Ist die Technik beim Digi fortschrittlich?


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Emma
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Hi,

wie viele von euch vielleicht wissen, habe ich seit einigen Jahren ein Digi, Marke "Ketron", es war vor ca. 5 Jahren bei uns im Ort eines der besten Digi's was Preis/Leistung angeht, war auch immer zufrieden. Seit einiger Zeit allerdings nicht mehr so, immer mehr geht mir das Digi auf die Nerven, ich empfinde es als dumpf und irgendwie "leblos", im Vergleich zum Irmler-Klavier unserer KL. Heute war ich bei einer Freundin, die hat seit einigen Wochen ein neues "Kawai"-Digi, der Unterschied ist erschreckend! Es hört sich vielmehr nach Klavier an, wenn auch natürlich nicht ganz autentisch, aber es ist schon sehr gut nachempfunden. Was ist es, sind es die Lautsprecher, die Technik, woran liegt es dass es solche Unterschiede gibt? Der Preis kann es nicht sein, der liegt mit 1.300,-€ gleich.
Würde es etwas bringen, die Lautsprecher-Funktion zu verbessern? Kann man noch etwas herausholen?
Bin parallel trotzdem auf der Suche nach einem akustischen Klavier, das brauche ich dringend demnächst, möchte auf mein Digi aber trotzdem nicht ganz verzichten, ist unverzichtbar zum Üben. Besonders morgens um halb vier:D
LG von Cati
 
ubik
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Hallo,

der Klang eines Digitalpianos wird ja an einem echten Flügel aufgenommen, wenn das Digitalpiano gut ist. Eine gute Aufnahmetechnik der Ingenieure ist schon mal ein Kriterium.

Das andere wären die Lautsprecher. Schließlich muss ja die Kiste die Töne ja irgendwie in Schallwellen wieder umwandeln. Und da spielt Qualität auch eine Rolle. Ich erlebe einen deutlichen Unterschied, wenn ich mein Digitalpiano an meine Surroundanlage anschließe.

Was ich aber stets erlebe, wenn ich andere Digitalpianos anspiele, dass der Klang für mich erstmal ungewohnt und besser ist. Das ist aber nur eine Täuschung. Denn man hat sich an sein eigenes E-Piano gewöhnt.

Und sowas passiert bei einem (echten) Klavier oder Flügel nicht. Denn da ist der Ton immer neu, egal wie gleich ich ihn versuche anzuschlagen. Außerdem ist der Klang nicht elektronisch aus den Lautsprechern, sondern aus natürlichen Materialien. Auch ein Grund, warum ein E-Piano das Klavier nie ersetzen wird. Die Wiedergabe eines Samples durch die Lautsprecher müsste die Schallwellen genauso in die Luft übertragen, wie die Saiten eines Klaviers. Das ist jedoch unmöglich.

Auch ein Versuch, den man auf einem Klavier und dann auf einem E-Piano machen kann: Das Kontra-C ganz langsam runterdrücken, sodass kein Ton erklingt, und es halten. Dann eine Oktaven drüber das c kräftig anschlagen und loslassen. Auch der Pedal-"Hall" kann deswegen nur simuliert, aber nicht aufgenommen werden. Es schwingen nun mal andere Saiten mit, wenn man einen Ton spielt und sie nicht gedämpft werden.

Deinen Klang vom E-Piano kannst du somit nur durch bessere Lautsprecher verbessern. Du wirst dich aber auch schon sehr bald an den Klang gewöhnen und ihn wieder nicht gut finden, das kann ich dir versprechen ;)
 
hasenbein
hasenbein
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Neulich warst Du noch ganz entrüstet, als ich es wagte, die ach so tolle Marke Ketron zu kritisieren...

Aber jetzt hast Du's ja anscheinend selber gemerkt.

Ansonsten würde ich vielleicht mal probieren, das Ding an einen externen Verstärker oder an die Stereoanlage anzuschließen, manchmal ergibt das einen angenehmeren Sound als über die eingebauten Lautsprecher.

LG,
Hasenbein
 
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Emma
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Neulich warst Du noch ganz entrüstet, als ich es wagte, die ach so tolle Marke Ketron zu kritisieren...

Aber jetzt hast Du's ja anscheinend selber gemerkt.

Hi,

ja, ist ja gut, ich hab es halt nicht so erwartet, aber man hatte ja auch keine Möglichkeiten zum Vergleich. So bin ich schon etwas geschockt, aber es ist auch nicht sooo tragisch, denn der Wunsch nach einem echten Klavier ist einfach da. Egal wie gut die anderen Digi's mittlerweile sind, ich will ein "richtiges" Klavier! Ist hatl nur die Überlegung, ob man noch etwas aus dem Klang rausholen könnte, mir steht mein Digi bis sonstwo, es hat seinen Dienst getan.
 
Klavirus
Klavirus
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Ja, genau, Emma,

hol Dir endlich was Richtiges und warte nicht noch ein Jahr. Das Üben wird Dir doppelt Freude machen und Du wirst Dich im Nachhinein ärgern, nicht noch eher '"umgestiegen" zu sein, wie ich... :(

Das Digi kann klingen, wie es will, es kann ein super Sound aus der HiFi-Anlage kommen... bei meinem Klavier spüre ich den Klang in den Fingern!!! Und am ganzen Körper! Das möchte ich nie mehr missen!

Klavirus
 
silversliv3r
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Um deine Eingangsfrage zu beantworten: Ja, Digitalpianos haben sich in letzter Zeit in vielen Punkten sehr viel weiter entwickelt. Wie ubik schon sagte, sind die Digis mit Flügelsamples ausgestattet. Das Problem früher war, dass noch nicht sehr viel Speicherkapazität vorhanden war, sodass die Samples, wenn eine Taste länger gedrückt wird, dynamisch angepasst wiederholt werden mussten. Seit jedoch Speicher immer größer in immer kleinerer Form vorhanden ist, gibt es diese Limitierung nicht mehr im großen Stil, das hat den Klang merklich verbessert.

Ein anderer Punkt wären die ganzen Simulationen. Ich kann bei meinem Digi unglaublich Vieles einstellen, die Höhe des Deckels, die Resonanz mitschwingender Saiten, das Geräusch, wenn die Dämpfer die Saiten berühren und etliches mehr. Das sind für sich minimale Sachen, die den Klang aber im Ganzen doch bereichern.

Und das dritte wäre die Tastatur, die hat sich in den letzten Jahren auch immer weiterentwickelt. Heutige Tastaturen versuchen Elfenbeinbeschichtungen zu imitieren, haben einen simulierten Druckpunkt wie bei einem Klavier und sind vom Aufbau her hochkomplex. Da ist auch kaum zu vergleichen mit den Klappertasten vor einigen Jahren.

Und trotzdem ist man meilenweit entfernt von einem Klavier, was in allen Belangen durch die akustische Klangerzeugung besser ist. Und solange sich nichts gravierend ändert bleibt das auch so aus einem ganz bestimmten Grund: Digis benutzen wie gesagt einen aufgenommenen Flügelklang und man kann ein Original nicht besser kopieren, solange man klanglich komplett auf es angewiesen ist.

Alles Liebe
 
ubik
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Digis benutzen wie gesagt einen aufgenommenen Flügelklang und man kann ein Original nicht besser kopieren, solange man klanglich komplett auf es angewiesen ist.

Und zusätzlich kommt ja noch hinzu, dass man das Aufgenommene irgendwie wieder in Schallwellen umwandeln muss. Sprich: Man braucht Lautsprecher. Und nur gute Lautsprecher sind dazu in der Lage, alle Frequenzen annähernd wiederzugeben, die jedoch mehr kosten, als das Digitalpiano selbst.
 
N
Neapolitaner
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Nunja, es gibt Chemiker die behaupten, der Wein aus dem Labor würde dem Weinkenner besser schmecken als das Original. :) (würde er es denn nie erfahren)

Das Problem früher war, dass noch nicht sehr viel Speicherkapazität vorhanden war, sodass die Samples, wenn eine Taste länger gedrückt wird, dynamisch angepasst wiederholt werden mussten.

Das stimmt so nicht (immer).
Ich habe noch einen Digi aus dem Jahre 1991, da wurde bereits kein Loopsampling mehr gemacht. Falls du es nicht glaubst, scanne ich dir den entsprechenden Teil der Beschreibung ein. :)
Ist übrigens ein Wersi Digital Piano cT1, ein recht teueres Teil seiner Zeit.
 
silversliv3r
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Das stimmt so nicht (immer).
Ich habe noch einen Digi aus dem Jahre 1991, da wurde bereits kein Loopsampling mehr gemacht. Falls du es nicht glaubst, scanne ich dir den entsprechenden Teil der Beschreibung ein. :)
Ist übrigens ein Wersi Digital Piano cT1, ein recht teueres Teil seiner Zeit.

Jaa, gut. ;)
Der High-End-Bereich ist ja in den meisten Bereichen seiner Zeit ein wenig voraus.

Aber du wirst mir doch zustimmen, wenn ich sage, der Trend geht in die oben beschriebene Richtung und dass die Digis, wenn man heutige und vergangene preislich und von der Anforderung her vergleichbare vergleicht, deutlich längere Samples haben als früher. :p
 
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Emma
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Also ich werde mich demnächst mal über Mietkauf eines Klaviers erkundigen, meine KL hat ihre Irmler-Klaviere, Modell P 118 (also das Einsteigermodell) auch so finanziert, und mich hat der Klang sehr überzeugt, was meint ihr? Es ist ein sehr weicher und heller Klang, und vor allem ist auch der Preis völlig in Ordnung. Privat traue ich mich nicht zum Kauf, denn die Ahnung davon fehlt mir. Oder ich habe sogar das Glück, ein gutes gebrauchtes zu bekommen, aber lieber in einem Musikhaus.
Dass mein Digi so dumpf klingt, das ärgert mich schon sehr, ich hätte mir damals noch andere zum Vergleich anhören müssen, aber die Frage ist, ob ich es so gehört hätte. Vor 5 Jahren fand ich alles toll, was sich wie ein Klavier anhört, und der Verkäufer konnte wie ein Gott darauf spielen, da waren wir schon beeindruckt.
Klassische Stücke mag ich gar nicht mehr gerne spielen, ich dümpele bei Tiersen und Yiruma vor mich hin, weil alles andere keinen Spaß mehr macht, und so komme ich ja nicht weiter.
LG von Cati
 
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Aber du wirst mir doch zustimmen, wenn ich sage, der Trend geht in die oben beschriebene Richtung und dass die Digis, wenn man heutige und vergangene preislich und von der Anforderung her vergleichbare vergleicht, deutlich längere Samples haben als früher. :p

Sicher stimmt ich dir zu!

Wobei meiner Meinung nach die Qualität der heutigen Instrumente noch sehr zu wünschen übrig lässt.
Ich hatte mir während der Frankfurter Musikmesse 2009 mal wieder ausgiebig Zeit genommen die renommierten Hersteller der Digitalpianos und dessen Produkte auf Herz und Nieren zu prüfen.

Ganz ehrlich : Ich empfand das als eine Ohrfeige für die Hersteller!

Mag ja sein dass ich mir zuviel erwartet hatte weil man aufgrund der rasanten Computerentwicklung sich einen Unterschied im Bereich von Lichtjahren vorstellt.
Pustekuchen! ;)
Alles unter 1.500 - 2.000 Euro kam mir deutlich schlechter und chemischer vor als mein uraltes Teil und die wirklich teueren Geräte, nunja...

(das Roland V-Piano konnte ich leider nicht selber ausprobieren)
 
 

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