K200 ATX: Unterschiedliches Spielverhalten bei zwei Händlern

  • Ersteller des Themas Schwabinger
  • Erstellungsdatum
S
Schwabinger
Dabei seit
1. Juni 2021
Beiträge
3
Reaktionen
3
Hallo,

ich habe heute bei zwei Händlern das Kawai K200 ATX ausprobiert. Ich bin Anfänger und hatte jeweils ein bis zwei Stunden die Möglichkeit, die Instrumente ungestört im normal und im Silent-Betrieb zu testen.

Bei Händler A (ca 1000 Euro teurer) war ich zuerst und war sehr beeindruckt von dem Klavier.

Bei Händerl B (preiswerter und auch näher an meinem Wohnort) ist es mir mehrmals beim normalen Spielen (nicht Silent) passiert, dass, ob wohl ich die Taste jeweilige getroffen habe, kein Ton kam. Der Anschlag auf diese Taste fühlte sich dann auch anders an, so als ob der Widerstand zum Runterdrücken geringer wäre. Wie ein "Eintauchen" in die Klaviatur ohne Widerstand. Es handelte sich um verschiedene Tasten. Händler B meinte, dass dieses Verhalten etwas mit meiner Anschlagkultur zu tun hätte und das Klavier schon ok sei.

Ich bin auf jeden Fall Anfänger, ich will also meinen Anschlag überhaupt nicht verteidigen. Trotzdem: Bei dem Klavier im Laden A hatte ich das Problem kein einziges Mal. Und dort habe ich eineinhalb bis zwei Stunden gespielt.

Meine Frage: Kann ich annehmen, dass Händler A einfach substantiell mehr Arbeit in das Klavier gesteckt hat, bevor er es in seinen Showroom gestellt hat? Die sich dann letztlich auch im höheren Preis niederschlagen würde. Oder liegt dieses Verhalten im normalen Spektrum eines K200 ATX und tritt bei einigen Klavieren halt auf ....

Ich bin dankbar für Euere Rückmeldung.

Schwabinger
 
virtualcai
virtualcai
Dabei seit
28. Sep. 2010
Beiträge
1.260
Reaktionen
833
Es handelt sich jedenfalls um ein durch Regulation (Einstellung) der Mechanik lösbares Problem. Wenn dem einen Händler dafür die Kompetenz oder der Wille fehlt, dann besser gleich beim anderen kaufen.
 
Akasha
Akasha
Dabei seit
29. Apr. 2021
Beiträge
14
Reaktionen
26
Es gibt Händler, die reichen Instrumente nur durch. Und dann gibt es Händler, die sind Klavierbauer und überarbeiten die Instrumente, bevor sie verkauft werden.
 
P
pppianomarc
Dabei seit
5. März 2021
Beiträge
6
Reaktionen
2
Händler B meinte, dass dieses Verhalten etwas mit meiner Anschlagkultur zu tun hätte und das Klavier schon ok sei.

Andere haben es schon gesagt, das Klavier ist nicht ausreichend reguliert.

Ich hatte dasselbe Problem beim NV5, welches die gleiche Mechanik hat. Dabei konnte ich genau sehen dass das Problem nicht der Anschlag ist, sondern wie schnell bzw langsam man eine Taste loslaesst. Wenn Du eine betroffene Taste gaaanz langsam loslaesst, dann schluepft der "Jack" nicht unter den "Hammerbutt" (k.A. wie die auf Deutsch heissen). Da sind die Reibung und die zu knappe Regulierung ab Werk dran schuld. Oft rutscht er dann nach 1-5 Sekunden dann doch noch drunter, oder wenigstens halb. Bei den knappsten Tasten aber gar nicht mehr, bis Du die Taste einmal drueckst und dann normal-schnell loslaesst.

Das kannst Du beim naechsten Besuch bei Haendler B ja mal ausprobieren. Dann kannst Du ihm die Taste langsam in die Fehlstellung bringen und ihn dann um eine Vorfuehrung seiner eigenen Anschlagkultur bitten.

Dieses Problem ist uebrigens ganz leicht wegzuregulieren. Das kannst Du sogar selbst, wenn Du Dich traust das Klavier aufzumachen (das vertikale Paneel oberhalb den Tasten muss dazu weggenommen werden). Am Ende jeder Taste sitzt eine kleine Schraube mit 4 Loechern. Diese Schrauben muessen gedreht werden, mit einem Werkzeug oder einen starren Draht. Viertelumdrehungen mitzaehlen, jeweils die Taste probieren und dabei den Jack beobachten ob es gut ist. Bei mir waren es 4-5 Tasten, die beim Spielen Probleme bereitet hatten, und ca 2 komplette Umdrehungen gebraucht haben. Dann waren aber da noch so 10-20 weitere Tasten,, die beim genauen Hinschauen auch nicht 100% in Ordnung waren. Bei denen hat eine halbe oder ganze Umdrehung gereicht.
 
Lingner
Lingner
Dabei seit
14. Okt. 2016
Beiträge
52
Reaktionen
4
Hallo,

ich habe heute bei zwei Händlern das Kawai K200 ATX ausprobiert. Ich bin Anfänger und hatte jeweils ein bis zwei Stunden die Möglichkeit, die Instrumente ungestört im normal und im Silent-Betrieb zu testen.

Bei Händler A (ca 1000 Euro teurer) war ich zuerst und war sehr beeindruckt von dem Klavier.

Bei Händerl B (preiswerter und auch näher an meinem Wohnort) ist es mir mehrmals beim normalen Spielen (nicht Silent) passiert, dass, ob wohl ich die Taste jeweilige getroffen habe, kein Ton kam. Der Anschlag auf diese Taste fühlte sich dann auch anders an, so als ob der Widerstand zum Runterdrücken geringer wäre. Wie ein "Eintauchen" in die Klaviatur ohne Widerstand. Es handelte sich um verschiedene Tasten. Händler B meinte, dass dieses Verhalten etwas mit meiner Anschlagkultur zu tun hätte und das Klavier schon ok sei.

Ich bin auf jeden Fall Anfänger, ich will also meinen Anschlag überhaupt nicht verteidigen. Trotzdem: Bei dem Klavier im Laden A hatte ich das Problem kein einziges Mal. Und dort habe ich eineinhalb bis zwei Stunden gespielt.

Meine Frage: Kann ich annehmen, dass Händler A einfach substantiell mehr Arbeit in das Klavier gesteckt hat, bevor er es in seinen Showroom gestellt hat? Die sich dann letztlich auch im höheren Preis niederschlagen würde. Oder liegt dieses Verhalten im normalen Spektrum eines K200 ATX und tritt bei einigen Klavieren halt auf ....

Ich bin dankbar für Euere Rückmeldung.

Schwabinger
Das ist eindeutig ein Regulationsproblem! Händler A ist eben besser und locker die 1000€ Mehrpreis wert. Oder was willst du mit einem preiswerteren, dafür aber schlechter reguliertem Klavier anfangen, um das Geld dann nachinvestieren zu müssen?
Ich würde bei A kaufen!
 
S
Schwabinger
Dabei seit
1. Juni 2021
Beiträge
3
Reaktionen
3
Herzlichen Dank für Eure Antworten!

Ich werde berichten, wie es ausgegangen ist.

Schwabinger
 
Tastenscherge
Tastenscherge
Dabei seit
10. Dez. 2007
Beiträge
3.399
Reaktionen
2.479
Das Problem kann mehrere Ursachen haben. Z.b. eine zu steife Stoßzungenachse, eine schlappe Stoßzungenfeder, Schnabelluft oder aber die Geometrie der gesamten Mechanik. Ich habe letzeres in Verdacht. Mir ist das schon öfter bei manchen Klavieren aufgefallen: die Stoßzunge rutscht nicht richtig zurück, obwohl alle Parameter stimmen, die Regulierung stimmt, keine Achse steif ist etc. Manchmal hilft es, die Auslösung und den Fang sehr eng einzustellen. Aber es gibt wie gesagt Klaviere, die selbst dann noch dieses Problem haben. Warum sich das nicht bei allen Tasten auswirkt und was genau das Problem ist, ist mir ein Rätsel. Gibt es Kollegen hier, die mich aufklären können?

Man kann das Problem gut deutlich machen, indem man die Taste runter drückt und dann schnell hintereinander immer wieder auf die Taste tappt, ohne sie zu weit nach oben kommen zu lassen. Dann sieht man, wie die Stoßzunge immer weiter am Leder nach oben rutscht weil der Hammer immer mehr zurück fällt. Diese Position der Zunge ist natürlich nicht so natürlich, aber das ist die übertriebene Position um zu schauen, ob jenes Klavier das Problem hat. Also ob man das Problem provozieren kann. Wenn man dann loslässt, geht die Stoßzunge halt nicht wieder zurück. Das ist quasi der ultimative Stresstest für die Diagnose.

Manchmal hilft es, die hintere Kante der Stoßzunge etwas rund zu feilen und neu zu graphitieren. Oder manchmal könnte evtl. auch ein dickeres Stoßzungenpolster helfen. Aber das sind wenn überhaupt Maßnahmen für ältere Klaviere und oft nicht zielführend. Aber manchmal dann doch.
 
Zuletzt bearbeitet:
thomasz
thomasz
Dabei seit
16. Mai 2006
Beiträge
257
Reaktionen
52
...ist es mir mehrmals beim normalen Spielen (nicht Silent) passiert, dass, ob wohl ich die Taste jeweilige getroffen habe, kein Ton kam. Der Anschlag auf diese Taste fühlte sich dann auch anders an, so als ob der Widerstand zum Runterdrücken geringer wäre...
Ich hatte dasselbe Problem beim NV5, welches die gleiche Mechanik hat. Dabei konnte ich genau sehen dass das Problem nicht der Anschlag ist, sondern wie schnell bzw langsam man eine Taste loslaesst...

Genau das gleiche Problem hatte ich auch, bei meinem Kawai Novus NV5 (diesen März neu gekauft). Ich wollte beim Händler reklamieren, habe das aber vor mir hergeschoben und erst mal gespielt und gespielt, und siehe da: Nach ca. vier Wochen war das Problem verschwunden. Anscheinend hat sich die Mechanik durch das Einspielen quasi von selbst reguliert. Ob das in jedem Falle funktioniert, ist natürlich eine andere Frage.
 
Sven
Sven
Dabei seit
31. Mai 2015
Beiträge
1.757
Reaktionen
1.109
Ich würde auf jeden Fall ein fertiges Klavier kaufen, und keine Hoffnung, die erst Arbeit macht, bis sie Freude macht.

Man kann nicht genug betonen, dass man (besonders beim Instrumentenkauf) genau das Exemplar ausprobieren und auswählen sollte, das man nachher auch kauft.
Auf keinen Fall nur nach Modellnamen, den man mal als gut bei Händler X festgestellt hat und dann blind bei Verkäufer Y kaufen. Das geht öfter in die Hose, als für ein so schwer zu transportierendes Instrument gut ist.
 
S
Schwabinger
Dabei seit
1. Juni 2021
Beiträge
3
Reaktionen
3
Kurze Rückmeldung vom Themenstarter

Ich habe das Instrument dann doch beim Laden B gekauft, nachdem mir der Händler erklärte, dass das Klavier nochmal durchgesehen und ggf. nachreguliert werden würde. Neben dem Preisvorteil von über 1000,- war entscheidend, dass dieser Händler relativ nah an unserem Wohnort wohnt und etwaige Servicearbeiten daher selber durchführen kann.

Und ich kann voller Freude berichten - das Problem mit der Mechanik ist kein einziges mal mehr aufgetreten.

Nochmal vielen Dank für Eure Rückmeldungen!

Schwabinger
 
virtualcai
virtualcai
Dabei seit
28. Sep. 2010
Beiträge
1.260
Reaktionen
833
Viel Spaß weiterhin!
 
 

Top Bottom