente werden aber voraussichtlich trotzdem nicht gleich klingen. Warum willst du sie auf der exakt gleichen Höhe haben? Willst du sie gemeinsam verwenden? Das wird schon aufgrund der unterschiedlichen Spreizung ein Kompromiss werden müssen.
 
  • #20
Ich dachte durch stimmen auf 440Hz würde dieses manchmal etwas grellere bei den hohen Tönen des 96er weggehen. Nach den Rückmeldungen hier ist das aber wohl ein Trugschluss und müsste eher über intonieren "behoben" werden.
Heißt, beide müssen nicht zwingend gleich gestimmt sein und müssen schon gar nicht exakt gleich klingen.
 

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